Ein Stolperstein erinnert an Gertrud Stockhausen

Acht Stolpersteine erinnern in Bergisch Gladbach an acht Personen, die von den Nazis verschleppt und ermordet wurden. Auf Initiative des Ganey-Tikva-Vereins wollen nun Künstler einen neuen Impuls zum Gedenken an die NS-Opfer geben und besondere Portraits dieser Menschen schaffen. Den Auftakt macht Helmut Brands.

Seit 2008 wurden im Stadtgebiet von Bergisch Gladbach acht Stolpersteine verlegt. Der Ganey-Tikva-Verein gibt dem Gedenken an die ehemaligen Bürger Bergisch Gladbachs und Opfer des NS-Terrors einen neuen Impuls: Künstler werden in den kommenden Jahren besondere Portraits dieser Menschen schaffen. Diese werden jeweils am 27.1. bzw. am 9.11. mit öffentlichen Gedenkfeiern für die Person enthüllt. Das Projekt, das langfristig angelegt ist, trägt den Namen Chashiva, hebräisch für „Enthüllung“

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Das erste Portrait für Dr. Erich Deutsch, der 1944 aus Bergisch Gladbach nach Theresienstadt deportiert wurde, wird der renommierte Künstler Helmut Brands, der 2016 in Kooperation mit dem Ganey-Tikva-Verein die Skulptur Jachad für die israelische Partnerstadt Ganey Tikva erschaffen hat, anfertigen.

Die Gedenkfeier mit Enthüllung wird coronabedingt nicht am 27. Januar, sondern am 14. Juli, dem Geburtstag von Dr. Deutsch, begangen. Die Pfarreiengemeinschaft Bergisch Gladbach–West und die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. unterstützen diese Initiative des Ganey-Tikva-Vereins.

SchülerInnen des Gymnasiums Odenthal und der IGP haben zur Verlegung des Stolpersteins und der Errichtung der Gedenktafel in Odenthal das Leben von Dr. Deutsch sehr detailliert recherchiert. Im Rahmen der Enthüllungsfeierlichkeiten am 14.7.2021 wird erneut an Dr. Deutsch erinnert.

Der musikalische Rahmen wird durch Dr. Roman Salyutov und Solisten des Yachad Chamber Orchestra gestaltet.

Petra Hemming, Vorsitzende des Ganey-Tikva-Vereins freut sich über die Unterstützung der Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V. Dazu Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, Vorsitzender der Gesellschaft: „Es ist gesellschaftspolitisch wichtig, dass das Gedenken an während der Nazizeit ermordete Bürger Bergisch Gladbachs aufrechterhalten wird. Die Aktion des Ganey-Tikva-Vereins trägt dazu in großartiger Weise bei.“

Ganey-Tikva-Verein

Der Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Ganey Tikva – Bergisch Gladbach e.V. ist zu erreichen über die Vorsitzende Petra Hemming, per Mail: petra.hemming@gmail.com

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3 Kommentare

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  1. Und bitte nicht nur den Antisemitismus der Rechtsextremen besprechen, sondern auch den in Teilen der Linken sowie in muslimischen Gesellschaftsteilen.

    Das Thema ist zu wichtig, als da den üblichen “Kampf gegen Rechts” in den Vordergrund zu stellen.

    https://www.juedische-allgemeine.de/juedische-welt/die-angst-geht-um-2/

    “Die Ergebnisse zeigen auch, dass Judenhass nicht mehr überwiegend vom rechten Rand der Gesellschaft kommt. Die Teilnehmer nannten als häufigste Tätergruppen radikale Muslime (30 Prozent), gefolgt von Menschen aus dem linken politischen Spektrum (21 Prozent), Arbeits- oder Schulkollegen (16 Prozent), Menschen aus dem Bekanntenkreis (15 Prozent) und erst dann Personen mit rechtsextremen Ansichten (13 Prozent)”

    Anstatt sich also nur auf einen kleinen Teil der Täter zu konzentrieren, sollte man sich voll auf die Opfer konzentrieren und sie vor allen Tätern schützen.

    Eine Frau Merkel, die Tausende Migranten ins Land holt und ein Bundespräsident, der dem Mullahregime Iran gratuliert sollten sich da an die eigene Nase fassen und überlegen, welchen Bärendienst sie den jüdische Mitbürger damit erweisen.

  2. Bitte (vor allem) auch VERSTÄRKT in die Schulen gehen und als Schutzwall gegen Rassismus, Antisemitismus und Lügen aufklären. Nicht als bloße Pflichtübung, sondern um Empathie und Zivilcourage zu fördern.
    PS Gruß und Dank auch gerade an diesem Tag an Philomena Franz , an in-gl/Herrn Watzlawek und alle aktiven Aufklärer

  3. Ein sehr wichtiges Projekt – gerade im Sinne der Aufarbeitung der lokalen Geschichte.