Foto: Ursula Völkner

Erich Deutsch hatte zuletzt in Bergisch Gladbach gelebt und wurde vom NS-Regime im KZ Theresienstadt ermordet. An seinem Wohnort in Schildgen stellt der Ganey-Tikva-Verein eine Stele des Künstlers Helmut Brands auf – und will damit den Impuls zu weiteren Mahnmalen geben.

Die Stele zum Andenken der vom NS-Regime Ermordeten soll am 14. Juli um 19 Uhr am „Stolperstein“ an der Altenberger-Dom-Str. 128 Schildgen enthüllt werden, teilt der Ganey-Tikva-Verein mit. Damit gebe er dem Gedenken an den Bürger Bergisch Gladbachs und Opfer des NS-Terrors Dr. Erich Deutsch einen neuen Impuls.

Am Tag der Enthüllung vor 144 Jahren wurde Deutsch geboren und 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt umgebracht. Die von Helmut Brands geschaffene Stele ermögliche den Bürgern eine Begegnung auf Augenhöhe mit Erich Deutsch.

Das Projekt sei langfristig angelegt und träge den Namen Chassiva, hebräisch für „Enthüllung“. Der Verein hoffe, dass es auch für die anderen vom Nazi-Regime ermordeten Bürger Unterstützung für weitere Stelen geben wird.

Helmut Brands, der die Stele gestaltet hat, hatte bereits 2016 in Kooperation mit dem Ganey-Tikva-Verein die Skulptur Jachad für die israelische Partnerstadt Ganey Tikva erschaffen.

Neben Ursula Völkner, der Enkelin von Dr. Deutsch, hat Jürgen Wilhelm von der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit seine Teilnahme zugesagt. „Es ist gesellschaftspolitisch wichtig, dass das Gedenken an während der Nazizeit ermordete Bürger Bergisch Gladbachs aufrechterhalten wird. Die Aktion des Ganey-Tikva-Vereins trägt dazu in großartiger Weise bei,“ erklärt Wilhelm.

Weitere Teilnehmer sind Götz Tewes vom Gymnasium Odenthal, Diakon Meinolf Sprink, und Bürgermeister Frank Stein. Den musikalischen Rahmen gestaltet Roman Salyutov mit Solisten des Yachad Chamber Orchestra. Die Enthüllung beginnt um 19 Uhr.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. „Ein Mensch ist vergessen, wenn sein Name vergessen wird“- sagt Gunter Demnig. Leider, viele Menschen, die ermordet wurden, haben keine Zeichen, kein Stolperstein. Aber Stolperstein zu legen- es ist auch ein symbolischen Tat, es ist wenigsten, was wir machen können, um Erinnerung an Millionen ermordeten Menschen zurückzugeben.
    Ich finde, dass der Verein ein dickes Dankeschön verdient!

  2. Ein sehr wichtiges und des Themas würdiges Projekt, und wir Musiker fühlen uns geehrt, den musikalischen Rahmen gestalten zu dürfen. Wichtig ist dabei, dass auch in seinen laufenden Projekten und Aktivitäten, die den Themenbereich Judentum und Israel betreffen, der Verein inhaltlich fundiert auftritt und nicht an seiner Motivation und Gesinnung zweifeln lässt, was seine Ausübung der Erinnerungskultur wirklich glaubwürdig und wertvoll macht. Danke an alle Mitstreiter für diesen gelungenen Beitrag!