NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Eine völlig neue Corona-Schutzverordnung tritt am 20. August in NRW in Kraft, mit der das bisherige Inzidenz-Stufenmodell durch eine weitgehende 3G-Regel abgelöst wird. Die meisten Einschränkungen und Regeln fallen weg; bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens stehen ab einer Inzidenz von 35 aber nur noch Menschen offen, die geimpft, genesen oder getestet sind.

Die neue Verordnung sei damit geprägt „von dem Grundsatz, dass Geimpften und Genesenen grundsätzlich alle Einrichtungen und Angebote wieder offenstehen“, erläuterte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann

Von den bisherigen Schutzmaßnahmen bleibe nur wenig übrig: die verbindliche Maskenpflicht in Innenräumen und an anderen infektionskritischen Orten sowie eine Testpflicht für nicht geimpfte oder genesene Personen bei Veranstaltungen in Innenräumen (3G).

Kapazitätsbeschränkungen für Kultur- und andere Veranstaltungen tauchen in der neuen Corona-Schutzverordnung (Dokumentation siehe unten) nicht mehr auf. Das gilt auch für die Pflicht zur Kontaktnachverfolgung, zum Beispiel in der Gastronomie.

Die 3G-Regel gilt ab einer Inzidenz von 35 für die Innengastronomie, für Hotelübernachtungen, beim Sport in Hallen, bei Veranstaltungen in Innenräumen, für körpernahe Dienstleistungen und für Großveranstaltungen im Freien ab 1000 Personen. Beim Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen gilt 3G immer, auch unterhalb einer Inzidenz von 35.

Für Clubs, Diskotheken und sonstige Tanzveranstaltungen brauchen Nicht-Geimpfte/-Genesene einen negativen PCR-Test.

Abstands- und Hygieneregeln gelten weiter, ebenso die Maskenpflicht in Innenräumen, in Geschäften und im ÖPNV.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Quelle: Gesundheitsministerium NRW

Inzidenzwert: Es gibt nur noch einen Inzidenzwert, der das Greifen von strengeren Maßnahmen auslöst, den Inzidenzwert 35. Andere Inzidenzwerte aus vorherigen Fassungen der Corona-Schutzverordnung und damit auch die vier bisherigen Inzidenzstufen entfallen. Da der Wert von 35 landesweit aktuell erreicht ist, greifen die Regelungen ab Freitag, 20. August 2021, einheitlich in ganz Nordrhein-Westfalen.

3G-Nachweis: Mit Blick auf steigende Infektionszahlen sieht die Corona-Schutzverordnung ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 für alle Personen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, eine Pflicht zur Vorlage eines negativen Antigen-Schnelltests oder eines negativen PCR-Tests vor, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Diese Regel gilt für folgende Bereiche:

  • Veranstaltungen in Innenräumen (zusätzlich Hygienekonzept)
  • Sport in Innenräumen
  • Innengastronomie
  • körpernahe Dienstleistungen
  • Beherbergung
  • Großveranstaltungen im Freien (ab 1.000 Personen)

 Außerdem gilt die Regel gemäß dem Beschluss der Bund-Länder-Beratungen auch für Bereiche mit besonders hohem Risiko für Mehrfachansteckungen, also in Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen sowie bei Tanzveranstaltungen einschließlich privaten Feiern mit Tanz. Hier muss allerdings ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, ein Antigen-Schnelltest ist nicht ausreichend. Gleiches gilt bei sexuellen Dienstleistungen.

Für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe und Unterkünfte für Geflüchtete sowie stationären Einrichtungen der Sozialhilfe gilt die 3G-Regel generell, also nicht erst ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35.

Schulpflichtige Kinder und Jugendliche gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen. Sie brauchen dort, wo die 3G-Regel gilt, lediglich ihren Schülerausweis vorzulegen. Kinder bis zum Schuleintritt sind ohne Vornahme eines Coronatests getesteten Personen gleichgestellt.

Zur Erläuterung: 3G = Geimpft, genesen, getestet.  

Maskenpflicht: Es besteht weiterhin unabhängig von Inzidenz-Werten und für alle Personen die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske im öffentlichen Personennahverkehr, im Handel, in Innenräumen mit Publikumsverkehr, in Warteschlangen und an Verkaufsständen sowie bei Großveranstaltungen im Freien (außer am Sitzplatz).

Die AHA-Regeln gelten ansonsten generell weiterhin als Empfehlung, bestimmte Lüftungs- und Hygieneregeln sind in Einrichtungen mit Besucher- oder Kundenverkehr verpflichtend umzusetzen.

Dokumentation: Die neue Coronaschutzverordnung

Dokumentation: Hygiene-Regeln

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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