Der Arbeitskreis Mobilität im IHK-Wirtschaftsgremium Bergisch Gladbach stimmt mit der Stadt überein, dass der ÖPNV ausgebaut werden muss, um den Berufsverkehr zu entlasten. Der Wirtschaftsverkehr dürfe aber nicht weiter ausgebremst werden, zum Beispiel auf der Buddestraße.
Der notwendige Ausbau des ÖPNV stand bei der ersten Sitzung des neuen Arbeitskreises Mobilität im IHK-Wirtschaftsgremium Bergisch Gladbach ganz oben auf der Tagesordnung: Der ÖPNV muss in der Lage sein, zukünftig weitere Teile des Berufsverkehrs aufzunehmen, um den motorisierten Individualverkehr entlasten zu können, so die Einschätzung des auf Initiative des IHK-Wirtschaftsgremiums Bergisch Gladbach gegründeten Arbeitskreises.
Ragnar Migenda, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Klimaschutz, und Willi Schmitz, Geschäftsführer der Stadtverkehrsgesellschaft Bergisch Gladbach mbH, berichteten über den Ausbau der S 11, die Verlängerung der Linie 18 von Thielenbruch bis Stadtmitte, ferner über die unterschiedlichen Optionen zur Verlängerung der Linie 1 über das Technologiezentrum und Herkenrath bis Kürten-Spitze – von der auch die Kürtener Wirtschaft profitieren würde, die dort ein interkommunales Gewerbegebiet anstrebt.
Stadt und Wirtschaft waren sich einig, dass die Verkehrssituation in Bergisch Gladbach dringend optimiert werden muss: „Die Wirtschaft unterstützt die Mobilitätswende ausdrücklich“, so Fabian Rensch, Vorsitzender des IHK-Wirtschaftsgremiums und Geschäftsführer der DEUTA Group GmbH. „Dabei fordern wir allerdings eine Berücksichtigung aller Verkehrsträger. Insbesondere der Schwerlastverkehr bedarf in unserer Stadt der Akzeptanz, um die wirtschaftliche Entwicklung zu sichern.“
Um die Belange der Wirtschaft auch bei der Mobilitätswende einzubringen, will der Arbeitskreis in Zukunft den Dialog auch mit den politischen Akteuren führen. „Wir begrüßen, dass die Bergisch Gladbacher Politik den Radfahrstreifen auf der Buddestraße einer weiteren Prüfung unterzieht“, sagt Eva Babatz, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg, die den Arbeitskreis und das Wirtschaftsgremium geschäftsführend betreut, nach der jüngsten Entscheidung im Ausschuss für strategische Stadtentwicklung.
„Die Verkehrswende kann nur mit einer ergebnisoffenen Diskussion gelingen. Im Fall der Buddestraße müssen Alternativen gefunden werden, damit der Wirtschaftsverkehr auf dieser Hauptverkehrsstraße nicht zusätzlich ausgebremst wird.“
Natürlich, der IHK Köln und deren Wirtschaftgremien in den Gemeinden – ebenso natürlich von Köln bestimmt – geht es in 1. Linie um den Schwerlastverkehr. Darum soll der ÖPNV stark ausgebaut werden. Letzteres ist richtig, aber aus falscher Motivation. Eine IHK sollte größer denken und sich nicht von Partikularinteressen beeinflussen lassen, was die Kölner seit Jahrzehenten versäumen bzw. praktizieren. Der ihr so wichtige Schwerlastverkahr könnte längst über geeignete Straßen zur Autobahn fahren (A3), würde Kölner Politik im Schulterschluss mit der IHK (oder mit ihr im Schwitzkasten?) nicht die früher bestehenden Möglichkeiten torpediert haben. Nun soll es der ÖPNV richten, damit die LKWs weiter über Bensberger Str., Kölner Str., Dollmannstarße usw. Ihr Unwesen treiben können. Fahrradverkehr – uninteressant, andere Wege für LKWs suchen – lästig, alle Verkehrsteilnehmer gleichbrechtigt behandeln – nicht auf dem Schirm. Man vergisst, dass das „I“ und das „H“ von Menschen betrieben wird und nicht der Selbstzweck der IHK ist.