Mit dem Projekt „Grüner Mobilhof GL“ wird ein emissionsarmer Betriebshof errichtet, der die Betankung von Wasserstoffbussen ermöglicht. Foto: RVK/Gerhard Zerbes

Einen Busbetriebshof, der ganz auf Wasserstoff und E-Mobilität setzt, plant der RVK in Moitzfeld. Das Projekt erhielt jetzt von der Regionale 2025 den A-Stempel und kann in die Umsetzung gehen. Drei weitere Projekte in der Region wurden hochgestuft, drei neue Vorhaben aufgenommen. Nachhaltigkeit spielt dabei immer eine Rolle.

Der Lenkungsausschuss der REGIONALE 2025 hat dem zentralen Projektmodul des Projektes „Grüner Mobilhof GL“ den A-Status verliehen. Drei Projekte erlangen den B-Status und drei neue Projekte wurden mit dem C-Status in den Qualifizierungsprozess aufgenommen. Damit befinden sich nun insgesamt 64 Projekte im aktiven Qualifizierungsprozess der REGIONALE 2025.

Das Landesstrukturprogramm REGIONALE 2025 adressiert mit seinen Themen zentrale Fragestellungen des Bergischen RheinLandes und bietet mit seinen Projekten konkrete Lösungen für die Bedürfnisse der Menschen vor Ort:

  • der effiziente Einsatz von Wasserstoff für die öffentliche Mobilität,
  • der nachhaltige Umgang mit regionalen Ressourcen, die Herstellung einer Balance zwischen Naherholung und dem Schutz von Gewässern und Landschaft,
  • die kluge Nachnutzung von Bestandsgebäuden und -flächen.

Immer mehr Projekte werden Schritt für Schritt umgesetzt und werden sicht- und erlebbar. Sie leisten Beiträge im REGIONALE-Handlungsfeld Mobilität sowie im REGIONALE-Kernthema Ressourcen und tragen zu den Leitlinien „regionales Ressourcensystem realisieren“, „Wissen und Kompetenzen über und für nachhaltige Ressourcennutzung aufbauen und vermitteln“ und „Wertschöpfungskreisläufe für regionale Produkte auf- und ausbauen“ des Handlungsfeldes Ressourcenlandschaft bei.

Weitere thematische Schwerpunkte der Vorhaben finden sich in den Handlungsfeldern Fluss- und Talsperrenlandschaft und Wohnen und Leben

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Regionale 2025 trägt erste Früchte

Der Anspruch ist groß: die Regionale 2025 soll das „Bergische Rheinland“ auf die Themen der Zukunft ausrichten und das Lebensumfeld der Menschen in den drei beteiligten Kreisen spürbar besser machen. Zur Halbzeitbilanz weisen die Macher:innen einige Erfolge vor. Unter anderem den Grünen Mobilhof GL, der jetzt den A-Status bekommt und für vieles steht, was diese…

„Die Beschlüsse des Lenkungsausschusses verdeutlichen einmal mehr, wie zentral die Programmatik und die Themen der REGIONALE 2025 für das Bergische RheinLand sind. Das zeigt sich insbesondere in den neu aufgenommenen Projekten, die sich auf die REGIONALE-Kernthemen Konversion/Transformation und Ressourcen fokussieren. Die Vergabe des A-Status für das Projekt ,Grüner Mobilhof GL‘ setzt zudem ein klares Signal für den Klimaschutz, von dem die Menschen in allen drei Kreisen profitieren werden. Insgesamt wird die Projektlandschaft thematisch klarer und adressiert gleichzeitig passgenau vor Ort die Herausforderungen im Bergischen RheinLand“, sagt Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises und Vorsitzender des Lenkungsausschusses der REGIONALE 2025.

Den folgenden Projekten hat der Lenkungsausschuss einen A-, B- oder C-Status verliehen:

A-Status: Grüner Mobilhof GL
Rheinisch-Bergischer Kreis
Projektträger: Regionalverkehr GmbH

Mit dem Projekt „Grüner Mobilhof GL“ wird ein emissionsarmer Betriebshof (Regionalverkehr Köln GmbH) am Standort Bergisch Gladbach-Moitzfeld eingerichtet. Dieser ermöglicht die Betankung der Wasserstoffbusse vor Ort sowie den Einsatz von batterieelektrischen Bussen durch geeignete Ladeinfrastruktur. Damit werden die CO2-Emissionen im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) im Projektraum gesenkt und die Nutzung von Wasserstoff im Verkehrssektor erhöht. 

Der Grüne Mobilhof GL trägt als Dreh- und Angelpunkt dazu bei, Wasserstoff als CO2-arme Antriebsform im ÖPNV und damit ein nachhaltiges Mobilitätsangebot im Bergischen RheinLand zu etablieren. Neben der Funktion eines klassischen Busbetriebshofs mit Betankungsmöglichkeit für Wasserstoff-Busse wird mit Hilfe einer PV-Anlage und eines Elektrolyseurs grüner Wasserstoff vor Ort produziert.

Der „grüne“ Ansatz spiegelt sich zudem auch in der klima- und ressourcenschonenden Bauweise des Grünen Mobilhofs wider. Durch die zentrale Lage in der Region können Leerfahrten minimiert werden, wodurch sich weitere ökologische und ökonomische Vorteile ergeben.

„Der Grüne Mobilhof GL ist ein wichtiges Mobilitätsprojekt, mit dem wir den ÖPNV attraktiver und klimaneutraler gestalten werden. Wasserstoff bietet im Bergischen RheinLand viele Vorteile: so für einen emissionsfreien ÖPNV mit gleichen Reichweiten und Betankungszeiten, und als zu über 60% am Standort und umweltfreundlich erzeugtes Produkt. Ich freue mich daher sehr, dass das erste Modul den A-Status erhalten hat und wir in die konkrete Planung und Umsetzung gehen können. Das Projekt erfüllt eine wichtige Vorbildfunktion für eine klimafreundliche Mobilität, umfasst zahlreiche vernetzte Komponenten und wird Modellcharakter haben“, so Dr. Marcel Frank, Geschäftsführer der Regionalverkehr Köln GmbH.

„Das Thema klimaschonende Mobilität ist für den Rheinisch-Bergischen Kreis aufgrund seiner Nähe zur Rheinschiene und im Scharnier zum Oberbergischen sowie zum Rhein-Sieg-Kreis besonders wichtig. Der grüne Mobilhof setzt wichtige Impulse für die zukünftige Gestaltung eines emissionsärmeren ÖPNV im Bergischen RheinLand und besitzt eine große Strahlkraft über die Kreisgrenzen hinaus. Mit diesem einzigartigen Projekt legen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein für eine emissionsfreie Mobilität und setzen damit ein starkes Zeichen für die Etablierung der umweltfreundlichen Wasserstofftechnologie. Ich freue mich daher über den A-Status der REGIONALE 2025 und bin froh über die Umsetzung dieses zukunftsweisenden Vorhabens“, betont Stephan Santelmann, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Der Bröltalkorridor soll als Erholungsraum er-schlossen und touristisch aufgewertet gesetzt werden. Fotos: REGIONALE 2025 Agentur

B-Status: Erholungs- und Erlebniskorridor Bröltal, Brölkorridor
Rhein-Sieg-Kreis und Oberbergischer Kreis
Projektträger: Rhein-Sieg-Kreis, Stadt Hennef, Gemeinden Eitorf, Ruppichteroth und Windeck, Oberbergischer Kreis, Stadt Waldbröl, Gemeinden Nümbrecht und Morsbach

Das Bröltal im südlichen Bergischen RheinLand soll mit dem Projekt „Gesamtperspektive Erlebnis Bröltal“ als Erholungsraum erschlossen werden. Grundlage dafür ist ein integriertes Gesamtkonzept, das in den zurückliegenden Monaten entwickelt wurde. Als zentrales Element soll ein tragfähiges und flächenhaftes Radwegenetzes entlang der ehemaligen Bröltalbahntrasse etabliert werden und unter Berücksichtigung des Gewässer- und Naturschutzes ausgewählte Flussuferbereiche und die Landschaft für die Besucher „erlebbar“ gemacht und durch gezielte (analoge und digitale) Besucherlenkungs- und Umweltbildungsmaßnahmen flankiert werden. Das Vorhaben trägt in seiner Gesamtheit zur Lebens- und Freizeitqualität, zur Attraktivierung des Projektraums als Arbeits- und Wohnstandort sowie zum Schutz und Erhalt der Natur und der Gewässer bei. Es knüpft an das Handlungsfeld Mobilität an und liefert v.a. einen Beitrag zum Handlungsfeld Fluss- und Talsperrenlandschaft.

„Das Bröltal hat das Potenzial zu einem wichtigen Erholungsraum im Rhein-Sieg-Kreis zu werden, der auch im Hinblick auf den alltäglichen Radverkehr eine wichtige Verbindungs- und Erschließungsfunktion für das Bergische RheinLand erfüllen kann. Ich freue mich, dass mit der Verleihung des B-Status das Projekt nun den nächsten Schritt in der Weiterentwicklung geht und eine zukunftsfähige Raumperspektive für den Brölkorridor entsteht“, sagt Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises.

B-Status: Freizeitlandschaft Bevertalsperre
Hückeswagen/Oberbergischer Kreis
Projektträger: Schloss-Stadt Hückeswagen

Mit dem Projekt soll die Bevertalsperre für die naturnahe Erholung mit vielfältigen Maßnahmen, wie ein verbesserter Zugang der Badestellen oder die Einrichtung eines Shuttlebus-Systems, weiterentwickelt werden.

Grundlage bildet der Perspektivplan Bevertalsperre, der in den vergangenen Monaten unter Beteiligung vieler Akteure entwickelt wurde. Aufgrund der erhöhten Besucherströme, die sich auch im Zuge der Corona-Pandemie noch einmal verstärkt haben, sollen die bestehenden Naherholungsstrukturen zukunftsgerichtet entwickelt werden.

Ziel des Projektes ist es, den Erholungs- und Freizeitraum Bevertalsperre im Einklang mit den Ansprüchen an Natur- und Gewässerschutz zu entwickeln, bestehende Infrastruktur zu modernisieren und mit neuen Konzepten der Besucherlenkung und Mobilitätsangeboten den Nutzungsdruck zu verringern. Das Projekt ist dem REGIONALE-Handlungsfeld Fluss- und Talsperrenlandschaft zugeordnet, weist aber auch Bezüge zu den Handlungsfeldern Mobilität sowie Ressourcenlandschaft auf und berücksichtigt das REGIONALE-Kernprinzip Konversion.

„Der B-Status für das Projekt ist eine gute Neuigkeit und zeigt, wie wichtig es ist, das Thema Naherholung und Naturschutz im Bergischen RheinLand zusammenzudenken und in Balance zu entwickeln. Die Bevertalsperre ist als Brauchwassertalsperre ein beliebtes und stark frequentiertes Ausflugsziel im Oberbergischen Kreis. Ich freue mich, dass dieses Projekt nun die nächste Qualifizierungsstufe im Rahmen der REGIONALE erreicht hat und die Planungen für dieses bedeutende Vorhaben weiter konkretisiert werden können“, betont Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises.  

B-Status: Regionale Wertschöpfungszentren/Food Hub
Bergisches RheinLand, Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis Projektträger: Regionalvermarktungsverein Bergisches Land e.V.

Im Rahmen des Projektes „Regionale Wertschöpfungszentren/Food Hub Bergisches RheinLand“ sollen die Verarbeitung und der Vertrieb regionaler Produkte weiter ausgebaut werden, um frische und regionale Lebensmittel besser und in größeren Mengen verfügbar zu machen, beispielsweise für die Gemeinschaftsverpflegung und die lokale Gastronomie.

Geplant ist, im ersten Schritt eine regionale Schlachtstätte mit Feinzerlegung zu etablieren und damit eine wichtige Lücke in der regionalen Wertschöpfungskette zu schließen. Perspektivisch sollen auch Weiterverarbeitungsstrukturen für Molkereiprodukte oder Gemüse integriert werden.

Das Projekt ist im REGIONALE-Handlungsfeld Ressourcenlandschaft angesiedelt und fußt auf dem Gutachten „Potenzialanalyse regionale Lebensmittel“, das im Auftrag des Oberbergischen Kreises, des Rheinisch-Bergischen Kreises und des Rhein-Sieg-Kreises gemeinsam mit der REGIONALE 2025 Agentur in Auftrag gegeben wurde.

„Das Projekt greift in besonderer Weise die Bedeutung von regionalen Produkten auf und trägt mit seinem Ansatz dem aktuellen Megatrend Rechnung, Lebensmittel vor Ort zu erzeugen und regional zu vermarkten. Ich freue mich daher sehr über den B-Status für dieses wichtige Vorhaben, weil einerseits die Wertschöpfung in der Region verbleibt und gleichzeitig die Produktionsweise klimaschonender und tierwohlgerechter werden wird. Damit ist es perspektivisch ein Gewinn für das gesamte Bergische RheinLand“, sagt Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises.

C-Status: Zentrales Wasserrettungs-Kompetenzzentrum der DLRG Marienheide/Oberbergischer Kreis, C-Status

Im Rahmen des Projektes soll ein zentrales „Wasserrettungs-Kompetenzzentrum“ für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) im Bezirk Oberberg errichtet werden. Hierzu soll am jetzigen Standort der DLRG-Wachstation der Ortsgruppe Marienheide an der Lingesetalsperre ein neues und multifunktionales Gebäude entstehen, das auch von anderen fachbezogenen Akteuren genutzt werden kann. Ziel des Projektvorhabens ist es, die Kompetenzen der DLRG Oberberg insgesamt auszubauen, auch im Hinblick auf den Umgang mit Hochwasserereignissen und die Wasserrettung.

C-Status: Zirkuläres Bauen mit recycelten Baustoffen und Klimawandelanpassung im öffentlichen Raum in Lindlar
Lindlar/Oberbergischer Kreis

Im Rahmen des Projektes sollen in Lindlar die Bereiche Freizeitpark, historischer Ortskern, Marktplatz/Mobilstation und Park Plietz mit recycelten Baustoffen und unter Berücksichtigung von Klimafolgen umgestaltet werden. Damit soll der öffentliche Raum in Lindlar zu einem Reallabor im Rahmen des REGIONALE-Projektes Bergischen Ressourcenschmiede werden, um zirkuläres Bauen in der Praxis zu erproben und zukünftig auch in anderen Bereichen Anwendung finden, beispielsweise bei der Entwicklung neuer Wohnbaugebiete. 

Auf dem ehemaligen Gelände des Promarkes soll ein neues Mischquartier in Wiehl entstehen. Visualisierung (Zwischenstand): FSWLA

C-Status: Seequartier Wiehl – Konversion ehemaliges Promarkt-Gelände
Wiehl/Oberbergischer Kreis, C-Status

Im Rahmen des Projektes soll im Zentrum der Stadt auf dem Gelände eines ehemaligen Fachmarktzentrums ein innovatives Wohnquartier für Wohnen und Dienstleistung entwickelt werden. Das zentral gelegene Quartier soll neben Büronutzungen auch unterschiedliche Wohnformen bereitstellen. Generationenübergreifendes Wohnen, Barrierefreiheit, Inklusion, Energieeffizienz sowie neue Mobilitätskonzepte und insbesondere klimakluges Bauen sollen berücksichtigt werden.

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