Der akute Personalmangel führt beim Bahnverkehr von und nach Bergisch Gladbach zu drastischen Einschränkungen: Die Bahn stellt des Verkehr zwischen Neuss und GL (zunächst) für den Rest dieser Woche komplett ein. Ein paar Taxen sollen für Ersatz sorgen.

„Durch einen hohen Krankenstand fallen die Züge der Linien S 8, S 11, S 12 und S 19 vom 21.07.2022 bis 25.07.2022 (03:00 Uhr) leider aus“, teilt die Bahn auf ihrer Website lapidar mit. Bereits zuvor war es immer wieder zu punktuellen Ausfällen gekommen, doch nun greift das Unternehmen zum ersten Mal auf eine vollständige Aussetzung des Verkehrs zurück.

Noch nicht einmal einen echten Schienenersatzverkehr kann sie bislang für die vier betroffenen S-Bahn-Linien anbieten.

Nur für die Strecke der S 11 wurden fünf Großraumtaxen und fünf normale Taxen angemietet, die zwischen Neuss und Bergisch Gladbach pendeln sollen.

Alternative Verbindungen von Köln nach Bergisch Gladbach führen mit der Straßenbahn der KVB bis Bensberg, Refrath oder Delbrück und dann weiter mit dem Bus.

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Redaktion

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18 Kommentare

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  1. Ich kann dem sachlichen Kommentar von T. Jung nur zustimmen. Seit Jahrzehnten wissen wir, dass, sobald die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen, überall erhebliche Personalprobleme auftauchen werden. Corona zeigt uns nun, wie in einem Brennglas, unsere jahrzehntelange Ignoranz auf. Auf allen Ebenen werden uns qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Sie tun es ja bereits jetzt. Der Ausfall der S11 ist da nur ein Mosaiksteinchen. Infrastruktur, Verkehr, Gesundheit, Renten, Erziehung, Digitalisierung, usw.

    T. Jung hat recht, denn es braucht mehr als eine Legislaturperiode um dies zu korrigieren.

    Spannend zu beobachten ist dabei nur eines: Auf einmal suchen wir wieder händeringend ausländische Arbeitskräfte. Aber das uns qualifizierte ausländische Arbeitskräfte dabei unterstützen, ist noch gar nicht ausgemacht. Denn in Deutschland müssten sie ja von ihrem schwer verdienten Lohn, 50 Jahre lang in ein marodes Rentensystem einbezahlen. Um dann , im Jahre 2072, mit vielleicht 69 oder 71 Jahren davon partizipieren zu können.

    Wer rechnen kann, bleibt weg. Da gibt es attraktivere Länder. Die suchen nämlich auch. Und wer das jetzt den Grünen (nach ein paar Monaten an der Regierung) in die Schuhe schieben will, den würde ich bitten, noch einmal genau hinzuschauen.

  2. “ Durch einen hohen Krankenstand“

    Erleben wir doch in allen Bereichen. Flugverkehr,Arztpraxen müssen schliessen, Gastronomie nur noch bedingt einsatzbereit, Personalnotstand aufgrund Erkrankungen in den Kliniken. Lieferketten funktionieren nicht mehr…..
    Überall herrscht doch dieser Krankenstand.

    Ich wurde vor einigen Wochen im Aufwachraum nach einer OP wach. Eine einzige MA musste sich um die frisch Operierten kümmern und drehte fast durch.
    In einem leisen Telefonat was diese MA führte, äußerte sie den Verdacht, selber an Covid erkrankt zu sein.
    Im Anschluss kam sie zu mir um noch den Zugang in der Vene zu kontrollieren.

    Super Gefühl

    Und der Krankenstand wird auch noch schlimmer, solange unser Gesundheitsminister von einer kleinen Minderheitenpartei permanent ausgebremst wird.

    Für die “ normale“ Bevölkerung ist Corona doch vorbei. Es ist Partytime angesagt.
    Wer noch mit einer Maske durch den Supermarkt läuft, dem einzigen Schutz den wir noch haben, wird doch wie ein Alien angesehen.

    Also nicht wundern wenn der Supermarkt demnächst geschlossen ist, weil die Mitarbeiter dank der maskenlosen Infizierten, die auf nichts Rücksicht nehmen alle erkrankt sind.

  3. Vielleicht sollte man der „Regierung “ auch mal einen gewissen Zeitrahmen geben, um Strukturen zu verändern und überfällige Maßnahmen umzusetzen. Und dabei könnte man evtl. in Betracht ziehen, das die aktuellen Umstände (Krieg in Europa, Folgen einer globalen Pandemie, Klimakrise und Personalnotstand) sicher nicht Die Arbeitsbedingungen erleichtern. Vielleicht wäre eine Legislaturperiode ein guter Rahmen zur Beurteilung, andere hatten ja immerhin 4 davon? Viele Menschen sind durchaus bereit dazu vermehrt alltägliche Wege mit alternativen Verkehrsmitteln und dem ÖPNV zurückzulegen, auch wenn darunter ein wenig die Bequemlichkeit leiden mag. Dafür ist aber natürlich ein genereller Wandel in der deutschen und der kommunalen Verkehrspolitik unausweichlich. Wenn man sich die jährlichen Subventions-und Infrastrukturkosten für den Automobilbereich anschaut, ist da sicherlich Geld zur Umverteilung vorhanden, man müsste nur wollen und verkrustete Strukturen aufbrechen. Das 9€ Ticket wurde leider primär als populistische Maßnahme mißbraucht, allerdings hatte man jetzt doch einen guten Stresstest mit dem Ergebnis, dass die Bahn und der ÖPNV ziemlich marode und vielerorts kaputtgespart wurde, so dass die Fortbewegung mit dem Auto quasi alternativlos geworden ist. Ich drücke die Daumen, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkennt und bereit ist jetzt alle verfügbaren Ressourcen in eine Mobilitätswende steckt. Aber leider sieht man schon an der überhitzten „Tempolimitdebatte“ wie schwer dieser Weg sein wird.

  4. die Personalnot ist ein Mix aus Urlaub und (Corona)-Erkrankungen und findet sich in vielen Branchen wieder. In GL sind wir in der glücklichen Lage, eine redundante Verkehrsverbindung zu haben (KVB/Wupsi/Bahn). Und auch die Pendler haben gerade meist Urlaub… Also was? Was sollen die Menschen im Siegtal oder an der Erft sagen?
    das hat wenig mit großer Politik zu tun, sondern mit sparzwängen in allen Bereichen.
    Das 9EURO-Ticket gibt es ja auch quasi umsonst, nur die Mehrarbeit will jeder bezahlt haben. Ist wohl klar, das das nicht wirklich funktioniert.
    Es sei denn, wir akzeptieren, das die Bahnen demnächst personallos und ferngesteuert fahren.

  5. Ich verkneife mir hier mal die Kritik an der Bahn. Aber: Die massive Aktion schreit geradezu nach der Suche nach Alternativen. Und hier muss eine schnelle Busverbindung zwischen Bergisch Gladbach und der Straßenbahn-Endstation Thielenbruch oberste Priorität haben. Dabei reicht allerdings eine Linie allein von und nach Gladbach nicht aus. Weitaus effektiver wäre eine Verlängerung der aus Wipperfürth/Kürten kommenden Wupsi-Linien 426 und 427 über den Gladbacher Busbahnhof hinaus über die Gierather Straße nach Thielenbruch – mit allenfalls noch drei/vier Zwischenhaltestellen. Mit anderen Worten: Die Linien sollten ab Gladbach schon Schnellbus-Charakter haben.“

    1. Gute Idee mit kleinem Haken: Die Wupsi hat, wie die RVK auch, ebenfalls Personalmangel. Wenn die Busse weiter (länger) fahren, braucht man mehr Fahrer, denn die Pausenzeiten sind einzuhalten.

      Eine Busverbindung vom Busbahnhof nach Thielenbruch sollten die Maßgebenden dennoch in ihre Planungen aufnehmen – auch wenn sie selbst vermutlich nur zu Werbezwecken den ÖPNV nutzen ;-)

  6. Und da diskutiert man schon seit Jahren über ein zweites Gleis für die Strecke Dellbrück – Bergisch Gladbach für die S 11. Hätten wir besagtes Gleis schon, könnte die Bahn ja dann auf zwei Gleisen verspätet kommen oder eben ganz ausfallen. So wird das mit der Verkehrswende nix… *Ironie off*

  7. “Die Deutsche Bahn AG (kurz DB AG oder DB, in eigener Werbedarstellung häufig Die Bahn) ist ein bundeseigener Mobilitäts- und Transportkonzern mit dem Kerngeschäft Eisenbahn. Das Unternehmen ist als Aktiengesellschaft organisiert und befindet sich vollständig im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland!”
    aus Wikipedia
    Die aktuelle Regierung unter der Führung der Grünen möchte den PKW Verkehr auf den ÖPNV verlagern, schafft aber nicht diesen, auch nur einigermaßen am Laufen zu halten. Man stelle sich vor, ein kleiner Unternehmen macht wegen Kranheitsausfall seiner Mitarbeiter einfach seinen Laden zu!
    Was ist hier eigentlich los in Deutschland? Ach ja, wie war das noch mit der Einstellung von Herrn Habeck zur Vaterlandsliebe… “fand ich stets zum kotzen”?
    Wir müssen allen notleidenden Völkern helfen, aber unsere eigenen Nöte werden nicht bedient.
    Ach ja, Fahrradwege müssen her, da sind ja die Prioritäten hier in GL. Dann fahren wir eben mit dem Rad nach Köln zur Arbeit, zum Einkaufen natürlich mit dem Lastenfahrrad, macht besonders bei der Hitze Spaß.

    1. Es kann doch nicht sein, dass eine Großstadt wie Bergisch Gladbach mit über 100.000 Einwohnern wiederholt komplett vom Bahnverkehr abgehängt wird. Im Juni gab es das auch schon. Wo bleibt da die Politik aus Stadt und Kreis ? Der Landrat ist Vorsitzender des Nahverkehrs Rheinland. Als politisch Verantwortliche würde ich hier Sturm laufen. In anderen Bundesländern wird dann ein Ersatzverkehr durch andere Eisenbahnverkehrsunternehmen organisiert.

      1. Gute Idee. Insbesondere weil demnächst die S11 ja richtig lange stillgelegt wird, sofern der Ausbau noch in diesem Jahrhundert kommt. Bringt umgehend Verbesserung und wäre für viele Pendler extrem wichtig…. Die S-Bahn bleibt unzuverlässig. Ist nichts neues…

    2. Da werden ja wie ich meine recht undifferenziert ganz unterschiedliche Dinge durcheinander geworfen. Hier mal ein paar Denkanstöße:

      – Es gibt derzeit bei uns in GL nirgendwo eine „Regierung“ unter Führung der Grünen

      – Verhältnis DB AG und Töchter wie DB Regio, Zuständigkeiten Bund/Land betrachten.

      – Den Personalkahlschlag nach der Wiedervereinigung bei der DB muss man unionsgeführten Bundesregierungen anlasten.

      – Ebenso die Abkehr vom Kerngeschäft Eisenbahn in Deutschland (!) u.A. zugunsten von Immobiliengeschäften oder defizitären Auslandsgeschäften, was nicht nur Eisenbahn einschließt.

      -„Laden zumachen wegen hohem Krankenstand“ muss man sich nicht vorstellen, das kann man auch in Kinderbetreuungseinrichtungen erleben.

      -In Deutschland ist das los, was im europäischen Ausland im Hinblick auf Verkehrsrprobleme infolge Personalmangel auch los ist.

      -Der Wirtschaftsminister wird nett zitiert, aber was ist mit dem Verkehrsminister?

      -Radwege in GL stehen nicht im Widerspruch zur S-Bahn.

      -Einkaufen mit der Bahn macht praktisch niemand und macht gerade bei Hitze mit dem Fahrrad mehr Spaß als mit dem Auto oder dem Bus.

      1. BRAVO !!! Endlich mal jemand, der nicht undifferenziert meckert, sondern nachdenkt.

  8. Dieses Land ist sowas von kaputt, da fehlen echt die Worte. Hätte man mir vor 20 Jahren gesagt, welche Probleme wir heute haben, ich hätte denjenigen für verrückt erklärt.

    1. Auswandern! Sofort auswandern! Nur so können sie den unmöglichen Zuständen in unserem Land entgehen.

      Dort werden Zugbegleiter, Stellwerkmitarbeiter, Löckführer und Andere nicht krank und alle Züge fahren pünktlich, Heizung bzw. Klimaanlage funktionieren einwandfrei und es gibt Speisen und Getränke am Sitzplatz, auch sind die Toiletten stets sauber.

      Einziges Problem: Wo auf unserer Erde mag das sein?

  9. Durchsage in Berg.Gladbach S.Bahnhof..leider fällt der naechste Zug aus ..wir bitten um Entschuldigung. .hahaha wiedo nicht die Wahrheit den ganzen Tag fallen die Zuege aus…Nein jede 20 Minuten die Lüge weiter erzählen!

    1. Auch ein Ergebnis des 9 Euro Tickets, das unzählige Menschen in die Bahnen und Busse treibt, nur weil es so schön billig ist. Mal in Münster Kaffee trinken anstatt in Bergisch Gladbach. Dieses Geld wäre sinnvoller in den Ausbau des ÖVNP investiert worden.

      1. Die These ist also, dass die Verkehrsbetriebe im Mai in Personal (für das Stellwerk) investiert hätten. Das wurde dann aber aufgrund des 9-Euro-Tickets nicht getan und deswegen kommt es jetzt zu den personalbedingten Ausfällen.
        Oder wie ist der Zusammenhang gemeint?