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Zur Nicht-Eröffnung der Laurentiuskirmes haben Vertreter der Schausteller an die besondere Bedeutung der Kirmes als Volksfest für alle erinnert, ein entschiedenes Handeln der Politik eingefordert und ein Versprechen abgegeben: 2022 finden die Pfingst- und die Laurentiuskirmes in Bergisch Gladbach wieder statt.

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Eigentlich hätte die Laurentiuskirmes an diesem Samstag um 12 Uhr eröffnet werden sollen, mit einem Stelldichein der Honoratioren der Stadt, Freifahrtchips und viel guter Laune. Statt dessen war es ein (fast) normaler Markttag, die Stimmung gedrückt, aber kämpferisch. Denn bereits zum vierten Mal in Folge war die Kirmes in Bergisch Gladbach abgesagt worden.

Foto: Thomas Merkenich

Dennoch hatten sich die Vertreter von Stadt und Kreis, Politik und Kirche sowie mehr als 100 Bergisch Gladbacher:innen vor der Laurentiuskirche eingefunden, wo Hubert Markmann mit seiner Wellershaus Orgel von 1892 und Manfred Sistig aus Schildgen mit seinen historischen Holzwohnwagen wenigstens ein wenig Kirmesstimmung verbreiteten.

Burkhardt Unrau, Geschäftsführer des Schaustellerverbands Bergisch Gladbach hatte zu diesem Termin eingeladen. Zwar wurde am Ende der Opfer von Corona, des Hochwassers und aller Toten des vergangenen Jahres mit einer Schweigeminute gedacht. Aber es war alles andere als eine Gedenkveranstaltung.

Foto: Thomas Merkenich

Unrau erinnerte in einer leidenschaftlichen Ansprache, welche Bedeutung das „Kulturgut Kirmes“ für die Menschen und für die Gesellschaft insgesamt habe. Als Treffpunkt über alles Altersgruppen und Schichten hinweg, als Nahrung für alle Sinne.

Der Kirmes-Macher bedankte sich bei den vielen Unterstützern in der lokalen Gesellschaft, von denen viele unter den Zuhörer:innen waren – und forderte: „2022 müssen wir unbedingt zur alten Normalität zurück kommen, die Kirmes muss wieder in ihrer alten Form stattfinden“. Er werde die Pfingstkirmes im nächsten Jahr auf jeden Fall eröffnen, bekräftigte Unrau, „und wenn ich dafür in den Knast gehe“.

Foto: Thomas Merkenich

Bürgermeister Frank Stein würdigte Unrau Statement, der frank und frei das Leid beklage, dann aber die Ärmel hoch krempele und nach vorne schaue. Auch ihm sei die Kirmes, bei der alle willkommen seien, die für alle ein Angebot habe, eine sehr wichtige Tradition, betont Stein. Dabei stehe nicht der Kommerz im Mittelpunkt, sondern „dass die Menschen zusammen kommen.

Sie können alle Fotos mit einem Klick vergrößern. Fotos: Thomas Merkenich

Er stimme mit Unrau überein, sagte Stein, dass eine Kirmes hinter Zäunen, unter Corona-Bedingungen, diesen Anspruch nicht erfülle und daher auch keine Sinn mache. 2022 müsse es aber mit der Kirmes weitergehen. Wer dazu beitragen wolle, der solle sich impfen lassen. „Für 2022 peilen wir ganz sicher die Pfingstkirmes an“, so der Bürgermeister.

Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. Foto: Thomas Merkenich

Eine Kirmes anzupeilen, das war für Albert Ritter, dem Präsident des deutschen Schaustellerbundes, zu wenig. Er äußerte Zweifel der Schausteller, ob es die Politiker wirklich ernst meinten mit dem Ziel, durch das Impfen eine Herdenimmunität zu erreichen. Wenn das das Ziel sei, dann müsse alles getan werden, um es so schnell wie möglich zu erreichen.

Ein Blick zurück: Das Riesenrad auf der Kirmes 2019. Foto: Thomas Merkenich

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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