Eine Lehrerin am Gymnasium Herkenrath demonstriert das Testverfahren

Drei Tage nach dem Start der Testaktion an den weiterführenden Schulen zieht die Stadt ein positives Fazit. Rund drei Viertel der Schüler:innen haben bei den freiwilligen Tests festgemacht; bislang wurden nur relativ wenige positive Fälle nachgewiesen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung sind von Montag bis Mittwoch an zehn der 14 weiterführenden Schulen (inklusive Berufskollegs) 5702 Personen auf Corona getestet worden. Von den anwesenden Schüler:innen in diesen Schulen hätten sich im Schnitt 75 Prozent an den freiwilligen Tests teilgenommen. Die 20 Grundschulen entschieden sich gegen eine Teilnahme.

Mit 32 positiven Tests blieb diese Zahl hinter den Prognosen zurück, Jörg Köhler hatte als Leiter des städtischen Krisenstabs auf eine Quote von rund einem Prozent gerechnet; das wären knapp 60 gewesen.

Wieviele der 32 Personen tatsächlich mit Corona infiziert sind wird sich erst nach dem Vorliegen aller Nachuntersuchungen per PCR-Test zeigen. Bislang liegen die Ergebnisse von 14 Tests vor; davon waren nur zwei positiv, in allen anderen Fällen hatten die Schnelltests fälschlicherweise angeschlagen.

Bürgermeister Frank Stein wertete die Teilnehmerquote von 75 Prozent als „sehr gute Zahl“. Er wertet wie bereits im Gespräch mit dem Bürgerportal die Aktion als wichtiges Signal der Stadt an die Schulen und die Stadtgesellschaft: „Wir dürfen uns nicht hinter Paragraphen und Zuständigkeiten verstecken. Da, wo wir handeln können, müssen wir das tun. Denn die Pandemie besiegen wir nicht, indem wir sie verwalten.“

Fragen Sie nach: Frank Stein im #BürgerClub

Nach Wochen der Zurückhaltung hat Bürgermeister Frank Stein seine Kommunikation geändert und wirbt mit klaren Worten für eine aktive Rolle der Stadt in der Pandemie. Was er darunter versteht, dass können Sie ihn am Donnerstag um 19:30 Uhr im #BürgerClub des Bürgerportals selbst fragen. In einer Videokonferenz auf der Plattform Zoom wird er die Test-Aktion der Stadt erläutern – und Fragen zur aktuellen Lage beantworten. Hier können Sie sich am Donnerstag ab 19:20 Uhr einloggen.

Foto: Thomas Merkenich

Krisenstableiter Köhler sprach von einem „durchweg positiven Feedback“. Die Schulleitungen hätten aber auch konstruktive Kritik geübt – vor allem an der Kurzfristigkeit und am Testort Schule.

Der Wunsch nach einer Durchführung der Tests durch medizinisches Fachpersonal sei „durchaus nachvollziehbar“. Dafür habe jedoch das Personal gefehlt – was sich auch bei den Tests mit dem vom Land bereitgestellten Material in den kommenden Wochen zeigen werde.

Schulleiter üben Manöverkritik

Einzelne Vertreter von Schulleitungen der weiterführenden Schulen bestätigten diese Einschätzung weitgehend. Kritik kam zum Teil am hohen Aufwand für die Organisation der Tests. Besonders positiv wurde vermerkt, dass sich das Sicherheitsgefühl deutlich verbessert habe.

Als Problem wird auch von einzelnen Schulleitern benannt, das positiv getestet Schüler:innen durch die Tests in der Klasse unter Druck geraten könnten. Für eine regelmäßige Durchführung solcher Tests werden allgemein eine längere Vorbereitung, eine bessere Ausstattung und vor allen externes Fachpersonal gefordert.

Grundschulen warten auf Aktion des Landes

Die bei dieser Aktion gewonnenen Erfahrungen will die Stadt in den kommenden Wochen einsetzen, wenn die Test des Landes endlich eintreffen. Dann werden auch die 20 Grundschulen drankommen, die sich jetzt nach einigem Hin und Her gegen eine Teilnahme an der städtischen Aktion entschlossen hatten.

Für die Durchführung der Tests in den Grundschulen sieht die nun veröffentlichte Teststrategie des Landes das gleiche Verfahren vor, das jetzt auch von der Stadt praktiziert worden ist. Allerdings werden dann Laientests mit Nasenabstrichen eingesetzt, die Stadt hatte Spucktests verwandt.

Irritationen über Zulassung der Tests

Zum Test, der von der Stadt eingesetzt worden war, hatte es zuletzt Irritationen gegeben. Auf Nachfrage des Bürgerportals hatte die Pressestelle der Stadt einen Test genannt (Clungene Covid-19 Antigen Rapid Test Saliva), der gar nicht als Selbsttest (und schon gar nicht für Schüler:innen) ausgewiesen wurde, sondern nur für Fachpersonal.

Nach weiteren Recherchen des Bürgerportals und der Stadt selbst stellte sich dann jedoch dann heraus, dass der eingesetzte Test unter einem anderen Namen (COVID-19 Antigen Schnelltest (Spucktest) der Firma amec GmbH) doch beim Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet ist.

Stein setzt Land unter Druck

Bürgermeister Stein bedankte sich bei allen, die in kurzer Zeit zum Erfolg beigetragen hätten – und richtet den Blick auf die Landesregierung. „Jetzt ist das Land am Zug, um die versprochenen Tests für die kommenden Wochen rechtzeitig den Schulen zukommen zu lassen. Das ist versprochen und darauf vertrauen wir.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

1 Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Jeder über Testung erkannte Fall hilft die Infektionen in den Griff zu bekommen. Das gilt auch wenn die Falsch-Positiv-Rate der verwendeten Schnellteste ziemlich hoch zu sein scheint. Die jetzt bestätigten 2 positiven PCR-Testergebnisse passen aber eigentlich gut zu der aktuellen Kohorten-Inzidenz von 98 bei den 10-19Jährigen in RBK. (98 Fälle je 100.000 in 7 Tagen => 2,4 Fälle je 5702 in 3 Tagen). Warum hat man 60 Fälle prognostiziert ?