Sehr viele Schulbauprojekte standen am Mittwoch auf der Tagesordnung des Schulausschusses. Und wo immer etwas zu beschließen war stimmten alle Fraktionen den Vorschlägen der Verwaltung einstimmig zu. Grundsätzlich für eine 21. Schule auf dem Zanders-Gelände – und ganz konkret für zwei Interimsschulen in Gronau und Refrath.

In Bergisch Gladbachs Schulen bleibt in den kommenden Jahren kein Stein auf dem anderen, die überfällig Sanierung und zum Teil der Neubau fast aller Gebäude gehen Schritt für Schritt voran. Zudem müssen für die Bauzeiten Interimsschulen errichtet werden, in die der Schulbetrieb dann ausweichen kann.

In der Sitzung des Schulausschusses am Mittwoch lieferte die Stadtverwaltung einen Überblick und legte einige wichtige Grundsatzentscheidungen zur Abstimmung vor. Die Umsetzung der sehr vielen Projekte dauert jedoch; es fehlt an Fachpersonal, die Hochbau-Abteilung arbeite am Limit, sagte Fachbereichsleiterin Ruth Schlephack-Müller. Zur Beschleunigung hat die Stadt eine Schulbaugesellschaft gegründet; das war in dieser Ausschusssitzung jedoch kein Thema.

Ein Überblick in Schlaglichtern:

Die Otto-Hahn-Schulen sind bis auf einige Nachbesserungen saniert.

Beim NCG ist ein Trakt abgerissen, die Arbeiten an der Aula laufen. Allerdings muss nun auch der Mitteltrakt brandschutzutechnisch saniert werden, weitere Ausschreibungen sind noch unterwegs. Ein Datum steht fest, nicht für die Fertigstellung, aber für die Grundsteinlegung – am 5. Mai 2022.

Die Planung für den Ausbau des Schulzentrums Kleefeld läuft, eine Baugenehmigung wird in Kürze erwartet.

Am AMG sollen neue Container für die Oberstufe im April übergeben werden.

Die Sporthalle am AMG soll Ende dieses Monats fertig werden.

An der GGS Kippekausen sind die neuen Container noch nicht in Betrieb genommen, hier wünscht die Schule eine Verbesserung der Akustik.

Das alte Gebäude der GGS Bensberg soll im Juni abgerissen werden, der Rohbau für die neue Schule im Herbst starten. Die Schüler:innen waren in die Container an der Saaler Mühle ausgelagert worden. Die Kosten für den Neubau, die ganz am Anfang auf 12,5 Millionen Euro geschätzt worden waren, liegen inzwischen bei 18,6 Millionen. Den neuen Finanzplan billigte der Ausschuss einstimmig. (Details in dieser Verwaltungsvorlage)

Arbeiten für den Brandschutz, in den Lehrerzimmern oder anderen Teilbereichen laufen u.a. in der GGS an der Strunde, an der Nelson-Mandela-Gesamtschule, in der Turnhalle des DBG, an der GGS Moitzfeld, in der IGP, an der KGS Bensberg, an der GGS Katterbach, an der GGS Schildgen, an der Kaufmännischen Berufsschule, an der Gewerblichen Berufsschule und an der GGS Heidkamp.

Details zum Sachstand in den genannten Schulen finden Sie in dieser Ausschussvorlage.

Im Rahmen des Integrierten Schulentwicklungs- und Jugendpflegeplans (ISEK) werden die Sanierungen und/oder Erweiterungen vieler Grundschulen vorbereitet. Für einige Projekte, die in der Priorität ganz oben stehen, wurde der Raumbedarf erfasst sowie die potenziellen Standorte für Interims-, Modul- und Erweiterungsbauten erarbeitet. Dazu präsentierte die Verwaltung eine grafische Übersicht.

Grundsatzbeschluss für Cederwaldstraße

Um den rasch steigende Zahl von Grundschüler:innen auch nur annähernd zu decken soll eine 21. Grundschule gebaut werden. Der Schulausschuss beschloss einstimmig einen vorsichtigen Grundsatz, die Planung für diese „Schule 21“ auf dem Zanders-Areal und zwar an der Cederwaldstraße voranzutreiben.

Konkreter wurde der Ausschuss noch nicht, weil Vorfestlegungen für die Nutzung des Zanders-Gelände für eine spätere Förderung gefährlich werden könnten. Damit ist aber auch die Hoffnung, diese Schule bereits für das Schuljahr 2024/2025 zu eröffnen, zerstoben.

Interimsschulen in Gronau …

Daher schlug die Verwaltung eine Übergangslösung vor: In Gronau soll auf dem Tankstellengelände an der Mülheimer Straße, gegenüber der GGS Gronau, eine dreizügige Grundschule in Modularbauweise entstehen. Das Grundstück hat die Stadt zwar bereits gekauft, es wird aber erst 2023 frei. Der Aufbau der Container, schätzt die Stadt, könne dann 2024 beginnen. 

Diese provisorische Schule könnte die Turnhalle der GGS Gronau mit nutzen – und zudem später wertvoll werden, wenn die GGS selbst saniert werden muss und einen Ausweichstandort benötigt. Als Standort für eine dauerhafte Lösung sei dieses Grundstück allerdings zu klein, stellte Fachbereichsleiter Dettlef Rockenberg klar.

Die Verwendung des Grundstücks des Betriebshofs an der Ferdinandstraße in Gronau für den Bau einer Schule hatte die Stadt geprüft und verworfen.

… und in Refrath

Auch in Refrath will die Stadt eine Interimsschule bauen. Hier hatte die Verwaltung zunächst das sogenannte „Wäldchen“ am Mohnweg untersucht; aus Gründen des Klimaschutzes und früherer Festlegungen stehe es jedoch nicht für eine Bebauung zur Verfügung.

Dieses Urteil nahm der stellvertretende Ausschussvorsitzende Andreas Ebert (SPD) zur Kenntnis. Er wies aber darauf hin, dass spätestens in drei Jahren eine Entscheidung über einen weiteren Schulstandort in Refrath gefasst werden müsse; wenn nicht am Mohnweg dann womöglich außerhalb des bisherigen Siedlungsgebiets. Das sei jedoch eine sehr grundsätzliche Debatte, die im Planungsausschuss geführt werden müssen.

Zunächst schlägt die Verwaltung den Bolzplatz an der Steinbreche als Standort für eine Zwischenlösung vor; hier könne eine zweizügige Schule für bis zu 700 Schüler:innen entstehen, ebenfalls in Modularbauweise. Ausnahmsweise ist das baurechtlich möglich, aber nur für maximal fünf Jahre.

Konkrete Daten zum Zeithorizont der Refrather Interimsschule nennt die Stadt hier nicht, es könnte aber etwas schneller als in Gronau gehen. Hier handelt es sich noch um einen Prüfauftrag, den der Ausschuss ohne Diskussion zur Kenntnis nahm.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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