Neun weitere Todesfälle als Folge einer Corona-Infektion hat das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises heute bestätigt. Diese Fälle hatten sich bereits vor (vielen) Monaten ereignet – doch erst jetzt erfuhr die Kreisverwaltung davon.

Grundsätzlich wartet das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises auf den offizielle Totenschein mit detaillierten Angaben zur Todesursache, bevor es Todesfälle als „Corona-Tote“ wertet und öffentlich macht. Das dauert mitunter einige Wochen, sollte jedoch nicht – wie im April schon einmal geschehen – Monate dauern.

Dennoch ist genau das jetzt erneut passiert. Nachdem die offizielle Zahl der Corona-Toten in Rhein-Berg viele Wochen lang unverändert bei 180 stand, meldete das Landeszentrum Gesundheit heute früh auf einen Schlag neun weitere Tote. Aus den Details geht hervor, dass es sich dabei um Fälle handelt, die zum Teil viele Monate zurück liegen, einer stammt sogar aus dem Vorjahr.

Kritik an Nachbarkommune

Grund dafür sei eine verspätete Weitergabe der Informationen eines anderen Gesundheitsamtes aus einer benachbarten Kommune, erläutert Birgit Bär, Sprecherin der Kreisverwaltung Rhein-Berg. Bei den Betroffenen handelt es sich um Bürger:innen aus Rhein-Berg, die in Krankenhäusern der Nachbarkommune behandelt worden waren und dort verstarben.

Die Totenscheine habe das (namentlich nicht genannte) Gesundheitsamt erst jetzt in einem Bündel nach Bergisch Gladbach weiter geleitet. Eine Praxis, über die die Kreisverwaltung sehr unglücklich ist und auch deutlich beanstandet hat, sagt Bär. In den sogenannten Chaos-Tagen im eigenen Kreishaus im Frühjahr hatte es bereits einmal sehr lange Verzögerungen gegeben; seither hatte der Kreis seine Meldungen und Statistiken jedoch sehr viel besser im Griff.

Seit Beginn der Pandemie sind im Rheinisch-Bergischen Kreis 189 Corona-Tote erfasst worden. Grafik: LZG NRW

Bei den neu gemeldeten Fälle handelt es sich um sechs Personen aus Leichlingen zwischen 70 und 100 Jahren, davon fünf ohne Vorerkrankungen. Hinzu kommen eine über 70-jährige Person aus Bergisch Gladbach ohne Vorerkrankungen, eine über 60-jährige Person aus Bergisch Gladbach mit Vorerkrankungen sowie eine über 80-jährige Person aus Rösrath mit Vorerkrankungen.

Einer der Fälle hatte sich bereits 2020 ereignet; die betroffene Person war daher nicht geimpft. Bei den anderen acht Fällen waren nach Angaben der Kreisverwaltung drei vollständig, eine Person einmal und zwei Personen nicht geimpft.


Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.