„Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ lautet der Name des Projekts, das Kinder und Jugendliche in Bergisch Gladbach dabei unterstützt, mit ihrer Trauer umzugehen. Unter professioneller Aufsicht lernen die Kinder ihre Gefühle bei einem Graffiti-Projekt auszudrücken.

Im diesjährigen Graffiti-Workshop entstanden drei Kunstwerke, die für das Hospiz am Quirlsberg bestimmt sein sollten. Zur Übergabe der Kunstwerke besuchte nun die Pflegedienstleitung Monika Meihack die Kindertrauergruppe. 

+ Anzeige +

Zwei der Graffitis waren eine Gemeinschaftsarbeit der 37 Teilnehmer*innen; das dritte Werk hatte eine ganz besondere Bedeutung:

Die Mutter der heute 11-jährigen Martha ist vor zwei Jahren im Hospiz am EVK an ihrer Erkrankung gestorben. Schon vor dem Tod und beim Abschied im Hospiz wurde die Familie durch das Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ unterstützt. Im Hospiz konnten sich Martha und ihre Schwester mit Trauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers von der verstorbenen Mutter verabschieden. Die Kinder haben noch etwas gebastelt und der Mama mit auf den letzten Weg gegeben. „Das war schwer. Ich weine auch jetzt noch oft und bin traurig, auch wenn sich die Trauer heute anders anfühlt als damals und ich auch wieder lachen kann“, sagt Martha. „Meine Mama fehlt mir aber eben in jeder Lebenszeit und in meinem Erwachsen werden immer neu.“ 

Weil das Hospiz und Therapiehund Sam die Familie und die Mutter so gut begleitet haben, wollte Martha etwas zurückgeben und stiftete deshalb ihr eigenes Bild, welches auf dem Workshop entstanden ist. Dabei sei ihr wichtig, dass da wo ihre Mutter gestorben ist, auch etwas Hoffnungsvolles und zugleich nicht Beschönigendes als Erinnerung an die Mutter seinen Platz findet.

Neben der Übergabe der Graffitis erhielten auch die Kinder, deren Elternteile oder Geschwister plötzlich durch Unfälle gestorben sind, Informationen zum Hospiz. „Es war für alle Anwesenden ein sehr emotionaler Nachmittag, bei dem während des Austauschs auch viele Tränen geflossen sind“, so Trauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers. „Umso besser ist es, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Hospiz am EVK und unserem Projekt so komplikationslos und Hand in Hand funktioniert.“ 

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.