Rainer Maria Kardinal Woelki. Foto: Reiner Diart/Erzbistum Kööln

Bei der Verkündigung, dass die katholischen Gemeinden in Bergisch Gladbach kurzfristig zu einer Pastoral Einheit zusammengeschlossen werden sollen, hat das Generalvikariat in Köln Fehler gemacht, sagt Kardinal Woelki. Und bezieht sich dabei auch auf die Personalentscheidungen.

Am Sonntag hatte das Erzbistum in den Gottesdiensten einer Erklärung verlesen lassen, wonach die fünf Gemeinden zum 1. März in einer Pastoralen Einheit unter Leitung eines einzigen Pfarrers zusammengeführt werden. Diese Proklamandum habe  „in Bergisch Gladbach und im Erzbistum zu Irritationen, Enttäuschungen und Wut geführt“, räumt das Erzbistum jetzt in einer Pressemitteilung ein.

Bei den Projektverantwortlichen im Generalvikariat sei es „zu Fehlern und Versäumnissen“ gekommen, die diese sehr bedauern. In diesem Zusammenhang spricht das Erzbistum auch die angekündigten „personellen Veränderungen“ an. Der Name wird in der Mitteilung nicht genannt, verantwortlich für den Prozess der Pastoralen Einheit ist jedoch Monsignore Markus Bosbach, der sich in diesem Monat allerdings in einer Auszeit befindet.

„Zeit zum intensiven Dialog nehmen“

Angesichts dieser Versäumnisse habe Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki „großes Verständnis für den vorgebrachten Unmut“, der auch ihn in zahlreichen Mails erreicht habe. Unmissverständlich habe Woelki betont, dass das geplante Modellprojekt mit den Menschen vor Ort besprochen und von diesen mitgestaltet und getragen werden müsse.

Woelki wörtlich: „Deshalb habe ich darum gebeten, sich jetzt noch einmal die Zeit zum intensiven Dialog zu nehmen, um die notwendigen Schritte zu besprechen. Der Prozess #ZusammenFinden ist für die Zukunft unseres Erzbistums elementar wichtig. Denn nur gemeinsam ist es überhaupt möglich, einen solchen Weg zu gehen.“

Ob diese auch mit einem Aufschub des Startdatums 1. März und der gleichzeitigen Freistellung der Pfarrer Winfried Kissel (St. Johann Baptist) und Wilhelm Darscheid (Pfarreiengemeinschaft Bergisch Gladbach-West) verbunden ist, wird aus der Mitteilung nicht klar.

Weihbischof Ansgar Puff soll vermitteln

Wie bei früheren Konflikten zwischen Bergisch Gladbach und Köln wurde Weihbischof Ansgar Puff als für den Pastoralbezirk Süd zuständiger Bischof beauftragt, Gespräche mit den Gremien und den Pastoralen Diensten in Bergisch Gladbach zu führen.

Auf Basis der Rückmeldungen aus diesen Gesprächen werde der Erzbischof dann mit den Prozessbeteiligten im Generalvikariat die weitere Vorgehensweise abstimmen. Zudem habe er die Hauptabteilung Entwicklung Pastorale Einheiten beauftragt, kurzfristig eine vertiefende Information zum Modellprojekt und dem weiteren Entwicklungsprozess an alle Pastoralen Dienste und Gremienmitglieder im Erzbistum Köln herauszugeben.

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Redaktion

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16 Kommentare

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  1. Wenn die bisherigen Pfarrer Darscheid und Kissel gehen müssen, gehen wir auch. Uns fehlt schon lange der Kontakt zur Kirche. Aber wenigstens gab es Möglichkeiten Pfarrer Darscheid zu sehen. Aber es ist alles sehr unpersönlich. Früher traf man im Alltag den Pfarrer hin und wieder,aber das ist schon lange nicht mehr so. Genau genommen seit Pfarrer Pollmeier nicht mehr die Gemeinde leitetm

  2. Es wäre doch gut, wenn wie angedeutet, nochmal eine andere Dynamik in die Sache kommt.
    Wenn z.B. der Termin für Abberufungen überdacht werden würde. Dieser ist viel zu kurzfristig für eine geordnete Übergabe. Außerdem ist es mitten im Kirchenjahr. Es wäre sicher auch aus Sicht der Seelsorge sinnvoll, wenn eine feste Pfarrperson einen Zyklus für Erstkommunion und Firmung zuende bringt.

    Argumente wie Priestermangel oder wegbrechende Kirchensteuern wären nicht glaubwürdig, wenn man zeitgleich (unfreiwillige?) „Auszeiten“ gewährt.

  3. Ich bin lange Jahre als Projektleiter unterwegs gewesen. Wenn ein Projekt – noch dazu ein Pilotprojekt von solcher Tragweite – mit der Freisetzung von 50 % der leitenden Mitarbeiter startet (in diesem Falle die beiden Pfarrer Darscheid und Kissel), dann ist kaum vorstellbar, dass dies nicht im Vorfeld mit allen Entscheidungsgremien wie z.B. einem Lenkungsausschuss abgestimmt wurde. Es ist unglaubwürdig, dass das ein Abteilungsleiter auf eigene Kappe macht, erst recht nicht in der hierarchisch ausgerichteten katholischen Kirche. Und in einem solchen Lenkungsausschuss sind der Erzbischof und sein Generalvikar als Vorgesetze des Abteilungsleiters die natürlichen Mitglieder. Nichts gewusst zu haben, erscheint als eine höchst unwahrscheinliche Option. Also entweder ist das Generalvikariat völlig unstrukturiert (was eher nicht zu vermuten ist) oder aber es liegt nahe, dass es ein abgestimmtes Vorgehen war nach dem Motto, „wir fangen mal mit einem Paukenschlag an und schau’n dann mal, was passiert. Zur Not rudern wir öffentlich etwas zurück und geloben Besserung“. Und das genau geschieht gerade.

    Von der Sache her kann das Projekt wenig substantielle Lösungen bringen, denn es ist ja nur das Basteln an Symptomen. Denn der Personalmangel – sprich Priestermangel – ist ja da und wird durch dieses Projekt nur noch verstärkt (siehe Abzug von 2 Geistlichen). Mehr Personal bekäme man aber nur, wenn man die Rahmenbedingungen ändern würde. Man müsste neue, auf die heutige Zeit angepasste Rahmenbedingungen für den Beruf des Seelsorgers schaffen, so dass sich mehr SeelsorgerInnen fänden. Aber dann sind wir bei den Themen Aufhebung des Zölibats, Frauen an den Altar und synodale Strukturen, alles Unworte für die römisch-katholische Kirche (zumindest in weiten Teilen).

    Alles in allem ist das ein Projektmanagement vom „Feinsten“: der Auftraggeber (das ist hier der zuständige Abteilungsleiter im Generalvikariat als Unterzeichner des Proklamandums) ist nach Diktat verreist und für diesen Monat nicht mehr auffindbar. Der designierte Projektleiter taktiert rum, gibt in Interviews kaum sachbezogene Auskünfte – und wenn, dann entsprechen sie nicht der Wahrheit, Stichwort „alles bleibt wie es ist….“ -, sieht für sich keine Notwendigkeit, auf die Betroffenen in Refrath zuzugehen. Die Betroffenen werden entgegen aller Versprechungen aus dem vorigen Jahr vor vollendete Tatsachen gestellt. Ein Kommunikationskonzept scheint nicht vorhanden zu sein (Wer informiert wen in welcher Reihenfolge mit welchem Inhalt). Und die Entscheiderebene stellt sich nicht hinter ihre Mitarbeiter. Dies wäre ein hervorragendes Beispiel für die Ausbildung von Projektleitern, wie man es nicht machen sollte.

    Bleibt einem nur noch die resignative Frage: „Quo vadis“ Kirche?

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar, mit dem Sie viel Wahres ansprechen. Ich pflichte Ihnen bei, dass eine Hoffnung auf wirkliche Lösung oder echte Perspektive nicht besteht. Schon die völlig in der Zeit zurückgebliebene Fessel des Kirchenrechts, also des Römischen Kanonischen Rechts, verhindert jegliche echte Flexibilität. Zwar hat man (von der Öffentlichkeit getrieben) stellenweise Anpassungen vorgenommen, aber in Gänze handelt es sich um ein Klerikalismus geprägtes und diesem dienliches Gefüge, das nicht im Entferntesten mit dem deutschen Rechtssystem vergleichbar ist.

      Wesentliche Rechtsprinzipien sind dort nicht verankert. Es gibt dort keine Gleichheit, keine Ebenbürtigkeit zwischen Klerikern und Laien. Für Kleriker gilt Gehorsam statt Rechtsweg, den es für die Laien auch nur unzureichend gibt. Eigentlich nicht verfassungskonform mit Blick auf das Deutsche Grundgesetz.

      Die Veränderungsfähigkeit der Katholischen Kirche wurde gezielt gering gehalten, jede Veränderung gravierenden Ausmaßes braucht Jahrzehnte, unpassend in der immer schnelllebigeren Zeit. Hinzu kommt noch der (möglicherweise subjektiv gutgemeinte) Eifer von Konservativen oder Traditionalisten; der Bekannteste ist bekanntlich vor kurzem erst verschieden. Was oder wer hätte ihm denn verbieten sollen, vom Petrusamt zurückzutreten?

      Zuvor hat er an einigen Stellen in seinem Pontifikat Maßnahmen, teils per Dekret, erlassen, die Regelungen seines Vorgängers zurückdrehten. Zuständigkeiten wurden verschoben, um so Entscheidungen in die Hände ihm zugeneigter sehr konservativer Kräfte zu lenken. Nicht, dass er kein ausgezeichneter Theologe gewesen wäre oder die traditionelle Messe im alten Ritus von mir verdammt wird. Aber mit seiner rückwärtsgerichteten und priesterzentrierten Vorgehensweise hat er der Kirche meines Erachtens keinen Gefallen getan.

      Nun sind im Vatikan viele Scherben zu kehren. Auch dort geht es wohl sehr viel um Macht: wird der von Traditionalisten geradezu gehasste (man schaue etwa auf Gloria.tv) Papst Franziskus noch genug progressiv geltende Kardinäle erheben können?

      Zurück zu uns: Neben dieser Fessel des Apparates sind in den letzten Jahrzehnten offenbar auch die Qualitäten der Kleriker anders geworden. Kaum noch findet man den Priester anno dazumal, der einem als wirkliches Vorbild und frommer, bescheidener Mann in Erinnerung ist. Vielleicht ist das Leben für Kleriker schwieriger geworden, die Verführungen größer. Aber immer mehr bekommt man mit, dass die Priesterseminare vermehrt Horte von überdurchschnittlich vielen Homosexuellen oder unreifen Männern gewesen sind. Was sind Auswahlkriterien gewesen? Es bildete sich seit langer Zeit quasi eine kirchliche Parallelwelt mit den Annehmlichkeiten heutiger Zeit, die den eigentlichen Auftrag der glaubhaften Verkündigung des Evangeliums in der Zeit und Welt von heute völlig verfehlt.

      Es kann nicht funktionieren, mit zunehmendem Priestermangel zur Machtsicherung des Klerus immer größere Seelsorgeeinheiten zu bilden. Denn es fehlt bzw. stirbt dadurch die Kirche vor Ort, die kleinste offizielle Einheit. Was an Kirchensteuermitteln für eine kleine Elite verheizt wird, ist grotesk.

      Auch die am Synodalen Weg Beteiligten sind in meinen Augen keineswegs repräsentativ für uns, sondern vielfach aus den Elitekreisen und Fachsimplern heraus bestimmt. Echte caritative oder diakonische Dienste geraten schon lange ins Abseits. Dabei könnte sich dort Kirche heute beweisen! Es sei, als ein Beispiel, erinnert an die Schließung des erzbischöflichen Erholungshauses Maria in der Aue in Wermelskirchen – mangels Geld. Aber in Bensberg ein feines Seminar.

      Was denken wir, wer die beliebten sogenannten „Auszeiten“ von Klerikern bezahlt? Der inzwischen verurteilte und als vorbestraft geltende Weihbischof der Aachener Nachbardiözese nahm jahrelange Auszeit, solange wie sich sein Strafverfahren vor dem Amtsgericht Kerpen hinzog und es zog sich… Welch ein Zufall, dass es sich solange zog, bis er das Alter erreichte, um in Ruhestand gehen zu können.

      Ein vielerorts hoch geschätzter Mann, begnadeter Theologe … aber all das ist nicht das Wichtigste vor Gott, nicht das, worauf es ankommt. Es bedarf für einen Seelsorger (oder für eine Seelsorgerin) des echten (und sei es noch so einfachen) Glaubens, eine Authentizität im Alltag und einer demütigen Hingabe an die ‚Schäfchen‘. Alles andere ist Nice-to-have.

      Wer führt, braucht weitere Qualifikationen, wobei in einer kirchlichen Struktur jeder Verantwortungszuwachs mit noch mehr Demut verbunden sein sollte. – Was ich beschreibe, kann und wird Katholische Kirche in absehbarer Zeit nicht bieten können!

      Selbst mit einem Bischof Bätzing nicht. Zurückblickend auf leere Kirchen(bänke) und eine riesige Anzahl von bloßen Schein-Katholiken, die nur noch den Kirchensteuerabzug erdulden, kann man wirklich nur auf ein schnelles Ende (von Amtskirche dieser Form und ihrer Verantwortlichen) hoffen.

      Jede/r hat es ein Stück weit in der Hand und in die Hölle wird man schon so schnell dafür nicht kommen. Immerhin ist die sakramentale Taufe unauslöschliches Merkmal. Wenigstens die und den persönlichen Glauben kann einem niemand nehmen ;-).

      1. Hallo Herr Korn, auch ich stimme Ihnen in vielen Punkten zu, hätte aber auch eine Menge Anmerkungen. Aber wenn ich Ihnen jetzt hierauf antworte, dann sprengen wir beide mit Sicherheit diesen Kommentarbereich. Ich schlage vor, wir verlegen unsere Diskussion in privatere Gefilde. Ich bitte die Redaktion, Ihnen – wenn Sie es wünschen – meine Mailadresse mitzuteilen.

  4. Wenn man es mal nüchtern und frei von religiösen Dogmen betrachtet, dann hat die katholische Kirche inzwischen mehr mit einer mafiösen Vereinigung als mit den Idealen von Jesus Christus und Nächstenliebe gemein. Würden die Menschen nicht als Kinder indoktriniert, sondern als Erwachsene eine freie Entscheidung über eine Mitgliedschaft treffen, so wäre die Veranstaltung spätestens binnen zwei Generationen komplett ausgestorben.

  5. Jaja, die Amtskirche. Nicht Dienerin der Freude, sondern Herrscherin des Glaubens seit Kaiser Otto d. Großen. Einfach menschenverachtend und zutiefst diktatorisch, barock-aristokratisch, menschenverachtend und damit blasphemisch.

    Und: Jeder Mensch ist unmittelbar zu Gott. Da braucht es die Röm.-Kath. Amtskirche gar nicht. Diese ist nach meiner Wahrnehmung in weiten Teilen eine mafiöse, psychopathologische Kinderschänder- und Frauen-Missbrauchs-Organisation. Am besten wäre es, wenn sie zur Hölle führe. So schnell als möglich.

  6. Der Kardinal ist feige, stellt einen Mitarbeiter in die Ecke und weist allen Verdacht von sich, selbst diesen Unsinn initiiert zu haben. Gibt es noch irgendein Thema, bei dem Woelki sich auf dem Pfad der katholischen Seelsorge, der Nächstenliebe und dem Wort Christi bewegt? Wohl kaum, weshalb er unbedingt entfernt werden muss.

  7. Das habe ich besonders gerne. Führungskräfte die wenn etwas schief läuft, direkt den erstbesten als Schuldigen und Unfähigen anprangern. Gebt dem Mann noch zehn Jahre und die Katholische Kirche im Rheinland kann Insolvenz anmelden.

  8. Verkündigung? Ich bin irritiert.

    Verkündigung des Herrn, lateinisch Annuntiatio Domini, auch Mariä Verkündigung (In Annuntiatione Beatæ Mariæ Virginis), ist ein Fest im Kirchenjahr und zugleich die Bezeichnung für das im Lukasevangelium geschilderte Ereignis der Verkündigung durch den Engel Gabriel, dass die Jungfrau Maria den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfangen und ihn gebären werde.

    Das Fest am 25. März wird in vielen Konfessionen gefeiert. Ältere Bezeichnungen sind Conceptio Christi (‚Empfängnis Christi‘), Mariä Bekleibung[1] und Ancilla [Domini] (‚Magd [des Herrn]‘). Die biblische Begebenheit ist ein in der christlichen Ikonographie häufig dargestelltes Motiv. Viele Kirchen sind Mariä Verkündigung geweiht.

    1. Sehr geehrte Frau Sommer, unter „Verkündigung“ versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch das nachdrückliche Kundtun eines wichtigen Sachverhalts. Wir sind hier ja nicht in der Kirche.

      1. Liebe Redaktion,
        das Wort Verkündigung wird in der Tat i.d.R. mit relgiösem oder kirchlichem Bezug benutzt. Der Duden ist da etwas unscharf.
        Das bessere Wort fände ich auch in diesem Fall „Verkündung“.
        Nun benutzt die Kath. Kirche allerdings selbst das Wort „Proklamandum“, das einer Ankündigung gleich kommt.

  9. Mal ehrlich: wieviel Positives kann man heute diesem prompten Rückzug noch abgewinnen? Druckers Kommentar bringt es gut auf den Punkt. Auch das Foto mit dem freundlich lächelnden, zugewandten Herrn Kardinal!

    Eines ist und bleibt doch klar: Wenn nicht jetzt, wann denn dann? Oder anders ausgedrückt kommt es nun wieder zu Gesprächen, Abstimmungen und ja, den Termin hat man scheinbar als undurchsetzbar aufgegeben und auch inhaltlich wird man an der ein oder anderen Stelle die Stellschrauben eine viertel Drehung bewegen. Aber an der Gesamtproblematik wird sich nichts ändern.

    Wenn der Herr Erzbischof nun mit „Deshalb habe ich darum gebeten, sich jetzt noch einmal die Zeit zum intensiven Dialog zu nehmen, um die notwendigen Schritte zu besprechen. Der Prozess #ZusammenFinden ist für die Zukunft unseres Erzbistums elementar wichtig. Denn nur gemeinsam ist es überhaupt möglich, einen solchen Weg zu gehen.“ ist für mich die These „Geld ist Macht“ lupenrein bewiesen und die Drohung mit massenhaften Austritten zieht.

    Allerdings hilft nur die tatsächliche Umsetzung der Drohung nachhaltig, um den „Apparat“ und nicht nur den angeschossenen und am Faden hängenden Herrn Kardinal in Bewegung zu bringen. Nur das entzieht Geld und Daseinsberechtigung in jetziger Form. – Ich bedauere jetzt schon Alle diejenigen, die sich (erneut) in einer Sehnsucht an eine bessere Amtskirche gegenwärtiger Struktur besänftigen lassen. Es geht auch, aber nicht nur um GL!

    1. Ich stimme Ihren Ausführungen in wesentlichen Punkten zu. Das, was in der Kirche – auch und gerade in Köln – in manchen Punkten abläuft, ist auf gut Deutsch unerträglich. Aber Ihr Aufruf, die Kirche zu verlassen, hat auch einen Haken. Denn wenn man wie ich überzeugter Christ ist, dann ist das einfache Rausgehen aus der Kirche keine Option, denn man verliert ja seine spirituelle Heimat, gewissermaßen die Basis seines Lebensentwurfes. Christsein braucht Gemeinschaft, genauso wie z.B. auch Demokratie Gemeinschaft braucht. Also müsste man sich eine neue Heimat suchen – und das ist nicht ganz so trivial. Mal eben z.B. beim evangelischen Pfarrer zu klopfen und zu sagen „hallo, hier bin ich“, ist ja etwas zu einfach gedacht.

      Wie Sie schon sagen, ist auch aus meiner Sicht Geld ein Dreh- und Angelpunkt. Aber Rausgehen ist keine Lösung, man reduziert nur die Anzahl der Mitglieder und versammelt sich auf niedrigerem Niveau. Diese Option stellt sich nur, wenn man sowieso schon mit Kirche und Glaube abgeschlossen hat. Was aber weg muss, ist diese leidige Verknüpfung von Glaube, Kirche und Geld in Form der Kirchensteuer. Überspitzt formuliert ist es heute so: Du darfst nur glauben, wenn Du zahlst. Und diese Verknüpfung muss weg. Die Kirchensteuer muss beseitigt werden. Dann hätte man einen effektiven Hebel. Dann könnte ich entscheiden als mündiger Christ, wem ich wieviel Geld zukommen lasse. Alternativ könnte man Kontrollfunktionen und – ganz wichtig – Transparenz einführen, wo speziell bestellte Kontrollgremien eine ordnungsgemäße Mittelverwendung überwachen, so dass die Herren am Dom nicht machen können, was sie wollen. Einige Bistümer sind dem schon nachgekommen, aber …..

      Solche Dinge kann man aber nur versuchen zu regeln, wenn man sich innerhalb der Kirche befindet. Wenn man raus ist, dann hat man Einfluss und Stimme verloren. Ich für meinen Teil will die Amtskirche ja nicht zerstören, sondern verbessern. Raus ist letztlich Flucht und das Mittel letzter Wahl – was sich aber zugegebenermaßen am Ende des Prozesses vielleicht doch mal stellen kann.

  10. Na, immerhin ein Signal, dass hier möglicherweise das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, wenn der Erzbischof in seiner Reaktion kurzerhand die Entscheider im Generalvikariat „unter den Bus wirft“, wie der Brite sagt.

    Ihm dürfte natürlich bewusst sein, dass sein Amt in Köln schon seit einiger Zeit in der Schwebe ist, solange der Papst sich nicht endgültig äußert. Bei derart sinnlos provozierter Unruhe könnte es auch unvermittelt in den freien Fall wechseln.

  11. „Weihbischof Ansgar Puff als für den Pastoralbezirk Süd zuständiger Bischof wurde damit beauftragt, Gespräche mit den Gremien und den Pastoralen Diensten in Bergisch Gladbach vor Ort zu führen.“ – man kann ihn nur zutiefst bedauern! Da wird einer der letzten Hoffnungsträger auch noch verheizt, um dieses desaströse Verhalten des Erzbistums zu heilen, was zum Scheitern verurteilt ist!
    HERR WÖLKI, KASSIEREN SIE DEN MODELLVERSUCH UND KEHREN AUF DEN VERSPROCHENEN WEG ZURÜCK!