Mit einer Unterschriftenaktion wenden sich Anwohner gegen einen Neubau auf dem Gelände der Malteser Komturei in Herrenstrunden. An der Stelle der Reithalle soll eine Wohnbebauung errichtet werden. Damit, so die Kritik, werde das Ortsbild zerstört. Der Bauherr will sich nun mit den Anwohnern zusammensetzen und die Kritikpunkte ausräumen, die Stadt stellt die Prüfung von Umwelt- und Denkmalschutz in Aussicht.

„Vorgesehen ist eine Bebauung bestehend aus vier Körpern, von denen jeweils zwei über eine gemeinsame Erschließung als Gelenk miteinander verbunden sind“, heißt es in einer Beschreibung des Bauvorhabens durch das Architekturbüro Häck. Es ist zusammen mit weiteren Angaben zum geplanten Neubau unter „Bebaungspläne im Verfahren“ bei der Stadt einsehbar. Bauherr ist der Eigentümer der Malteser Komturei, Dieter Eyberg.

Statt der Reithalle sollen nach Plänen des Eigentümers vier Neubauten auf dem Gelände der Malteser Komturei entstehen (Foto/Grafik: Häck Architekten)

Der Entwurf nehme die Struktur der Umgebung auf, geneigte Satteldächer fügten sich in die Topografie ein, schreiben die Architekten. Höhe und Volumen würden sich dem angrenzenden Bauensemble „unterordnen“, ein Freiraumkonzeptg stelle die Verbindung zum angrenzenden Naturschutzgebiet her.

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Die Stadt sieht in dem Vorhaben eine „Sicherung des touristisch und historisch bedeutsamen Gesamtensembles der Malteser Komturei, der Malteser Mühle und der Kirche St. Johannes der Täufer“.

Fehlende Umweltprüfung

Das überzeugt Petra Sackenheim aus Herrenstrunden nicht. Sie wendet sich in einem Schreiben gegen die Pläne. Das Schreiben soll zusammen mit einer Unterschriftenliste von 60 Gegenern des aktuellen Planungsstandes diese Woche an die Stadt übergeben werden.

Die Gegner monieren, dass aufgrund des beschleunigten Verfahrens für das Bauvorhaben keine Umweltprüfung stattfinde. Im Baugebiet befänden sich Quellen sowie Brutstätten verschiedener Tierarten.

Zudem sei das angrenzende Naturschutzgebiet „Faunfeld“ gefährdet. Verschwinde der Reitstall mit der rein landwirtschaftlichen Nutzung, sei das Gebiet in seinem Schutzstatus bedroht, eine Abgrenzung zum Wohngebiet schwierig.

Zerstörung des Ortsbildes

Kern des Anstoßes ist jedoch das Ortbild. Dies würde durch den Bau moderner Häuser in unmittelbarer Nähe zur Komturei, zur Mühle sowie der Kirche St. Johannes der Täufer zerstört, heißt es in dem Schreiben.

Dabei spiele die Gestaltung des Neubaus eine zentrale Rolle. Dieser sehe dreigeschossige Mehrfamilienhäuser vor. Die Baukörper seien an der höchsten Stelle nur 2,80 Meter niedriger als die angrenzende Komturei, würden dadurch die umliegenden Gebäude erschlagen.

Auch die Verkehrserschließung über den engen Malteserweg sei nicht durchdacht. Hier sollen Parkflächen für die angedachten Wohnungen entstehen.

Die dunkelrot gefärbten Objekte markieren den Standort der Neubauten

Zustimmung im Planungsausschuss

Anstatt der Neubauten schlägt Initiatorin Sackenheim die Instandsetzung der Reithalle vor. Dadurch könnten die genannten Ziele der Stadt, also Sicherung des Tourismus und des Gesamtensembles, ebenfalls erreicht werden. Das Ortsbild bliebe geschützt.

Der Planungsausschuss des Stadtrates hält das Bauvorhaben für unbedenklich. In der Sitzung vom 4. Dezember 2020 stieß der geplante Neubau nur bei der AfD auf Widerspruch. Sie sieht die historische Bedeutung der umliegenden Gebäude in Gefahr. Die Abstimmung fiel einstimmig zugunsten des Projekts aus, die AfD enthielt sich.

Stadt prüft Umwelt- und Denkmalschutz

Die Stadt erklärt – vereinfacht gesagt -, dass das beschleunigte Verfahren rechtens sei, wenn damit einer Zersiedelung des Freiraums entgegengewirkt werden könne. Der vorgelegte Entwurf diene der „Innenentwicklung“.

Hierfür sei keine Umweltprüfung bei den kommenden Planungsschritten erforderlich, würde bei dem konkreten Vorhaben gleichwohl durchgeführt. Aspekte des Umweltschutzes seien zwingend bei Berücksichtigung und Abwägung des Bebauungsplans zu berücksichtigen.

Zudem würden im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens die Untere Denkmalschutzbehörde und auch das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland beteiligt.

„(Deren) Stellungnahme bezieht sich im Wesentlichen darauf, das Denkmal in seinem Wirkungsraum nicht zu beeinträchtigen“, erklärt die Stadt weiter. Deshalb werde angeregt bei den Festsetzungen im Bebauungsplan auf Kubatur (Volumen des Gebäudes), First- und Traufhöhe zu achten.

Die Bedenken der Anwohner aus Herrenstrunden fließen damit also formal in den weiteren Prozess ein.

Seitenansicht des Bauvorhabens

Bauherr gesprächsbereit

Und auch Bauherr Dieter Eyberg zeigt sich gesprächsbereit. „Die Einwände der Bürger werden nach Ende der Offenlegung der Pläne gesammelt und besprochen“, erklärt er. Darauf habe er auch bereits in einem Rundschreiben des Bürgervereins Herrenstrunden, wo Eyberg Mitglied ist, hingewiesen.

Er wolle die Kritikpunkte am Bauvorhaben in Ruhe erörtern: „Wir müssen uns mit der Behörde, den Planern und den Bürgern zusammensetzen und dies Punkt für Punkt besprechen“. Dann werde man zu einem Ergebnis finden.

„Auch die Optik kann sich noch ändern“, erklärt Eyberg. Gleichwohl: Der Gestaltungsausschuss der Stadt, besetzt mit fünf Architekten, habe den Projektentwurf bereits wohlwollend bedacht.

Nicht teilen kann er die Bedenken bzgl. des Tierschutzes: Mehrere Brutstätten könne er im Baugebiet nicht ausmachen. Lediglich ein Schwanenpaar bevölkere nach seiner Ansicht den Teich an der Malteser Komturei. Das habe er selbst eingesetzt und versorge es entspechend.

Die Frist für das Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung läuft am Donnerstag 11. März 2021 ab. Das Verfahren sieht vor, dass bis dahin erfolgte Eingaben in den Entscheidungsprozess der Stadt über das Bauvorhaben einfließen.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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23 Kommentare

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  1. Wenn das wirklich gebaut wird, ist der Tod der Außenterrasse besiegelt. Es ist genau so an anderen Stellen passiert. In Refrath z.B. die „Kicke“ Nachbarn zogen hin und beschwerten sich ständig über die Außengastronomie, also wurde sie um 22 Uhr geschlossen. Bald darauf war sie ganz zu und mittlerweile wurde die Kicke abgerissen. Eigentlich hätte man dem Nachbarn sagen müssen Du hast es gesehen, als du die Wohnung gemietet hast, also ist es so. Genau so wird es der Malteser Komturei gehen, die neuen Anwohner werden Theater machen und dann war es das.

  2. Wolfgang sagt.
    Denn Bedenken von Wolfgang schließe ich mich inhaltlich voll an. Da ich immer gern sage was ich denke, hier mein Kommentar. Der Entwurf ist wie eine Faust auf`s Auge.
    Das sollte man unserer bergischen Landschaft nicht antun. Es kann doch nicht so schwer sein einen passenden Entwurf zur unserer bergischen Heimat zu entwerfen. Doot et mir nit ahn, söns falle mir op de Herrenstrunder Kirmes vor Schreck die Riefkoche us de Hand.

  3. Das ein Eigentümer ein nicht genutztes und Renovierung bedürftiges Gebäude durch ein Neues ersetzen möchte, kann ja wohl jeder verstehen. Der Baustil sollte aber der Umgebung angepasst sein. Zur Zeit entstehen in der Gemeinde überall diese Lego-Klötze. Der Hauptaugenmerk ist hierbei: hauptsächlich Wohnraum schaffen. Alte Gebäude werden abgerissen und es entsteht ein neuer Lego-Klotz. Toll, dieser Einfallsreichtum. Ich denke Architekten können auch anders. Wohnraum schaffen, ja. Aber doch bitte mit mehr Kreativität.

  4. Dann wird es die Außengastronomie der Malteser Komturei nicht mehr lange geben. Das war bisher überall so, die Leute ziehen ein und schon geht die Beschwerde los und in Kürze wird die Genehmigung entzogen. So war es auch in Refrath mit der Kicke. Da gibt es viele Beispiele. Mietverträge mit dem Hinweis der Außengastronomie müsste man auf Gültigkeit prüfen. Wenn bei der Entscheidung vor Gericht „wer war zuerst da“ gedacht würde, dann sollte man solche Klagen abweisen. Das Gleiche mit dem Flughafen. Mir ist nicht klar was das noch mit Recht zu tun hat. Billige Grundstücke kaufen mit Hinweis auf Flughafen dann wegen Lärm klagen.

  5. Das wäre ja wirklich elendig hässlich wenn es gebaut werden sollte… Aber gut, wenn der Bauherr sich dann verwirklicht sieht muss es wohl passen.

  6. Eine Polemik.

    Das hätte Gerhard Polt nicht besser gemacht. In der Posse Herrenstrundener Wohnungsbau sind Brutstätten „verschiedener Tierarten“ aufgetaucht. Schade, dass nicht mitgeteilt wird, um welche Tierarten es sich handelt. Es mag daran liegen, dass man noch an der Ansiedlung arbeitet.

    Und ein verrotteter Reitstall ist es wert, zu Lasten von dringend nötigem Wohnungsbau, erhalten zu werden. Wozu eigentlich? Pferde gibt es dort seit fast 30 Jahren nicht mehr. Ob die Gegner der Bebauung bereit sind, die Kosten für die Renovierung und Unterhaltung eines nicht genutzten Reitstalls zu tragen, ist nicht überliefert. Oder rechnen die Initiatoren des Widerspruchs damit, dass diese Halle Geld einbringt? Es scheint so, Frau Sackenheim sieht darin das Ziel „Sicherung des Tourismus“ erreicht. Ein interessantes Konzept.

    Im Bürgerportal heißt es: „Kern des Anstoßes ist jedoch das Ortsbild“. Es ist niemandem ein Vorwurf zu machen, der von Stadtplanung und Architektur nichts versteht. Allerdings ist Ahnungslosigkeit nicht die beste Grundlage für lautes und agressives Auftreten.

    Auch das Ortsbild von Herrenstrunden ist überwiegend dem Zeitgeist geschuldet, ein Abbild dessen, was Baumärkte an Ästhetik so anbieten und was mediokre Architekten im Laufe der Jahre aus ihren Schubladen gezogen haben. Glücklicherweise gibt es in Herrenstrunden noch ein paar Ausnahmefälle historischer Architektur, die zwar weniger das Ortsbild prägen, aber ihre Bedeutung haben.

    Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass Gebäude in unmittelbarer Nähe zu denkmalgeschützten Bauten niemals diese kopieren dürfen oder auch nicht in falsch verstandener „Heimattümelei“ sich ihnen gestalterisch annähern sollten. Ich habe auch zwei Beispiele genannt, bei denen das in idealer Weise durch radikale Kontraste vermieden wurde.

    Natürlich hat Architektur auch mit Geschmack zu tun. Aber erstens gibt es auch schlechten Geschmack und zweitens ist Architektur eine Kunstform, die im Idealfall neue Denkmale schafft und die wie z.B. das Bensberger Rathaus oder die Wohnhäuser Frank Lloyd Wrights zu einem Wallfahrtsort für Architekten werden können.

    Aktuell gib es eine relativ verbreitete und auch Bergisch Gladbach erfassende Geschmacks-Bewegung, Vorgärten von Eigenheimen allen Grüns zu berauben und durch Schotter zu ersetzen. Ich behaupte, wenn der Eigetümer des Grundstücks sich solche Bauherren gesucht hätte, statt ein gutes Architekturbüro zu beauftragen, der Widerstand wäre kleiner gewesen und eine putzige OBI-Siedlung mehr würde das Ortsbild nicht mehr stören.

    Den Höhepunkt erreicht die Argumentation im Fall Naturschutzgebiet „Faulfeld“. Der hufeisenförmige Beginn wird flankiert von sage und schreibe 16 Wohnhäusern (wenn ich richtig gezählt habe). Insgesamt ragen 31 Häuser bzw. Bauvorhaben in das Naturschutzgebiet. Und die 4, die jetzt entstehen sollen, werden zum Problem gemacht, denn „eine Abgrenzung zum Wohngebiet“ sei schwierig. Es ist zu hoffen, dass wenigstens die Bewohner dieser Häuser den Anstand hatten, sich dieser Petition zu enthalten.

  7. Die Frage der abendlichen Nutzung der Restaurant-Terrasse ist relevant und sollte nicht kleingeredet werden.

    Was die Architektur angeht, sollten wir nicht vergessen, dass das mit Abstand berühmteste Gebäude unserer Stadt eine (seinerzeit umstrittene) Kombination aus mittelalterlicher Burg und modernem Beton ist. Brutalismus in seiner schönsten Form – übrigens erlebt dieser Stil in letzter Zeit eine Renaissance und gelten viele Beispiele aus den 60ern und 70ern heute als moderne Meisterwerke.
    Schade, dass anspruchsvolle Architektur es in unserer Stadt so schwer hat. :-(

    (Ein valides Gegenargument könnte der vermutlich hohe Zementverbrauch sein…)

  8. Der nächste Flakbunker der Stadt. Es wird folgende Situation enstehen: die Nutzer des Betonklotzes freuen sich über den Ausblick auf die Komturei, die Nutzer der Komturei blicken mit Grausen auf das graue Monstrum.

  9. Zitat aus dem obigen Artikel: “ Im Baugebiet befänden sich Quellen sowie Brutstätten verschiedener Tierarten. “
    Seit 10 Jahren überquere ich das Gelände der Reitanlage an der Malteserkomturei. Ich bin noch nie in eine Quelle getreten, weil es weder in der Reithalle noch in den Pferdeställen und auch in dem asphaltierten Hofraum eine Quelle gibt.
    An Tierarten gibt es auf dem Gelände derzeit: 1 Katze und Mäuse von den benachbarten Wiesen.
    Die Pferde sind weg – aber die hatten dort keine Brutstelle, sondern einen Stall mit Betonboden und Einstreu.
    Weder in/an der Halle noch an den Pferdeställen gibt es Brutstellen von irgendwem, nicht mal Schwalbennester.

    Zitat aus obigem Artikel: ” Instandsetzung der Reithalle vor. Dadurch könnten die genannten Ziele der Stadt, also Sicherung des Tourismus und des Gesamtensembles, ebenfalls erreicht werden. Das Ortsbild bliebe geschützt.”
    Frage: Welchen Sinn macht es, eine seit Jahren unbenutzte Reithalle in Stand zu setzen? Wer soll das bezahlen? Zu welchem Zweck?
    In den Jahren seitdem die Reithalle nicht mehr benutzt wird habe ich nicht einen Touristen gesehen, der sich anerkennend mit der Reithalle beschäftigt hätte und so der Tourismus gesichert worden wäre.
    Das Ortsbild mag durch diese dunkle, muffige Reithalle, die in wuchtigem und hässlichem Kontrast zur Komturei steht, geprägt sein. Aber muss man jedes schreckliche Erscheinungsbild erhalten, nur um des Erhaltens Willen? Das Ortsbild wird verbessert werden, wenn die Halle durch vernünftige, angepasste Bebauung ersetzt wird.

    @sofia
    die Dächer können nicht begrünt werden, weil sie mit (von unten unsichtbaren, im Dach eingebauten) Solarpaneelen bedeckt werden sollen.

    @Peter Franken
    Wieso “die Anwohner”. Ich bin einer der Anwohner, gehöre aber nicht zu den “wird nur gemeckert”-Anwohnern und fühle mich durch diese Verallgemeinerung nicht wohl. Solch verallgemeinernde Beiträge wie der von Peter Franken schüren wegen ihrer Verallgemeinerung doch nur die Emotionen und polarisiert. Dadurch können sich die Fronten so hoch aufschaukeln, dass letztlich eine Verständigung immer schwieriger wird.
    Peter Franken sollte mal rekapitulieren, wie oft er in seinem Leben durch Beschimpfung anderer Leute gerade diese Leute davon überzeugt hat, dass sie falsch lagen und sich anschließend seiner Meinung angeschlossen haben.

    @Hartmut Schneider
    Zitat: “Beim ersten Blick auf Bild mit den einmontierten Gebäuden bekam ich einen Schrecken.”
    Ja, so erging es mir auch, Vor allem: es sieht auf dem Bild aus, als würde mit Waschbeton aus den 70er Jahren geplant.
    Zitat: “Der Blick auf die Entwurfszeichnungen ließ mich aufatmen.”
    Sorry, so weit bin ich noch nicht, weil ich solche Zeichnungen nicht lesen kann, bin kein Architekt oder Ing..
    Auch ich bin der Meinung, dass man ein Arreal mit historischen Gebäuden nicht mit scheinhistorischen oder durchschnittlichen Gebäuden ergänzen sollte, sondern moderne Architektur als Kontrast setzen muss. Anderenfalls geht das Historische im Belanglosen unter.
    Die ungewöhnlichen Grundrisse und Baukörper der vorgestellten Bebauung erfüllen das Kriterium des Kontrastes aus meiner Sicht sehr gut. Mehr Moderne wäre schädlich, würde der Komturei die Aufmerksamkeit abziehen. Weniger Moderne wäre kein Kontrast mehr. Aber: Ich bin mir nicht sicher, ob die Menge an umbautem Raum und dessen Gibelhöhe nicht das historische Gebäude erdrückt

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  10. Ganz ehrlich, mich erinnert das geplante Objekt an die „Böhm-Bauten“. Und die sind architektonische Hingucker, z.B. das Rathaus in Bensberg, der Mariendom in Neviges.
    Warum nicht einfach mal offen sein für Neues, für Kontraste. Die derzeitige Bauweise (Kubus, Staffelgesch0ß, weiß) ist auf Dauer auch langweilig.

    Und auch das Argument, dass es wieder nur Wohnraum für die Besserverdienenden ist zählt nicht. Dann machen diese dennoch anderen Wohnraum frei. Und ganz ehrlich möchte ich nicht die Proteste erleben, wenn dort sozialer Wohnungsbau errichtet wird.

  11. Und täglich grüßt das Murmeltier: Kaum droht Veränderung, kommt der Egoismus der Anwohnerschaft zu Trage. Statt sich zu freuen, dass die Malteser Komturei und der Teich erhalten bleiben, wird nur gemeckert. Schon mal drüber nachgedacht, dass man das alles als Eigentümer (und nicht nur wegen der Pandemie) auch wirtschaftlich betreiben und unterhalten muss? Natürlich nicht. Die architektonischen Entwürfe sind, wenn man sich vieles andere derzeit anschaut, ansprechend und angemessen. Ein Expertengremium aus Stadtplanern, Architekten und Landschaftsarchitekten (Gestaltungsbeirat) schaut sich das nicht nur vor Ort an, er soll sich intensiv mit den Plänen beschäftigt haben und sieht aus fachlicher Sicht das Vorhaben positiv. Aber all das ist für die Anwohner unwichtig. Es droht ja schließlich Veränderung und die mögen wir Deutschen offenbar nicht so gerne. Es wundert mich sehr, dass noch so viel in Deutschland investiert wird. Bei den Hürden, die sogar einheimische Investoren von den Anwohnern bekommen… Ich würde wahrscheinlich woanders bauen.

  12. Jede: r egal ob pro oder contra nimmt bitte mal das Bild des Architektenentwurfs und stellt sich live an den See der Malteser Komturei.Und bitte auch mal um die Achse drehen.Wo bitte schön passt dieser Entwurf zur Malteser Komturei und überhaupt nach Herrenstrunden?? Abgesehen von anderen Faktoren wie Eingriffe in den Naturraum und steigender Mobiltät.@ Schreiner.Was soll an diesem Artikel passend sein? Abgesehen davon werden das wieder mal nur Klötze für Besserverdienende.Schon mal die Immopreise hier in der Gegend gecheckt?

  13. Guten Morgen,
    ich bin mal ein „neutraler“ Beobachter, da ich weder in Herrenstrunden wohne noch die Pläne kenne.
    Dennoch gebe ich zu bedenken, dass es in Bergisch Gladbach (wie in fast allen Ballungsgebieten unseres Landes) Wohnungsnot gibt. Daher ist jeder Neubau zu begrüßen.
    Wenn es Ihnen (persönlich) nun vielleicht allen gut geht: ihre Kinder und Enkelkinder werden vermutlich schon nicht mehr den Wohnraum finden, den sie für sich in Anspruch nehmen. Und ich spreche nun nicht vom kleinen Einfamilienhäuschen. Sondern vom tatsächlichen Wohnraum.

  14. Dazu heute passend:

    https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article227485849/Drei-Millionen-fehlende-Wohnungen-So-viel-Wohnraum-brauchen-auslaendische-Fachkraefte.html

    Da werden wir noch viel mehr Diskussionen haben in den nächsten Jahren.

    Wenn es denn Fachkräfte wären, die wirklichen gehen bei guter Qualifikation aber sicherlich nicht im ein Hochsteuerland.
    Wer kommt, kann man seit 2015 sehen. Konkurrenz auf dem Billiglohnsektor, wenn überhaupt.

  15. Ach Gottchen,
    und wieder protestieren Anwohner gegen eine Veränderung in ihrem Umfeld. Die geplante Veränderung soll Menschen genau den Wohnraum ermöglichen, den die Protestierer für sich schon seit Jahren haben.
    Widerlicher Egoismus!

  16. Zitat „Der Planungsausschuss des Stadtrates hält das Bauvorhaben für unbedenklich. … Die Abstimmung fiel einstimmig zugunsten des Projekts aus, die AfD enthielt sich. “

    Das ist wirklich unfassbar und noch schlimmer als die damalige Genehmigung der beiden Mehrfamilienklötze ohne Grenzeinhaltung. Das wirft schon Fragen auf, wer denn dabei profitiert.

    Wie können denn 5 Architekten des Gestaltungsausschusses diesen Entwurf wohlwollend bedenken?

    Ich bin sprach- und fassungslos….

  17. Was für ein furchtbarer, völlig unpassender Entwurf. Das kann doch wirklich nicht ernst gemeint sein, gibt es keine Architekten mehr, die mal ein normales, klassisches Gebäude entwerfen können, das nicht in erster Linie der Selbstverwirklichung dient und sich in die (gegebenenfalls historische) Umgebung einfügt, wie § 34 Abs. 1 BauGB das explizit vorschreibt? Aber die Vorschrift galt in Schäbbisch Gläbbisch ja ganz augenscheinlich noch nie, denn kaum einen deutsche Stadt hat derartig vielen Bausünden und Stilbrüche. Und eine sich einfügende Bebauung hat mit „Heimattümelei“, wie der unvermeidliche und stets ideologisierende Hartmut Schneider meint, aber auch rein gar nichts zu tun, sondern mit Ästhetik und Ausgewogenheit. Auch das Bensberger Rathaus (im Volksmund nach wie vor: dä Aapefelse) war und ist ein regelrechter Kulturschock und sollte und wollte dies auch sein; es passt sich kein bisschen in die Umgebung ein, wodurch es zum Wahrzeichen geworden ist. Wenn man sich die Bilder von Alt-Bensberg mit Schloss und historischer Umgebungsbebauung anschaut, kann es einem wehmütig werden, denn Bensberg war mal eine sehr schöne Stadt. Heute ist sie noch nicht mal mehr Stadt, da hat auch der Bau des innovativen und bahnbrechenden Rathauses im Stile der Westwallbunker nicht geholfen. Also, liebe Herrenstrundener Pingsmädche und Pingsjunge, kämpft weiter um euren noch schönen Ort.

  18. Ich kann es nicht glauben das man im ernst in Erwägung zieht diese Neubauten in die direkte Umgebung der Malteserkomturei und der alten Mühle zu bauen. Diese historischen Gebäude zusammen mit der Burg Zweifel sind das Aushängeschild des Dorfes und der ganzen Umgebung. Wenn wir das zulassen würde dem historischen Bild des Dorfes schwerer Schaden zugefügt.

  19. Noch hässlicher geht’s kaum! Absolut unpassend. Was ist mit Umwelt? Grünes Dach und grüne Fassade? Bestimmt noch nie davon gehört. Wenn diese Häuser so gebaut werden dürfen, dann ist das eine Schande für BGL!

  20. Hallo,
    Frau Sackenheim und Anwohner bitte standhaft bleiben. Schreckliches Bauvorhaben. Ausserdem frage ich mich, wieso das die „Sicherung des touristisch und historisch bedeutsamen Gesamtensembles der Malteser Komturei, der Malteser Mühle und der Kirche St. Johannes der Täufer” unterstützen soll. Absurd! Hier kriegt mal wieder einer den Hals nicht voll.
    Also weiter so Frau Sackenheim . Wenn man sich unterschriftstechnisch beteiligen kann, wäre ich dabei. Ich wohne in Dürscheid und bemerke seit geraumer Zeit, das der ländliche Charakter immer mehr verloren geht. Die „verantwortlichen“ wollen doch nur durch höhere Einwohnerzahlen „ihre Aufwandsentschädigung“ erhöhen. Dabei ist Ihnen das Erscheinungsbild und der immer mehr zunehmende Strassenverkehr vollkommen egal.
    rued

  21. Neben der Komturei solch ein Wohnklotz ?? Totale Verschandelung des oberen Ortsbildes !! Schon wieder ein Mahnmal des Irrsinns, wenn’s kommt. Wieviele denn noch in Schäbbisch Jläbbisch ?? Habe ja schon mal vor Jahren eine Aufstellung aller hirnrissigen Abrisse wie auch Neubauten erstellt. Kaum zu glauben , was sich Gl in der Hinsicht alles geleistet hast. Das war mal eine richtig
    schöne Stadt. Glauben Sie mir : Das ist eine Wahrheit , die ich belegen kann !!

  22. Architektonisch durchaus ansprechend – da könnte sich manch anderes Neubauprojekt eine Scheibe abschneiden.
    Auch angesichts der nur mäßig schönen Reithalle verstehe ich die Kritik nicht ganz.

    Wird das Gelände „durchlässig“ sein für den Fuß- und Radverkehr?
    Von Südwesten kommend, endet der Weg entlang der Strunde am Malteserweg. Eine Verbindung zum Rosenthaler Weg würde es erlauben, Herrenstrunden abseits der Hauptstraße der Länge nach zu durchqueren.

  23. Beim ersten Blick auf Bild mit den einmontierten Gebäuden bekam ich einen Schrecken. Der Blick auf die Entwurfszeichnungen ließ mich aufatmen.
    Beim Anbau an Denkmalsubstanz oder bei Bauten in unmittelbarer Nähe von geschützter Architektur ist es aus meiner Sicht eine Todsünde, mit der historischen Architektur zu konkurrieren, indem man versucht, mit traditionellen Elementen etwas Heimattümelndes zu schaffen. Nach meiner Überzeugung ist ein starker Kontrast zur vorhandenen Bebauung erforderlich. Dafür gibt es viele Beispiele. Zwei seien genannt: Das Bensberger Rathaus, entworfen vom genialen Gottfried Böhm und das Kölner Kolumbamuseum vom nicht weniger genialen Peter Zumthor. Bei beiden ist dieses Prinzip überzeugend verwirklicht.
    Den vom Architekturbüro Häck vorgelegten Entwurf empfinde ich als gelungenes Projekt mit nicht zu übersehenden Anleihen am Bensberger Rathaus. Bedauerlich wäre es, wenn dieser Entwurf im Laufe des Verfahrens verwässert würde.