So stellen sich die Planer des Büros Club L94 die künftige Schlossstraße vor

Nach der Entwurfsplanung für die Neugestaltung der Schlossstraße arbeitet die Stadtverwaltung jetzt an einem sogenannten Gestaltungsleitfaden – damit die Straße harmonisch, stimmig und hochwertig wird. Erste Vorschläge hat die Stadt jetzt dem Bensberger Einzelhandel und den Hauseigentümern vorgestellt.

Im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes (InHK) Bensberg/Bockenberg wurde im Juni 2020 für die Bensberger Schloßstraße die Entwurfsplanung beschlossen. Aufbauend darauf soll nun gemeinsam mit den Eigentümern und Händlern ein Gestaltungsleitfaden für die Schloßstraße entwickelt werden, der den Rahmen für ein als harmonisch, stimmig, hochwertig und ansprechend wahrgenommenes Gesamtgefüge aus öffentlichem Raum, privater Gebäudegestaltung und vielfältigen Sondernutzungen vorgibt. 

Die ersten Gestaltungsvorschläge hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem zuständigen Architekturbüro Dewey Muller aus Köln letzten Donnerstag, den 14. Januar 2021 den Bensberger Händlern und Eigentümern in einer digitalen Veranstaltung vorgestellt.

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„Ich habe die Veranstaltung mit großem Interesse verfolgt und freue mich, dass wir auch online eine so konstruktive Atmosphäre schaffen konnten“, erklärte Bürgermeister Frank Stein in seinem Schlusswort der Veranstaltung.

Dass die Veranstaltung nicht vor Ort stattfinden konnte, ist der Corona-Pandemie geschuldet. „Trotzdem wollen wir den Planungsprozess weiterführen. Der Gestaltungsleitfaden benötigt die Akzeptanz der Händler und Eigentümer, deshalb ist es auch so wichtig ihre Bedenken und Wünsche zu berücksichtigen“, erklärt Kamila Kozak, Sachgebietsleiterin der Städtebauförderung. 

In der knapp zweistündigen Veranstaltung wurde Bezug genommen auf die Entwurfsgestaltung der Schloßstraße, sowie anschließend auf die ersten Inhalte des Gestaltungsleitfadens. Hierbei ging Burkard Dewey von dem zuständigen Architekturbüro auf die Werbeanlagen an und in den Geschäften der Schloßstraße ein, sowie auf die Außenmöblierung durch Außengastronomie oder Warenauslagen der Händler.

Während der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden immer wieder die Möglichkeit ihre Kommentare, Wünsche und Bedenken zu äußern, die protokolliert wurden und in den weiteren Entwürfen des Gestaltungsleitfadens Beachtung finden sollen. 

Zu wenig Raum für individuelle Gestaltung?

So wurde beispielsweise die Angst geäußert, dass der Einzelhandel unter zu viel Vereinheitlichung leiden könnte, oder dass einige Vorschläge des Gestaltungsleitfadens nicht auf die speziellen Einzelfälle einiger Geschäfte anwendbar sein könnten. Dies gilt es nun zu untersuchen und in die weitere Planung miteinzubeziehen.

Es kamen aber auch zahlreiche positive Stimmen, die sich durch die gestalterische Anpassung des öffentlichen Raums eine „Entschleunigung des Raums“ und ein „gediegeneres Einkaufen“ erhoffen.

Keine Satzung, sondern Empfehlungen

Darüber hinaus war es den Veranstaltern besonders wichtig zu betonen, dass es sich bei dem Gestaltungsleitfaden nicht um eine Satzung handelt, die den Händlern vorschreibt, wie ihre Geschäfte gestaltet werden sollen, sondern um Empfehlungen, wie ein gemeinsames Erscheinungsbild der Schloßstraße zu „neuem Glanz“ verhelfen kann und somit alle Beteiligten davon profitieren.

Außerdem gehe es bei dem Leitfaden nicht um die Änderung des Bestandes, sondern um künftige Maßnahmen, die sukzessiv umgesetzt werden. 

Auf die Auftaktveranstaltung sollen noch zwei weitere Veranstaltungen folgen, in denen weitere thematische Felder des Gestaltungsleitfadens vorgestellt werden sollen. „Wir hoffen sehr, dass diese Veranstaltungen wieder gemeinsam vor Ort stattfinden können. Falls die pandemische Lage angespannt bleibt, haben wir jedoch online ein geeignetes Mittel gefunden, wie wir die Bensberger Bevölkerung in die Planung einbeziehen können“, freut sich Kamila Kozak als Leiterin der Abteilung Städtebauförderung über die erfolgreiche Durchführung des Abends.

Weitere Informationen zu dieser und weiteren Maßnahmen des InHK Bensberg gibt es auf der Website der Stadt.

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6 Kommentare

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  1. Der Entwurf der neuen Schlossstraße finde ich gelungen. Was will man denn da noch verändern. Die Verantwortlichen müssen die Wünsche der Händler, der Flanieren und vor allem der Anwohner berücksichtigen. Dass das nicht leicht war, kann man sich vorstellen. Was dabei raus kam, kann sich sehen lassen.

  2. Glücklicherweise ergibt sich durch den Zeitversatz zwischen der Fertigstellung des Oberflächenprovisoriums auf den schiefen Ebenen unterhalb der Sitzstufen um die Dreieckstreppe herum und der „InHK-Umsteinung“ genug Planungszeit für eine vernünftige Nivellierung und Terrassierung der Schieflagen unter Einbeziehung einer kleinen Grünzone. Es wird dann sich zeigen, ob dabei die untere Dreieckstreppe geopfert werden muss oder ob dies als kleineres Übel in Kauf zu nehmen ist. Ich kann mir jedenfalls sehr gut ansprechende Lösungen vorstellen.

  3. Die Fußgängerzone in Bensberg: eine einzige Katastrophe. Angefangen bei einem extrem schief angelegten Marktplatz, der viele ältere Bürger eher fernhält als einlädt, bis zu einem Zwitter zwischen Fussgängerzone und Durchfahrtstraße. Es ist so wie bei den Köchen und dem Brei, wer vieles will….
    Entspanntes Flanieren und Schaufenstergucken ist mit dem ständig in gefühlter Armreichweite vorbeifahren Autoverkehr nicht möglich und hält viele meiner Bekannten und Freunde und mich natürlich auch von einem Besuch der Schloßstrasse wie früher ab. Lieber fahre ich nach Schäbbich Gläbbich, da ist zumindest die Fußgängerzone breit und einladend. Ne schöne Grooß an die IBH

  4. Vor der weiteren Entwicklung des Gestaltungsleitfadens ist eine Korrektur der Rahmenbedingungen mit motorisiertem Verkehr auf der Schlossstraße dringend erforderlich. Nur so ist die so gelobte Entschleunigung wirklich zu erreichen. Weiterhin würden sich dadurch Möglichkeiten für die Verlegung des Wochenmarktes ergeben. Ein Augen zu und durch wäre an dieser Stelle ohne Weitsicht geplant.

  5. Hallo,
    ich hoffe, dass bei der Planung auch ausreichend Behinderten- Parkplätze berücksichtigt werden. Das ist zur Zeit in der Schlossstraße für die Gehbehinderten (aG) und besonders die Rollstuhlfahrer schlecht geregelt (Inklusion, wo bleibst du?).
    Die Behinderten-Parkplätze sind hauptsächlich am Anfang und Ende der Schlossstraße. Sie gehören aber verteilt über die ganze Schlossstraße und dabei mehr in die Mitte und nicht an die Randstellen.

  6. Das Thema Schloßstraße liegt mir als Bensbergerin sehr am Herzen. Eine Neugestaltung der Schloßstraße ist dringend notwendig. Ich freue mich, dass es nun Planungen für eine harmonische, stimmige und hochwertige Straße gibt. Seit der Öffnung der ehemaligen Fußgängerzone für den Autoverkehr ging die Aufenthaltsqualität für Besucher leider verloren. Ich finde es sehr unangenehm, wenn ich an einem lauen Sommerabend beim Italiener in der Außengastronomie in Ruhe meinen Rotwein trinken möchte und dabei immer in Sorge bin, von einem Auto gerammt zu werden. Die vorbeifahrenden Autos verbreiten ständige Unruhe. Für eine Entschleunigung des Raumes und ein gediegenes Einkaufen sollte zumindest der Kernbereich der Schloßstraße wieder Fußgängerzone werden.
    Ich bitte, bei den Planungen die Interessen der Besucher stärker einzubeziehen. Für die Gestaltung des Leitfadens wendet sich die Stadt leider lediglich an die Einzelhändler und Eigentümer der Schlossstraße.