Für die moderne Großstadt Köln ist der Dom nicht mehr gut genug, sie hat ihn aus ihrem offiziellen Logo entfernt. Die Stadt Bergisch Gladbach, die ja nicht nur auf Köln, sondern auch auf den Dom herab blickt, lässt sich die Chance nicht entgehen: sie bietet den markanten zwei Türmen Asyl – im offiziellen Logo der Stadt.

Hinweis der Redaktion: Die Sache führt zu „diplomatischen“ Verwerfungen zwischen den Nachbarn, inzwischen haben sich sowohl Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker als auch Bürgermeister Stein (erneut) zu Wort gemeldet. Wir dokumentieren die Entwicklung unten.

So ganz einfach ist das Logo der Stadt mit Bergisch Gladbachs „Skyline“ nicht zu entziffern: in einer Linie reihen sich dort das historische Rathaus, St. Laurentius, das Bensberger Rathaus und das Schloss Bensberg nebeneinander auf. Doch heute ist ein neues, unverkennbares Gebäude hinzu gekommen: die charakteristischen Türme des Kölner Doms.

Warum das so ist erläutert Bürgermeister Frank Stein in einer Pressemitteilung: „Die Stadt Köln hat in diesen Tagen erklärt, dass sie die Domtürme für das Logo nicht mehr primär verwenden möchte. Das hat unsere städtische Marketingabteilung direkt aufgegriffen und die Skyline um das populäre und gut sichtbare Gebäude erweitert.“

Foto: Thomas Merkenich

Das sei auch völlig legitim, schließlich sei der Dom von vielen Orten im Bergisch Gladbacher Stadtgebiet aus zu sehen, erklärt Stein. Tatsächlich fühlen sich viele Bergisch Gladbacher ohnehin auch als „Domstädter“, fahren die Buchstaben „FC“ auf dem Auto herum und geben in ihrem Facebook-Profil ganz selbstverständlich „Köln“ als Standort an.

„Wer aus Bergisch Gladbach kommt und im Ausland zu seiner Herkunft befragt wird, sagt häufig ‚Bergisch Gladbach bei Köln‘. Das möchten wir jetzt auch deutlich zeigen“, erklärt Stein. Das werde im Logo auch dadurch deutlich, dass der Dom zwischen dem Alten und Neuen Schloss in Bensberg im zurücktritt.

Bürgermeister Frank Stein präsentiert das neue Logo

„Die Bedeutung unserer Sehenswürdigkeiten möchten wir nicht schmälern“, betont der Bürgermeister: „Aber wenn die Kölner ihr Wahrzeichen nicht mehr nutzen möchten, dann springen wir gerne ein.“ Erste Werbe-Artikel mit dem neuen Logo seien schon in der Planung.

„Kulturelle Aneignung“

Bei der Ampel stößt der Schritt auf Zustimmung. „Endlich wächst zusammen, was zusammen gehört“, sagt SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt. Für die FDP lobt ihr Fraktionsvorsitzender Jörg Krell das „unschlagbar günstige Kosten-Nutzen-Verhältnis“ der Logo-Erweiterung.

Das Kölner Fenster: Blick über die Nussbaumer Wiese und Paffrath nach Köln
Die Fläche beim „Kölner Fenster“ in Nussbaum soll ganz aus der Planung verschwinden, andere „weiße Flecken“ im FNP nicht

Die Grünen freuen sich über die Farbe des Logos. „Die freie Sicht auf den Dom ist ja sogar im Flächennutzungsplan berücksichtigt worden“, sagt die Fraktionsvorsitzende Theresia Meinhardt.

Allerdings regt sich auch Widerspruch. Der Fraktionschef der CDU, Michael Metten, spricht von einer „unzulässigen kulturellen Aneignung“.

Lässig reagiert Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker auf eine Anfrage des Bürgerportals: „Bergisch Gladbach? Wo es datt dann?“

+ Aktualisierung, 16:03 +

Aber ganz so entspannt ist die Stimmung im Kölner Rathaus offenbar nicht. Wie wir erfahren haben, wirft OB Reker ihren Marketingfachleuten vor, den Dom leichtfertig den Nachbarn ausgeliefert zu haben. Düsseldorf wäre ja noch in Ordnung gewesen, aber ausgerechnet an den Rivalen an der Strunde?

Zudem bestellt Stein ihren Amtskollegen zu einem ernsten Gespräch ein. Der Bürgermeister reiste umgehend über den Rhein, und zeigt sich anschließend gewohnt staatsmännisch:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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19 Kommentare

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  1. @U. Schinkel: Bekanntlich hat der Kölner Humor bei Dom und Karneval seine Grenzen …

  2. Wenn die Reker ihn nicht mehr will, wir nehmen in gerne. Leider nur April,April

  3. Als Kölner halte ich es für ein absolutes Unding, den Dom aus den Kölner Logos zu entfernen gleich dem Unsinn, dies auch beim Messe-Logo getan zu haben. Der Blödsinn, den der verantwortlichen Agentur-Chef als eine Art Art-ist im KSTA abgesondert, ist eine Frechehit. Und bei Frau Reker kam eine weitere Unmöglichleit in ihrem Amt hinzu

    Gleichwohl hätte ich nicht gedacht, dass Herr Stein bei diesem A-Scherz mitmacht.

  4. Allerspätestens wenn Henriette Reker ein kölscher Spruch untergejubelt wird, sollte eigentlich der geneigte Leser gemerkt haben, welches Datum wir heute haben.

  5. Hallo Redaktion vom Bürgerportal,
    hat Bergisch Gladbach das nötig? Das Gebäude heißt nicht umsonst „Kölner Dom“.
    Ich bin Bergisch Gladbacher und JA – die nächste Großstadt ist Köln. So wie für Leverkusen oder Porz oder …. auch.
    Also ich brauche keinen Kölner Dom im Bergisch Gladbacher Logo.
    MfG Harald Heitz

  6. Schöner Aprilscherz. Wäre auch ein Rekord der GLer-Verwaltungsgeschwindigkeit ;)

    Dennoch eine gute Idee, man müsste ihn nur etwas kleiner machen und die Allee am Schluss andeuten. Würde vor der Sonne zwischen Schloss und Rathaus gut passen.
    Also Rathaus, Allee mit kleinem angedeuteten Dom/Kolonius und daneben das Schloss.

  7. Ziemlich schöne Idee und gut umgesetzt, herrlicher Aprilscherz! Danke für die kurze Aufmunterung am Morgen.

  8. Schöne Idee für einen Aprilscherz! Dabei ist die Tatsache, dass wir auf die Domtuerme blicken können, nicht von der Hand zu weisen.

  9. Auch wenn wir glauben, dass es ein Aprilscherz ist , würden wir es sehr begrüßen unseren Dom im Logo zu haben.