Pater Sebastian u. Susanne Schubmehl - Foto Dr. Eberhard Rinecker

In den katholischen Kirchengemeinschaften Bergisch Gladbach kam es in letzter Zeit zu großen Verwerfungen; der künftige Kurs ist immer noch unklar und verschwommen. Vor diesem aktuellen Hintergrund zeigte Pater Sebastian einen dritten Weg zur Erneuerung der Kirche: den Weg der Spiritualität.

„Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, von denen sich eure Schulweisheit nichts träumen lässt.“ Mit diesem Zitat aus Hamlet begann der Vortragsabend im ökumenischen Himmel un Ääd-Begegnungscafé in Schildgen. Es ging um das zwischen, von dem sich unsere Schulweisheit nichts träumen lässt. Und – in „Himmel und Ääd“ – ist es nicht die Blutwurst, sondern das „Zwischen“ von „Himmel und Erde.“

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„Der Vortrag war beeindruckend – hat er doch das Innerste berührt“, so ein Besucher. Aber nicht nur die über 40 Zuhörer waren beeindruckt und folgten gebannt den Ausführungen von Pater Dr. Sebastian Painadath.

Auch er selbst fand den Abend im H&Ä-Café viel schöner als den im Kapitel-Saal des Erfurter Dominikaner-Klosters, in dem er einige Tage zuvor den gleichen Vortrag gehalten hatte. Der ist zwar gotisch, sehr berühmt, sehr schön und 700 Jahre alt; er war aber bitterkalt und die Atmosphäre eingefroren, ganz im Gegensatz zum H&Ä-Café – so berichtete ein Schildgener Freund von Pater Sebastian. 

Er ist Gründer und Leiter des katholischen Ashrams Sameeksha in Kalady / Südindien, dessen Aufgabe u.a. der interreligiöse Dialog zwischen Hindus, Muslims, Sikhs und Christen ist. Pater Sebastian ist einer der ganz großen Religionsführer der Kirche in diesem interreligiösen Dialog. Auf vielen katholischen und evangelischen Kirchentagen, sowie in unzähligen Seminaren hat Pater Sebastian darüber vorgetragen.

„Es war uns eine ganz große Freude und Ehre, Pater Sebastian als Vortragenden bei Himmel un Ääd begrüßen zu können“, so Susanne Schubmehl vom H&Ä-Vorstand.

In den katholischen Kirchengemeinschaften Bergisch Gladbach kam es in letzter Zeit zu großen Verwerfungen; der künftige Kurs ist immer noch unklar und verschwommen. Die Auseinandersetzung zwischen dem – von den Gläubigen geforderten synodalen Weg der Mitbestimmung von unten – und den von Rom/Köln geforderten patriarchalischen Auflagen von oben – ist noch nicht entschieden. Dass eine Erneuerung/Reformation der katholischen Kirche ansteht, ist weitgehend unbestritten, die hohen Zahlen der weglaufenden Mitglieder und fehlende geistliche Berufungen zeigen das in aller Klarheit.

Vor diesem aktuellen Hintergrund zeigte Pater Sebastian einen dritten Weg zur Erneuerung der Kirche: den Weg der Spiritualität. „In der Erfahrung der innergöttlichen Dynamik, die als Liebe bezeichnet werden kann, erkennt man, was das eigene wahre Wesen ist: Ich erkenne mein Selbst im göttlichen Selbst, und das göttliche Selbst ist in meinem Selbst; ich erkenne beides als EINS“, so Pater Sebastian.

In diese Gedankenwelt führte er seine Zuhörerschaft ein – einmal anhand der zentralen Botschaft von Meister Eckhart, der Geburt Gottes im Menschen – und anhand der zentralen Lehre der Upanishaden: Atman, das persönliche Selbst des Menschen ist Eins, ist identisch mit dem göttlichen Selbst, Brahman.

Der Vortragsabend war eine Kooperationsveranstaltung von Himmel un Ääd, dem Kath. Bildungswerk Rheinisch-Bergischer Kreis und der Melanchthon-Akademie Köln.

Himmel un Ääd ist das ökumenische Begegnungscafé in Schildgen. Sie finden uns auf der Alteberger-Dom-Str. 125

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