Mit Bedauern akzeptiert Bürgermeister Frank Stein, dass das Gebäude in der Senefelder Straße nicht mehr zur Verfügung steht. Foto: Thomas Merkenich

Kurzfristig sollte die Anmietung von Büroräumen in der Senefelder Straße der Stadtverwaltung etwas Spielraum bei der Einstellung von neuem Personal geben. Doch das Projekt wurde immer komplizierter, jetzt ist der Eigentümer ganz aus den Verhandlungen ausgestiegen.

Möglichst rasch solle ein Gebäude in unmittelbarer Nähe des Gustav-Lübbe-Hauses am Rand der Zinkhütte als Interims-Standort der Stadtverwaltung hergerichtet werden, hatte sie im Februar verkündet. Denn es fehlt nicht nur der Ersatz für die maroden Stadthäuser, sondern auch der Platz für die Schreibtische neuer Mitarbeiter:innen.

Vier Monate später muss die Stadt jetzt mitteilen, dass die Verhandlungen geplatzt sind, der Eigentümer habe sich aus dem Verfahren zurückgezogen. Zwei städtische Fachbereiche mit immerhin 150 Schreibtischen hätten auf den 2.900 m² Bürofläche Platz finden sollen. 

Die konkrete Planung sei nach der Freigabe durch den Stadtrat im Februar aber immer komplexer geworden. Eine Überprüfung der Statik zeigte, dass die ursprünglich geplanten Um- und Ausbaumaßnahmen nicht in Frage kamen. Hinzu seien steuerliche Aspekte und alte Mietverträge gekommen. Ende Mai habe der Eigentümer dann erklärt, aus den Verhandlungen auszusteigen.

„Wenn der Eigentümer die Verhandlungen abbricht, muss man das zur Kenntnis nehmen. Ich hätte es mir anders gewünscht“, sagt Bürgermeister Frank Stein. Wichtig sei ihm die Feststellung, dass die Entwicklung zur Senefelderstraße „keinen unmittelbaren Einfluss auf die Planungen hinsichtlich des neuen Stadthauses“ habe. Hier stehe unverändert die Verhandlungen mit den Eigentümern des AOK-Gebäudes auf der Agenda – wo mittelfristig Ersatz für die alten Stadthäuser geschaffen werden soll.

Nun sei die Stadt erneut intensiv auf der Suche nach Büroflächen, die kurzfristig zur Verfügung stehen. Zudem müsse die Stadt nun das Thema „neue Arbeitswelten mit technischen Lösungen“ vorantreiben. Im Klartext: mobiles Arbeiten, Home Office und geteilte Schreibtische sollen wenigstens etwas mehr Spielraum für Neueinstellungen schaffen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Wenn 150 Schreibtische ein neues Zuhause finden sollen, dann wäre es adäquat, vor den Hurra-Schreien „wir haben da was“ gründlich zu prüfen, ob man da wirklich was hat. Die vielen Imponderabilien, die der Bürgermeister nun als Torpedos für einen Mietvertrag nennt, waren sicher schon länger vorhanden.

    1. … andererseits war längst (gerüchteweise) bekannt geworden, dass die Stadt Verhandlungen führt. Hätte der Bürgermeister dies der Öffentlichkeit vorenthalten und auf entsprechende Presse-Anfragen lügen sollen?
      Nein, es war richtig, über die Option zu informieren. In der konkreten Darstellung allerdings durfte keine falsche Gewissheit vermittelt werden, und nur insoweit gebe ich Ihnen recht.