Bürger-Energiegenossenschaften bieten auch denjenigen die Möglichkeit, sich für Photovoltaik zu engagieren, die keine Hausbesitzer sind. Wie und von wem eine solche Genossenschaft in Bergisch Gladbach gegründet werden könnte, darum ging es beim 17. Politikforum Paffrath.

Die Zeit ist reif für neue Ideen. Das wurde deutlich beim 17. POLITIK FORUM PAFFRATH. Nahezu 50 Bürgerinnen und Bürger haben sich vor Ort und digital zusammengefunden, um über zukunftsweisende Wege bei der Gestaltung der Energiewende zu diskutieren. Im Ergebnis waren sich die Teilnehmer weitgehend einig: Der Ausbau der Photovoltaik sollte durch eine Bürger-Energie-Genossenschaft in Bergisch Gladbach vorangetrieben werden.

Bereits im einleitenden Vortag zeigte Martin Häusling auf, dass das Potential der Photovoltaik (PV) in Bergisch Gladbach nur zu einem Bruchteil genutzt wird. In 2020 wurden 12 Gigawattstunden (GWh) Solarenergie produziert, das Potential für PV-Anlagen auf den Dächern wird mit 447 GWh fast 40mal so hoch eingeschätzt.

Großes Potenzial in Bergisch Gladbach und RheinBerg

Bei einem konsequenten Ausbau der PV-Anlagen könne die Stromversorgung in Bergisch Gladbach zu 50 Prozent durch Sonnenenergie gedeckt werden, so Martin Häusling. 

Marcel Kreutz, SPD-Kreisvorsitzender und Vorsitzender im Umweltausschuss des Rheinisch-Bergischen Kreises ergänzte, dass auch auf Kreisebene nur unzureichend Fortschritte beim Ausbau erzielt wurden. Zwar konnte die Solarenergie-Produktion von 37 MWh in 2019 auf 54 MWh in 2021 gesteigert werden, liegt aber weit unter dem 2025er Zielwert von 310 MWh. Der Ausbau der Investitionsförderung sei ein wichtiger Schritt, müsse aber durch weitere Maßnahmen ergänzt werden. 

Stefan Häusler von den Klimafreunden Rheinberg stellte die Idee der Bürger Energiegenossenschaften vor. Sie bietet allen Bürgern die Möglichkeit, sich für PV-Anlagen zu engagieren, auch wenn man nicht Hausbesitzer ist. Die Genossenschaften errichten PV-Anlagen und Bürger:innen können sich durch Kauf von Genossenschaftsanteilen daran beteiligen. Die Kommune kann diese Aktivitäten durch die zur Bereitstellung von Dächern kommunaler Gebäude unterstützen. 

Belkaw erklärt sich für nicht zuständig

In Rösrath engagieren sich die Stadtwerke für die Gründung einer Energie-Genossenschaft der Bürgerschaft.

Manfred Habrunner, Geschäftsführer der Belkaw erläuterte, dass die Gesellschafter der Belkaw dies bisher nicht als Aufgabe des Energieversorgers ansehen. Er sehe seine Aufgabe darin, die Belkaw wirtschaftlich zu führen und Gewinn u.a. für die Bädergesellschaft zu erzielen. Die Förderung von Bürger-Energiegenossenschaften sei dafür nicht erforderlich.

In vielen Kommunen Deutschlands gibt es bereits solche Genossenschaften, die PV-Anlagen und Windräder betreiben. Sie sehen die Gewinnerzielung nicht als Hauptaufgabe, vielmehr geht es in erster Linie um ökologische Stromproduktion und zusätzlich um eine angemessene Verzinsung.

Inwieweit Mitglieder ihren produzierten Strom an die Genossenschaft liefern und von dieser auch Strom beziehen können, muss aber noch geklärt werden. Das wäre ein wichtiger weiterer Schritt, um eine höhere Selbstversorgung und Unabhängigkeit von großen Energiekonzernen zu erreichen.

Alle weiteren Informationen zum Politikforum Paffrath finden Sie hier.

image_pdfPDFimage_printDrucken

Politikforum Paffrath

Das POLITIKFORUM PAFFRATH ist ein Diskussionsangebot der SPD in Bergisch Gladbach. Veranstalter ist die Stadtteil AG Schildgen-Paffrath-Hand. Wir wollen mit allen politisch interessierten Bürger:innen über die Herausforderungen unserer Stadt sprechen und damit einen Beitrag zur politischen Willensbildung...

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.