Die Laurentiusstraße soll nun in einer einjährigen Testphase zur Fahrradstraße werden

Die CDU-Fraktion kritisiert ein weiteres Mal die Verkehrspolitik der Ampel-Koalition. Die angestrebte Umwidmung der Laurentiusstraße zur Fahrradstraße beachte die verkehrliche Gesamtsituation nicht, zudem sei der Antrag nach wie vor rechtswidrig.

Die vom Dreierbündnis angestrebte Umwidmung der Laurentiusstraße in eine Fahrradstraße muss nach Ansicht der CDU-Fraktion aufgegeben werden. „Wir gehen nach wie vor davon aus, dass der dafür eingebrachte Ampel-Antrag rechtswidrig ist, wie das in einem verwaltungsinternen Gutachten auch festgestellt wurde; hier wollen offensichtlich die Bündnisgrünen – als treibende Kraft dieser Umwidmung – ihr Leuchtturmprojekt auf Biegen und Brechen durchdrücken“, betont der Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für strategische Stadtentwicklung und Mobilität (ASM), Lutz Schade. 

Lutz Schade und Josef Wagner, Mitglieder der CDU-Ratsfraktion. Foto (Archiv): Helga Niekammer

Er halte es „in keiner Weise für kostenbewusst“ und empfinde es zudem „als einen Affront gegen die städtische Rechtsabteilung“, wenn nun der zuständige Dezernent Ragnar Migenda ankündige, ein weiteres externes Gutachten speziell für die Möglichkeiten der Umwindung der Laurentiusstraße und generell zur Einführung von Radstraßen in Auftrag zu geben“, kritisiert Schade.

Schade fügt hinzu: „Was da auf Steuerzahler-Kosten veranstaltet wird, ist sehr teuer, zumal ständig Rechtshilfen und andere externe Beratungsleistungen seitens der Stadt offenbar zum Alltagsgeschäft der Stein-Administration gehören.“ Eine solche Politik belaste den städtischen Etat auf Dauer unnötigerweise ganz erheblich.

Wagner: Isolierte Maßnahme

Der Vorsitzende des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt, Sicherheit und Ordnung (AIUSO), Hermann-Josef Wagner, der auch CDU-Fraktionssprecher im Planungsausschuss ist, bemängelt, dass diese Umwidmungsabsicht der Laurentiusstraße „völlig isoliert und ohne erkennbare Abstimmung mit der verkehrlichen Gesamtsituation durchgedrückt werden soll“.

Ungeklärt sei für ihn ebenso die Nutzung der Laurentiusstraße zum Buchmühlenparkplatz, betont Wagner, „ist das ein Anliegerverkehr oder nicht“? Auch die Zufahrt der Straße Am Broich wäre im Falle der Radstraße nur noch über die Odenthaler Straße erreichbar, die zudem durch neu geplante Fahrradwege an den Seiten sehr eng für den PKW-Verkehr werde.  Für ihn sei es verkehrspolitisch fahrlässig, diese und weitere Folgewirkungen völlig unbeachtet zu lassen.

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Wagner: „Was passiert zum Beispiel mit dem Teilstück der Paffrather Straße hin zum Rathaus? Falls die Laurentiusstraße nur noch für den Rad- und Anlieger-Verkehr gilt, wie wird dann die PKW-Rückfahrt vom Rathaus verkehrlich organisiert? Soll vor dem Rathaus ein Kreisverkehr entstehen, damit Autos wenden können? Die jetzt schon stark frequentierte Stationsstraße dürfte noch mehr belastet werden.“ 

Wagner hält es inzwischen für denkbar, „dass ein gewisses Chaos für den Autoverkehr provoziert werden soll“. Eine weitere Frage stelle sich im Kontext der Rettungsdienste: „Wie sollten Rettungsfahrzeuge und Notarzteinsatzwagen die Ortsteile Rommerscheid oder gar Herrenstrunden erreichen?“ Die Gertrudenstraße sei aufgrund ihrer Topographie und ihrer Enge für Blaulichtfahrten vollkommen ungeeignet, bekräftig Wagner.

Schade: Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur mit Augenmaß

Schade weist in diesem Zusammenhang auf die Untere Hauptstraße mit dem dort aufgestellten neuen Schild hin, das den Autofahrern verbietet, in diesem Teilstück Radfahrer zu überholen.

„Abgesehen davon, dass dieses Straßenschild überflüssig ist, weil hier der gebotene 1,5 Meter Abstand zum Überholen der Radfahrer eh nicht gegeben ist, klappt das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer auf diesem Tempo-30-Abschnitt reibungslos. Warum kann dieses gute Miteinander nicht auch Vorbild für die Laurentiusstraße sein“, gibt er zu bedenken. 

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18 Kommentare

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  1. ….ich wäre mal dafür das diese Diskussion etwas entspannter geführt wird.
Diese „Schärfe“ zwischen Rad-und Autofahrern ist doch absurd.
Wir leben hier in einem ländlichen Bereich in dem man komplett ohne Auto nicht klar kommt. Wir leben nunmal nicht in Köln.
Viel wichtiger wäre, wenn die Städteplaner sich mal endlich um die Verkehrsärgernisse dieser Stadt kümmern würden. Ich denke da an alles rund um den Discounter Kaufland und den Driescher Kreisel.
Desweiteren wäre schon viel getan, wenn sich endlich mal um Radschnellwege von Kürten nach Bergisch Gladbach und von Bergisch Gladbach nach Köln gekümmert würde.
    Schönen Tag

  2. Ich vergaß, mein geliebtes Thema „Seilbahnen“ wieder in Erinnerung zu bringen. Jetzt aber noch besser Busse, die auch Seilbahn können oder umgekehrt. Man konnte kürzlich im KSTA verfolgen, was da in Aachen auf die Beine gestellt wurde. Gehäuse, die als Seilbahn-Gondel barrierefrei Verwendung finden und dort, wo eine Seilbahn enden oder eine Zwischenstation einnehmen muss, wird das Gehäuse ausgeklinkt und fährt als Bus weiter. Aus meiner Sicht genial: Weniger Kosten als andere ÖPNVs, emissionslos, Strecken können ohne viel Eingriff in den allgemeinen Verkehr erreichtet werden, Seilbahnen über Grundstücke unwilliger Eigentümer unnötig etc., mehr Vorteile kommen hinzu. MAn muss nur anfangen, Aachen gab die Vorlage, Köln denkt bereits!

  3. Warum werden hier weiterhin ‚Argumente‘ bemüht, die schon oft entkräftet wurden?
    Buchmühlenparkplatz und Am Broich bleiben erreichbar; am Rathaus kann heute schon gewendet werden. Für Rettungsfahrzeuge ist die Umwidmung zur Fahrradstraße sogar von Vorteil: Wenn weniger Autos die Laurentiusstraße verstopfen, kommen Krankenwagen und Feuerwehr leichter und schneller durch.

    Dass externe Gutachten Geld kosten, ist natürlich richtig. Ich bin kein Freund der vielerorts grassierenden ‚Gutachtenschwemme‘, kann aber angesichts der immer wieder zu beobachtenden Blockadehaltung der hiesigen Verwaltung verstehen, warum die Ampel-Fraktionen eine externe Einschätzung einholen möchten.

    Können wir nicht einfach den gefassten Beschluss akzeptieren und erstmal abwarten, ob sich die Umstellung bewährt? (Und ja, von mir aus hätte es auch gerne ein Schutzstreifen sein können – aber der Ausschuss hat jetzt so entschieden.)

  4. Hallo Herr Havermann,

    richtig, nur durch eine Umstellung der Laurentiusstraße wird nicht direkt Bergisch Gladbach zu einer grünen Stadt, ich würde sogar vorsichtig behaupten, dies ist unmöglich, wenn wir nicht anfangen wollen die Östlichen Gemeinden und Städte um Bergisch Gladbach herumzuleiten. Ich fahre täglich von Heidkamp mit dem Auto nach Wesseling, ich kann nur Variante Über Bensberg zur A4 oder Refrath auf die A4 nehmen.
    Was würde mich von der Straße fegen? Mehr Anreize für Unternehmen Ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu versenden.

    Was würde einen Bensberger dazu bewegen mit dem Rad von Bensberg nach Gladbach zu fahren? Ein breiterer Fahrradweg (Meine Meinung). Und das ganze könnten wir nun Stundenlang durchziehen, wir haben am Ende eine Vielzahl an kleinen Maßnahmen.

    Eine langfristige Verkehrsplanung werden wir nie in Bergisch Gladbach hinbekommen, da diese Planung (sowas bekommen auch nur wir Deutschen hin) viel zu lange brauchen würde und Ständig sich die Interessen der Entscheider wechseln würden.

    Daher lieber kleine Schritte gehen.

  5. Oh, Herr Funke, da ist aber der Wunsch der Vater der Gedanken.

    Wer auf Positionierungen der Bundesregierung setzt – bald ja eine neue, hoffentlich mit viel grün – musste schon oft in die Röhre schauen. Bei Ankündigungen von Stadtparlamenten wird das noch schlimmer (siehe Versprechen früherer Bürgermeister). „Die rechtlichen Möglichkeiten nutzen“ (oder vielleicht juristische Hürden umgehen?). Eine „Blaupause“ durch ausgearbeitet Empfehlungen? Wo soll die denn ansetzten in unserer zersiedelten Stadt? Wer kann denn „sichere Infrastruktur“ aufbauen, und auch noch in der Innenstadt? Kennen Sie Bergisch Gladbach, Herr Funcke, oder leiten sie ihre Thesen vom Hörensagen ab?

    Die Laurentius-Anrainer werden sich über eine verkehrsberuhigte Straße bestimmt freuen – so lange, bis sie morgens und abends mit Ihren Autos bis sonst wo hin müssen zum Parken oder abholen.

  6. Die Bundesregierung hat sich mit dem NRVP 3.0 eindeutig positioniert. Sie sieht im Radverkehr eine tragende Säule zur Klima- und Verkehrswende. Eine Steigerung des Radverkehrsanteils von heute 11% auf 30% bis 2030 wird verfolgt. Viele Maßnahmen gehören dazu ins Portfolio. Fahrradstraßen, Fahrradzonen und Radschnellwege stehen u.a. im Fokus. Bitte lokal schnell und zahlreich umsetzen und nicht zögern. Endlich neue (Rad-) Wege beschreiten und mutig die rechtlichen Spielräume nutzen oder auch mit zeitlich befristeten Piloten mögliche Unsicherheiten austesten. Für weitere Umsetzungen von Fahrrradstraßen im Stadtgebiet halte ich eine detaillierte und rechtsicher ausgearbeitete Empfehlung (vergleichbar ERA – Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) als „Blaupause“ für unbedingt sinnvoll. Gut ausgebaute und sichere Infrastruktur auch oder gerade bei innerstädtischen, kurzen Wege werden Verkehrsteilnehmer zum Umstieg motivieren und dadurch die eingeschränkten Verkehrsflächen für den MIV entlasten. Die sonstigen Vorteile für die Anwohner der Laurentiusstr. durch eine Verkehrsberuhigung (durch Anliegerverkehr) liegen auf der Hand und überwiegen imo das mögliche Park- oder Stellplatzproblem. So geht #fahrradland

  7. Ja, der motorisierte Individualverkehr muss zum großen Teil aus dem Verkehr genommen werden. Ja, der Radverkehr sollte unterstützt stark zunehmen können.

    Darüber sind sich m.E. Bevölkerung und Parteien einig. Aber der Weg dorthin ist stark umstritten, wird teilweise als der Vorrangige aller Verkehrsveränderungs-Vorhaben gesehen und das möglichst morgen oder nächstes Jahr. Alle, die daran auf die bisher bekannte Weise herumdoktern, werden Erfolge höchstens zulasten anderer Verkehrsteilnehmer erzielen wenn überhaupt, wenn unter allen Umständen ein Beweis für Durchsetzungsfähigkeit und Einhaltung von Wahlversprechen der Vernunft und der Machbarkeit vorgezogen werden soll.

    Mit der Laurentius- als Fahrradstraße die Schadstoffausstoße in GL stark zu verringern – wie hier geschrieben steht – , scheint mir arg blauäugig. Und als Vorbild fällt das sowieso aus, weil es kaum eine vergleichbare Stelle in GL gibt. „Aufenthaltsqualität“ auf der Laurentius-Rad-Straße dürfte höchstens mit Pflanzung vieler Bäume entstehen.

    Nur um einen „Schleichweg“ als solchen zu verdrängen kommt nun die Fahrradstraße? Und wer fährt durch die Laurentiusstraße, wenn sie/er nach Bensberg will? Schon mal auf einen Stadtplan geguckt?

    Mit Gebetsmühlen meinen auch, Radstraßen-Befürworter arbeiten zu müssen. Aber sei’s drum: Anfahrt zu Parkhaus und Buchmühlen-Parkplatz; in weiter Umgebung parallel kein Verkehr möglich außer Schnabelsmühle/Hauptstraße; wo kommen die Massen von Radfahrern her; welcher Radfahrer fährt Laurentiusstraße, wenn sie/er Fußgängerzone fahren kann?; Rechtmäßigkeit?; Kosten?; wohin mit den Anwohnern, wenn der Buchmühlen-P schon in der Pandemie voll ist?: reicht das? Wo bekommt man all die Behauptungen von Emissionen, Krankheiten, schlechter Lebensqualität etc. bestätigt, woher die Versicherung, dass hinterher alles besser ist? Das ist Stochern im Kaffeesatz!

    In jedem Fall sollte mindestens mit, lieber vor der Innenstadtverdichtung und noch besser sehr bald die Verkehrssituation GLs geplant und bestmöglich auf den Weg gebracht werden, was seit Jahrzehnten vernachlässigt wird. Überhaupt, wo ist der gesamtstädtische Plan, wo soll GL hin – noch wichtiger nach der endgültigen Zanders-Insolvenz?

    Zum x-ten Mal: Nur wer den Gesamtverkehr sieht, eine kurz-, mittel- und langfristige Verkehrsplanung endlich auf den Weg bringt, keine Innenstadtverdichtung unter allen Umständen verfolgt und dem ADFC nicht nachläuft, wird die lebensqualitative Zukunft GLs sichern können.

  8. „Christian sagt:
    18. Mai 2021 um 08:03

    Um diese kleine Straße wird diskutiert, als wolle man die komplette Bergisch Gladbacher und Bensberger Straße in eine 30er Zone mit Vorrang für Radverkehr umbauen.
    Wir reden hier von der Laurentiusstraße, also warum nicht einfach mal den Versuch wagen und in 2 Jahren prüfen, ob es etwas gebracht hat oder nicht.

    In den 10 Jahren (oder so) in der die CDU das sagen hatte ist die Verkehrssituation auch nicht besser geworden, also lieber mal neue Gedankenansätze verfolgen.“

    Genau! Sonst wird mit dem Tempo der Änderungen dieses Jahrhundert auch nicht reichen! Weitere Entwicklungen in Bezug auf Radverkehr sieht man (noch) gar nicht.

  9. Um diese kleine Straße wird diskutiert, als wolle man die komplette Bergisch Gladbacher und Bensberger Straße in eine 30er Zone mit Vorrang für Radverkehr umbauen.
    Wir reden hier von der Laurentiusstraße, also warum nicht einfach mal den Versuch wagen und in 2 Jahren prüfen, ob es etwas gebracht hat oder nicht.

    In den 10 Jahren (oder so) in der die CDU das sagen hatte ist die Verkehrssituation auch nicht besser geworden, also lieber mal neue Gedankenansätze verfolgen.

  10. Einige Dinge sollten meiner Meinung nach kritisch hinterfragt werden.
    – Zu Rettungsdienst/Notarzteinsätzen: hätten die nicht auch in einer Fahrradstraße Vorrang? Wo liegt hier das Problem?
    – Zu den externen Beraterkosten der Stein-Administration: müsste man hier nicht einen längeren Zeitraum betrachten, um diese Kosten mit der Urbach-Administration vergleichen zu können?
    – Auch Beraterkosten: Welche Kosten fielen für die Ausarbeitung des Mobilitätskonzeptes und begleitende Informationskampagnen an? Wurde dieses Konzept von der Urbach-Administration angemessen umgesetzt?
    – Wenn der CDU vermeintlich bessere Lösungen (untere Hauptstraße) bekannt sind, wieso wurden diese nicht von der Urbach-Administration umgesetzt?

  11. Mit den vielen Neubürgern die demnächst in der Innenstadt Einzug halten und freudig begrüßt werden können, da wird die notwendige Verkehrswende förmlich herbei gebaut und das ist gut so für die Innenstadt. Insofern kann man diese Planung auch als Vorgriff und Antwort auf diese neu entstehende Situation begreifen.

    Völlig abgesehen von der laufenden Innenverdichtung in Bergisch Gladbach durch viele private Bauträger – Einfamilienhaus weg, Mehrfamilienhaus hin – sind es bislang die (langjährigen) großen Brachflächen im Innenstadtbereich die Lebensqualität häufig vermissen ließen.

    Die großen Industriebrachen wie das Steinbüchel-, das Köttgen-, das Coxgelände, sie alle sind bereits in der Umsetzung mit Wohnbebauung. Es wird sich dadurch nicht nur die Aufenthaltsqualität und Attraktivität der Innenstadt ändern, die Brachflächen sind weg, es wird sich auch der innerstädtische Verkehr gewaltig verändern.

    Spätestens nach dem ersten Spatenstich für eine Wohnbebauung „Auf Zanders“ werden dann die Rufe nach Verlängerung der KVB Linien 3 oder 18 wieder laut und die Fahrradwege im Zentrum sind bis dahin bestens ausgebaut, die alten Wegeverbindungen wieder hergestellt. Was für eine tolle Zukunftsperspektive.

  12. Mehr als zehn Jahre habe ich in der Laurentiusstraße gewohnt, unweit des Rathauses und mit einem – gezwungenerweise – zur Straße hin gelegenen Schlaf- und Arbeitszimmer. Die stetige Lärmbelastung durch den motorisierten Verkehr war ein wichtiger Grund dort auszuziehen, obwohl uns die zentrale Lage dort sehr gefallen hat.
    In Gladbach geboren, mittlerweile über 60 Jahre alt, ist mir meine Heimatstadt als Fußgänger, mit dem Auto bzw. Motorrad und als Fahrradfahrer vertraut.
    In der Eigenschaft als Radfahrer erlebe ich immer wieder, wie meine Rechte als Verkehrsteilnehmer hier vor Ort missachtet werden. Nicht die „Berge“ oder das „chaotische Wetter“ sind das Problem, es sind vielmehr die Ignoranten der Generation Auto, die in Politik und Verwaltung (und leider auch noch in Teilen der Bürgerschaft) überlebt haben. Vor diesem Hintergrund freue ich mich auf den Versuch ein Stück Lebensqualität in der Laurentiusstraße zu schaffen. Die Verantwortlichen sollten endlich den Mut aufbringen um dringend notwendige Veränderungen in Angriff zu nehmen.

  13. Ich wünsche der CDU den Mut, auch einmal Lösungen abseits der in Bergisch Gladbach eingetretenen Pfade anzugehen. Einfach, weil dies notwendig ist, um die Probleme aufgrund der zunehmenden Verkehrsbelastung durch Autos auch nur ansatzweise in den Griff zu bekommen.

    Die vorgeschlagene Fahrradstraße ist eine solche Lösung. Ein Anfang. Woanders längst keine Besonderheit mehr.

    Stattdessen verliert sich die CDU in verkehrspolitischen Bedenken und juristischen Sorgen.

    Das bringt nicht weiter.

  14. Wenn man sich jetzt die Panikreaktionen der Gegner einer Laurentiusstraßenumwidmung in eine Fahrradstraße ansieht, halte ich es als Befürworter (übrigens auch „Bevölkerung“) für angebracht, mir die unterschiedlichen Argumente doch noch einmal etwas genauer anzusehen. Schließlich geht es um weit mehr, als nur um Verkehrsplanung.
    Beim dem zur Zeit nachgewiesen hohen Verkehrsaufkommen an Autos ergäben sich hierfür zugegebener Maßen nicht unerhebliche Nachteile im Zeit- und Streckenaufkommen, wenn die Laurentiusstraße zur Fahrradstraße wird. Es fehlen jedoch belastbare Daten, um die Faktenlage nach einer Umwidmung umfassend zu bewerten.
    Gern werden gebetsmühlenartig die Benachteiligungen durch eine Fahrradstraße für die Anwohner angeführt. Dabei gilt es nach meinem Dafürhalten, logistische und gesundheitliche Belastungen zu unterscheiden. Anfahrts- und Parkmöglichkeiten sind meines Wissens bei Fahrradstraßen für Anlieger nicht ausgeschlossen.
    Die unabdingbare Notwendigkeit, wegen des hohen Aufkommens von Verbrennern auf eine Autostraße nicht verzichten zu können, impliziert jedoch eine extrem hohe und ständige Feinstaub- und CO2-Belastung. Dass die Wohn- und Lebensqualität der Anwohner dadurch seit Jahrzehnten erheblich gemindert wird, dürfte allgemein bekannt sein. Diese nachgewiesen hohe Gesundheitsgefährdung fällt bei der Einrichtung einer Fahrradstraße weg. Auch der Faktor Lärm führt zu Herz- Kreislaufproblemen und sollte hier nicht unterschätzt werden. Dass diese gesundheitlichen Aspekte von einigen wertkonservativen Lokalpolitikern so wenig gewürdigt werden, erstaunt mich sehr.
    Um den politischen Frieden wieder herzustellen, erscheint mir der Kompromiss, das Modell Fahrradstraße einem realen Stresstest zu unterziehen, als der einzig gangbare Weg . Nur die dann gewonnene objektive und nachvollziehbare Datenlage unter Einbeziehung von Schadstoffmessungen, kann zu wirklich tragfähigen Zukunftsentscheidungen führen. Wer solch eine Begutachtung als Geldverschwendung deklariert, hat mit Recht Angst um seine unbewiesenen Hypothesen.
    Der Verwaltungsaufwand für die Umsetzung sollte übrigens marginal sein, wenn man bedenkt, dass mittelfristige Baustellenumleitungen zu den alltäglichen Aufgaben jeder Stadtverwaltung gehören.
    Daher mein Appell – insbesondere an die Verantwortlichen der Stadtverwaltung – alle Konzentration voll und ganz auf die Umsetzung einer aussagekräftigen Erprobungsphase der Fahrradstraße zu richten, anstatt sich von den juristischen Spitzfindigkeiten eines Wahlverlierers ablenken zu lassen. Es geht schließlich darum, die Fehler der Vergangenheit zu beseitigen und nicht die Schuldigen dafür zu belangen.
    Das oberste Ziel, auch mit Hilfe einer Verkehrswende in Bergisch Gladbach die Bedrohungen der Klimakrise von unseren Kindern und Enkeln abzuwenden, dürfen wir zu keiner Zeit aus den Augen verlieren. Verzögerungen werden von der nachfolgenden Generation bereits heute schon als schuldhaftes Verhalten verurteilt. Erweisen wir uns im Sinne unserer Verfassung (s. aktuelles Urteil) als verantwortlich – ALLE!

  15. Als Bürger der Stadt Bergisch Gladbach stellt sich mir immer die Frage, was bringt diese Entscheidung den Bürgern der Stadt.

    Laurentiusstraße: Meine Prognose. Die Kosten werden höher als Ihr Nutzen sein und es wird nachhaltig zu einer verstärkten Umweltverschmutzung kommen.
    Warum: Am Ende der Neuen Planung und der Umsetzung wird ein „hochkomplexes Wegesystem entstehen“, und das nach der Planung wie von selbst. Systemtheoretiker nennen diese Phänomen Emergenz,
    was so viel wie „spontanes Hervortreten“ bedeutet.
    Vereinfacht gesagt, es kommt aus der TRAMPELPFAD-Technologie.
    Jedenfalls entstehen plötzlich Wege, bzw. Pfade, wo immer Planer – aus welchen Gründen auch immer – Fußgänger, Autofahrer oder Radler zu absurden Umwegen zwingen wollen.

    Liebe Grüne SPD und FDP, sein Sie nicht enttäuscht von dem was aus Ihrer Planung die Bürger der Stadt umsetzen

  16. Warum hat es die CDU-Stadtratsfraktion eigentlich nötig, aufzuzeigen, was nicht geht? Warum sollte unsere Rechtsprechung eine Fahrradstrasse in der Laurentiusstrasse untersagen? Ich liesse es auf einen Richterspruch ankommen, denn
    … die städtische Verkehrsplanung hatte immer schon die Absicht, dem Durchgangsverkehr in der Laurentiusstrasse einen Riegel vorzuschieben. Genau für diesen Zweck sind in der Vergangenheit zig-Millionen investiert worden!

    Zur Erinnerung: Mit der Inbetriebnahme des Verkehrstunnels An der Gohrsmühle Ende der 1980-er Jahre gelang es der städtischen Verkehrsplanung, den Durchgangsverkehr Schildgen/Paffrath Richtung Bensberg und umgekehrt aus dem Zentrum herauszubekommen. Unbefriedigend hat das geklappt mit dem Durchgangsverkehr in Richtung Osten (Herrenstrunden, Odenthaler Straße). Denn die ursprüngliche Absicht, parallel zur Eröffnung des Straßentunnels die Laurentiusstrasse auf Höhe der Kirche abzubinden, ist nicht umgesetzt worden. Genau in diese Richtung ging auch die bauliche Neugestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes … leider nicht in letzter Konsequenz vollzogen.

    Somit konnte sich die Strecke über die Laurentiusstrasse über all die Jahre zum perfekten Schleichweg für den Durchgangsverkehr Richtung Osten entwickeln. Aber genau dieser Verkehr war und ist für den Tunnel bestimmt. Dafür ist er gebaut worden. Mithin wartet der Verkehrstunnel An der Gohrsmühle bis zum heutigen Tage immer noch auf die ihm zugedachte Auslastung.

    Genau aus diesem Grunde sollte der neue Rat den Mut haben, die Laurentiusstrasse zur Fahrradstrasse und damit zur Anliegerstrasse zu machen?

  17. Eine Seilbahn wäre der Schlüssel… kleiner Scherz.

    Und jetzt mal ernsthaft: Die Straße wird nicht gesperrt o.ä. , für die Anwohner bleibt alles beim Alten. Fahrradstraßen in Zentrums- und Schulnähe machen absolut Sinn… Der motorisierte Durchgangsverkehr muss nun eben einen Schlenker einlegen.

    Was wäre eigentlich, wenn die Straße aufgrund der Maßnahme auf einmal an Aufenthaltsqualität gewinnt? Wird spannend sein! Man darf ja noch träumen…

    Und, liebe CDU, manchmal muss man sich auch etwas trauen und einfach anfangen – denn für den Status Quo, die aktuelle „Radinfrastruktur“, (https://fahrradklima-test.adfc.de/ergebnisse ) sind Sie hauptverantwortlich.

  18. Ich muss Herrn Schade zustimmen, wenn die mit aller Gewalt zur Durchsetzung verdammte Laurentiusstraße schließ endlich ein Chaos verursachen soll, das die Autofahrer von dieser Straße fern hält. Wo geht’s danach im gleichen Muster weiter?

    Gegen alle möglichen Widerstände – sie sind oben aufgeführt – wird hier einem Prinzip gefolgt, das niemals das eigene Ziel erreichen wird: Autos von der Straße, Fahrräder überall Vorfahrt. Auf diese Weise wird das Vorhaben, das Verkehrschaos zu heilen, zum Selbstzweck und kaum die Akzeptanz der meisten Verkehrsteilnehmer erreichen. Und bekanntlich kehrt sich ein Prinzip, wenn es zu 100% ausgeführt werden soll, ins Gegenteil!

    Wer nicht den Gesamtverkehr im Auge behält, dafür aber trotz unserer Topographie, den vielen Müttern und Vätern mit Kindern, dem Anteil alter Menschen und solcher mit Behinderung, den teils unzumutbaren Investitionen für E-Räder, den Auswirkungen des inzwischen chaotischen Wetters und dem nicht vorhandenen Platz in vielen Straßen alle Menschen auf 2 Rädern sehen will, der hat seine Urteilskraft längst zugunsten zweirädriger Fortbewegungsmittel und damit verbundener Probleme verloren. Der ADFC ist da kein guter Berater, er übersieht die Gesamtverkehrslage völlig.