Sankt Johann Baptist in Refrath. Foto: Thomas Merkenich

In der Kontroverse um die rasche Umsetzung der „Pastoralen Einheit“ in Bergisch Gladbach hat Weihbischof Ansgar Puff „als Bote“ auch mit dem Kirchenvorstands und dem Orga-Teams Runder Tisch der Pfarrei St. Johann Baptist Refrath Gespräche aufgenommen.

Wir dokumentieren die Erklärung von St. Johann Baptist im Wortlaut

„Am Freitag, den 20.01.2023 besuchte Weibischof Ansgar Puff in Begleitung von Dr. Daniel Weisser, Hauptabteilung Entwicklung Pastorale Einheiten, das Pfarrzentrum der Kath. Kirchengemeinde St. Johann Baptist in Refrath zu einem ersten klärenden Gespräch mit den Mitgliedern des Kirchenvorstandes und dem Orga-Team Runder Tisch. Bereits am Mittwoch der vergangenen Woche hatte ein Gespräch in den Nachbargemeinden der Pfarreiengemeinschaft Bergisch Gladbach-West stattgefunden

Das Proklamandum vom 15.01.2023, in dem auch über die Abberufung von Pfarrer Kissel und Pfarrer Darscheid zum 1.03.2023 informiert wurde, hatte in den Gemeinden für heftige Proteste gesorgt. Nach Ansicht des Kirchenvorstandes und des Orga-Team Runder Tisch weichen die Abberufungen entschieden von dem seit langem angekündigten Prozess des ZusammenFindens im Dekanat Bergisch Gladbach ab.

Im Vorfeld der Gespräche hatte Rainer Maria Kardinal Woelki bereits auf den offenen Brief der Kirchengemeinde reagiert und öffentlich zugegeben, dass bei der Planung und Kommunikation des angedachten Modellprojekts in Bergisch Gladbach Fehler gemacht wurden.

Die Mitglieder der Gremien brachten ihre Betroffenheit, ihr Entsetzen und ihre Enttäuschung über das rücksichtlose Vorgehen der Bistumsleitung zum Ausdruck. Vertrauen sei hier in noch nicht absehbarem Umfang zerstört worden.

Das konstruktive und offene Gespräch am 20. Januar 2023 wurde von Marcus Schäfer, Mitglied im Orga-Team Runder Tisch, moderiert. Kritische Statements und Fragen versuchten das Warum des Geschehenen zu klären. Unmissverständliche Ziele und Forderungen wurden an die aufmerksam zuhörenden Vertreter des Erzbistums herangetragen. Deren Betroffenheit wurde als ehrlich und authentisch empfunden. Soweit möglich nahmen Weihbischof Ansgar Puff und Daniel Weisser Stellung zu den Vorgängen.

Weihbischof Puff betonte seine Rolle als Bote und sagte zu, seine Eindrücke, die gehörten Statements und die noch offenen Fragen an Rainer Maria Kardinal Woelki weiterzuleiten. Die Klärung noch offener Fragen wurde zugesichert. Weitere Gespräche wurden angeboten.

Über die Inhalte des Protokolls wurde Stillschweigen vereinbart.“


Hinweis der Redaktion: Am Dienstag (23.1.) findet um 19.30 Uhr eine Pfarrversammlung im Gemeindezentrum St. Johann Baptist statt, zu der auch Weihbischoff Ansgar Puff seine Teilnahme zugesagt hat.

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Redaktion

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8 Kommentare

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  1. Ich verstehe diese Botschafter Geschichte nicht so ganz. Der Herr Puff war ja sehr nett und besonnen aber wohnt der Herr Woelki denn soweit weg oder ist er zu beschäftigt oder ist das unter Würde sich die Meinung der Gemeinde selbst vor Ort anzuhören? Immerhin geht es doch hier um ein wichtiges Modellprojekt. Da sollte man doch meinen, so ein schiefes Fahrwasser sollte Chefsache sein? Mir gingen die Aussagen der Menschen vor Ort jedenfalls sehr ans Herz. Ich glaube nicht, ob man sowas „transportieren“ kann.

    1. Beachten Sie dazu bitte den letzten Satz der Erklärung: „Über die Inhalte des Protokolls wurde Stillschweigen vereinbart.“

      1. Unser Beitrag dokumentiert die internen Gespräche, der Beitrag von Rundschau / Kölner Stadt-Anzeiger bezieht sich auf die Gemeindeversammlung, die wir in dem Beitrag angekündigt hatten. Bei der Versammlung waren wir nicht vor Ort.

  2. Gesprächsbereitschaft, ehrliche Betroffenheit, Authentizität … liest und hört sich wirklich gut. Besser spät als nie … könnte man meinen.
    Leider funktioniert es immer so. Die Situation in ihrem Gesamtdilemma ließe sich passgenau auf die in diesen Tagen hochaktuellen Geschehnisse im Ford-Konzern bezüglich der Ford-Werke GmbH Deutschland übertragen.

    Zwei Gedanken:
    Erstens: Wenn der Brisanz wegen (Brisanz = extreme Proteste und Austrittsproklamationen = spürbare Auswirkungen auf Geld/Macht) schon ein Weihbischof entsandt wird (der vermutlich als solcher geborenes Mitglied in der Personalkommission ist, also vollends im Bilde sein müsste), was sagt es aus, wenn dieser seine Rolle „als Bote“ hervorhebt? Klartext: im Gegensatz zu einem „Vertreter“ (mit Vertretungsmacht, der eigene Willenserklärungen gibt), ist der „Bote“ nur ein Übermittler fremder Erklärungen, also eine Art Briefträger.
    Zweitens: Denken wir noch einmal über GL hinaus in größerer Dimension, sollte Interessierten nicht entgangen sein, dass dem (m.E. zu Unrecht so bezeichneten) Hoffnungsträger „Synodaler Rat“ von Rom ‚erneut ein Stoppschild gezeigt wurde‘ (so etwa die Ausdrucksweise von domradio.de). Und auf wessen Veranlassung? Nun, offenbar hatten sich im Vorfeld fünf (Erz-) Bischöfe in Rom formell angefragt, ob sie an einem „Synodalen Ausschuss“ teilnehmen müssen und ob sie teilnehmen dürfen. Wer zu den Fünfen gehört, dürfte nicht überraschen. Ergo: es wird sich nichts Wesentliches bewegen können, Bischof Bätzings Optimismus und seinem Willen, den Synodalen Weg weiter beschreiten zu wollen, in Ehren! Da können wir sprichwörtlich reden, bis wir schwarz werden.

    Das Fatale im Großen ist, dass das, woran (Erz-) Konservative guten Gewissens in Ihrem aufrichtigen Wunsch, Gutes und (katholisch) Richtiges bewahren zu müssen, längst nicht mehr praktiziert wird (sicher auch, weil teilweise in heutiger Zeit nicht mehr praktikabel)- und zwar unter den Augen der verantwortlichen Obrigkeit. Die Zugeständnisse bzw. die Praxis hat sich an vielen Stellen längst verselbstständigt, überall dort, wo es nicht um (Entscheidungsbefugnis =) Macht geht (die in Kirchenvorständen beginnt). Natürlich werden beispielsweise fast allerorts Kommunionhelfer eingesetzt, obwohl meist mangels Masse diese gar nicht benötigt würden und im Gottesdienst auch unerlaubt wären, jedenfalls dann wenn der Vorsteher / Zelebrant nicht aus gesundheitlichen Gründen der Hilfe bedürfen. Denn außerordentliche Spender sind nur gestattet, „wo es ein Bedarf der Kirche nahelegt“. Welch ein Aufschrei ginge durch die Reihen, wenn es hieße, die brauchen wir nur (noch!) zu Ostern und zu Weihnachten. Es gäbe noch zig Beispiele in größerem und in kleinerem.

    So / Inzwischen können sich weder Traditionalisten noch Progressive mit der Situation abfinden, sie ist im Gesamten schlechthin leider unerträglich.

    1. Ich kann Ihnen in vielen Dingen zustimmen, hinsichtlich der Kommunionhelfer jedoch nicht vollständig. Der aus can 230 § 3 CIC zitierte Passus, „wo es ein Bedarf der Kirche nahelegt“ bezieht sich auf den Fall, dass „für diese Dienste Beauftragte nicht zur Verfügung stehen“ (ebda.). Die Kommunionhelfer werden jedoch vom Bischof genau für diesen Dienst beauftragt.

      Wann ein Bedarf besteht, ist im CIC nicht näher spezifiziert. Versucht wird das in der Instruktion „Redemptionis sacramentum“, die allerdings in Abschnitt 158 mit dem Satz „wenn die Gläubigen, die zur Kommunion hinzutreten, so zahlreich sind, daß sich die Meßfeier allzusehr in die Länge ziehen würde“ nur sehr dehnbar formuliert, was durch die einschränkende Passage, dass eine „kurze Verlängerung ein völlig unzureichender Grund“ sei, auch nicht viel eindeutiger wird.

      In der Praxis sehe ich, dass in Werktagsmessen nur selten Kommunionhelfer anzutreffen sind, die Sonntagsmessen (teils auch Vorabendmessen) jedoch recht gut besucht sind. Da würde es schon zu Unruhe und Füßescharren führen, wenn sich die Austeilungszeit verdreifachen würde, weil der Zelebrant die Arbeit zweier Helfer ebenfalls noch erledigen würde (vernachlässigen darf man wohl den Unmut des Organisten, der sich dann eine zweite und dritte Choralimprovisation zurechtlegen müsste, denn er wird für seinen Dienst schließlich bezahlt).