Die Kinder der Kita auf dem Quirlsberg haben über ihre Wünsche und Hoffnungen für den Krieg in der Ukraine gesprochen. Die Erzieherinnen haben sie aufgeschrieben – und machen sie am Zaun für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist ein Symbol der Solidarität, das zeigt, dass die Katastrophe in Osteuropa auch im Leben der Kleinsten eine Rolle spielt.

„Ach wie süß“, meint ein Passant, hält an und liest sich die Texte am Zaun der Kita auf dem Quirlsberg durch. Umrahmt von gelb-blauen Luftballons hängen dort Aussagen der Kita-Kinder. Über den Krieg in der Ukraine. Über ihre Wünsche und Hoffnungen.

„Halt! Stop den Krieg“, ist von B. (5 Jahre zu lesen), und: „Ich wünsche mir, dass alle gut leben können und keiner sterben muss!“ E. (5 Jahre) wünscht sich „Genug zu Essen und Anziehsachen für alle!“ „Corona und Krieg sollen sofort weggehen“ hat I. (6 Jahre) den Erzieherinnen erzählt. Diese haben die Sätze aufgeschrieben und an den Zaun gehangen.

Gedanken kamen beim Beten

„Beim Beten kamen die Kinder auf die Idee, ihre Gedanken zum Krieg in der Ukraine zu formulieren“, erklärt eine Erzieherin. Auch die Kleinsten würden davon zuhause mitbekommen. Aus den Erzählungen der Erwachsenen, aus dem Radio, oder auch von Verwandten, die in der Krisenregion lebten.

Foto: Holger Crump

Von sich aus habe das Team der Kita das Thema indes nicht angeschnitten, „wir wollten dies nicht vertiefen.“ Der Impuls sei von den Kindern gekommen. Das habe man dann aufgegriffen und gefragt: „Welche Wünsche habt Ihr für jene Menschen in einem anderen Land, denen es gerade schlecht geht?“

Foto: Holger Crump

Mit der Veröffentlichung der Gedanken der Kinder macht die Kita nicht nur sichtbar, wie die Kleinsten die Krise wahrnehmen. „Die Kinder waren einfach unheimlich stolz über das Projekt und haben es gleich ihren Eltern präsentiert“, sagt eine Erzieherin.

Und es zeigt ihnen, dass sie mit ihren Gefühlen ernst genommen werden und sie vielleicht auch im Kleinen etwas gegen die Hilflosigkeit in diesen Tagen tun können.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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3 Kommentare

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  1. Lieber Ralph,
    diesen Krieg völlig aus dem Alltag der Kinder auszublenden ist praktisch nicht möglich. Kinder sind sehr aufmerksam und es reicht ein Bild in der Öffentlichkeit, ein kurzer Satz im Radio oder auch nur die überall präsenten ukrainischen Nationalfarben für Fragezeichen bei den Kindern. Ich finde es richtig und wichtig auf diese Fragen einzugehen, die Kinder würden sowieso merken, wenn ihnen etwas verheimlicht wird. Wichtig ist natürlich ein kindgerechter Umgang mit solchen Fragen. Aber dann können Kinder m.E. sehr gut mit solchen Themen umgehen. Und traurigerweise kann es sein, dass uns dieser schlimme Krieg noch länger beschäftigen wird.

    1. Liebe J.Vollmer, da stimme ich zu.
      Auch meine Enkelsöhne sprechen über den Krieg, benötigen Anworten zu ihrer Angst und wollen kein „Drumherum – Gerede“. Kinder spüren sofort, wenn Erwachsene ausweichen. Und in Kita und Schule sprechen auch die Kinder untereinander über die aktuellen Themen.
      Wir müssen die Kinder dort, dem Alter entsprechend,abholen, wo sie mit ihren Gedanken und Ängsten sind. Nicht zu vergessen ist auch, dass Kinder sofort fühlen, wenn Eltern und nahe Familienangehörige Ängste haben.

  2. Vielleicht sollten die Eltern ihre Kita Kinder mehr
    , also besser vor den schrecklichen KriegsNachrichten fernhalten (auch wenn es sich nicht ganz vermeiden lässt).
    Keine Fernsehnachrichten wenn die Kleinen dabei sind. Nicht zuviel SeelenArbeit auf die Erzieherinnen „abwälzen“
    Erst recht nach Jahren von Corona.