Die Altenberger-Dom-Straße im Zentrum von Schildgen. Foto: Thomas Merkenich

Bei der Umgestaltung der Altenberger-Dom-Straße und der Neuordnung der Verkehrsbeziehungen in Schildgen befürwortet die CDU-Fraktion Augenmaß und einen intensiven Dialog mit der Bürgerschaft. Dabei geht es nicht zuletzt um die Parkplätze und um einen sicheren Schulweg.

Die Umgestaltung der Altenberger-Dom-Straße in Schildgen sollte nach Meinung des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Harald Henkel, mit Augenmaß erfolgen. „Was kürzlich bei einer Info-Veranstaltung von dem beauftragten Aachener Büro MWM an Maßnahmen vorgeschlagen wurde, muss nun ergebnisoffen mit den Bürgerinnen und Bürgern besprochen werden können“, betont Henkel, der den Wahlbezirk Schildgen im Rat der Stadt vertritt. Im August waren die Anwohner der Altenberger-Dom-Straße informiert worden.

Bei der umstrittenen Parkplatz-Frage sollten vor allem die Geschäftsleute angehört werden. „Solange keine Alternativen vorhanden sind, ist nicht nur für mich der Parkraum im Zentrum Schildgens alternativlos“, hebt Henkel hervor. An dem bisherigen Vorgehen der Verkehrsplaner gebe es in Schildgen deutliche Kritik, die ernst zu nehmen sei. 

Harald Henkel. Foto: Manfred Esser
Harald Henkel. Foto: Manfred Esser

Henkel weiter: „Die Umgestaltung kann nur gelingen, wenn die Planungen in einer Atmosphäre des Vertrauens durchgeführt werden. Die Vorstellung, gegebenenfalls auf Parkflächen auf dem Herz-Jesu-Kirchengelände, die für Kirchenbesucher angelegt sind und zudem auch allen Parksuchenden im öffentlichen Bereich zur Verfügung stehen, aufzugeben, ist eine unangebrachte Vorgehensweise.“

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Text handelt es sich um einen Beitrag der CDU-Fraktion. Für die kommende Sitzung des Ausschusses für strategische Stadtentwicklung und Mobilität am 14.9. fasst die Stadtverwaltung den aktuellen Sachstand zusammen, sie können ihn hier nachlesen:

Mehr Sicherheit für die Radfahrer und Radfahrerinnen entlang der Altenberger-Dom-Straße sei ein wichtiges Ziel. „Letztlich ist das aber nur über ein positives Miteinander aller Verkehrsbeteiligte zu erreichen“, unterstreicht Henkel, der auch Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Schildgen/Katterbach ist. „Wir müssen es schaffen, die verschiedenen Interessen zu bündeln, um  Lösungen zu finden, die gleichrangig angelegt sind“, fügt er hinzu.

Gefährdung des Schulwegs

Als problematisch bewertet Henkel eine im Konzept des Büros MWM vorgesehene Änderung in der Straßenführung. Danach soll der Verkehr aus Richtung Odenthal an der Kreuzung Altenberger-Dom-Straße/Leverkusener Straße/Voiswinkeler Straße nicht mehr links abbiegen dürfen.

Es bliebe nur noch der Fahner Weg als Ausweichstrecke, was nach den Worten Henkels keine akzeptable Lösung ist, weil an dieser Wohnstraße auch die Gemeinschaftsgrundschule angesiedelt sei. Es bestehe sicher Konsens darüber, gerade die Schulwege sicherer zu gestalten. 

Die mitten durch Schildgen führende Altenberger-Dom-Straße sei nun mal eine wichtige Durchgangstraße von Bergisch Gladbach in Richtung Leverkusen und Odenthal, setzt Henkel auf Realismus. Es gebe brauchbare Beispiele, wie durch eine kluge Umgestaltung von vergleichbaren Straßen mit der Optimierung der Radwege mehr Sicherheit und Übersicht erreicht werden könne.

„Übrigens sind die Fachausschüsse der Ort, an dem das Projekt zu diskutieren ist und vorangebracht werden sollte – unter Einbeziehung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Für ideologisch motivierte Vorhaben ist die verkehrliche Situation in Schildgen ungeeignet“, gibt Henkel zu bedenken. 

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11 Kommentare

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  1. Altenberger-Dom-Str., Leverkusener Str. oder die Kempenerstr., sind doch alles Durchgangsstraßen um schneller nach Leverkusen, Köln, Bergisch Gladbach oder Odenthal zu kommen.
    Vorteile, die jeder der in Schildgen wohnt zu schätzen weiß, jedoch findet dies auch viele die von außerhalb kommen gut.
    Eine einfach und schnell umzusetzende Lösung wäre Schildgen zu einer Anliegerzone zu machen.
    Hierdurch würde der Verkehr meiner Meinung nach erheblich reduziert.
    Geschäfte, Ärzte, etc. wären auch für Außenstehende weiter erreichbar.
    Eine Kontrolle könnte durch eine Kennzeichen Überwachung erfolgen.
    Indem man davon ausgeht, dass man um ein Anliegen zu haben z.B. 15 min braucht um die Anliegerzone wieder zu verlassen.
    Gelder, die durch Verstöße eingenommen würden, sollten dann auch in Schildgen bleiben und unseren Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen zugutekommen.

  2. Wir haben einen Sohn der täglich über die Leverkusener Straße geht, um zur Bushaltestelle auf der Altenberger-Dom-Straße zu kommen. Schulweg kann man das nicht nennen. Der Weg ist für Kinder lebensgefährlich. Die LKWs, inklusive Schwerlastverkehr, rasen in einem Abstand von wenigen cm an den Kindern vorbei.
    Als zwölfjähriger ist mein Sohn eigentlich verpflichtet mit dem Fahrrad auf der Straße zu fahren. Das ganze kommt aber eher einem Selbstmordkommando gleich. Er traut sich verständlicherweise bis heute nicht die Leverkusener Straße auf der Straße zu befahren und nutzt nur den Bürgersteig. Selbst das ist, wie vorhin schon erwähnt, nur unwesentlich ungefährlicher.
    Selbst für Erwachsene ist eine Zumutung hier mit dem Fahrrad zu fahren. Man wird weggehupt, der Abstand beim Überholmanöver reduziert sich auf eine Handbreite etc.
    Den Verkehr zu reduzieren oder die LKWs wegzulassen ist ja noch das eine aber viel wichtiger ist die Sicherheit für Kinder und Fahrradfahrer.
    Es gleicht einem Wunder, dass hier noch nicht mehr passiert ist.

  3. Seit 23 Jahren wohne ich inn Schildgen auf der Leverkusener Straße. Der Verkehr ist in den letzten drei Jahren enorm angestiegen. Für mich sorgt ein sicherer Schulweg dafür, dass Kinder mit dem Fahrrad auf der Straße fahren können, um zur Schule zu gelangen.

    Aufgrund des Verkehrs, besonders des Lkw-Aufkommens ist hieran nicht zu denken. Befindet man sich auf dem Bürgersteig zu nahe an der Straße rauschen die Außenspiegel der Lkw’s nur wenige Zentimeter am Kopf vorbei. Eine Querung der Einkaufsläden (Aldi und Netto) bieten eine zusätzliche Gefahr. Die Geschwindigkeit von 50 km/h wird selten eingehalten.

    Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist ggf. und Nachtruhe ist nur noch in der Zeit zwischen 0:00 und 5:00 möglich. Mich würde interessieren, welcher Dezibelzahl Anwohner der Leverkusener Straße täglich ausgesetzt sind. Lärm macht krank!

    Ich bitte inständig um Unterstützung und dass nicht nur die Altenberger-Dom Straße unter die Lupe genommen wird.

  4. Der Beitrag lässt mich ziemlich ratlos zurück.
    “Mit Augenmaß”, “ergebnisoffen besprechen”, “positives Miteinander”, “verschiedene Interessen bündeln” – das sind alles wohlklingende, aber komplett inhaltsleere Floskeln.
    Was will die CDU denn nun eigentlich in Schildgen?
    Es ist offensichtlich, dass sich etwas ändern muss, um den Ortskern rund um die Altenberger-Dom-Straße sicherer, ruhiger und menschenfreundlicher zu machen. Wie das konkret aussehen könnte, dazu verliert der Beitrag kein Wort. Schade eigentlich, denn Politik lebt vom Wettstreit unterschiedlicher Ideen.

  5. Bereits im Zusammenhang mit dem neuen FNP war festzustellen, dass die Planungen auf Daten beruhen, die nicht nachvollziehbar oder veraltet waren. Das scheint Methode zu sein. Nun ist im Bericht des MWM auf Seite 28 oben nachzulesen, welche „hochaktuellen“ Daten hier zugrunde gelegt wurden:

    „Die Verkehrsbelastung liegt bei 19.700 bzw. 13.200 KFZ/24h für den DTV 2015°. Der Lkw- Anteil SV beträgt ca.3,0%bzw.3,7%(2008-2010)*.“
    (SV = Schwerlastverkehr?)

    Hier wird also mit Zahlen aus den Jahren 2015 und 2008-2010 gearbeitet!

    Ist das nicht irreführend? Unseriös? Stand das Ergebnis schon fest, weil eine Umleitung des Durchgangsverkehrs gar nicht erwünscht ist?

    Nicht nur ich habe den Eindruck, dass der Gesamtverkehr in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat ( Staus auf der A1 Richtung Leverkusen und deshalb Abfahrt in Burscheid ) und der Anteil an LKW-Verkehr SV ganz erheblich ist, nicht nur 3%.

    Wie schade, dass es wieder einmal Planungen gibt, die eigentlich unbrauchbar sind.

  6. Es wäre schon eine große Erleichterung und Herstellung von Lebensqualität, wenn der andauernde Strom von LKW’s, mal aus Schildgen rausgenommen würde. Die Fenster kann man auf der Leverkusener Straße kaum mehr öffnen, da der Lärm inzwischen unerträglich ist. Zusätzlich kommt der Feinstaub dazu. Wenn oben an der Kreuzung ein oder sogar mehrere LKW’s stehen, haben wir Stau bis unten an die Tankstelle. Selbst Samstags und Sonntags hat man keine Ruhe mehr. Die LKW’s scheppern Sonntags abends in hohem Tempo die Leverkusener Straße runter, ab 4.00 Uhr morgens geht es wieder los.
    Für alle Anwohner eine Zumutung.
    Die vor einiger Zeit veröffentlichten Ideen für die Altenberger-Dom-Straße bringen hier gar nichts, nur noch mehr Stau, Lärm und Dreck.

  7. @Eric:
    Der Einkauf für eine fünfköpfige Familie lässt sich sehr wohl mit dem Fahrrad erledigen. Ich praktiziere das seit 2 Jahren. Dafür benutze ich noch nicht einmal ein eBike geschweige denn ein Lastenrad. Es gibt nur zwei Dinge, die mein Mann mit dem Auto besorgen muss: Katzenstreu und Getränkekisten. Mit einem Lastenrad im Haushalt bräuchte er nicht einmal mehr das erledigen.
    Natürlich gibt es Dinge, für die man ein Auto benötigt, aber ob es immer unbedingt ein eigenes sein muss, wage ich zu bezweifeln. Es ist bequem, aber es geht auch anders.

  8. Ich habe den Artikel jetzt mehrfach gelesen und stolpere immer wieder über die gleichen Dinge. Ich schicke dazu voraus, dass ich bei einer der Informationsrunden für die Betroffenen anwesend war (ob Herr Henkel auch das Vergnügen hatte, entzieht sich meiner Kenntnis).
    1. Dass das Einbiegen in die Voiswinkler Straße aus Richtung Odenthal kommend verboten werden soll, ist mir neu. Sowohl im ersten Entwurf von 2020 als auch in der Überarbeitung, die bei dem Treffen vorgestellt wurde ist eine Linksabbiegerspur eingezeichnet. Es wurde überlegt, ob diese separate Spur zugunsten von mehr Raum für andere Verkehrsteilnehmer entfallen könnte, es war aber nie von einem Abbiegeverbot die Rede. Das wäre ja auch völlig absurd nahezu die Hälfte von Schildgen „abzuschneiden“.
    2. „Sichere Schulwege“ sind für mich einer der Hauptgründe die Längsparkplätze abzuschaffen. Der Raum wird benötigt, damit Radfahrer nicht mehr aus Angst auf dem Gehweg fahren und so Fußgänger jeden Alters in Gefahr bringen. Zu Schulstart und -schlusszeiten ist auf der Altenberger-Dom-Straße ein extrem hohes Aufkommen von Fußgängern (dazu zählen offiziell auch Rollerfahrer), die dringend mehr Platz brauchen damit alle sicher voran kommen.
    Viele ältere Schüler fahren mit dem Rad zum GO oder der RO. Diese wären auf einem Radstreifen ohne längsparkende Autos deutlich sicherer unterwegs, als zur Zeit auf einem für Radler freigegebenen Gehweg (btw. eine eindeutige Beschilderung wäre angebracht).
    3. „Wir müssen es schaffen, die verschiedenen Interessen zu bündeln, um Lösungen zu finden, die gleichrangig angelegt sind“: JA BITTE! Gleichrangig bedeutet aber nicht: der fließende Autoverkehr bekommt den Kuchen und alle anderen teilen sich die Krümel. Das ist der derzeitige Zustand. Wenn man den Kuchen gerecht verteilen will, dann muss der Autoverkehr (fließend und ruhend) Raum abgeben. Wir können keinen dazu dichten und auch eine obere Etage ist nicht machbar.
    Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es für Kunden (und die werden ja immer vorgeschoben) in Schildgen ausreichend Parkraum gibt. Und wenn diejenigen, die noch gut zu Fuß sind rücksichtsvoll die etwas weiter entfernten Plätze nutzen, dann bleiben auch genügend Plätze dicht am Geschäft, für diejenigen, die sie dringend brauchen. Es spricht ja niemand davon sämtliche Parkmöglichkeiten im Ort zu streichen (übrigens auch und schon gar nicht vor der Kirche – steht auch so nicht im Plan von MWM).
    4. „Letztlich ist das aber nur über ein positives Miteinander aller Verkehrsbeteiligten zu erreichen“ : Das hört sich für mich so an, als ob ich als Radfahrer weiterhin auf das „Goodwill“ von Autofahrern angewiesen sein werde.
    6. „Für ideologisch motivierte Vorhaben ist die verkehrliche Situation in Schildgen ungeeignet“. Da stimme ich zu. Das gilt aber dann bitte für alle Beteiligten.
    Ich weiß nicht, wann Herr Henkel das letzte mal mit offenen Augen und mit der Fußgänger- bzw. Radfahrerbrille in Schildgen unterwegs war. Wir können gerne zusammen einen Spaziergang und anschließend eine Spazierfahrt machen zu Hauptverkehrszeiten und dann leihe ich Ihnen meine Brille, Herr Henkel.

  9. Es muss was getan werden zum Wohle aller Einwohner in Schildgen und es reicht nicht sich punktuell auf prestigeträchtige Projekte zu stürzen. Dies inkludiert auch eine breite Bürgerbeteiligung und keine Konzentration auf diewerse Lobbyverbände. Der Wegfall von Parkplätzen gefährdet auch unsere Nahversorgung, nicht jeder möchte billig bei den Grossdiscountern kaufen und lieber Geschäfte mit Qualitativ teilweise hochwertigerem und lokalem Sortiment aufsuchen. Das Thema ältere Mitbürger wurde ja auch schon erwähnt. Desweiteren haben die meisten Fahrradfahrer auch ein Auto und würden es denke ich nicht komplett abschaffen. Versuchen sie mal einen 5 Familieneinkauf per Lastrad, das funktioniert nicht wirklich. Durch den Wegfall würde der Parkdruck weiter in die Wohnnebenstrassen verdrengt, was dort die Lebensqualität für Alle verringert. Ich kann nur Zustimmen das der weitaus grösste Teil der Probleme aus dem Durchgangs/Berufsverkehr inklusive grosser LKWs resultiert. Hier ist meiner Meinung der Ansatzpunkt auch zum Wohle des Klimas. Wir brauchen mehr Schiene, welche die Anbindung an viele kleinere Verteilzentren darstellt, von wo die Waren dann mit kleinen LKWs (Wasserstoff getrieben) in die lokalen Märkte, Geschäfte, Verbraucher geliefert werden, also zB. in unserer Region die Reaktivierung des Güterbahnhofs als Umschlagsplatz mit Nah-Verteilung in Bergisch Gladbach, da ja dort ein Neubau des Stadthaus wohl nicht erfolgt. Gleiches mit Schienenanbindung über die alte Bahntrasse in Bensberg. Wir benötigen ein Fahrverbot grosser LKWs in Ballungszentren. Bauliche Veränderungen, die es unatraktiv macht für den Durchgangsverkehr/LKWs. Dann würden auch einfachere Fahrradstreifen usw. reichen und Parkplätze erhalten bleiben können, da aus meiner Erfahrung die meisten Probleme zwischen Autos, LKWs und Radfahrern aus dem Durchgangsverkehr jeglicher Art resultieren (durch Zeitdruch usw.)

  10. Es ist schon lange offensichtlich, dass die Altenberger Dom Strasse in Schildgen den Verkehr nicht verkraften kann. Ich habe beim Lesen der verschiedenen Vorschläge, insbesondere auch des Vorschlags des MWM leider nichts gefunden, was den Verkehr verringert.

    Wer den Berufsverkehr einmal auch nach Kennzeichen beobachtet, wird feststellen, dass ein großer Anteil den Stau auf der Autobahn A1 Richtung Leverkusener Kreuz vermeidet und nicht etwa über die Bergische Landstrasse, sondern über Odenthal und Schildgen ausweicht. Die Temporegelung zwischen Altenberg und Odenthal ( 70 und 100 ) und zwischen Odenthal und Schildgen ( 70 und 100 ) trägt sicher erheblich dazu bei. Warum auf derart kurzen Strecken keine durchgehende Begrenzung ausserhalb der Ortschaften auf maximal 70 kmh mit eingefügten Kreisverkehren
    ( wie etwa in unseren Nachbarländern ) besteht, erschließt sich nicht. Jedenfalls ist diese aktuelle Lage ein hinreichender Anreiz, den Weg über Odenthal und Schildgen zu nehmen. Da könnte man sich auch einmal mit der Gemeinde Odenthal abstimmen, deren Interessenlage wahrscheinlich ähnlich ist. Zur Vermeidung dieses Verkehrs ist den Planungen nichts zu entnehmen.

    Durch den Wegfall der Parkflächen in Schildgen soll sich der Einkaufsverkehr verringern, sodaß der Durchgangsverkehr beschleunigt durch die Ortsmitte geleitet wird. Auch bei Tempo 30 wird Schildgen dann zu einem reinen Durchgangs-Ort bei gleichzeitigem Absterben der anliegenden Geschäfte. Die Altersstruktur der Bewohner zeigt, dass nicht jeder mit dem Fahrrad fahren kann – Parkplätze müssen also weiterhin vorhanden sein.

    Ich meide als Radfahrer auch die Schildgener Ortsmitte, weil es zu gefährlich ist, wenn ich nicht den Bürgersteig von der Schlebuscher Strasse bis zur Voiswinkeler Strasse nutze. Insoweit ist ein Konzept zugunsten der Radfahrer wichtig. Dass die Planer dabei stillschweigend von einer Enteignung der anliegenden Hauseigentümer ausgehen, finde ich sehr überraschend. In den Niederlanden gibt es Mittelstreifen für Radfahrer – wäre ja auch eine Lösung.

    Die Planung des MWM schließt mit dem Bemerken, dass ein Planfeststellungsverfahren nicht erforderlich werde, weil die Maßnahme dafür zu klein sei. Wie schön, dass dadurch eine Bürgerbeteiligung/ Anhörung / Einwendung nach § 73 Abs. 4 VwVfG vermieden werden kann.

    Ich hatte mir mehr versprochen von dem Aufwand, den die Gemeinde durch Einschaltung dreier Planungsbüros betrieben hat.

    Noch zu: Harald Henkel „ Übrigens sind die Fachausschüsse der Ort, an dem das Projekt zu diskutieren ist und vorangebracht werden sollte – unter Einbeziehung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger.“
    Eine Beteiligung der Bürger müsste alle Schildgener Bewohner einbeziehen und nicht nur an die „betroffenen“, denn damit sind nach der Planung nur die unmittelbaren Anlieger gemeint.

  11. Mich würde ja mal interessieren, ob eine Verkehrszählung durchgeführt wurde. Wenn ich mit dem Rad oder Roller in Schildgen unterwegs bin, meide ich den Ortskern immer dann, wenn es möglich ist und nutze die Nebenstraßen. Ist da wirklich so viel Radverkehr?