Die Schließung von Schulen und Kitas hilft bei der Bekämpfung der Pandemie, sagt die Kinderärztin Petra Zieriacks. Damit würden aber die Familien und vor allem die Frauen und Kinder schwer belastet – daher müssten die LehrerInnen und ErzieherInnen auch im Lockdown direkten Kontakt zu den Kinder halten. Und zwar täglich. Gleichzeitig gibt die Fachärztin einige praktische Tipps, wie der Alltag positiv gestaltet werden könne.

Petra Zieriacks, Fachärztin für Kinderheilkunde in Bergisch Gladbach

„Als Kinder- und Jugendärztin ist für mich in der Praxis deutlich und hautnah spürbar, welch eine große Rolle die Kinder im Infektionsgeschehen ausmachen. Seit den Schulschließungen sehen wir deutlich weniger kranke Kinder in der Praxis und müssen auch deutlich weniger Abstriche machen“, sagt Petra Zieriacks, Fachärztin für Kinderheilkunde in Bergisch Gladbach im Gespräch mit dem Bürgerportal.

„Ich bin deswegen fest davon überzeugt, dass Schul- und Kindergartenschließungen zur Eindämmung der Pandemie einen sehr wichtigen Beitrag darstellen“, so ihre Einschätzung der aktuellen Lage.

Hauptlast bei Frauen

Seit Montag sind Kitas und Schulen bis auf die Notbetreuung geschlossen. Der Unterricht findet für die Schüler:innen wieder in den eigenen vier Wänden statt.

Aber: Diese Situation belaste Familien und Kinder sehr, dies sei die Kehrseite der Medaille. „Und hier sind es besonders oft die Frauen, die einen Großteil der Last tragen. In einer Zeit, in der meist beide Partner berufstätig sind.“

Tipps für Eltern im Web
1) https://www.corona-und-du.info/#willkommen
2) https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/wie-eltern-ihren-kindern-jetzt-helfen-koennen-1730182
3) https://www.dgkim.de/dateien/covid-19-tipps-fuer-eltern.pdf

Täglicher Kontakt durch Erzieher:innen

Eltern können daher, so die Fachärztin, zuhause nicht noch zusätzlich eine Funktion als Lehrer:in übernehmen. Sie sieht vielmehr Schulen und Kitas stärker in der Pflicht: „Von LehrerInnen oder ErzieherInnen würde ich erwarten, dass sie im Lockdown jedes Kind, vielleicht ab vier Jahren, einmal am Tag telefonisch kontaktieren und mit dem Kind besprechen, wie es ihm geht.“ Mit Schulkindern könnte zudem besprochen werden, welche Hausaufgaben gemacht werden sollten.

Mann solle die Erwartungen, was in dieser Zeit gelernt und erledigt werden müsse, nicht zu hoch setzen. „Es wird aufgeholt werden können! Die Kinder werden das Lernen nicht verlernen und die Möglichkeit haben, Dinge aufzuholen,“ sagt Zieriacks.

Kinder würden vielmehr ihre Freunde vermissen. Statt die Funktion von LehrerInnen zu übernehmen sei es daher vielmehr eine große Aufgabe für die Eltern, den nötigen Rückhalt und die emotionale Stabilität zu bieten.

Erklärvideos für Kinder
https://www.zdf.de/kinder/logo/erklaerstueck-so-verbreiten-sich-aerosole-100.html
https://www.youtube.com/watch?v=zEVZ2JjtZ4k&list=PL6W8NUmiDIpyiYUwa_Yarzn1q2eK677D3&index=45&t=0s
https://www.youtube.com/watch?v=cDf9wyxy6Po

Ratschläge für ein gesundes Zuhause im Lockdown

Petra Zieriacks rät daher zu folgenden Punkten, um dies während des Lockdowns und des Homeschoolings zu erreichen:

  • In der Familie offen über die aktuelle Situation sprechen und den Kindern die Hintergründe für die Einschränkungen erläutern. Kontaktebeschränkungen und Schul – bzw. Kindergartenschließungen bietet Kindern die Möglichkeit, aktiv an der Bekämpfung der Pandemie mitzuwirken.
  • Kinder durch geregeltes Leben unterstützen, wie zum Beispiel regelmäßige Schlaf-  und Essenszeiten und Einhaltung von Regeln, die in der Familie gelten.
  • Kinder brauchen Bewegung und frische Luft, um sich auszutoben. 
  • In der Ausnahmesituation ist es in Ordnung eine fünf gerade sein zu lassen. So z.B. beim Lernpensum oder bei der Zeit, in der ferngesehen wird. 

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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1 Kommentar

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  1. ich möchte heute einmal in einer ganz anderen Sache eine Mail schreiben und eine am 2. Februar Verstorbene würdigen.
    Frau Ursula Sorg, die langjährige Vorsitzende von Donum Vitae, einem Verein für die Schwangeren Konfliktberatung wird heute in Refrath beerdigt. Sie war als Grundschullehrerin vielen Menschen bekannt. In der Flüchtlingshilfe in Refrath war sie von 2015 an aktiv. Sie hat ehrenamtlich Nachhilfeunterricht erteilt und den Flüchtlingen die ersten Schritte erleichtert. Darüber hinaus engagierte sie sich im Pfarrgemeinderat in Refrath. Die Verdienste dieser Dame könnte man um etliches
    erweitern. Eine Würdigung für Verstorbene gibt es leider von der Öffentlichkeit nicht. Ich möchte mich bei ihr für ihr Engagement bedanken, ihrer Familie mein herzliches Beileid aussprechen und sagen RIP liebe Frau Sorg