Lea Gietz ist Jugendreferentin der KJA im Hermann-Löns-Forum. Foto: Thomas Merkenich

Zwischen Kindern, Job und Haushalt bleibt oft wenig Zeit, auf eine gesunde und nachhaltige Ernährung zu achten. Die steigenden Lebensmittelpreise kommen erschwerend hinzu. Sozialarbeiterin Lea Gietz hat fünf Tipps, wie Familien es schaffen, sich bewusster zu ernähren – und dabei auch noch zu sparen.

Am ersten Oktober wird das Erntedankfest gefeiert. Diese Tradition existiert seit Tausenden von Jahren in verschiedenen Kulturen und Religionen. Doch was hat das heute noch mit uns zu tun? Nehmen wir überhaupt noch bewusst wahr, was wir jeden Tag essen?

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Wie ist es mit ständigem Zeitdruck zwischen Job, Haushalt und Familie möglich, gesund und am besten auch noch einigermaßen günstig zu kochen? Oft stehen Eltern hier in einem Dilemma zwischen steigenden Lebensmittelpreisen und dem Druck, seinen Kindern einen gesunden Lebensstil zu vermitteln.

Hier ein paar praktische Tipps, um eine gesunde Ernährung möglichst unkompliziert und kostensparend ins (Familien-)Leben zu integrieren:

Symbolbild: Pexels

Gemüse und/oder Kräuter auf dem Balkon oder im Garten anbauen. Es finden sich unzählige Tipps im Internet, wie man mit Hilfe von Alltagsgegenständen, Erde und ein paar Samen oder Pflanzensetzlingen einen kleinen Teil der eigenen Ernährung selbst anpflanzen kann (z.B. im DIY-Kräuterbeet).

Kostenloses Obst über „Mundraub“ entdecken und ernten. Die Internetseite und Handy-App Mundraub verzeichnet auf einer Karte öffentlich zugängliche Obstbäume, Kräuter, Sträucher und Nussbäume, an denen kostenlos geerntet werden kann. Wichtig hierbei: Eigentumsrechte beachten, behutsam mit der Natur umgehen, die Früchte teilen und sich für die Pflege der Bäume engagieren.

Wie wäre es, mit der Familie eine Radtour zu machen und verschiedene öffentliche Obstbäume abzuklappern? Dabei schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe: kostenloses frisches Obst, Bewegung und Aktivität sowie das Nahebringen von Natur und Ernährung für die Kinder.

Kostenlose Lebensmittel über „Foodsharing“. Eine weitere Internetseite, die kostenlose Nahrungsmittel bietet, ist Foodsharing (auch als App für das Handy verfügbar). Hier werden Verteiler:innen im Stadtgebiet aufgelistet, die noch essbare Lebensmittel aus Bäckereien, Supermärkten etc. abholen und kostenlos weitergeben.

Im Zusammenhang damit können Themen wie Nachhaltigkeit und die Reduktion von Lebensmittelmüll mit Kindern besprochen werden.

Frische Lebensmittel zum kleinen Preis bei „Too Good To Go“. Auf der Webseite bzw. Handy-App Too Good To Go (engl. für „Zu gut zum Wegwerfen“) bieten lokale Supermärkte, Restaurants, Tankstellenshops und Bäckereien vor Ladenschluss ihre noch frischen Lebensmittel günstig an.

Man sichert sich online z.B. eine Tüte mit Brötchen, die die Bäckerei sonst entsorgen müsste, für wenig Geld und holt diese an einem bestimmten Zeitpunkt im Laden ab.

Foto: Thomas Merkenich

Die Ernährung als Familienaktion planen. Eine weitere Möglichkeit, um Zeit und Geld zu sparen ist es, am Anfang der Woche mit der Familie einen Essensplan aufzustellen.

Dafür kann man gemeinsam schnelle und frische Rezepte im Internet oder aus Kochbüchern raussuchen. Anschließend schreibt man eine Einkaufsliste und besorgt die Lebensmittel (vielleicht sogar teilweise über Foodsharing etc.).

Mithilfe eines Erntesaisonkalenders kann man mit den Kindern nachsehen, welche Lebensmittel gerade in Deutschland und den umliegenden Ländern geerntet werden. Diese sind oft günstig, da sie nicht importiert werden müssen. Im Herbst könnten also etwa vermehrt Pflaumen oder Kohl auf dem Speiseplan stehen.

Auch beim Kochen können die Kinder helfen, denn auch die haptische Auseinandersetzung mit dem Essen, das Fühlen und Zubereiten der Mahlzeit schaffen ein Bewusstsein. Hierbei kann man Kindern ruhig auch mal was zutrauen und sie schon im frühen Alter mit kindgerechten Messern Gemüse schneiden lassen.

ist Sozialarbeiterin und aktuell in den letzten Zügen eines Masterstudiums „Innovationsmanagement in der Sozialen Arbeit“. Sie arbeitet als Jugendreferentin im Stadtteilhaus Herrmann-Löns-Forum, mit Aufgaben im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. In der Vergangenheit hat Lea Gietz bereits in...

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