Die Altenberger-Dom-Straße in Schildgen. Foto: Thomas Merkenich

Die CDU-Fraktion im Stadtrat macht Druck auf eine starke Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer in Bergisch Gladbach. Allerdings nach ihren eigenen Vorstellungen, die deutlich von denen des Ampel-Bündnisses abweichen. Die CDU legt ein eigenes Fahrrad-Verkehrskonzept vor, das 18 konkrete Vorschläge enthält. Drei dieser Projekte bringt die Fraktion bereits in Form von Anträgen in den zuständigen Ausschuss ein.

Die Verkehrswende in der Stau- und Lärm-geplagten Stadt Bergisch Gladbach steht auf der Prioritätenliste der Verwaltung und der meisten lokalen Parteien ganz oben, ist im Stadtrat aber immer wieder Anlass für hitzige und kontroverse Debatten. Nachdem die Ampel-Koalition einzelne Projekte wie die Umwandlung der Laurentiusstraße zur Radstraße angeschoben hatte legt jetzt die CDU ein ebenso umfassendes wie konkretes Radverkehrskonzept vor.

Das sechsseitige Konzept (siehe Dokumention unten) steht unter der Überschrift „Den Radverkehr optimieren“. Da es von der Feststellung ausgeht, dass „der öffentliche Straßenraum nicht mehr nennenswert erweiterbar ist“ geht es im Kern jedoch um eine Optimierung des Gesamtverkehrs – in dem neben den Radfahrern, Fußgängern und ÖPNV auch die Autofahrer und der Schwerlastverkehr ihren Platz haben. Nicht zuletzt, weil viele Ortsteile ländlich geprägt seien.

Ziel sei es, „mit Augenmaß für das Vernünftige und Umsetzbare den Raum für das Fahrrad zu schaffen, der seiner gestiegenen Verkehrsbedeutung zukommt, und das Radfahren in unserer Stadt attraktiver und sicherer zu machen. Jeder Gladbacher und jede Gladbacherin sollen das Fahrrad künftig ganz selbstverständlich als Alltagsverkehrsmittel verwenden können.“

Ein hoher Anspruch, denn auch die CDU beurteilt den aktuellen Zustand des Radwegenetzes als schlecht. Sowohl, was die eigentliche Radwege als auch die Streckenführung angeht.

Grundsätzlich fordert die CDU von der Stadtverwaltung „eine systematische Radverkehrsförderung im Einklang mit dem motorisierten Verkehr und dem Fußgängerverkehr auszuarbeiten und umzusetzen“. Dazu gehöre neben der Infrastruktur, auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit und eine gute Kommunikation – „die das Miteinander aller am Verkehr Beteiligten pflegt, nicht aber das Gegeneinander provoziert“.

Konkret benennt die CDU-Fraktion 18 Maßnahmen:

  1. Radfahrer wissen am ehesten, welche konkreten Maßnahmen sinnvoll sind. Sie sollen daher zukünftig bei uns einen unmittelbaren Ansprechpartner für ihre Belange haben. Deshalb hat die CDU-Fraktion mit Robert Martin Kraus einen Radfahrerbeauftragten ernannt – als direkter Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger.
  2. Das bereits bestehende Radwegenetz verlangt hohe Investitionen, um es wieder funktionsfähig zu machen.
  3. Es werden direkte Verbindungen mit Vorrang- und Nebenrouten angeboten. Entsprechende Fahrradnetze müssen in Bergisch Gladbach geschaffen bzw. ergänzt werden.
  4. Die Vorrangrouten folgen in der Regel den Hauptverkehrsstraßen, sofern dies unproblematisch möglich ist. Hier müssen entsprechende Ein- und Ausfädelmöglichkeiten angebracht werden, die bislang vielfach fehlen. An Kreuzungen werden an Stopp-Stellen (z.B. Ampeln) ausgeweitete Radaufstellstreifen auf der Fahrbahn geschaffen.
  5. Sofern die Streckenführung entlang der Hauptverkehrsstraßen nicht möglich ist bzw. es zu erheblichen Einschränkungen für sonstige Verkehrsteilnehmer kommt, werden Nebenrouten ausgeschildert.
  6. Hochbordradwege werden fachgerecht unter Einhaltung der DIN-Norm saniert. Laternen und Ampeln haben auf Radwegen nichts zu suchen. Dort, wo die Funktion Rad- und Gehweg (siehe Abbildung) zulässig ist, wird sie benutzungspflichtig.
  7. Schutzstreifen auf der Fahrbahn sollen nur dann zum Einsatz kommen, wenn bauliche Radverkehrsanlagen oder Radfahrstreifen nicht umsetzbar sind. Sinkkästen oder Gullys sind der Fahrbahnebene anzupassen.
  8. Radfahrstreifen, die – wo möglich – über die Mindestmaße der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) hinausgehen, werden attraktiv und sicher gestaltet. Werden Radfahrstreifen z.B. durch Poller-Reihen geschützt, vermitteln sie Sicherheit und erhöhen das Sicherheitsempfinden sowie die Attraktivität des Radverkehrs. Geschützte Radstreifen sollen Radfahrern das gegenseitige Überholen ermöglichen und sollen zu einer Regellösung weiterentwickelt werden.
  9. Fahrradstraßen können an einzelnen Stellen in der Stadt sinnvoll sein. Sie weisen die Nutzung eines Verkehrsweges vorrangig den Radfahrern zu. Andere Verkehrsteilnehmer müssen besonders rücksichtsvoll sein. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren.
  10. Die Wegweisung für den Radverkehr muss durchgängig, einheitlich, informativ und gut lesbar sein.
  11. Radabstellanlagen sollen im öffentlichen Raum und bei Geschäfts-, Büro- und Gewerbebauten bedarfsorientiert und sicher errichtet werden. Sie müssen in ausreichendem Maße witterungsgeschützt und absperrbar sein. Barrierefreie Zugänge und gute Auffindbarkeit durch sichtbare Beschilderung stellen wichtige Erfolgskriterien für Radabstellanlagen dar.
  12. Weitere Radstationen – wie das mittlerweile erfolgreiche Beispiel in der Stadtmitte – sollen im Falle einer entsprechenden Nachfrage in Bensberg und Refrath errichtet werden.
  13. An Bergisch Gladbacher Schulen wird jährlich einFahrradtag in Kooperation mit der Stadt, der Polizei und lokalen Akteuren durchgeführt.
  14. Radwege aus dem Radroutennetz sind zu beleuchten.
  15. Alle Rad-/Gehwege werden regelmäßig auf die Verkehrssicherheit überprüft und instandgehalten.
  16. Alle Infrastrukturmaßnahmen für den Radverkehr werden kontinuierlich anhand objektiver Kennzahlen überprüft.
  17. VerbotswidrigesParkenaufRadwegensollverstärktsanktioniertwerden.
  18. Alle städtischen Radabstellanlagen an Schulen, Dienstgebäuden und Sporteinrichtungen sollen zeit- und bedarfsgemäß ausgestattet sein.

Ein besonderes Augenmerk legt die CDU auf die Streckenführung – woraus die Fraktion erste konkrete, lokalisierbare Vorschläge ableitet.

Alternative zur Budde- und Steinstraße

Da Radwege entlang der Budde- und Steinstraße in Bensberg zu erheblichen Beeinträchtigungen der Radverkehrssicherheit und zu unvertretbaren Beschränkungen des PKW- und LKW-Verkehrs führten, müsse für den Radverkehr eine sichere Route über Nebenstraßen errichtet werden, von Lückerath nach Bensberg (siehe unten, Antrag 2).

Fahrradstraßen in Schildgen, Refrath und der Innenstadt

Die Umwandlung der Laurentiusstraße lehnt die CDU bekanntermaßen ab, als grüne Symbolpolitik in einer nicht geeigneten Straße. Als Alternative zu diesem Projekt solle der Radverkehr über die Buchmühle und entlang der Strunde auf die Odenthaler Straße geleitet werden, schlägt das Radverkehrskonzept vor.

Nach Ansicht der CDU-Fraktion bieten sich dagegen der Concordiaweg in Schildgen, die Siegenstraße in Refrath und die untere Hauptstraße in der Innenstadt als mögliche Fahrradstraßen an; das solle die Stadtverwaltung prüfen.

Peter-Bürling-Platz in Refrath freigeben

Um die Radverkehrsrouten in Refrath zu verbessern, solle der Peter-Bürling-Platz für den Radverkehr im Schritttempo freigegeben werden, fordert die CDU weiter.

Drei Anträge für den ASM

Die CDU-Fraktion hat zudem bereits drei Anträge an den Ausschuss für strategische Stadtentwicklung und Mobilität formuliert. Sie sehen im einzelnen vor:

Antrag1: „Die Verwaltung wird beauftragt, einen Zustandsbericht über alle Fahrradwege und Radstreifen zu erstellen. Auf dieser Basis soll ein Umsetzungsplan mit festem Zeitrahmen vorgelegt werden, um mit der Sanierung der bestehenden Radwege beginnen zu können. Die Sanierungsmaßnahmen sollen spätestens Mitte 2022 zeitgleich an mehreren Stellen beginnen.“

Antrag 2: Die Verwaltung wird beauftragt, folgende Fahrradroute von Lückerath nach Bensberg durch entsprechende Markierungen und Beschilderungen einzurichten: Bensberger Straße – Lückerather Weg – Saaler Straße – Karl-Philipp-Straße – Max-Joseph-Straße – Graf-Adolph-Straße – eine zu schaffende Radquerung über die Kölner Straße – entlang der Gleise der KVB – Freiheit – Ferdinand-Stucker-Straße – Kaule – Kauler Straße – Busbahnhof Bensberg.
Die Verwaltung wird beauftrag, einen beidseitig befahrbaren Fahrradweg von der Odenthaler Straße bis zur Innenstadt als Alternative für die auch rechtlich umstrittene Fahrradstraße entlang der Laurentiusstraße einzurichten.

 Antrag 3: Die Verwaltung erhält den Auftrag zu prüfen,

  • ob es geeignet ist, den Concordiaweg im Ortsteil Schildgen als Fahrradstraße einzurichten;
  • ob es geeignet ist, die Siegenstraße in Refrath/Lustheide für in eine Fahrradstraße umzuwidmen;
  • ob es geeignet ist, die untere Hauptstraße im Innenstadt-Bereich als Fahrradstraße einzurichten.
  • ob der Peter-Bürling-Platz in Refrath für den Radverkehr im Schritttempo freizugeben ist.

Die Verwaltung wird beauftragt, eine Überprüfung vorzunehmen, wo Radabstellanlagen vor öffentlichen Gebäuden und im öffentlichen Raum aufzustellen sind, weil sie fehlen oder veraltet sind.“

Langer Atem

Die CDU räumt ein, dass für die Umsetzung aller Vorschläge ein langer Atem notwendig sei. Sie sei gewillt, dieses Konzept zum Maßstab des eigenen Handelns zu machen – und lädt die Bürger:innen sowie alle demokratischen Parteien ein, dabei mitzuwirken. Kritik sei ebenso willkommen wie eine aktive Unterstützung.

Dokumentation: Das Radverkehrskonzept der CDU

Dokumentation: Die drei Anträge im Wortlaut

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

23 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Da beantragt die CDU doch tatsächlich „Die Verwaltung wird beauftragt, einen Zustandsbericht über alle Fahrradwege und Radstreifen zu erstellen.“

    Das wäre in der Tat mal eine Maßnahme! Aber wenn man die verkehrspolitische Verordnungslage kennen und sich um ihre laufende Durchsetzung bemühen würde, müsste man das gar nicht erst beantragen.

    In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) heißt es in RN 56 zu § 45 StVO, dass die Straßenverkehrsbehörden „besonders darauf zu achten [haben], daß die (…) Verkehrseinrichtungen (…) sich in gutem Zustand befinden“.

    Und in RN57 heißt es weiter: „Alle zwei Jahre haben die Straßenverkehrsbehörden zu diesem Zweck eine umfassende Verkehrsschau vorzunehmen, auf Straßen von erheblicher Verkehrsbedeutung und überall dort, wo nicht selten Unfälle vorkommen, alljährlich, erforderlichenfalls auch bei Nacht. An den Verkehrsschauen haben sich die Polizei und die Straßenbaubehörden zu beteiligen; auch die Träger der Straßenbaulast, die öffentlichen Verkehrsunternehmen und ortsfremde Sachkundige aus Kreisen der Verkehrsteilnehmer sind dazu einzuladen.“

    Und schließlich ebenfalls in RN 57: „Über die Durchführung der Verkehrsschau ist eine Niederschrift zu fertigen.“

    Das, was die CDU da fordert, muss ohnehin alle ein bis zwei Jahre stattfinden und dokumentiert werden. Und das nicht nur für Radwege, sondern für alle Verkehrseinrichtungen. Deshalb die Preisfragen: Wann, wo und in welchem Rhythmus haben in Bergisch Gladbach in der Vergangenheit derartige Verkehrsschauen stattgefunden? Wann ist die nächste terminiert? Wer hat ein eventuelles Unterbleiben in der Vergangenheit zu verantworten?

  2. „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ (Victor Hugo)

    Nun ist also selbst in der Gladbacher CDU radeln angesagt; eins rauf CDU ! Daß da abgeschrieben wurde und Statements von gestern einfach mal „umgedacht“ werden ist für mich ok, es geht um die Sache.

    Auch der hier schon mehrfach kritisierte Vorschlag – Radfahrer von Hauptverkehrsadern abzuleiten – ist durchaus sinnvoll: wir wollen ja nicht mit dem MIV kämpfen, sondern am Besten „Luftlinie“ durch die grüne Hölle der Stadt radeln. (MIV=Motorisierter Individual Verkehr= zu viele Autos, falls der Begriff noch unbekannt ist).

    So, das geht vielerorts schon ganz gut (nicht hier ;-))

    Da bedarf es z.B. Großzügigkeit; also bestimmte Routen werden den Radfahrern von den Autofahren überlassen, dafür sind die dann mal „weg“. win-win Situation!! Innerstädtisch geht das nicht, da müssen wir strikt Tempo 30 fordern, um ein gerechtes Miteinander zu erreichen (für das sportliche Projekt Laurentiusstraße schlage ich sogar Tempo 20 vor, dann kann das funktionieren).

    Hört sich utopisch an ? Ja, ist es auch ! Aber aus Sicht eines VielRadfahrers muß ich sagen: Es werden immer mehr und diese E-Bikes sind sehr schnell; da ist die Infrastruktur jetzt schon überfordert. Und versuchen Sie mal, einen Radfahrer zu „erziehen“, keine Chance, die fühlen sich halt als die besseren Verkehrsteilnehmer.

    Ist ja auch was dran, oder ?

    Ach so, meinen Dank an die vielen konstruktiven Kommentare hier – ich hoffe das Portal wächst weiter und wird fleißig weiterempfohlen – und auch an die CDU ein aufrichtiges „weiter so!“

  3. Ach Herr Havermann,

    ich habe mich schlau gemacht und nachdem ich meine Rechtsauffassung der Stadt Bergisch Gladbach dargelegt habe, hat diese ihre Ausschilderungen entsprechend korrigiert.
    Auch die Stadt Köln konnte entsprechenden Argumenten meinerseits in Dellbrück und Holweide folgen.

  4. Es gibt mehr als 100 gute Gründe für Radfahrende (das gilt besonders für Gruppen) die Fahrbahn für sich zu nutzen. Mit etwas Geduld und Respekt lassen sich diese auch ohne ein peinliches Hupkonzert oder Motoraufheulen zügig überholen. Läuft bei einem Traktor oder Moped ja auch nicht anders ab oder?

  5. Sie haben meine Worte nicht falsch verstanden, Herr Müller, sie verdrehen sie nur. Die Dolmanstraße besitzt beidseits Radwege, auf der PKWs nichts zu suchen haben – auch nicht zum Parken. Wenn ich nun fordere, dass Radfahrer dann auch auf den vorhandenen Radwegen, wie sie sonst überall gefordert werden, fahren sollen, dann ist das nichts weiter als Vernunft und Ihre Formulierung Wort-Spielerei. Mehr noch!

    Die Radwegbenutzungspflicht ist keinesfalls aufgehoben, sobald ein Radwege mit dem Schild Nr. 237 gekennzeichnet ist: Weißes Rad auf blauem Grund. Kennen Sie als Radfahrer bestimmt, wollen ihm aber nicht folgen und schwadronieren davon, Radfahrer in jedem Fall auf den für sie auch zulässigen Straßen, hier trotz Radwegen, gefälligst fahren zu lassen.

    Machen Sie sich schlau, bevor Sie Behauptungen aufstellen, die unwahr sind!

  6. @Rolf Havermann

    Sie bekommen einen Hals, wenn Radfahrer gleichberechtig auf für sie zugelassenen Wegen unterwegs sind? – Ist das, das aufeinander zugehen von dem Sie reden?

    Die allgemeine Radwegbenutzungspflicht (von den Nazis zur Förderung des Kraftverkehrs) wurde übrigens abgeschafft, da kein Sicherheitsgewinn durch Radwege nachgewiesen werden konnte und sie in der Regel Wege verlängern und mehr Fahrbahnquerungen verlangen. Hinzu kommt die Problematik der Rechtsabbieger – ich bin selber schon an der Bernhard-Eyberg-Str. von einer solchen „abgeschossen“ worden. Die Dame wollte noch nicht einmals auf die Polizei warten und wollte dann noch behaupten, ich sei ihr ins Auto gefahren, übrigens mit dem Hinterrad in ihrer vordere Stoßstange.

    Sollte man Benutzungspflichten wieder zum Gesetz machen, so sollten zumindest die Mindesmaße für eine Freigabe als Radweg gegeben sein. – Da Sie ja schon zuvor nach Rechtsgrundlagen zu Punkt 6 fragten: für einen getrennten Rad-/Gehweg in eine Fahrtrichtung, sind 1,5m für den Radweg und 2.5m für den Gehweg Pflicht!
    An dee Dolmanstr. würde das zumindest den Wegfall aller Längsparkplätz, dem Abriss der Steinbreche, sowie die Enteignung diverser Vorgärten bedeuten.

    Meist fahre ich aber nur am Wochenende durch Refrath, dort ist dann auf der Fahrbahn praktisch nie etwas los, so dass ein Radfahrer auch nicht stört, im Berufsverkehr steht man eher mit den Autofahrern im Stau.

  7. Es ist erfreulich, dass die CDU das Thema Radverkehr aufnimmt. Als persönliche Reaktion eines Grünen-Ratsmitgliedes (& und mutiger Radfahrer – bis nach Köln ins Landgericht) folgende Hinweise:

    1) Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer unterschreibe ich auch (ich bin uA dafür, Einkaufs“straßen“ den Fußgängern zu überlassen) – jedoch ist zu berücksichtigen, wie das in der Vergangenheit gehandhabt wurde: Autoverkehr hatte Vorfahrt (zB: an Einmündungen sollen die Radfahrer einen Bogen fahren, damit das Auto in Ruhe einbiegen kann) – da besteht erheblicher Aufholbedarf (ich lese aus Leitsatz 2 Zustimmung).

    2) Wir (die Ampel) sind angetreten, das 2016 vom damaligen Rat verabschiedete Mobilitätskonzept (MoBiK 2030) endlich umzusetzen – und mussten feststellen, dass eine Umsetzung an fehlenden Bauleitern scheitert (die Abteilung Verkehrswege muss die Planungen umsetzen – und hat derzeit nur einen halben Bauleiter, braucht aber vier) – in der Zeit des Nothaushalts hatten Ratsmehrheit (CDU durchgängig) und Verwaltungsspitze (Urbach) dort alles kaputtgespart – der Personal-Aufbau ist sehr schwierig.

    3) Ich warne davor (so Leitsatz 1) noch ein weiteres Gremium aufzubauen: schon jetzt erfolgen die Ampel-Vorschläge in enger Abstimmung mit den Radfahrern (ADFC, Provelo, CM). Wir Ratsleute sind dafür gewählt, die verschiedenen Ideen und Wünsche zu kanalisieren (und wir Grünen hatten ein eigenes Kapital Mobilität für den Kommunalwahlkampf veröffentlicht!) – die Verwaltung wird zusätzlich in ihrer Arbeit blockiert, wenn jeder dort seine Ideen persönlich vorträgt u beurteilen läßt.

    Vor diesem Hintergrund wäre es schön, wenn es eine Zusammenarbeit bei dieser Kanalisation über die Fraktionsgrenzen hinweg – unter Beteiligung der interessierten Kreise – geben könnte.

    4) einzelne Streckenvorschläge sind durchaus interessant: Ich arbeite ja an der Odenthaler Str. und bin die letzten Monate – wir müssen ja häufig ins Bensberger Rathaus – mit dem „Normalrad“ genau den beschriebenen Weg von Lückerath entlang der Stadtbahn und dann (allerdings nicht über die Kaule, sondern auf der anderen Seite) zum Bahnhof Bensberg geradelt. Mit dem E-Bike ist allerdings die Saaler Straße zur Schloßstraße direkter und schneller.

    Die Laurentiusstraße ist als Radverbindung jedoch von entscheidender Bedeutung für die Radler aus Kaule, Rommerscheid und Hebborn-Ost (Hebborner Feld). Sie führt über den Turbokreisel nach Bensberg/Heidkamp/Lückerath – verknüpft über die Paffrather/Kempener Straße nach Schildgen /Leverkusen und leitet über die Gohrsmühle nach Gronau/Refrath – und zum Bahndamm.

    Der Widerstand gegen die Öffnung der Laurentiusstr. für Radler im Gegenverkehr wird bekanntlich von einem Immobilienmakler orchestriert – dessen Besucher brauchen jedoch keine Einkäufe nach Hause zu transportieren; seine Kunden könnten gut mit dem Rad zu ihm kommen (zudem sollte er sich mögliche Verkaufsobjekte „vor Ort“ anschauen.). Anwohner haben uns wiederholt ermuntert, den Radverkehr dort zu stärken.

    Letztlich: die Entscheidungen hierzu sind nach langen Diskussionen getroffen worden; das Thema ist durch und hat lange genug viel Zeit „gefressen“ – jetzt muss erst einmal abgewartet werden, wie die Radler die Straße nutzen.

  8. Ach, man fährt auf der Fahrbahn, obwohl beidseitige Radwege vorhanden sind? Ich bekomme schon einen Hals, wenn sich einzelne Rennradfahrer, schlimmer noch im Pulk, erlaubterweise auf der Fahrbahn bewegen. Ich weiß nicht, ob Sie, Frau oder Herr Hubbel, dazu gehören. Jedenfalls ist es aberwitzig, auf Fahrbahnen Rad zu fahren, wenn sich nebenan an Radwege befinden. Gerade auf solchen Straßen sollte es Radweg-Benutzungspflicht per Gesetz geben.

    Viele Straßen sollen fahrradaffin werden und der Autofahrer wird überall zum Buhmann erklärt. Aber Radfahrer halten sich mindestens genauso oft an keine Regeln wie viele Autofahrer. Ohne ein Aufeinander zugehen wird dieser gordiscshe knoten nicht zu lösen sein.

    Und hier stolz zu berichten, man fahre auf der Dolmanstraße trotz Radwege auf der Fahrbahn, ist wahrlich konterkarierend!

  9. @T.Hubbel
    Danke für den Hinweis, ich habe ehrlicherweise noch nie auf solche Verkehrschilder geachtet. Andererseits habe ich auch noch nie auf Radfahrer auf der Fahrbahn (interessanterweise wird der Begriff Fahrbahn in der StVO nicht definiert) geachtet. Möglicherweise gibt es so ein Schild ab dem Ortsausgang? Das wäre eine Erklärung, warum ab dem Ortsausgang der Radweg geräumt war. Der starke PWK Verkehr auf der Dolmanstr. hält mich ehrlich gesagt davon ab, auf der Fahrbahn zu fahren. Andererseits gibt es auch Probleme beim Fahren auf dem Radweg, meist durch zu weit vorgefahrene PKW, die auf eine Möglichkeit zum Abbiegen warten. Rechtsabbieger (insbesondere natürlich LKW) sind eine andere bekannte Gefahr. Insofern ist es vielleicht trügerisch, sich auf dem Radweg sicherer zu fühlen. Trotzdem würde ich es als notwendig ansehen, den Radweg bei Matsch und Schnee zu räumen. Es sollte bei einer neuen Radverkehrspolitik auch darum gehen, zögerlichen Menschen die Entscheidung zum Radfahren zu erleichtern. Kurzfristig sehe ich keine großen Zahlen von z.B. Kindern, Fahrern mit Kindersitz, bisherigen Gelegenheitsradfahrern, Senioren auf der Fahrbahn der Dolmanstr. radeln.

  10. @Christian-Andreas:
    An welcher Stelle gibt es an der Dolmanstraße eine Radwegbenutzungspflicht? Ich fahre regelmäßig mit dem Rad von Refrath nach Bergisch Gladbach und zurück, und immer auf der Fahrbahn, einfach weil ich es kann. Es gibt kein einziges Zeichen 237,240,241.

  11. Bei aller Kritik möchte ich auch das Positive hervorheben: Die CDU befasst sich endlich mit dem Thema Radverkehr und sagt deutlich, dass Fahrräder ’normale‘ Verkehrsmittel sind.

    Die Forderungen werden dann allerdings dieser Feststellung nur ansatzweise gerecht; vielmehr klingt durch, dass Radfahrende auf Strecken (= Umwege) geschickt werden sollen, wo sie den motorisierten Verkehr nicht ’stören‘ oder ihm gar Platz wegnehmen. Eine ziemlich altmodische Sichtweise…

    Sanierung von Radwegen, Beleuchtung, Ausschilderung, sichere(!) Abstellanlagen, ein Fahrradtag an Schulen – das sind gute Punkte, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, es aber in GL leider nicht sind. Hochbordradwege DIN-gerecht sanieren – wie das z.B. in der Odenthaler oder Bensberger Straße gehen soll, müsste mir jemensch erklären. „Benutzungspflicht“ ist dann wieder eine Idee aus der Mottenkiste der 60er, die angesichts der zunehmenden Zahl von Lastenrädern und Fahrradanhängern schon rein technisch nicht mehr praktikabel ist.

    Dass grundsätzlich die Einrichtung von Fahrradstraßen befürwortet wird, ist ebenfalls positiv – aber bitte dort, wo es tatsächlich etwas bringt: Der Corcordiaweg hat keine Verbindungsfunktion für den Radverkehr, und die Siegenstraße ist ohnehin extrem ruhig. Wenn die CDU eine ‚Alternative‘ zur Buddestraße ausbauen möchte, dann bitte ernsthaft und nicht nur ein paar weiße Striche: Lückerather Weg, Karl-Theodor-/ Graf-Adolf-Straße und Kaule/ Gartenstraße sind prädestiniert dazu, Fahrradstraßen zu werden!

    Untere Hauptstraße, ein Drama in n+1 Akten… Eine „Fahrradstraße“, durch die etliche Buslinien fahren und die zu schmal ist für entspannten Gegenverkehr, ergibt nur mäßig viel Sinn. Gegenvorschlag: Umwidmung zur verkehrsberuhigten Geschäftsstraße, kein Durchgangsverkehr, nur Busse und Anlieger. Und natürlich deutlich weniger (idealerweise: gar keine) Parkplätze auf der Fahrbahn. Die Untere Hauptstraße wird zur Verlängerung der Fußgängerzone, was die Aufenthaltsqualität steigert und den dortigen Geschäften (und Grundstücksbesitzern) Auftrieb gibt. Wie wär’s?

  12. Die CDU nehme ich dieses „wir wollen uns um die Radfahrer kümmern“ Ding nicht ab, nach jahrelanger Blockade und diversen Ausbremsmanövern bei jedem kleinen Versuch die Radinfrastruktur zu verbessern. Dieser Maßnahmenkatalog ist pure Augenwischerei. Man ließt nur daraus, dass den Automobilinsassen bloß nicht zu unbequem werden soll bei der „Verbesserung der Radinfrastruktur“.

    Wenn die Radinfrastruktur in BGL merkbar verbessert werden soll, kommt man nicht drumherum den Platz auf der Straße neu aufzuteilen – auch wenn die Maßnahmen unpopulär und bei der Bevölkerung fürs erste nicht den größten Zulauf bringen würde – wie in den Städten der Niederlanden der 70er Jahre übrigens auch. Das bedeutet konkret: dem MIV ganze Fahrspuren wegnehmen, Parkplätze in Radwege oder Radabstellanlagen umwindmen, Autofreie Innenstädte durchsetzen, Tempo50 nur in wenigen Ausnahmen, Radschnellrouten einrichten.

    Wenn hier wieder großer Wert auf Einführung von Radwegbenutzungspflichten sugeriert wird und das Verdrängen des Radverkehrs auf Nebenrouten fragt man sich, wen bitte das ermutigen soll aufs Rad zu steigen, wenn BGL weiterhin eine autogerechte Stadt bleibt.

    Die Punkte mit den Abstellanlagen sind gut, aber nichts neues und nichts was die anderen nicht auch fordern oder dabei sind (hoffentlich bald) umzusetzen.

  13. Ich habe eine Vision, das Areal und Gebäude Zanders auf dem Gelände, könnte man für die Stadtverwaltung, Polizei, Feuerwehr, nutzen. In den Hallen soweit die Statik es erlaubt. Zwischengeschosse machen, die Offen sind und in sogenannte Gläserne Büros unterteilt.

    Die Maschinen die nicht verkauft werden können,stehen lassen und als bleibendes Museum werten. Hallen für die Feuerwehr, Rettung usw. sind vorhanden. Statt eines Neubaus, das Geld in dieses Areal investieren.Der Bürger kommt dann gerne zu den Ämtern weil alles offen und hell ist. Es würde sich aus diesen Teil, die Stadtentwicklung positiv auf den Bürger auswirken. Was für eine schöne Stadt wir dann haben.

  14. Ich finde es bemerkenswert, dass die CDU überhaupt solch ein Papier vorlegt und freue mich darüber. Denn ganz ehrlich, den Schubs dazu gegeben, hat sicherlich die veränderte Rolle der CDU nach der Kommunalwahl und die Erkenntnis, dass hier ein Thema ganz dringend angepackt werden muss.

    Ich freue mich also, wenn wir beim Radverkehr im Stadtrat demnächst einmütiger vorankommen.

    Hinweis der Redaktion: Theresia Meinhardt ist Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat

  15. @Michael Funke
    Der Antrag der Grünen zur Unteren Hauptstraße als Fahrradstraße wurde vor 7 oder 8 Jahren massiv torpediert. Rechtlich hatte ich damals dargelegt, warum eine Ausweisung der selben als Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich (T20) rechtlich unbedenklicher und unmittelbar umsetztbar gewesen wäre.
    Meines Wissens hatte das sogar eine Mehrheit gefunden, wurde von der Verwaltung aber nicht weiter verfolgt.
    Die Verwaltung versuchte damals auch über Rechtstricks eine verkehrsrechtliche Änderung zu verhindern, so verwieß darauf, das es sich dort um eine Landesstraße handelt, wo die Stadt nichts selber anordnen dürfe. Auf die kostenneutrale Möglichkeit der Umlegung des Landstraßenverlaufs auf die Kalkstraße musste sie von den Ratsmitgliedern hingewiesen werden.

  16. Aus der Sicht eines Radfahrenden finde ich den Ansatz pauschal betrachtet zuerst einmal positiv und ich freue mich zu sehen, dass das Thema Radverkehr über Fraktions- und Parteigrenzen hinaus zunehmend Fahrt aufnimmt.

    Bei den Details kommen mir aber Bedenken. Ist der ausgeschriebene Rad- und Fußwegbeauftragte der Stadtverwaltung nicht der bessere, da Partei unabhängig und fachlich kompetent, Ansprechpartner für Bürger*innen? Nach welchen Kriterien werden Radwege als „unproblematisch“ erachtet oder „erhebliche Einschränkungen für sonstige Verkehrsteilnehmer“ – meint den MIV? – bewertet, um dann den Radverkehr auf Nebenstrecken zu (verbannen) leiten? Eigentlich gilt doch die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (vgl. VwV StVO zu §§39-43 der StVO Ziffer I Nr. 2)? Mit welchem Ziel und auf Basis welcher konkreten Werte sollen Radinfrastrukturmaßnahmen überprüft werden? Ist es nicht ohne hin so, dass die wenigen nach ERA, StVO, etc. normgerechten Radwege in unserer Stadt benutzungspflichtig sind? Hatte die Stadtverwaltung nicht bereits die durchgängig beidseitige Radverkehrsführung an der Odenthaler bis Hauptstraße im Detail (vertagt zur weiteren Ausarbeitung) beleuchtet und abschlägig beschieden? Wurde nicht bereits in der detaillierten Studie zur Laurentiusstr. durch Verkehrsexperten eine Alternative durch die Buchmühle als nicht geeignet bewertet? Hat man Schildgen nach geeigneten Fahrradstraßen befragt? Als Schildgener freue mich über jede Verkehrsberuhigung im Concordiaweg (z.B. Einbahnstr.) sehe aber persönlich für den Radverkehr dort nur einen untergeordneten Nutzen. Die Vorschläge, die mir bekannt sind heißen „Aehlemaar bis Sträßchen Siefen“ (Kidical Mass) und „Herkenfelder Weg“ (ADFC). War die untere Hauptstr. nicht ursprünglich von der CDU (nach Antrag durch die Grünen) zur Umwidmung abgelehnt worden? Gibt es nicht einen eindeutigen Beschluss zur Buddestraße und der Bedingungen zur Fortführung des Piloten bei dem bereits alle Argumente ausgetauscht wurden?

  17. Nehmen wir es positiv: Die CDU könnte sich von ihrer verkehrspolitischen Blockadepolitik verabschieden. Der Satz „Die CDU räumt ein, dass für die Umsetzung aller Vorschläge ein langer Atem notwendig sei“ ist zentral. War/ist sie es doch federführend, jegliche Ergänzung zum privaten Auto ins Leere laufen zu lassen.
    Hoffen wir, sie ist in der Gegenwart angekommen. Dafür muss sich aber mehr tun als ein Konzept, welches man konsequent über Jahre blockiert hat, abzuschreiben. Es wird sich in den Gremien zeigen. Da muss eine ganz andere Politik seitens der CDU gelebt werden. Hoffen wir für Bergisch Gladbach das Beste.

  18. Wurde zu Punkt 6 schon die entsprechend notwendige Änderung der StVO im Bundesrat oder BMVI beantragt oder mag man BGH-Urteile ignorieren?

  19. @Markus
    Jetzt wo es mir einfällt, bei dem besagten Wintereinbruch war der Radweg zwischen den Ortsschildern Refrath und Gronau tatsächlich geräumt. Ab dem Ortsschild Gronau ging mir durch den Kopf, dass vielleicht ab hier der Kostenträger wechselt.

  20. @Christian-Andreas:
    Punkt 22 finde ich sehr wichtig. Ich bin Radpendler und es ist komplett unverständlich, warum ich morgens um 5 Uhr an jeder Bettelampel stehen bleiben muss um den Knopf zu betätigen.
    Zu Punkt 23 muß ich sagen, es gibt keine Benutzungspflicht, da es in GL faktisch keine Radwege mehr gibt. Die Schilder sind vor einiger Zeit abmontiert und durch „Radfahrer frei“ ersetzt worden (welche teilweise nicht mal gültig sind, weil es sich um ein Zusatzschild handelt und das Hauptschild fehlt), was theoretisch bedeutet: Schrittgeschwindigkeit, nicht klingeln, wenn was passiert ist der Radverkehr schuld. Auf der Straße fahren ist tatsächlich keine Alternative, vor allem auf dem Waldstück Refrather Weg. Ich habe das mal mittags getestet, war nicht spaßig.
    Ergänzen würde ich allgemein noch, dass die Kontaktschleifen an den Ampeln (so vorhanden) versetzt werden müssen, da sie unmittelbar vor dem Haltebalken angebracht sind, was bedeutet, ich muß bis fast zum Stillstand bremsen, da ich ja nicht sicher sein kann, ob tatsächlich grün wird. Besonders unschön ist das auf der Bensberger Str. Ecke Oberheidkamper Str. aus Richtung Bensberg kommend. Man wird vom „Radweg“ auf die Straße geleitet und muß bergauf auf der Straße fahrend wie beschrieben fast zum Stillstand bremsen.
    Und zuletzt muß mehr kontrolliert und sanktioniert werden (sprich: die Regeln auch durchgesetzt werden), und zwar sowohl der Radverkehr als auch der Kraftverkehr. Es hat in den letzten Jahren eine wahre verwahrlosung des Verkehrs stattgefunden, Bergisch Gladbach ist für mich als Radfahrer ein Alptraum und ich versuche es zu umgehen wo es möglich ist. Das spiegelt ja auch der Fahrradklima Test regelmäßig wider. Leider ist das als Ganzjahrespendler zwischen Refrath und Romaney nicht immer machbar.

  21. Ich erkenne viele gute Ansätze.
    Zu den 18 Maßnahmen könnte man noch ergänzen:
    19. Überwucherung von Fuß- und Radwegen angemessen adressieren. Neben der Überwucherung aus privaten Gärten ist leider teilweise auch eine Überwucherung durch öffentliches Grün vorzufinden. In diesem Jahr betraf das z.B. den Radweg entlang der Straße „In der Auen“.
    20. Probleme von Zuständigkeiten überwinden, z.B. bei der Entfernung von Fahrradwracks oder Überwucherungen an Fahrradstellplätzen bei KVB-Haltestellen.
    21. Gibt es Handhabungen, z.B. von Sportvereinen und Gewerbetreibenden die Einrichtung von zahlenmäßig ausreichenden und halbwegs annehmbaren Fahrradstellplätzen zu verlangen? Sofern ja, sollten diese Möglichkeiten konsequent ausgeschöpft werden.
    22. Anforderungsloses Grünlicht an Ampeln für Fußgänger und Radfahrer durchgängig implementieren.
    23. Für die wenigen Tage mit Matsch und Schnee: Winterdienst auch auf Radwegen. So war bei einem Wintereinbruch vor einigen Jahren der sehr wichtige Radweg an der Dolmanstraße nicht geräumt, wodurch die Benutzungspflicht wegfiel. Eine Nutzung der Fahrbahn wird sich hier aber nur ein Radfahrer der kleinen Gruppe „stark und mutig“ trauen.
    Skeptisch bin ich allerdings bezüglich einer Freigabe des Peter-Bürling-Platzes in Refrath, das halte ich für zu gefährlich. Eine Freigabe für Radverkehr im „Schritttempo“ widerspricht sich eigentlich auch selbst. Hier werde ich als Radfahrer weiterhin das Rad schieben und trotzdem im Schritttempo weiterkommen.