Diese Schilder weisen auf Gasleitungen hin. Foto: Thomas Merkenich

Der Stadtrat hat zwar bereits die Einführung eines digitalen Energiemanagements beschlossen. Nach Ansicht der FWG ist angesichts der Gaskrise eine Debatte zur Umsetzung städtischer Energiesparmaßnahmen jetzt sehr schnell erforderlich. Neben finanziellen Belastungen gehe es auch um die Lage in den Schulen.

Die Situation der Gasversorgung hat sich noch einmal verschärft, nachdem Gazprom beschlossen hat, seine Gaslieferung noch einmal auf die Hälfte der ohnehin schon reduzierten Menge zu drosseln.

Dies wird erhebliche Auswirkungen auf die Preisentwicklung, aber auch auf die Versorgungslage selbst haben. Der EU-Notfallplan, der eine Gasersparnis von 15 Prozent vorsieht, scheint nach neuesten Agenturmeldungen akzeptiert zu werden. Er könnte von der EU auch verbindlich gemacht werden. Vorerst sieht er eine freiwillige Umsetzung der Mitgliedsstaaten vor.

Nicht auf digitales Energiemanagement warten

Die Frage der Gasversorgung hat selbstverständlich eine kommunalpolitische Dimension von großer Bedeutung. Die auf die Gemeinden zukommenden Belastungen treffen in vielen Fällen zudem auf eine angespannte Haushaltssituation.

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Dieser Beitrag stammt von der Freien Wählergemeinschaft (FWG).

Der Bergisch Gladbacher Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause den Aufbau und den beabsichtigten Betrieb eines digitalen Energiemanagement beschlossen. Dazu soll ein Förderantrag gestellt werden, der sich auf die Jahre 2023-2025 bezieht.

In der von der Verwaltung vorgelegten Begründung heißt es dazu: Bei Klimaschutz und Energieeffizienz sowie dem verantwortungsvollen Umgang mit vorhandenen Ressourcen nehmen Städte, Gemeinden und Landkreise eine zentrale Rolle ein – als Akteur, Berater, Vermittler und Vorbild.

Das ist richtig und aktueller denn je. Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg ist aber sofortiges Handeln notwendig.

Krisengipfel auch der Stadt erforderlich

Die FWG Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach will deshalb, dass sich Verwaltung und Politik möglichst kurzfristig mit Einsparungen auseinandersetzen. Der RBK (Rheinisch Bergischer Kreis) hat in diesem Zusammenhang bereits zu einem Klimagipfel eingeladen.

Benno Nuding, Fraktionsvorsitzender der FWG

Fraktionsvorsitzender Benno Nuding: „Das erwarten wir auch von der Stadt. Ein geeigneter Termin dazu wäre der für August geplante Hauptausschuss, der mangels Themen abgesagt wurde. Das müssen wir rückgängig machen.“

Es geht der FWG aber nicht allein um die finanzielle Problematik. Eine drängende Frage ist, inwieweit der Betrieb der Schulen bei Minderung oder Ausfall von Gaslieferungen erschwert werden könnte. Welche kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen wird die Stadtverwaltung ergreifen, um zu den vorgegebenen Einsparzielen zu kommen?

image_pdfPDFimage_printDrucken

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

7 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. können wir bitte mit dem Gejammer zum #Thema Gas aufhören.
    miten im Sommer bei 30° Celsius über Gasnotstand zu reden, ist reine Angstmache statt Erholung. Erholung brauchen wir für den Winter.
    Und kurz zu den Fakten: in 14 Tagen, also mitte September, haben wir einen Gasspeicherstand erreicht, der letztes Jahr auch noch reichte (72%)…
    der Typ aus Russland ist doch leidenschaftlicher Psychologe im zweitjob und liebt es, anderen Angst zu machen.
    Also die größte Freude die wir dem machen können, ist das Thema Angst in Deutschland zu beerdigen. Die Psalmen (in der Bibel) geben da auch wertvolle Tipps. Da können wir das C-Thema auch gleich beerdigen.

    Auf an die frische Luft, den Sommer genießen.

  2. You may say I’m a dreamer. But I’m not the only one.

    Ich kann Frau Apicella nur zustimmen.
    Auch mich macht es immer sprach- und verständnislos, wie die Geschäfte in den letzten Wochen bei geöffneten Türen die Klimaanlage in Betrieb hatten. Ebenso wundert es mich, wie im Winter die Heizungen laufen und die Türen sperrangelweit offen stehen.
    Ob die Mitarbeiter (egal, wer in dem Betrieb die Entscheidung trifft und ggfs nach unten anweist) zu Hause auch so mit der Energie umgehen. Vermutlich nicht!!!

    Ich kann auch in meinem Berufsumfeld sehen, dass man – da es ja nicht aus dem eigenen Geldbeutel gezahlt wird – noch sehr großzügig – mit der Verwendung von Engergie (Strom) ist. Da laufen die Lichter in den Fluren von morgens früh bis abends spät, obwohl es hell genug ohne zusätzliche Beleuchtung ist.

    Wenn jeder – und damit meine ich tatsächlich alle – seinen Energieverbrauch zumindest mal überdenken würde und bestenfalls auch reduzieren, wären wir in diesem Land ein ganzes Stück weiter. Wir würden grundsätzlich das Klima zumindest etwas weniger belasten aber auch einem Gasnotstand (der für uns viel einschränkendere Maßnahmen mit sich bringt) entgegenwirken.

  3. Um eine auch ökonomisch sinnvolle Priorisierung beim Gasverbrauch zu erreichen, müsste es einen für alle Bürger zugänglichen ÜBERBLICK geben, wo wird für was wieviel Gas verbraucht.
    Wenn es eng wird, müssen zB gasintensivere Freizeitvergnügen hinten anstehen.

    1. Absolute Zahlen zum Gasverbrauch einzelner Unternehmen oder Institutionen dürften dabei wenig aussagekräftig sein, da der Nutzen bzw. die Nutzung gegenzurechnen ist. Das Kombibad Paffrath dürfte beispielsweise einen recht hohen Energiebedarf haben, sein Betrieb ist zur Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung (Erwerb der Schwimmfähigkeit) aber unerlässlich.
      Hingegen ließe sich etwa die Zwangsbeschallung in Geschäften, Freizeiteinrichtungen, der Gastronomie etc. sehr leicht und ohne nennenswerte negative Konsequenzen abstellen – bezogen auf den einzelnen Betrieb nur eine geringe Einsparung, die insgesamt aber einen beachtlichen Beitrag leisten kann.

      1. Mich überrascht auch die große Zahl der Geschäfte, die versuchen, an heißen Tagen mit ihren offenen Türen die Fußgängerzone zu kühlen. Was für eine Energieverschwendung!

      2. Auch dem stimme ich in Gänze zu.
        Ich war am Dienstag in einem Restaurant, am Nachbartisch zwei Frauen in TShirt mit kurzem Arm. Anstatt sich eine Jacke überzuziehen wurde darum gebeten, dass der Heizstrahler eingeschaltet wird. Ich hätte ich Strahl k… können.

      3. Laut Habeck, Lang etc. haben wir doch kein Strom-, sondern ein Wärmeproblem. Da hilft doch Strom sparen nicht ;) *Ironie off*