NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Da der Impfstoff von Astrazeneca zur Zeit nicht mehr an Personen unter 60 Jahren verimpft wird macht das Land NRW jetzt einer weiteren Altersgruppe ein Angebot: Jede Person ab 60 kann sich ab Samstag um einen Impftermin bemühen – und sich mit viel Glück mit Astrazeneca impfen lassen. Personen unter 60 erhalten jetzt den Impfstoff von Biontech.

AKTUELLER HINWEIS, Samstag, 9:06 Uhr: Wie erwartet sind die Seiten und Telefonnummern der KVNO zum Start der Anmeldeaktion überlastet. Aktuelle Infos zur Lage finden Sie in unserem Liveblog.

In einer Pressekonferenz verkündete NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann das neue Angebot. Schon am Samstag kämen in NRW rund 380.000 Dosen Astrazeneca an. Da dieser zur Zeit nicht bei Personen unter 60 eingesetzt wird, mache das Land jetzt auch den Personen ab 60 Jahren ein Angebot.

Später erläuterte das Gesundheitsministerium, dass kurzfristig sogar 450.000 Impfdosen bereit stehen. Laumann ergänzt: „Nichts soll im Lager bleiben. Klar ist daher auch: Wenn sehr viele Menschen einen Termin vereinbaren wollen, kann es sein, dass die Systeme an ihre Grenzen kommen.“

Ab Samstag können die (mindestens) 60-Jährigen über die bekannten Telefon-Hotlines und das Online-Portal Impftermine bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) buchen. Das Angebot richte sich an alle zwischen 60 und 79; die (über) 80-Jährigen haben bereits ein Impfangebot erhalten.

Wer sich anmelde, müsse aber wissen, dass mit Astrazeneca geimpft werde, betont das Gesundheitsministerium.

Terminvergabe für Personen ab 60

ab Samstag, 3. April

Online über www.116117.de oder direkt zu termin.corona-impfung.nrw

Telefonisch über die kostenlose Rufnummer 0800 116 117 01

Über Ostern werde in den 53 Impfzentren mit zusätzlichem Personal und zusätzlichen Öffnungszeiten geimpft, kündigte Laumann. Das gilt dann auch für das Impfzentrum des Rheinisch-Bergischen Kreis in der RheinBerg Galerie.

Kassenärzte warnen vor Überlastung des Anmeldesystems

Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen warnen gemeinsam, dass das gewählte Verfahren die Anmeldesystem wahrscheinlich überfordern werden – da es nur 380.000 Impfdosen für die rund vier Millionen Personen zwischen 60 und 79 in NRW geben. Sie hatten dafür plädiert, die zusätzlichen Dosen von Astrazeneca über die Hausärzte zu verimpfen.

Sobald alle 380.000 verfügbaren Termine verbucht sind, werde das Impfangebot für diese Personengruppe zunächst wieder eingestellt, betonten die KV.

Zweitimpfung mit Astrazeneca nicht in Gefahr

Personen unter 60, die schon eine erste Impfung mit Astrazeneca bekommen haben, müsse sich laut Laumann keine Sorgen um die Zweitimpfung machen. Bis die in der zweiten Mai-Woche anstehe, sei geklärt, wie das Immunisierungsverfahren fortgesetzt werde. Dabei handelt es sich vor allem um Angehörige bestimmter Berufsgruppen, insbesondere Grundschullehrer:innen und Erzieher:innen.

Personen unter 60 bekommen jetzt Biontech

Diejenigen Personen unter 60, die bereits einen Termin für eine Erstimpfung haben, werden nun statt mit Astrazeneca mit Biontech geimpft, teilte der Rheinisch-Bergische Kreis mit. Die Zweitimpftermine würden automatisch auf einen Zeitpunkt sechs Wochen nach dem ersten Termin angepasst.

Die AstraZeneca-Impfungen, die am Dienstag oder Mittwoch nach dem plötzlichen Stopp ausgefallen waren, werden um genau sieben Tage mit der gleichen Uhrzeit verschoben, so der Kreis weiter. Um die Verwaltung nicht weiter zu belasten bittet er, auf Nachfragen zu verzichten.

30. oder 31. März terminiert waren, konnten aufgrund der notwendigen Logistikprozesse keine kurzfristigen Ausgleichslieferungen mit Präparaten anderer Hersteller erfolgen. Die ausgesetzten Termine am 30. März ab 14 Uhr oder 31. März werden deshalb automatisch um genau sieben Tage mit gleicher Uhrzeit verschoben. 

Arztpraxen starten nach Ostern

Die Hausarztpraxen in NRW sollen nach Ostern mit Impfungen beginnen, bekräftigte Laumann. Dafür würden nach den Ostertagen rund 400.000 Impfdosen geliefert. Sie sind vor allem für chronisch kranke und stark pflegebedürftige Menschen gedacht, die Entscheidungen treffen die Hausärzte selbst. In den ersten zwei Wochen erhalten die Praxen dafür Biontech-Impfstoff, später dann Astrazeneca.

Anmeldung für 79-Jährige ab dem 6. April

Unabhängig davon können sich ab dem 6. April die 79-Jährigen für eine Impfung anmelden, ebenso wie die 80-Jährigen, die immer noch keinen Termin erhalten haben. Für diese Personengruppen wird der Impfstoff von Biontech eingesetzt. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

18 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Sehr geehrte Frau Koch-Kociok, bitte wenden Sie sich an Ihre Haus- oder Fachärzt:innen, die können Ihnen sicher weiterhelfen. Bitte veröffentlichen Sie keine persönliche Daten wie hier im Internet, wir haben Ihren Kommentar bearbeitet.

  2. Kann man Termin für Zweitimpfung vorschieben?

    Hinweis der Redaktion: Bitte veröffentlichen Sie hier keine privaten Daten! Wenden sich direkt an das Impfzentrum oder den Arzt, der Sie geimpft hat.

  3. Ich (71) habe mich von Ostersamstag bis heute bemüht, einen Impftermin mit Astra Zeneca zu bekommen. Ich komme nur bis „Sie nicht noch nicht an der Reihe.“. Alles nicht tragisch, nur frustierend, wenn man immer wieder liest, dass die Impfung mit AZ möglich sei, aber keine Termine zu bekommen sind.

  4. Sehr geehrter Herr Albers, zum wiederholten Mal: das ist nicht korrekt. Es sind am Samstag und Sonntag auch in Rhein-Berg einige tausend Termine vergeben worden, die ersten knapp 800 der Personen, die einen Termin herhalten haben, sind am Sonntag und Montag bereits geimpft worden, teilt dei Kreisverwaltung gerade mit.

    Was Sie schildern ist das Ergebnis des Buchungssystems der KVNO, dass bei Überlastungen und bei temporären Ausfällen keine korrekten Informationen ausliefert. Damit ist die Terminvergabe im Rheinland, wie von uns berichtet, zu einem Gedulds- und Glücksspiel geworden.

  5. Online Termin fuer 60 bis 69 j inNRW war vom 03.04.bis 06.04 nicht möglich. Es stand bis einschließlich September :NOCH NICHT MÖGLICH. Es war aber auchkein Termin bis September angezeichnet.

  6. Sehr geehrte Frau Braun, die in diesem Artikel beschriebene Terminvergabe war eine einmalige Sonderaktion, sie ist seit Sonntagabend beendet.

    Jetzt werden die 79-Jährigen mit Terminen versorgt, danach die 78-Jährigen und dann auch die 77-Jährigen. Mehr zu dem Vergahren finden Sie hier:

    https://in-gl.de/2021/03/29/corona-impfung-fuer-79-jaehrige-das-muessen-sie-wissen/

    Unter Umständen können Sie sich aber auch schon vorher bei Ihrem Hausarzt impfen lassen:

    https://in-gl.de/2021/03/26/hausaerzte-starten-nach-ostern-mit-impfungen/

  7. NRW vergibt Impftermine jetzt auch an 60-Jährige
    aber leider nur an Personen in Nordrhein über den Link auf dieser Seite: termin.corona-impfung.nrw , Der Link funktioniert nicht für Menschen die in Westfalen wohnen. Wir sind anscheinend in Westfalen Menschen zweiter Klasse. Auch uns älteren wird der Impfstoff zweiter Klasse angeboten. Erst sollten mit Astreazeneca nur die unter 65 jährigen geimpft werden und jetzt genau umgekehrt. Das ist ein durcheinander. Anscheinend weiß keiner, auch die sogenannten Experten, nichts über diesen Impfstoff.

  8. Das wäre falsch. Es können sich ausdrücklich Personen von 60 bis 79 Jahren anmelden.

  9. Terminvergabe für Personen ab 60 ….
    hier sollte man präzisieren : für Personen von 60 – 69 !!!!!

  10. Was soll dieser Mist schon wieder? Warum werden nicht die 70-78 jährigen geimpft. So wie es die Reihenfolge vorsieht. Alle warten Sehnsüchtig auf eine Impfung und jetzt gibt es wieder nur Chaos.

  11. Ganz ehrlich, mir ist es egal wer geimpft wird. Denn jeder Geimpfte ist persönlich gechützt(er) und gibt den Virus nicht mehr (oder stark reduziert) weiter. Das Wichtigste ist, dass der Impfstoff schnellstöglich raus aus den Lagern rein in die Körper kommt.

    Der 60jährige Berufstätige ist stärker gefährdet als der 70jährige Rentner. Wer im privaten Umfeld Kontakte haben mag, kann selbst einen Test machen und diesen auch von den Kontaktpersonen erwarten.
    Wer jedoch noch im Beruf steht, ist immer auch von der Vernunft aller abhängig. Daher haben auch die 60jährigen (und 50-, 40-, 30-, 20-jährigen) eine hohe Dringlichkeit.

    Mich „nervt“ diese Neiddebatte um das Impfen. Seid vernünftig, haltet die Aha-Regeln ein, … Jeder kann für sich und die Mitmenschen viel tun, dasss die Infektionszahlen runtergehen.

  12. Nach alle dem was ich bisher gehört und gelesen habe weiß ich nicht, ob es ein Glück ist mit Astreazeneca geimpft zu werden. Ich könnte mir vorstellen, dass viele über 60 zig Jährige sehr nachdenklich werden

  13. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    Nach meinem Verständnis sind die 70-78jährigen auch über 60 und können sich deshalb auch um einen Termin bemühen.

  14. Weshalb können nicht erst die 70 bis 78 -jährigen über Ostern geimpft werden – anstelle der 60 bis 69 – jährigen Mitmenschen ?????????

    MfG Max Mustermann