Gegen die Pläne der Stadt für einen Umbau der Altenberger-Dom-Straße formiert sich Widerstand. Foto: Thomas Merkenich

Die Verkehrsexperten der CDU-Fraktion halten die Planung der Stadtverwaltung für untauglich, die Wegnahme von Parkplätzen gefährde die Nahversorgung im Stadtteil. Zudem mahnt die Fraktion die angekündigte Bürgerbeteiligung an.

Für die CDU-Fraktion zeichnet sich ab, dass das Verkehrskonzept der Verwaltung für Schildgen praxisuntauglich ist und deshalb neu ausgerichtet werden muss. „Die an Schärfe zunehmenden Proteste aus der Anwohnerschaft sowie aus dem Kreis der betroffenen Geschäftsleuten entlang der Altenberger-Dom-Straße und aus dem älterer und behinderter Menschen machen deutlich, dass die konzeptionierten Veränderungen eindeutig an den Bedürfnissen der hier beheimateten Menschen vorbeigehen“, unterstreicht der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Harald Henkel.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag der CDU.

„Wer die wichtigen Parkplätze vor den Geschäften einfach wegnehmen will, gefährdet die für den Ort notwendige Nahversorgung“, mahnt Henkel. Er ist auch Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Schildgen/Katterbach. Von daher sei er über „Stimmung im Ortsteil bestens informiert.“

Henkel erinnert daran, dass das Dreierbündnis von Grünen, SPD und FDP in ihrem Koalitionspapier wortgewaltig angekündigt habe, die Bürgerbeteiligung bei allen anstehenden Maßnahmen zu einem mitbestimmenden Kriterium des politischen Handelns zu machen.

Harald Henkel. Foto: Manfred Esser
Harald Henkel. Foto: Manfred Esser

Der CDU-Politiker wörtlich: „Dieses Versprechen erweist sich zunehmend als eine leere Floskel. Was müssen die Bürgerinnen und Bürger in Schildgen eigentlich noch unternehmen, damit die Ampel-Koalitionäre und die Stadtspitze die Argumente gegen das vorliegende Konzept endlich ernst nehmen? Wer die Grundsteuer B ungeniert um mehr als 28 Prozent-Punkte anhebt und diese Steuerabgabe auch künftig Jahr für Jahr um 50 Prozent-Punkte erhöhen will, sollte zumindest auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Steuerzahlerinnen und -zahler vor Ort eingehen und die Nahversorgungsstruktur erhalten helfen.“

Flüsterasphalt und Realismus 

„Der kompromisslose Ausbau der Fahrradwege kann nicht der Maßstab aller Dinge sein“, betont Henkel. Die Altenberger-Dom-Straße – als wichtiger örtlicher und überörtlicher Verkehrsweg – sei für „die in Bergisch Gladbach um sich greifende Klientelpolitik völlig ungeeignet“.

Realistisch betrachtet, ist hier nach seiner Überzeugung die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer gefragt. Die Ampel und die Verwaltungsspitze sollten bei der Fülle an Versprechungen, die der Umsetzung harrten, nicht nur in Schildgen mehr auf die Bürgerschaft hören, empfiehlt der CDU-Ratsherr.

Henkel weiter: „Mit Bezug auf den Lärmaktionsplan wäre es wichtig, möglichst zeitnah die alte Straßendecke von Rotbroich bis zur Stadtgrenze Köln abzutragen und mit dem normgerechten  Flüsterasphalt zu versehen; das wäre eine Maßnahme, die zu einer spürbaren Minderung an Lärm entlang der Altenberger-Dom-Straße führen würde. Dabei könnten die beidseitigen Fahrradwege ebenso optimiert und neu markiert werden wie die Parkplätze vor den Geschäften, auf die besonders ältere und behinderte Menschen angewiesen sind.“ 

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17 Kommentare

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  1. Es ist doch recht schockierend, wie Herr Henkel für die CDU den Erhalt einiger fragwürdiger Parkplätze gegenüber der Sicherheit von Fahrradfahrern und Kindern auf dem Schulweg vorzieht und den Fahrradverkehr in Schildgen allgemein in Frage stellt. Im Kommunalwahlkampf noch mit ganz viel grünem Image, besinnt sich die CDU nun auf ihre Kernkompetenz als Autofahrer-Partei, die jede kleine Veränderung möglichst aussitzt.
    Zum Thema „Klientel-Politik“:
    Es irritiert, wie häufig in der polarisierten Debatte von „Klientel-Politik der Ampel-Koalition“ gesprochen wird. Auf dem anderen Ohr, wo z.B. 350 Teilnehmer der Kidical Mass [https://in-gl.de/2021/09/21/kidical-mass-endlich-auch-gesetze-fuer-kinder-machen/] im letzten September oder die sehr diversen Beiträge unter diesem und anderen Artikeln reingesprochen haben, scheint Herr Henkel und die CDU scheinbar taub zu sein. Und was ist eigentlich mit den fahrradfahrenden CDU-Wählern? Ist es nicht vielleicht so, dass hier nicht die Ampel eine Klientel-Politik betreibt, sondern eben die CDU die sehr individuellen Interessen eines kleinen Teils ihres vermeintlichen Klientels bedient? Bei dem Bau besserer Fahrradwege geht es schließlich einzig darum, den Verkehrsraum fair und vor allem *sicher* für alle zu gestalten.
    Zum Thema Parkplätze:
    Die Argumente, mit denen für den Erhalt der betroffenen Parkplätze gestritten wird, sind leider alles andere als fundiert. Erfahrungen aus anderen Städten zeigen in den seltensten Fällen, dass der Einzelhandel unter einer Stärkung der Radfahr-Infrastruktur leidet. Generell ist das Gegenteil der Fall, Ausnahmen bilden – leicht nachvollziehbar – Geschäfte mit sperrigen Produkten wie Möbelhäuser oder Gärtnereien. Davon ist mir aber keines in Schildgen bekannt, denn bei Kaspers holt der Kunde seine Markise nicht persönlich ab. Warum soll unser beschauliches Schildgen nun so sehr anders sein als viele Städte in Deutschland, Holland, Österreich und dem übrigen europäischen Ausland?
    Abgesehen davon bieten, bis auf eine handvoll Ausnahmen, *alle* Geschäfte in Schildgen Kundenparkplätze auf ihrer Privatfläche an, sodass sich der Parkdruck auch mit einer marginalen Reduzierung in Grenzen halten wird und vor allem weiterhin Menschen und Kunden jeden Alters und Behinderungsgrades am öffentlichen Leben in Schildgen teilnehmen werden können. Die derzeit plakatierten schwarzmalerischen Slogans entbehren vor diesem Hintergrund leider einer sachlich-objektiven Grundlage.
    Zu guter letzt zum Thema Flüsterasphalt:
    In der Sache zwar richtig, aber in der Argumentation sehr fraglich – erst über die Erhöhung der Grundsteuer schimpfen, im nächsten Satz dann aber als bald möglich den Flüsterasphalt fordern…? Das geht auch wirklich nur aus der Opposition.

  2. Wie wichtig Herrn Henkel die Bürger:innen in Schildgen sind sieht man auch sehr gut daran, dass seine einzige Antwort hier dem politischen Mitbewerber gilt. Aber hinterher dann behaupten, man höre ausschließlich Widerstand gegen die Pläne…

  3. @Gabriele Apicella: Wenn es – nach Ihrer Auffassung – genug Parkplätze gibt, warum ist dann an schönen Frühlings- und Sommertagen ein Radfahren auf der Altenberger-Dom-Straße zwischen Voiswinkeler Straße und Concordiaweg regelmäßig unmöglich bzw. lebensgefährlich? Sicher, das Eiscafé hat meines Wissens Parkplätze auf der anderen Straßenseite, doch diese werden nicht genutzt und die Pkw stehen stets auf dem Gehweg und Radschutzstreifen unmittelbar vor dem Geschäft. Ich hoffe sehr, dass sich die künftigen Verkehrsmaßnahmen auch auf diesen Bereich beziehen.

    1. Aber Ihre Frage haben Sie doch selbst schon beantwortet. Es liegt überwiegend an der Bequemlichkeit/Gedankenlosigkeit/Egoismus der Menschen…

  4. Die Artikel von Hr. Henkel zum wichtigen Thema Verkehr in Schildgen, hier im Bürgerportal, sind nach meinem Empfinden doch immer sehr ähnlich gehalten. Das Motto „wasch mich, aber mach mich nicht nass“ scheint hier passend zu sein. In Anbetracht der letzten Wahl und dem jahrzehntelangen Nichtstun auf diesem Gebiet von Seiten der CDU, würde aus meiner Sicht mehr Demut angebracht sein.

    Da bleibt nur die Hoffnung auf ein Umdenken. Die Belange der Händler sind natürlich zu berücksichtigen, aber Vorrang vor allem sollte doch der Gesundheitsschutz der Anwohner (Schutz vor Lärm und Abgasen) sowie der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer (Fußgänger und Radfahrer) haben.

    Wenn sich einer der nächsten Artikel von Hr. Henkel damit kritisch auseinandersetzen würde, wäre dieses erfreulich. Flüsterasphalt ist ja ganz nett, aber sicher nicht die Lösung des Problems.

    Hier sind zwingend auch unbequeme Maßnahmen zu ergreifen, wie: Tempo 30, mehr Platz für Radfahrer, Umgehungsstraße, Einschränkung des Durchgangverkehrs, insbesondre von LKW´s etc.

  5. Fast jedes Geschäft an der Straße hat einen oder zwei Parkplätze, manchmal hinter dem Geschäft. Es gibt es jeweils 10 Parkplätze vor der Kirche, der Apotheke und der Sparkasse/Edeka.

    Wir haben einen ÖPVN in Schildgen, um den uns fast alle Stadtteile beneiden. Busse alle 20 Min. in die Richtungen Bergisch Gladbach, Köln, Leverkusen und Odenthal. Aus drei Richtungen kann jeder zum Einkaufen „ins Dorf“ fahren.

    Auch mit dem Fahrrad geht es ins Dorfzentrum den Berg hinauf und mit dem Einkauf fast von selbst wieder zurück. Wir haben hier also eine tolle Ausgangslage.

    Deshalb empfinde ich das Pochen des Bürgervereines auf Beibehalten der Parkplätze als einseitig. Der Einzelhandel hat größere Probleme als das Parken aus Bequemlichkeit direkt vor der Eingangstür. Die Parkplätze sollten den wirklich gehbehinderten Menschen vorbehalten sein, nicht der schnellen Bequemlichkeit dienen. Auch die PKW-Fahrer aus Schildgen müssen umlernen, aus Klimaschutzgründen und der Verantwortung für unsere Kinder. Der Wegfall der Parkplätze ist vor allem einer verbesserten Radführung geschuldet.

    Als Radfahrerin möchte ich zum Einkaufen nicht auf Nebenstraßen geleitet werden, sondern sicher und schnell als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmerin behandelt werden. Und das halte ich nicht für Klientel-Politik.

  6. Guten Tag zusammen,

    warum eigentlich keinen Tunnel? Den Verkehr an der Kreuzung Kempener Str. / Katterbacher Straße in einen Tunnel führen Kreuzung nach Schildgen am Wald wieder raus.

    Die Idee kam mir letztens als ich von Heidkamp nach Paffrath wollte und den bestehenden Tunnel genutzt habe, was für einen Umweg hätte ich fahren müssen, wenn wir diesen Tunnel nicht hätten.

    Und ja mir kommen bereits einige Argumente dagegen, Baulärm, Kosten, Umwelt…aber vielleicht sollte man sich auch mit „verrückten“ Ideen beschäftigen.

  7. @Sebastian Werner – ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar an dieser Stelle, der sehr gut neue Aspekte aber auch detailliert auf (zumindest für mich) bekannte Punkte eingeht und diese zusammenfasst. Vielen Dank dafür aus Nittum. 100% Zustimmung.

    @Joerg Krell – vielen Dank für die Stellungnahme aus dem Kreise des Stadtrates und den erneuten Versuch die Zielsetzung der Umgestaltung im Sinne aller Verkehrsteilnehmer zu erläutern bzw. die Kritik der CDU zu entkräften.

  8. Es ist schon belustigend, aber auch ein bisschen frustrierend, dass es immer die gleichen Argumente gegen die Umgestaltung des Straßenraumes sind. Ob es in den 70ern in den Niederlanden, in den 90ern in Dänemark, heute z.B. in Paris oder eben in Schildgen ist.

    Überall befürchtet(e) der Handel, durch den Wegfall von Parkplätzen und Fahrspuren Umsatzrückgänge, die in den allermeisten Fällen im Nachhinein nicht eingetreten sind.
    Ebenso hat sich auch schon mehrfach gezeigt, dass zu Beginn umstrittene Maßnahmen zur Verkehrswende im Nachhinein deutlich an Zustimmung gewinnen (hier zum Beispiel, und da ging es um deutlich drastischere Maßnahmen als das was in Schildgen geplant ist: https://www.spiegel.de/auto/klimakrise-city-maut-und-autofreie-innenstaedte-erst-gehasst-dann-geliebt-a-a18151a4-3953-48a7-ae6a-d053263879cf).

    Abgesehen davon sehe ich von diesem Widerstand gar nicht so viel, ausgenommen die Plakataktion der Händler.

    Wenn hier auch immer der Bürgerverein noch herhalten muss: Der befindet sich ja gerade noch in Gründung und diskutiert gerade das Verkehrskonzept. Und da nehme ich die Stimmen schon deutlich differenzierter wahr als von Seiten des Einzelhandels.

    Ich finde es bedenklich, wenn der Gründungsvorstand, der soweit ich das verstehe, aus der IG-Schildgen, also dem Verein des Einzelhandels im Ort, hervorgegangen ist, hier als Vertretung der Bürgerinnen und Bürger gesehen wird. Da sollte es doch zumindest eine Mitgliederversammlung und eine Wahl vorher geben, aber am besten auch eine gemeinsame Position zum Verkehrskonzept erarbeitet werden, bevor der Verein als Stimme der Mitglieder auftritt (und nur dessen Stimme kann er sein, nicht die der „Bürger“).

    Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass die 400 Teilnehmenden der Kidical Mass im September 2021 in Schildgen vielleicht eine andere Sicht auf die geplanten Umgestaltungen haben.

    Richtiggehend wütend macht mich dagegen die Instrumentalisierung von Menschen mit Behinderung. Die Längsparkplätze sind keine behindertengerechten Parkplätze und verengen den Fußweg dermaßen, dass Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, an manchen Stellen stark beeinträchtig werden. Generell ist der gesamte Stadtteil nicht barrierefrei, aber plötzlich werden Menschen mit Behinderung entdeckt, wenn es darum geht den Wegfall von Parkplätzen zu verhindern.

    Das Verkehrskonzept selbst geht an dieser Stelle keinesfalls weit genug, auch was die Sicherheit von schwächeren Verkehrsteilnehmenden angeht.

    1. Ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar an dieser Stelle, der sehr gut neue Aspekte aber auch detailliert auf (zumindest für mich) bekannte Punkte eingeht und diese zusammenfasst. Vielen Dank dafür aus Nittum. 100% Zustimmung.

  9. „Die Darstellungen von Herrn Henkel werden nicht dadurch richtiger, dass er diese ständig wiederholt.“
    Ihre und die der anderen Ampeln ebenso wenig, Herr Krell.

    1) Wo sind die Lösungen?
    2) „Bürger sind beteiligt worden.“ Diese Ausdrucksweise lässt auf mehrere Beteiligte Bürger schließen, mindestens 10.
    3) Aufenthaltsqualität durch beschnittene Einkaufsmöglichkeiten? „Angebote für Fahrradfahrer“, die so attraktiv sind wie ein Kropf?
    4) Können Sie auch was anderes als Nachkarten?
    5) M.W. schlug die CDU eine Umgehung vor, die m.E. einzig Besserung versprechnde Lösung.

    1. Lieber Herr Havermann,
      einige Anmerkungen:
      1) die Lösungen sind politisch skizziert, geleitet vom Gedanken von mehr Verkehrssicherheit für Fahrradfahrer. Eine weitere Lösung wäre, sich objektiv mit der (objektiv nicht bestätigten) Relevanz von Parkplätzen für den Einzelhandel auseinanderzusetzen.
      2) In der ersten Planungsphase und dem damaligen Beteiligungsverfahren wurden fünf Interessensgruppen identifiziert und deren Vertreter eingeladen. Einige Personen, die heute die fehlende Beteiligung bemängeln, waren eingeladen, sind aber nicht erschienen.
      3) Seit wann beschneiden breitere Fußwege Einkaufsmöglichkeiten?
      zu 5) Es ist richtig dass sich der (Durchgangs-)Verkehr ohne Umgehung nicht „weghexen“ lässt. Aber ob eine Umgehung überhaupt machbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Und m.W. wurde schon vor dem Beschluss zur Verkehrsuntersuchung Schildgen die Umgehung auch von der CDU letztlich abgelehnt.
      In allen anderen Punkten muss ich Herrn Krell zustimmen und kann Ihre Kritik nicht nachvollziehen.

  10. Die Darstellungen von Herrn Henkel werden nicht dadurch richtiger, dass er diese ständig wiederholt. Zur Klarstellung:

    1) die „Ampel“ hat in der September 2021 Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Mobilität die Verwaltung beauftragt, Lösungen für Ersatzparkplätze zu erarbeiten.

    2) das beauftragte Planungsbüro hat Bürgerforen durchgeführt, die sicher nicht perfekt waren, aber Bürger sind beteiligt worden. Es hat mehrere Treffen der „Ampel“ mit der IG Schildgen und der Bürgerinitiative Schildgen / Paffrath gegeben.

    3) es geht nicht um Klientelpolitik für Fahrradfahrer und gegen Autofahrer sondern darum, AUCH Fahrradfahrern ein attraktives „Angebot“ zu machen, sicher und bequem ins Zentrum von Schildgen zu kommen, bei Erhalt der Erreichbarkeit mit dem Auto. Das halte ich für wichtig und ausgewogen. Ziel des Projektes ist die Aufenthaltsqualität im Schildgener Zentrum zu verbessern. Das ist auch im Interesse der Händler.

    4) Es ist richtig, nach der Erneuerung der Straßendecken zu rufen. Nur es war eine von einem CDU Bürgermeister geführte Verwaltung und die Mehrheitsfraktion der CDU im Stadtrat, die Erhaltung der Strassen in unserer Stadt jahrelang mit einem lächerlichen Etat von 800 € pa.a vernachlässigt haben. Die Ampel hat diesen Etat auf 5 mio € p.a. aufgestockt. Doch der Sanierungsstau kann nicht über Nacht abgetragen werden.

    5) ein Alternativkonzept der CDU für Schildgen ist mir nicht bekannt.

    Jörg Krell, Fraktionsvorsitzender der FDP Fraktion im Stadtrat

    1. Schönen guten Tag Herr Krell,

      bislang habe ich FDP-Politik so verstanden, dass Liberale die Sorgen insbesondere der Geschäftsleute und Unternehmen ernst nehmen. Vielleicht ist das ja zu Ampel-Zeiten gezwungenermaßen anders geworden.

      Zur Sache: Bemerkenswert finde ich Ihren Hinweis, dass die von dem beauftragten Planungsbüro durchgeführten Bürgerforen „nicht perfekt waren“. Da stimme nicht nur ich Ihnen vollumfänglich zu!

      Wir alle sollten bereit sein, die Bedenken der Geschäftsleute in Schildgen, des dortigen Bürgervereins und die von Menschen mit Behinderung ernst zu nehmen. Genau das verstehe ich unter Bürgernähe. Und ich werde mich immer dagegen wehren, wenn auf der Grundlage der Ampel-Mehrheit – wie aktuell in der Laurentiusstraße zu sehen – kalt von oben entschieden wird, wenn Bürgerforen der Verwaltungsspitze nach dem Motto angesetzt werden: Seht her, so wird es gemacht.

      Es muss doch Ihnen ein wichtiges Anliegen sein, eine intakte Nahversorgung in Schildgegen nach besten Kräften zu stützen. Ganz nebenbei: Auch die Ampel benötigt Steuereinnahmen, denn die Verschuldung im laufenden städtischen Etat 2022 und in der Mittelfristplanung ist ja schon gigantisch hoch. Die Mehreinnahmen durch die von der Ampel beschlossen Grundsteuererhöhung 2022 verpuffen schon in diesem Jahr.

      Übrigens sehe ich die Realisierungsphase der Sanierung der Altenberger-Dom-Straße leider noch in weiter Ferne. Wenn die Ampel nicht wirklich auf die Sparbremse drückt, ist sie ganz schnell wieder im Haushaltssicherungskonzept. Fragen Sie bitte mal Ihren Kämmerer. Und dann werden viele Projekte nicht mehr umgesetzt werden können.

      Harald Henkel, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender und finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Rat

  11. Die Planungen für Schildgen sind neben dem Fahrradaktionismus in der Innenstadt und Bensberg ein weiteres Beispiel für blinde Alibipolitik. Mit aller Gewalt soll dort eine Straße verschlimmbessert werden statt sich tatsächlich einmal gründlich mit einer Umgeheung zu befassen. Die wird abgetan mit „unmöglich, geht nicht, Unsinn“. Lieber also Händler drangsalieren, Straßenmitte-Parkplätze und damit vorprogrammierte Unfälle mit Aussteigenden und dies alles ohne wirksame Bürgerbeteiligung.

    Mit Verlaub, GL kommt vom Regen in die Traufe, nur mit anderen Farben.

  12. Ich kann Michael Funke nur zustimmen. Auf den engen Schutz- bzw. eigentlich Gefährdungsstreifen hätte ich um ein Haar eine Autotüre abbekommen. Nur weil ich die von der Stadt angeordnete Gefahrenzone gemieden habe, bin ich von einem schweren Unfall verschont worden.
    Parkplätze benötigen mehr als 4m Breite im Straßenraum! (2,20m Auto + 2x Türbreite) Dafür ist im Verkehrsweg kein Platz.
    Gegen Parkplätze habe ich sicher nichts einzuwenden, aber dann im Seitenraum. Und nicht anstelle von sicheren Radwegen.

  13. Straßensanierung mit Flüsterasphalt – grundsätzlich nichts gegen einzuwenden – und „gegenseitige Rücksichtnahme“ – wichtig im Straßenverkehr aber als Argument gegen die notwendige Umverteilung von Verkehrsraum ungeeignet – und neue Markierung der alten (aktuellen) Situation soll jetzt die Lösung für Schildgen sein?

    So soll eine Verkehrswende in Bergisch Gladbach unterstützt werden? Sichere Geh-, Rad- und Schulwege geschaffen werden? Eher nicht.

    Mit Tempo 30 sind sogar Händler und nach meinem Verständnis der „Bürgerverein“ einverstanden. Kein Thema mehr?

    Bei der Aussage „beidseitigen Fahrradwege ebenso optimiert“ muss ich mich echt zusammenreißen. Zum wiederholten Mal: Es gibt entlang der Altenberger-Dom-Str. keinen Meter Radweg – Ausnahme ab Schlebuscher bis Ortsausgang nach Odenthal. Und „optimieren“ lassen sich die existierenden „Schutzstreifen“ wenn überhaupt nur – als kurzfristige und provisorische Absicherung – ganz eingeschränkt.

    Alles weitere dazu hier: https://rheinberg-oberberg.adfc.de/neuigkeit/bergisch-gladbach-fahrradstadt