Foto: Thomas Merkenich

Das Evangelische Krankenhaus hat eine neue Hubschrauberlandestelle auf dem Quirlsberg errichtet. Darüber sollen im Notfall Schwerkranke aus dem EVK in Spezialkliniken verlegt werden. Eine Anlieferung von Schwerkranken sei dagegen nicht geplant, sagt das Krankenhaus auf Anfrage.

Die Landestelle befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes, in unmittelbarer Nähe der Untersuchungs-Container der Gastroenterologie. Die Liegendeinfahrten überqueren die Landestelle. Sie wurde vor kurzem mit einem weißen „H“ auf rotem Grund markiert und ist von Scheinwerfern umringt.

„Dies ist keine Landestelle für den Antransport von Schwerverletzten in unser Krankenhaus. Hierüber sollen vielmehr Notfall-Patienten im Bedarfsfall aus dem EVK in andere Fachkliniken verlegt werden“, erklärt der ärztliche Direktor des EVK, Andreas Hecker, im Gespräch mit dem Bürgerportal.

Geringes Aufkommen an Flugbewegungen

Solche Landestellen habe es früher neben der Kita Quirl und dann auf einer Rasenfläche neben der Belkaw-Arena gegeben. Letztere wollte die Stadt nach EVK-Angaben dort nicht mehr betreiben.

Eine Landestelle am Krankenhaus sei praktikabler. Patienten könnten sofort auf die Liege für die Luftverlegung gebettet werden. Die Anfuhr einer entfernteren Landestelle würde zunächst eine zusätzliche, strapaziöse Umbettung in einen Krankenwagen erfordern. „Das kann im Zweifelsfall entscheidende Minuten kosten“, sagt Hecker.

Die neue Landestelle soll die Verlegung nun optimieren. Von einer hohen Frequenz an Starts und Landungen geht man indes nicht aus. „In den vergangenen zwei Jahren hat es keinen einzigen Fall gegeben, wo solch eine Helikopter-gestützte Verlegung notwendig gewesen wäre“, sagt Benjamin Stüttgen, ärztlicher Leiter der Notaufnahme im EVK.

Keine Nachtflüge, kein Antransport

Auch Nachtflüge seien nicht geplant, fügt der technische Leiter des EVK, Thomas Giebeler hinzu. Die Luftbewegungen würden tagsüber erfolgen. Zwar würden sich zwei Anfahrtsstraßen mitten in der Landestelle treffen. Aber man habe Pläne entwickelt, um die umliegenden Wege kurzfristig mit Personal und Schranken abzusperren.

Konkrete Angaben zu den Investitionen will Giebeler nicht machen, diese würden sich im fünfstelligen Bereich bewegen.

Von einem Ausbau des Krankenhauses zu einem Vollversorger für die Behandlung von Schwerstverletzten bei Katastrophenlagen könne aufgrund der neuen Landestelle keine Rede sein. „An unserem Leistungsspektrum ändert sich nichts“, stellt Hecker klar. Nach wie vor seien das Klinikum in Köln Mehrheim sowie die Uniklinik in Köln die Maximalversorger in der Region.

Links und rechts des gelben Hauses führen zwei Anfahrtsstraßen auf das Gelände des EVK. Sie treffen sich auf der Hubschrauberlandestelle. Für den Fall eines Anfluges hat das EVK Absperrpläne mit Schranken und Personal entwickelt, Foto: Thomas Merkenich

Ohne Landestelle geringere Zuschläge

Mit der Einrichtung der Hubschrauberlandestelle hält das EVK eine Anforderung an seine Infrastruktur vor. „Ziel ist, dass wir im gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern die Kategorie 2 belegen“, erklärt Andreas Hecker.

Das genannte System legt Kriterien für die Notfallversorgung in Krankenhäusern fest. Es wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss entwickelt, dem höchsten Gremium der Gesundheitsverwaltung. Wie immer geht es dabei ums Geld. Die Einstufung in eine bestimmte Kategorie bestimmt die Höhe an Zuschlägen, die ein Krankenhaus von den Krankenkassen erhält.

„Krankenhäuser mit einem hohen Umfang an vorgehaltenen Notfallstrukturen erhalten entsprechend einen höhere finanzielle Unterstützung“, heißt es dazu beim Gemeinsamen Bundesausschuss. Landestellen gehören neben verschiedenen ärztlichen Fachabteilungen dazu, so ist es in den Richtlinien zu den Notfallstrukturen in §16 (2) nachzulesen.

Nach Abschluss der Arbeiten ist eine finale Abnahme der Landestelle durch das anfliegende Luftrettungsunternehmen vorgesehen, bevor die Landestelle offiziell in Betrieb genommen wird. Anfliegendes Rettungsunternehmen ist die ADAC Luftrettung mit dem Hubschrauber „Christopher Rheinland“, der in Köln-Wahn stationiert ist. Der Hubschrauber ist eigens für Intensivtransporte vorgesehen.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.