Die Infostele als Erkennungszeichen. Foto: RBK/Rieger

Der Prototyp einer Mobilstation existiert in GL seit Jahren: S- und Busbahnhof sowie die Radstation als Anlaufstelle auch für E-Mobilität und Car-Sharing zeigen, wie Verkehrsmittel sinnvoll verknüpft werden können. Bis zum Sommer entsteht nun in ganz Rhein-Berg ein dichtes Netz von 19 Stationen mit vielen weiteren Bausteinen. Ein erster dieser voll ausgestatteten Knotenpunkte wurde jetzt in Wermelskirchen eröffnet.

Am Busbahnhof in Wermelskirche wurde jetzt die erste über das Land und die EU geförderte Mobilstation im Rheinisch-Bergischen Kreis eröffnet, dazu war auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart angereist. Denn Rhein-Berg ist der Vorreiter beim Aufbau eines solchen flächendeckenden Netzes in NRW.

Diese Mobilisationen sollen als zentrale Knotenpunkte möglichst viele Verkehrsmittel unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit miteinander verbinden: Car- und Bike-Sharing, Bus oder Bahn, der eigene PKW oder das Rad sollen schnell und unkompliziert für die Reise kombiniert werden können. Verbunden mit der Hoffnung, dass mehr Menschen vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsträger umsteigen.

„Mit den Mobilstationen wird ein zentraler Bestandteil des Integrierten Mobilitätskonzepts des Rheinisch-Bergischen Kreises umgesetzt und die Entwicklung nachhaltiger Mobilität in der Region bedeutend vorangebracht – mit direktem Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger und als wichtiger Beitrag zum Schutz unseres Klimas“, sagt Landrat Stephan Santelmann.

Insgesamt 19 Standorte entstehen im Rahmen des Projekts „Mobilstationen im Rheinisch-Bergischen Kreis – Das Bausteinsystem“ bis zum Sommer in allen acht Städten und Gemeinden des Kreises, alleine fünf sollen in Bergisch Gladbach aus- bzw. aufgebaut werden.

Mobilistationen in Bergisch Gladbach

  • S- und Bus-Bahnhof Gladbach: Infostele, Bergisches e-Bike, Ladesäule, E-Carsharing
  • U- und Busbahnhof Bensberg: Infostele, Bergisches e-Bike, Fahrradboxen, Ladesäule, E-Carsharing
  • S-Bahnstation Duckterath: Infostele, Fahrradboxen, Ladesäule, E-Carsharing
  • Herkenrath: Infostele, Fahrradboxen, Ladesäule, E-Carsharing
  • Schildgen: Infostele, Fahrradboxen, Ladesäule, E-Carsharing

Neben den Kommunen sind und vielen Partnern aus dem Bereich Verkehr und Mobilität beteiligt. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Von der Regionale 2025 erhielt das Projekt bereits den A-Stempel.

Beispiel Wermelskirchen

Am Busbahnhof in Wermelskirchen wird der Nahverkehr seit 2020 durch das kreisweite E-Bike-Verleihsystem der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) mit den Bergischen e-Bikes ergänzt. Seit Kurzem können Bürger:innen hier zudem die vier sicheren Fahrradboxen der RVK sowie eine Ladesäule für Elektroautos, aufgestellt durch die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW), nutzen.

Ergänzt werden diese Angebote nun auch durch das jetzt gestartete E-Carsharing-Angebot der wupsi GmbH. Mit der Info-Stele – Wiedererkennungsmerkmal und Orientierungspunkt – ist die Mobilstation bereit für die offizielle Eröffnung. Bis Ende des Jahres wird der Standort mit einem Park & Ride-Platz ergänzt. „Wir möchten die Menschen auch im ländlichen Raum dazu ermuntern, ihr eigenes Auto öfter stehen zu lassen. Um die Mobilität zu stärken, entsteht zum Beispiel auch im Ortsteil Dabringhausen eine weitere Station“, erläutert Bürgermeisterin Marion Lück. 

Die Bausteine in Wermelskirchen:

  • Busbahnhof: Infostele (fertig), Bergisches e-Bike (fertig), Fahrradboxen (fertig), Ladesäule (fertig), E-Carsharing (fertig), P+R
  • Dabringhausen: Infostele, Fahrradboxen, B+R

Wichtig für das ganze Projekt ist die einfache Lokalisierung und Verknüpfung. Daher ist die „VRS Auskunft“-App integriert worden, über die alle Angebote abgerufen werden können. Zudem ist dort noch eine Schnittstelle für Mitfahrbörsen eingearbeitet.

E-Carsharing

In Wermelskirchen ist auch das Sharing-Angebot der wupsi GmbH mit einem Auto vertreten. Dieses System ist stationsbasiert, die Fahrzeuge müssen am selben Ort zurückgegeben werden, an dem sie ausgeliehen werden.

Registrieren kann man sich für das Carsharing per „wupsicar“-App, Website oder in einem wupsi-Kundencenter. Die einmalige Registrierung kostet zehn Euro, für VRS-Abokunden entfällt die Gebühr. Die Reservierung und Buchung erfolgt per App, Website oder Hotline.

Abgerechnet wird nach Stunde und Kilometer. Die Fahrzeuge können beispielsweise stundenweise, für 5 Euro pro Stunde und 21 Cent pro gefahrene Kilometer, oder pro Tag, für 40 Euro pro Tag mit 21 Cent pro Kilometern, ausgeliehen werden.

Insgesamt wird die E-Carsharingflotte im Rheinisch-Bergischen Kreis aus 13 Peugeots e-208 bestehen – für jede Kommune mindestens ein Auto.

Foto: RBK/Rieger

Bike Hotels der RVK

Insgesamt vier Fahrradboxen – auch Bike Hotels genannt – können Radler:innen in Wermelskirchen zur sicheren Unterbringung ihrer Zweiräder nutzen. Für die Ausleihe ist eine Registrierung unter mobile.fahrradparken.eu notwendig.

Die Nutzung der Fahrradboxen der RVK kostet im Regeltarif für einen Tag einen Euro, für eine Woche fünf Euro, für einen Monat 15 Euro und für ein Jahr 90 Euro. Personen mit gültigem VRS-Aboticket erhalten einen dauerhaften Rabatt von 50 Prozent.

Zwei der Stellplätze stehen für Kurzzeitmieten zur Verfügung, um somit möglichst vielen Menschen eine flexible Nutzung zu ermöglichen. Die Boxen sind geräumig genug für die Unterbringung auch größerer Räder. Sie verfügen standardmäßig über eine LED-Beleuchtung, Kleiderhaken und eine Einschubschiene.

Foto: RBK/Rieger

Bergisches e-Bike

Bereits im Sommer 2020 ist das E-Bike-Verleihsystem der RVK gestartet. Auch dieser Baustein unterstützt gleichermaßen das Pendeln und die Freizeitmobilität. Am Busbahnhof in Wermelskirchen stehen acht Bergische e-Bikes zur Ausleihe bereit.

Um das Bike auszuleihen, muss man sich zuvor einmalig beim Betreiber nextbike registrieren, direkt an den Stationen über Terminal-Touchscreens oder über die nextbike-App, die Homepage oder telefonisch. Im Regeltarif kostet die Ausleihe zwei Euro pro 30 Minuten. Die Tageshöchstsätze liegen bei 18 beziehungsweise 12 Euro. Darüber hinaus gibt es einen günstigeren Übernachttarif sowie Monats- oder Jahrestarife.

Ladesäule – E-Autos zentral „tanken“ 

Die neu eröffnete Ladesäule der BEW, zentral am Busbahnhof in Wermelskirchen gelegen, ist als Teil der Mobilstation eine Besondere: ein Ladepunkt wird zum öffentlichen Laden und ein Ladepunkt für das E-Carsharing-Fahrzeug genutzt. Die Ladeleistung jedes Ladepunkts beträgt 22 kW.

Die Nutzung ist ohne Registrierung über einen QR-Code vor Ort über alle gängigen Ladekarten möglich. Mit grünem Strom der BEW kann zudem über die App „eCharge+“ geladen werden. Beim E-Tanken wird pro Kilowattstunde abgerechnet, die je nach Menge durchschnittlich 30 Cent kostet.

Weitere Mobilisationen in Rhein-Berg

Burscheid

  • Hilgen Raiffeisenplatz: Infostele (fertig), Bergisches e-Bike (fertig), Fahrradboxen (fast fertig), P+R
  • Neuer Busbahnhof Bgm.-Schmidt-.Straße: Infostele, Bergisches e-Bike, Fahrradboxen, P+R, am Rathaus: Ladesäule, E-Carsharing

Kürten:

  • Karlheinz-Stockhausen-Platz: Infostele, Bergisches e-Bike (fertig), Fahrradboxen (fast fertig), Ladesäule, E-Carsharing
  • Bechen: Infostele, Fahrradboxen

Leichlingen:

  • Bahnhof: Infostele, Bergisches e-Bike (fertig), Fahrradboxen, P+R, B+R, Mitfahrerbank, Ladesäule, E-Carsharing
  • Busbahnhof/Mitte: Infostele, Fahrradboxen, Mitfahrerbank
  • Witzhelden: Infostele, Fahrradboxen, Bergisches e-Bike

Odenthal:

  • Zentrum/Herzogenfeld: Infostele, Bergisches e-Bike (fertig), B+R in Form von Fahrradkäfig (fertig), Ladesäule, E-Carsharing
  • Altenberg: Infostele, Bergisches e-Bike (fertig), B+R in Form von Fahrradkäfig (fertig)

Overath:

  • Bahnhof: Infostele (fertig), Bergisches e-Bike (fertig), Fahrradboxen (fertig), Ladesäule, E-Carsharing

Rösrath:

  • Bahnhof: Infostele (fertig), Bergisches e-Bike (fertig), Fahrradboxen (fertig), B+R (fertig), Ladesäule, E-Carsharing
  • Hoffnungsthal/Rathaus: Infostele, Bergisches e-Bike, Ladesäule, E-Carsharing

Integration der Angebote in VRS-App

Ein Feature der Mobilstation ist die Integration in die bestehende „VRS Auskunft“-App. Sie zeigt Bus- und Bahnverbindung inklusive Preisstufen an und ermöglicht die einfache Ticketbuchung über das Handy.

In der App kann man sich auch über die Angebote der Mobilstation informieren. Die Buchung soll darüber noch vereinfacht werden. „Nutzerinnen und Nutzer gelangen zukünftig über die VRS-App direkt zur Buchung in den jeweiligen Apps der unterschiedlichen Anbieter“, berichtet VRS- und NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.

Mitfahrerbörse

Der VRS hat im Rahmen des Mobilstationen-Projekts auch die Integration von Mitfahrbörsen in die VRS-App als Pilotvorhaben gestartet. Dafür wurde eine Schnittstelle eingerichtet, die Anbietern von Mitfahrbörsen offen steht.

Nun wird getestet, ob und wie sich Mitfahrbörsen sinnvoll in die Welt des öffentlichen Personennahverkehrs integrieren lassen. 

Bereits seit August 2021 gibt es einen Versuch mit dem Kölner Start-up goFLUX. Wenn über die VRS-App eine Verbindung von A nach B gesucht wird, erfolgt im Hintergrund gleichzeitig eine Suche über das goFLUX-System nach entsprechenden Verbindungsangeboten. Ist das der Fall, wird die Fahrt in den Ergebnissen der VRS-Verbindungssuche als Alternative angeboten.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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