Die Altenberger-Dom-Straße verfügt über Schutzstreifen für Radfahrer, die aber zum Teil zwischen Fahrbahn und Parkstreifen liegen. Das Foto wurde in einer ruhigen Abendstunde aufgenommen, tagsüber staut sich hier oft der Verkehr. Foto: Thomas Merkenich

Angesichts neuer Protestaktionen des Einzelhandels in Schildgen hat der Beigeordnete Ragnar Migenda bekräftig, dass es bei der Ausarbeitung eines neuen Verkehrskonzeptes für den Stadtteil eine Bürgerbeteiligung geben wird.

„Wir beteiligen die Bürgerinnen und Bürger sehr stark bei der Erstellung des Verkehrskonzepts“, erklärt Ragnar Migenda, Dezernent für Verkehrsplanung der Stadt Bergisch Gladbach. Hintergrund sind die kritischen Stimmen aus der Schildgener Händler- und Dienstleisterschaft, die mit dem Entwurf der Verkehrsplanung um eine Verschlechterung ihrer Standortattraktivität fürchten.

„Selbstverständlich nehmen wir die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger wahr. Das Verkehrskonzept ist aber als erster Aufschlag zu verstehen. Es ist beabsichtig, wie bei vielen anderen Projekten auch, diesen Entwurf im Zuge einer Beteiligung mit der Öffentlichkeit weiterzuentwickeln“, so Migenda weiter.

Und: „Darüber hinaus erreichen uns aber auch zunehmend deutliche Stimmen von Einwohnern und Einwohnerinnen in Schildgen, die sich für deutlich mehr Sicherheit und Raum für Fahrradmobilität und damit einen entsprechenden Umbau in Schildgen aussprechen“.

Die Vorgeschichte

Die Verkehrssituation im Nahversorgungszentrum Schildgen stand erstmals im Jahr 2015 auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr. Im Rahmen einer studentischen Abschlussarbeit wurde ein erstes Konzept erarbeitet.

2017 führte die Verwaltung einen kreativen Ideenwettbewerb mit drei externen Planungsbüros durch. Die Ergebnisse wurden im Jahr 2020 der Politik vorgestellt. Ausgehend von diesen Ergebnissen wurde mit dem Büro MWM aus Aachen eine Weiterentwicklung des Konzeptes beschlossen und im vergangenen Jahr vorgestellt.

„Wir wissen, dass dieses Thema sehr komplex ist und legen deshalb während des gesamten Projektverlaufs einen hohen Wert auf Transparenz. Die Konzepterstellung ist zudem noch lange nicht abgeschlossen“, erläutert Ragnar Migenda.

Bürgerinnen und Bürger in Schildgen können im Rahmen einer umfassenden Beteiligung demnächst ihre eigenen Ideen, Wünsche oder Anmerkungen in das Konzept einbringen, um gemeinsam eine attraktivere Wohn-, Lebens- und Einkaufsstruktur für Schildgen zu schaffen.

Gleichzeitig vergibt die Stadt die weitere Ausarbeitung der Planunterlagen (Entwurfsplanung) an ein Fachbüro. „Wir werden frühzeitig den Termin der Beteiligungsmöglichkeit kommunizieren. Alle Anwohnenden, Gewerbetreibenden oder Interssierten sind herzlich dazu eingeladen. Dabei ist uns ein Miteinander und nicht Gegeneinander wichtig“, so Migenda abschließend.

Weitere Informationen zum Verkehrskonzept sowie Hinweise zum Beteiligungsverfahren unter www.bergischgladbach.de/verkehrskonzept-schildgen

Pressestelle Stadt BGL

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18 Kommentare

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  1. Was mich mal interessiere würde. Wieviele Parkplätze werden von Beschäftigten der Geschäfte, Bank/Sparkasse, Restaurants, … genutzt.
    Ich arbeite in der Innenstadt ohne die Möglichkeit, mein Auto den ganzen Tag nah an der Arbeitsstelle abstellen zu können (und fahre mit dem Fahrrad). Wenn also diese Plätze für die Kundschaft frei blieben, gäbe es keine Probleme mehr. Die Stellplätze an der Altenberger-Dom-Straße könnten alle weg, da es vor und hinter dem EDEKA, an der Kirche, … ausreichend Fläche gib

    1. Sie haben zwar keine Ahnung, ob und wieviele Parkplätze durch Mitarbeiter belegt werden, glauben aber dann zu wissen, dass man durch ein Parkverbot für Mitarbeiter genügend Parkplätze schaffen kann. Das nenne ich mal überzeugend!

      1. Ich finde diesen pauschalen Ansatz von @Babsy ehrlich gesagt auch eher unrealistisch.

        Man könnte ihn aber mal weiter denken und auch mit den Mitarbeitenden diesbezüglich ins Gespräch kommen und Alternativen wie Jobticket oder Jobrad besprechen. Schließlich wurde auch dieses Argument immer wieder in den Diskussionen gezückt. Vielleicht könnten selbige – mit Ihrem Verständnis für die schwierige Lage des Einzelhandels, die in diesem Zusammenhang so oft benannt wird und ihnen ja am allerbesten bekannt sein dürfte – mit gutem Beispiel voraus gehen und zu Gunsten der Kunden, die auf das Auto angewiesen sind, z.B. neben den o.s. Möglichkeiten etwas weiter entfernte Parkplätze nutzen.

        Wer aber Unterschriften sammelt mit dem vorwiegenden Ziel Parkplätze zu erhalten oder neu einzurichten, muss sich nicht wundern, dass u.U. auch die Belegschaft ihr „Recht“ am öffentlichen Parkgrund einfordert. Dass dabei sogar mindestens fragwürdige Behauptungen als Argumentationshilfe genutzt werden finde ich mehr als bedenklich. So war es nie und ist meiner Kenntnis nach bis heute nicht geplant die Zufahrt zum Parkplatz der Fa. Broich durch die Verlegung der Bushaltebucht zu entfernen.

      2. Hallo Herr Lehner,
        ich kenne durchaus einige Mitarbeiter, die die Parkplätze auf den (Privat)Grundstücken und öffentlichen Flächen nutzen. Diese könnten natürlich auch den Kunden zur Verfügung gestellt werden.
        Ich spreche übrigens nicht von einem Parkverbot sondern davon, dass die Geschäftsleute einen Kundenrückgang befürchten, da die Kunden nicht mehr an den Laden heranfahren können. Daher ist es doch mal einen Gedanken wert, ob die Plätze für die Kunden nicht zur Verfügung stehen könnten.

  2. Liebe Schildgener,
    ich kann Ihren Frust, Ihre Wut und Ihre Beurteilung der Leistung eines Herrn Migenda samt seiner Erfüllungsgehilfen nachvollziehen. Und dabei geht es mir nicht nur um Autofahrer. Egal welche Erklärung aus der Verwaltung oder von der Stadtspitze erfolgt, ich kann keiner folgen.

    Die gesamte Problematik muss hier nicht noch einmal genannt werden. Bislang hat niemand überzeugend erklären können, wie das geplante Ungleichgewicht im Schildgener Verkehr zugunsten von Radfahrern zu verbesserten Verkehrsbdingungen oder besserer Luft führen soll. Welchen Weg nehmen wohl all die Autofahrer, wenn sie mit Tempo 30 von der Autobahn nach GL wollen? Die Altenberger Dom Str., einen anderen haben sie nicht. Wo sollen die Konsumenten der zahlreichen Einzelhändler parken? Es gibt kein Konzept, wenn 100 von 130 Parkplätzen wegfallen. Wie mögen sich die Fußgänger fühlen, wenn sie, zumindest in der rusch hour, inmitten von Abgas-Qalm, der bei Tempo 30 stärker wird als bei 50, über die Bürgersteige gehen?

    Der Hype um den Fahrradverkehr ist um so gefährlicher, als sich im Verhältnis nur wenige Politiker und Bürger*innen in das Thema verbeißen, statt mit allen Verkehrteilnehmer-Gruppen gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, dass den 3 Gruppen gerecht wird. Wie schon einmal erwähnt, lassen sich 100 Jahre Auto nicht in wenigen Jahren zugunsten von Fahrrädern verändern. Bergisch Gladbach ist nicht Stockholm. Aber wenn irgendeine Stadtspitze samt Verwaltung in den letzten 30 Jahren mal ein Kozept aufgestellt hätte, wo GL hinwill und/oder -soll, würden wir heute viel weniger solcher Diskussionen führen müssen, bei denen die Stadt mit lauter Flickwerk vergeblich versucht, Wahlversprechen einzuhalten oder Umweltpolitik zu betreiben.

    In Schildgen kann keine der Lösungen zu allgemeinem Erfolg führen, die die Stadt oder welche mehr oder weniger geeigneten Planer vorschlagen. Die m.E. einzige Möglichkeit, allen 3 Verkehrsgruppen gerecht zu werden, ist eine Umgehung, die, rechtzeitig geplant, zusammen mit der Verlegung eines großen Gasrohrs, die sich momentan im Bau befindet, um Schildgen herum realisiert werden könnte.

    Das Nadelöhr Altenberg Dom Straße ist seit langem bekannt – aber auch ignoriert. Darum schreibe ich immer von Konzepten, nicht nur dort sondern für die gesamte Stadt. Und die angekündigte Bürgerbeteiligung wird ein ähnliche Farce werden wie die damals zum FNP-E. Eine echte Bürgerbeteiligung haben unsere Stadtspitzen nicht auf dem Schirm.

    1. Welche 100 von 130 Parkplätze, die wegfallen? Ungleichgewicht zugunsten der Radfahrer? Haben Sie sich das Konzept überhaupt schonmal angesehen?

    2. Das Konzept scheint nicht nur bei Herrn Havermann Panik auszulösen. Was die Stadtverwaltung und auch die Bürger erleben ist leider typisch in unserer autoverliebten Gesellschaft. Sobald Straßenrandparkplätze reduziert oder gar auf einzelnen Straßen den Radfahrern Vorrang eingeräumt werden soll, treten die Händler:innen und deren Verbände auf den Plan und beschwören den Untergang des Innenstadthandels. Die Gedankenwelt, in der sie und die ihnen verbundenen politischen Parteien leben, sieht aus wie in den Neunziger Jahren und beinhaltet die Sehnsucht nach den siebziger Jahren. Das heißt: Man fährt mit dem Auto in die Innenstadt und stellt es am besten mitten auf einem Marktplatz ab, zumindest aber am Straßenrand vor der Drogerie, wo man ein Schampoo kaufen möchte. Wenn das nicht geht, wird das Schampoo im Internet bestellt, so die Dauerdrohung. Was nicht hilft, ist ständig öffentlich zu skandalisieren, es gebe zukünftig keine Parkplätze und die Kundschaft werde deshalb nicht mehr anreisen. Das führt nämlich zu entsprechenden Zeitungsartikeln, die dann abschreckend wirken. Wohingegen es anziehend wirken würde, wenn der städtische Handel neue Verkehrskonzepte mit der damit verbundenen besseren Aufenthaltsqualität feiern würde als speziellen Erlebnisraum einer modernen Stadt. Sodass Neugierde entsteht. Es wird nämlich kein Zurück mehr geben in die autogerechte und fußgänger- und radfeindliche Stadt. Der Handel wandelt sich, er hat sich immer gewandelt. Nostalgie hindert die Geschäftetreibenden daran, die Herausforderung anzunehmen und positiv zu nutzen.
      @Herr Havermann: der Vorschlag der Umgehung ist sowas von aus der Zeit gefallen, da fällt mir dann wirklich nichts mehr zu ein, außer: wer Straßen sät wird Verkehr ernten.

    3. Tempo 30 führt zu weniger Abgasen. Und Tempo 30 wird nicht zu mehr Staus führen. Und Tempo 30 führt zu mehr Sicherheit. Ich glaube, alles das, wird von kaum jemand ernsthaft bezweifelt. Es ist aber leider so, dass in den Planungen der Stadt Tempo 30 bisher praktisch keine Rolle spielt, man aber die straßenbegleitenden Parkplätze samt und sonders streichen will. Die ganz große Mehrheit der Bürger Schildgens und Umgebung, sorgen sich deshalb zu Recht um unseren Ortskern, dessen Hauptanziehung der Einzelhandel ist!

      1. Herr Lehner, dass Tempo 30 in den Überlegungen keine Rolle spielt, ist nicht richtig. Einem Beschlussvorschlag für eine Sitzung am 31.05.22 kann man entnehmen: „Der Ausschuss für Mobilität und Verkehr empfiehlt nach Erörterung und Abwägung aller Belange, die sich aus der Stellungnahme der Verwaltung ergeben, das ihr zustehende behördliche Ermessen dergestalt auszuüben, auf der Altenberger-Dom-Straße zwischen der Einmündung der Schlebuscher Straße und der Einmündung der Kempener Straße in beide Richtungen die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf maximal
        30 km/h zu begrenzen.

      2. Beim E-Auto ist 30 oder 50 egal ;)

        Und sind diese Mittelstreifen beim autonomen Fahren berücksichtigt? Bestimmt so ein deutsches Ding, was die internationalen Entwickler nicht kennen.

  3. Es ist mal wieder ein unglaublicher Schwachsinn jetzt schon wieder ein (weiteres ) Planungsbüro mit einer neuen Untersuchung zu beauftragen bevor die Bürgerbeteiligung oder Befragung stattgefunden hat. Das lässt doch vermuten, dass das Ergebnis dieser sog. Bürgerbeteilgung Herrn Migenda garnicht interessiert. Das hat ihn ja schon bei der Buddestrasse, B55, Laurentiusstrasse, Kempenerstrasse etc. nichtinteressirt. Weder die Ergebnisse der Verkehrszählung, noch die Anregungen und Wünsche der Anlieger wurden berücksichtig. Man muss natürlich auch Wissen, das Herr Migenda , als begeisterter Fahrradfahrer der Dezernent der GDrünen ist, die unbedingt das Auto gegen das Fahrrad tauschen wollen.Wenn man sich darüber hinaus anschaut welcher Planungsbüros beauftrag werden, ist da auch der Wunsch der Ampel nach Auto weg-Fahrrad her- abzulesen.
    Im übrigen hat S. Scutolum bereits das Meiste zu Thema Verkehrsplanung Schildgen gesagt. Eine Anmerkung möchte ich aber noch dazu machen. Der Titel Verkehrsplanung ist ja vollkommen falsch, der Verkehr ( zu über 90% aus motorisierten Fahrzeugen bestehend, wie die letzte Zählung ergeben hat), soll ja nach Wunsch der Fahrradfahrer abgeschafft werden.

  4. Bisher war die Bürgerbeteiligung eine Farce. Es wurden die Pläne 4 verschiedenen Gruppen lediglich vorgestellt. Eine Mitwirkung oder Beeinflussung der Pläne fand, zumindest für die Hauptleidtragenden, Kunden und Gewerbetreibende, nicht statt. Auch jetzt wird bereits die Detailplanung in Auftrag gegeben, ohne irgendeine Kommunikation mit den Bürgern.

    Ich habe in dieser Angelegenheit einzelne Mitglieder der Politik, und auch der Verwaltung, als abgehoben, geradezu arrogant erlebt.

    Es bleibt zu hoffen, dass diese Bürgerbeteiligung nicht nur ein Feigenblatt wird, das befürchte ich aber. Die Umsetzung der Pläne fördert das Gegeneinander und nicht das Miteinander der Verkehrsteilnehmer. Die beiden Straßenhälften im Ortskern werden noch mehr getrennt.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass, wenn die Pläne umgesetzt werden, ein Verkehrs- und Parkchaos rund um die Altenberger-Dom-Str entstehen wird. Es werden nicht plötzlich Hunderte Radler auftauchen und im Gegenzug Autos verschwinden. Ich selbst bin regelmäßiger Radler und halte die Pläne trotzdem für schlecht!

  5. Die Gewerbetreibenden in Schildgen fürchten um ihre Existenz im Falle der Umsetzung der städtischen Planungsideen. Diese Befürchtungen sind kein Hirngespinst oder nicht haltbare Vermutungen. Die Beschlussvorlage für die Sitzung des Ratsausschusses für Mobilität und Verkehrsflächen am 31.05.2022 spricht eine eindeutige Sprache:

    Derzeit befinden sich entlang des betroffenen Teils der Altenberger-Dom-Straße 72 Parkplätze im öffentlichen Straßenraum und 10 öffentliche Parkplätze an der katholischen Kirche. Von der Straße aus anfahrbar sind weitere 42 Kundenparkplätze auf privaten Grundstücken.

    Nach meinem Verständnis der jetzigen Beschlussvorlage und den bisherigen Planungen entfallen alle 72 Parkplätze im öffentlichen Raum (Kempener Straße bis Schlebuscher Straße), weiteren 30 Kundenparkplätzen auf privaten Grundstücken wird die Zufahrt genommen. Von bislang 124 Parkplätzen fallen damit 102 weg. Das ist mal ein Wort.

    Aber das ist noch nicht alles. Überall dort, wo Radfahr- oder Radschutzstreifen eingerichtet werden, entsteht de facto ein absolutes Halteverbot. Denn es darf mit Kraftfahrzeugen weder auf, noch links neben diesen Streifen gehalten werden.

    Für den Bereich der Altenberger-Dom-Straße bedeutet dies letztlich:

    – Parkraum um mehr als 80% reduziert, Halten unmöglich –

    Wenn ca. 2/3 der Kunden die Gewerbetreibenden in Schildgen mit dem KFZ aufsuchen, wer kann es dann den Gewerbetreibenden verdenken, dass sie sich aufgrund der jetzigen Planungen in ihrer Existenz gefährdet sehen und ein von der Verwaltung in Aussicht gestelltes „Miteinander“ nicht erkennen können.

    Dass sich mit der Einrichtung der von der Verwaltung favorisierten Radinfrastruktur das Mobilitätsverhalten der Kunden verändern wird, ist klar. Nur wird es nicht so sein, dass die Mehrheit dieser Kunden sofort auf Rad und Schusters Rappen umsteigt. Sie wird halt schlicht woanders hinfahren und zwar mit dem Auto.

    Der neue Arbeitstitel in der Beschlussvorlage heißt jetzt „Aufwertung des öffentlichen Raums für das Nahversorgungszentrum Schildgen“. Ob es zu einer Aufwertung kommt, wird sich zeigen. Für wahrscheinlich dürfte aber gehalten werden können, dass zu diesem Zeitpunkt kein Nahversorgungszentrum mehr vorhanden ist.

    Interessant in der Beschlussvorlage sind auch die Ausführungen zu den klimatischen Auswirkungen:

    „Durch die Schaffung einer attraktiven Radwegeverbindung wird der Umstieg vom Auto auf das Rad gefördert. Demzufolge sind die klimatischen Auswirkungen als durchweg positiv zu bewerten.“

    Hat man hierbei auch berücksichtigt oder eingeplant, dass es trotz einer Radinfrastruktur „unverbesserliche“ Menschen geben wird, die weiterhin das Auto nutzen (ggfs. auch müssen) und künftig weitere Wege in Kauf nehmen oder letztlich in Kauf nehmen müssen, wenn es kein Nahversorgungszentrum mehr gibt?

    1. Was ich noch vergaß:

      Auch für die anderen Beteiligten in Schildgen ist der jetzige Planungsstand nicht unbedingt ein Zuckerschlecken.

      Für Besucher, Handwerker oder Lieferanten der Anwohner der Altenberger-Dom-Straße heißt es „Halteverbot“. Daher zu Fuß mit ÖPNV oder mit dem Rad vorbeikommen oder eine kostenpflichtige Sondergenehmigung einholen, wenn möglich.

      Für den Durchgangsverkehr in Richtung Bergisch Gladbach besteht Aussicht auf noch mehr Stau. Durch Wegfall der Linksabbiegespur in die Voiswinkeler Straße wird die Kreuzung dort für Fahrzeuge, die aus Richtung Odenthal kommen, nur schwer durchlässig. Ach so, Radfahrer könnten dort durch Fahrzeuge gefährdet werden, die rechts an den Linksabbiegern vorbeifahren möchten.

      Die Anwohner von ruhigen Wohn- und Nebenstraßen dürfen sich auf mehr Umgehungs- und mehr Parksuchverkehr freuen.

      Zu Lasten der Sicherheit der Schulkinder wird der Hochbord-Gehweg in der Einmündung Fahner Weg entfernt.

      Und auch für die Elterntaxis ändert sich etwas. Aus Richtung Odenthal kommend ist es nicht mehr so einfach, die Kinder mal eben auf dem Weg zur Arbeit an der Schule abzuschmeißen. Denn Linksabbiegen in Fahner Weg und Concordiaweg wird mittels durchgezogener Linie verboten. Da heißt es entweder weitere und zeitaufwändigere Wege in Kauf nehmen und noch mehr KFZ-Verkehr zu verursachen oder die Kinder zu Fuß oder mit Rad und Roller in die Schule zu schicken bzw. zu bringen.

      Es ist sicherlich schwer, das Verkehrsproblem in Schildgen zu lösen. Die geplante Einrichtung einer Radinfrastruktur löst es jedenfalls nicht. Hierzu bedarf es Maßnahmen, die den Belangen aller Verkehrsteilnehmer, Anwohner und Gewerbetreibenden Rechnung tragen.

      Um diese zu finden, ist Kommunikation mit allen Beteiligten erforderlich. Erst Fakten schaffen und anschließend reden ist ungeeignet.

    2. Moin! Da ist aber jetzt mal ein bisschen Faktencheck nötig.

      Ja, es sollen 72 Längs-Parkplätze an der ABD wegfallen. Davon befinden sich allerdings nur 23 im Kernbereich zwischen Kempener Straße und Leverkusener Straße. Die anderen 49 Plätze befinden sich jenseits des Concordiaweges und sind daher für den örtlichen Einzelhandel im Kernbereich als Parkplätze nicht von Relevanz.

      Des weiteren haben Sie 42 Parkplätze auf privatem Grund ausgemacht. Ob diese Zahl so genau stimmt, kann ich nicht nachvollziehen, nehme sie aber jetzt einfach an.

      Es stimmt nicht, dass die Zufahrt zu 30 dieser privaten Parkplätze genommen werden soll – auch wenn die IG Schildgen dies behauptet.

      Der Parkplatz der Firma Broich wird durch die Bushaltestelle hindurch weiterhin zugängig sein.

      Der Parkplatz neben dem Irish Pub soll eine geänderte Zufahrt erhalten (Ein- und Ausfahrt über dieselbe Stelle im Broicher Feld). Ob dies möglich ist, sehe ich skeptisch, gehe aber davon aus, das eine Lösung gefunden wird.
      Gehen wir also von 75 Parkplätzen im Kernbereich aus, von denen lediglich 23 komplett gestrichen werden sollen (die Längsparkplätze an der ABD), dann haben wir keine Reduzierung um 80%, wie von Ihnen behauptet, sondern von ca. 30%. Das klingt schon ganz anders.

      Völlig außer Acht gelassen haben Sie die Parkplätze hinter dem EDEKA neben dem Schützenheim, die von EDEKA auch offiziell als zusätzliche Kundenparkplätze ausgeschildert sind und auch heute schon entsprechend genutzt werden.
      Zusätzlich werden, soweit ich informiert bin, Gespräche mit der KSK (bzw. den Eigentümern des Grundstücks) und mit der Firma Broich geführt, bisher nicht für Parkzwecke genutzte Flächen in Parkplätze umzuwandeln.

      Wie ich auch an anderer Stelle schon erklärt habe, dienen öffentliche Straßen nicht nur dem Zweck, die Zufahrt zum Einzelhandel zu ermöglichen, sondern sie müssen noch viele andere Aufgaben erfüllen.

      Eine wichtige Aufgabe der ABD in Schildgen ist zum Beispiel Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Ab 10 Jahren dürfen Kinder nach StVO mit dem Rad nicht mehr auf dem Gehweg fahren. Sie wollen aber nicht allen Ernstes GrundschülerInnen und SchülerInnen, die nach Odenthal zu RS und GYM fahren, zumuten auf den sogenannten „Schutzstreifen“ zu fahren – morgens im Berufsverkehr. Also fahren die SchülerInnen verbotener Weise auf dem Gehweg und geraten in Konflikte mit den FußgängerInnen oder werden von den Eltern mit dem Auto kutschiert. Ist das der Plan für die Zukunft?

      Ebenfalls habe ich an anderer Stelle schon versucht deutlich zu machen, dass die Gründe ein bestimmtes Geschäft aufzusuchen oder nicht, nicht ausschließlich von der Verfügbarkeit von Parkplätzen direkt vor der Tür abhängt.

      In Ihrem weiteren Kommentar monieren Sie den Wegfall des Hochbord-Gehweges im Bereich Einmündung Fahner Weg. Können Sie mir erklären wo das Problem liegt? Wann sind Sie das letzte mal vor Ort gewesen, ob der Gehweg (der als Zwischenlösung auch wieder für den Radverkehr freigegeben wurde) auf einem Hochbord liegt oder nicht, ist den aus- und einfahrenden PKW (auch Elterntaxis) herzlich egal. Das ändert nichts am Verhalten.

      Ein Linksabbiegeverbot in den Fahner Weg mittels durchgezogener Linie kann ich in den Plänen definitiv nicht erkennen. Beim Concordiaweg bin ich mir nicht sicher. Davon war aber bisher nie die Rede.

      Eine verbesserte Rad- und auch Gehweginfrastruktur vermindert aber wahrscheinlich die Zahl der Elterntaxis, da die Eltern das Auto nicht mehr als einzige sichere Schulweglösung betrachten müssen.

      Ja, Sie haben Recht: die Lösung wird nicht einfach, die Forderungen der Händler sind mir aber zu einseitig auf Parkplatzerhalt ausgelegt.

      Deswegen soll es eine weitere Bürgerbeteiligung geben, bei der man versucht der Lösung gemeinsam ein Stück näher zu kommen.

      1. Hallo Frau Schichtl,
        auch von mir ein ganz herzliches Dankeschön.
        Es braucht Menschen, die mit Vernunft an Dinge herangehen, nicht nur eindimensional denken und Mut zu Veränderungen haben (oder sich Veränderungen zumindest vorstellen können).

      2. Ob die Parkplätze neben dem Optiker Broich erhalten bleiben, das weiß keiner. Die Parkplätze hinter dem Edeka sind jetzt schon oftmals vollständig belegt. Auf die potentiellen Parkplätze hinter der Kreissparkasse ist die Verwaltung durch Bürger aufmerksam geworden. Ob das mal möglich wird, steht völlig in den Sternen.

        Selbstverständlich wird der MIV in fernerer Zukunft nicht mehr so weiter laufen können und dürfen. Aber dass zunächst die Geschäfte in einem Ortskern lahmgelegt werden, wo man doch erst mal Tempo 30 ausprobieren könnte, und auch andere Lösungen vorstellbar sind, halte ich für total falsch.

        Und dass diese geplanten Maßnahmen für die Geschäfte extrem schwierig werden, kann meines Erachtens nicht bestritten werden. Es ist reines Wunschdenken, dass wir plötzlich signifikant mehr Fahrradfahrer haben werden.

        Für die Zukunft ist das zu hoffen, aber kurz- und mittelfristig brauche auch ich dann nicht mehr mit dem Fahrrad zum Einkaufen zu fahren, weil der nächste Vollsortimenter in Odenthal oder Paffrath ist. Von Sport, Foto, Tauch, Modegeschäften ganz abgesehen.