Foto: Symbolbild. Ri Butov auf Pixabay

In der Veranstaltungsserie zu 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland stehen jetzt zwei Vorträge auf dem Programm, die jüdische Schicksale im Rheinland behandeln. Im Himmel un Ääd gibt es dazu auch eine kleine Ausstellung.

Zwei Vorträge über unterschiedliche jüdische Schicksale im Rheinland erzählen in der ersten Juniwoche über jüdische Biographien in Schildgen und das Leben der Familie Klaber in Bonn.

Der Weg eines jüdischen Kölner Jungen zum Kennedy-Fotografen

Der dritte Abend des DiskussionsFORUMs lenkt den Blick auf das Lokale – Achim Rieks thematisiert in seinem Vortrag „Jüdische Biographien in Schildgen“. So berichtet er von Jascha Lülsdorf, aus dem der Kennedy-Fotograf Jaques Lowe wird.

Auf dem herrschaftlichen Hoverhof in Schildgen lebt Dr. Paul Silverberg, einer der bedeutendsten deutschen Unternehmer seiner Zeit und Freund Konrad Adenauers. Medizinalrat Dr. Erich Deutsch wird 1944 nach Theresienstadt deportiert und ermordet. Als „Gerechte unter den Völkern“ werden Auguste und Dr. Fritz Fuchs geehrt.

Jüdische Biographien in Schildgen
Vortrag von Achim Rieks
Dienstag 1.6. um 19:30 Uhr, per Zoom
Anmeldung: Forum Ostwest
In Kooperation mit dem Ökumenischen Begegnungscafé Himmel un Ääd in Schildgen

Begleitende Ausstellung „Der Kennedy-Fotograf Jacques Lowe

Eine Schildgener Freundschaft war lebensrettend für einen jüdischen Kölner Jungen“. Der Vortrag von Achim Rieks gibt gleichzeitig einen Ausblick auf die begleitende Ausstellung im Ökumenischen Begegnungscafé Himmel un Ääd mit dem Titel „Der Kennedy-Fotograf Jacques Lowe. 

Die Ausstellung beleuchtet den Lebensweg des in Köln groß gewordenen Jascha Lülsdorf. Ende der 1940er Jahre wandert dieser nach Amerika aus, nannte sich fortan Jacques Lowe und wurde als Fotograf berühmt. Er begleitete John F. Kennedy während dessen Wahlkampagne und späterer Präsidentschaft, wurde dabei ein Freund der Kennedy-Familie und ging in deren Wohnsitzen wie auch im Weißen Haus ein und aus.

Kuratiert wurde die Ausstellung des Himmel un Ääd e. V. von Ulli Poggel, Redakteur der ehemaligen Stadtteilzeitung „Dorfplatz“.

Der Kennedy-Fotograf Jacques Lowe
15. Juni bis einschließlich 10. Juli
dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr / samstags von 9 bis 13 Uhr
Begegnungscafé Himmel und Ääd, Schildgen

Eine schicksalhafte Geschichte einer jüdischen Familie aus dem Rheinland

Der vierte Abend des DiskussionsFORUMS widmet sich der bewegenden Geschichte einer jüdischen Familie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In ihrem Vortrag berichtet Astrid Mehmel von dem Schicksal der Familie Klaber aus dem Rheinland. Die Enkelin Margot Epstein wird 1921 geboren und wächst in Bonn auf.

Bei ihrer Flucht im Jahr 1939 nach Großbritannien und weiter in die USA konnte sie viele persönliche Fotos der Familie retten. Darüber hinaus erhielt Margot Epstein noch bis 1942 Briefe von ihrer Mutter und Familienangehörigen, die im besetzten Polen lebten.

Die Klabers. Geschichte einer jüdischen Familie aus dem Rheinland
Vortrag von Astrid Mehmel
Mittwoch, 02.06. um 19.30 Uhr,
Digitales Format per Zoom
Anmeldung und weitere Informationen unter Forum Ostwest

Ihre Biographie als Beispiel zeigt, wie viele Menschen jüdischen Glaubens unter der NS-Herrschaft ihrer bürgerlichen Rechte beraubt, ausgegrenzt und verfolgt wurden. Die meisten Mitglieder der Familie Klaber wurden deportiert und ermordet, nur wenige überlebten.

Weitere Beiträge zum Thema:

Global und lokal: Forum Ostwest thematisiert jüdisches Leben

In diesem Jahr werden 1.700 Jahre jüdisches Leben in ganz Deutschland gewürdigt (#2021JLID). Mit der Veranstaltungsreihe Forum Ostwest richten auch der Kreis und das Katholische Bildungswerk den Fokus auf dieses wichtige Thema. Das Programm ist breit gefächert und zoomt von globalen Themen hinein in lokale Geschichten. Dabei ergibt sich auch eine gute Gelegenheit, um mehr…

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.