Ein Armband mit QR-Code als Eintrittskarte: Lorent IT-Chef Maximilian Lorent demonstriert den „LOLA CoronaPass". Foto: Stadt Bergisch Gladbach

Die Inzidenz ist auch in Bergisch Gladbach auf einem sehr niedrigen Niveau, der Bedarf an Corona-Tests ist deutlich zurückgegangen. Daher hat die Stadtverwaltung ihr digitales Pilotprojekt, mit dem sie Testergebnisse per Armbändchen ausgegeben hatte, nach sieben Wochen beendet. Nach eigener Einschätzung war das Projekt ein Erfolg, aus verschiedenen Gründen.

Die Inzidenzen sinken, die Einschränkungen sind gelockert, Test- und Impfnachweise werden nur noch in wenigen Einzelfällen gefordert. Zeit für den LOLA-Corona-Pass, eine wohlverdiente Pause einzulegen und auf erfolgreiche sieben Wochen zurückzublicken, die den Bergisch Gladbacher Bürgerinnen und Bürgern den Zutritt

„Bergisch Gladbach macht’s einfach – mit dem LOLA Corona-Pass“ – unter diesem launigen Slogan hatte der Krisenstab der Stadt Bergisch Gladbach gemeinsam mit dem Wuppertaler Unternehmen Lorent kurzfristig ein Modell entwickelt und auf den Markt gebracht, das den Bürger:innen den Zugang zu Geschäften, Dienstleistungen und Gastronomie erleichtern sollte.

Zudem wollte das Digitalisierungsteam unter Leitung des Beigeordneten Thore Eggert Erfahrungen sammeln, mit der agilen Entwicklung von bürgernahen Softwarelösungen. Zwei Ziele, die nach Einschätzung der Stadtverwaltung gelungen sind.

„Der Lola Corona-Pass hat den Bergisch Gladbachern ein Stück Freiheit gebracht, schon lange bevor die Inzidenzen sanken und die Regelungen gelockert wurden,“ bilanziert Eggert.

Der Corona-Pass in Form eines Armbandes, das ohne Registrierung persönlicher Daten auskommt und über eine einfache Scanfunktion Aufschluss über erfolgte Testungen und Impfungen gibt, ist insgesamt 6.206-mal ausgegeben worden, berichtet die Stadt jetzt. Gespeichert waren darauf überwiegend Testergebnisse, aber auch geimpfte Personen fragten den Corona-Pass nach – genau 663-mal. Eine Abfrage der Testergebnisse – z.B. beim Eintritt in ein Geschäft oder ein Restaurant – fand mehr als 25.000-mal statt. 

Eggert ist sicher: „Die Nachfrage hätte sich noch stärker entwickelt, wenn die Inzidenzen – glücklicherweise – sich nicht so schnell nach unten bewegt hätten und ein Testnachweises damit immer weniger notwendig wurde.“  

Die Mehrzahl der Testzentren im Stadtgebiet hatte sich bereit erklärt, den Lola Corona-Pass neben ihren hauseigenen Testbestätigungen anzubieten; auch viele Einzelhändler, Dienstleister und insbesondere Gastronomen trugen das Projekt mit.

Der lokalen Wirtschaft eine Hilfestellung zu geben war eines der wichtigsten Ziele. Der Zutritt sein an vielen Stellen einfacher gemacht worden, was für die Gewerbetreibenden und insbesondere die Gastronomen von großem Nutzen gewesen sei.

Darüber hinaus habe die Zusammenarbeit der Stadt mit dem IT-Dienstleister für beide Seiten viele neue Erkenntnisse gebracht.

Maximilian Lorent, Geschäftsführer von Lorent IT-Lösungen, der den Pass als Pilotprojekt für die Stadt Bergisch Gladbach weitgehend kostenfrei entwickelt hatte, erhielt dank der breiten Berichterstattung Anfragen vieler weiterer Kommunen. „Durch das Pilotprojekt in Bergisch Gladbach halten wir nun eine Service in der Hand, der nicht nur im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie nützlich ist, sondern der bereits jetzt von vielen Stellen dort angefragt wird, wo ohne Erfassung personenbezogener Daten beliebige Informationen einzelnen Personen zugeordnet  werden sollen.“ 

Eine Seminargruppe der FHDW Bergisch Gladbach war der Frage nachgegangen, welche Zusatznutzen auf der Grundlage der Lola-Software möglich sind. Sowohl ein Belohnungs- und Anreizsystem für Bändchenträger als auch ein Zusatzmodul zur Marktforschung wurden von den Studierenden konzipiert.

Lola selbst wurde nun in den vorläufigen Ruhestand geschickt; könnte aber jederzeit reaktiviert werden. Eine Perspektive, die die Stadt gerne ausschließen würde, sagt Eggert: „Eine vierte Corona-Welle möge der Himmel verhüten.“

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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