Im Bereich vor der Schlossgalerie, zwischen Kino und unterem Wendehammer, sind jetzt acht Bäume gefällt worden. Foto: Schrägluftbildview Rheinisch-Bergischer Kreis (Screenshot)

Im Zuge des Umbaus der Schlossstraße hat die Stadtverwaltung jetzt weitere acht Bäume fällen lassen. In einem Bereich, der bislang noch nicht von der Baustelle berührt ist – aber im Herbst an die Reihe kommen soll. Daher ging Vogelschutz vor Baumschutz.

Für die Erneuerung der Bensberger Einkaufsstraße werden insgesamt rund 30 Bäume gefällt und später durch 50 neue ersetzt. Weitere acht der alten Bäume sind am Dienstag ohne Ankündigung gekappt worden. Was in Bensberg erneut für Aufregung sorgte – denn diese Bäume hätten im Sommer noch Schatten spenden können.

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Betroffen von der Aktion sind die Standorte ab dem Kino in Richtung unterer Wendehammer, erläutert die Stadtverwaltung auf Nachfrage. Dieser „Bauabschnitt 2“ soll laut Bauzeitenplan ab Ende September umgebaut werden. Allerdings wurde auch ein Baum vor dem Fotogeschäft gefällt. Und damit an oder jenseits der Grenze zum folgenden Abschnitt 4.1., der frühestens ab Januar 2025 bearbeitet werden soll.

Die Projektleitung hatte früher angekündigt, die Bäume erst dann „wegzunehmen“, wenn die Baustellen nahten. Doch wie bereits in der unteren Schlossstraße sorgt jetzt auch im Bereich vor der Schlossgalerie der Vogelschutz für Fällungen, mindestens sieben Monate im voraus: Während der Vogelbrutzeit dürfen Bäume grundsätzlich nicht gefällt werden. Und die dauert bis Ende September.

Schon eine geringe Verzögerung des aktuellen Bauabschnitts hätte die Bäume damit noch über den Sommer retten können. Zudem gibt es im Bundesnaturschutzgesetz Ausnahmen, zum Beispiel bei behördlichen Maßnahmen im öffentlichen Interesse.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Auf der Schloßstraße werden Bäume gefällt, um die Vögel zu schützen. Welch eine skurrile Logik!

    Fühlte die Stadt Bergisch Gladbach sich tatsächlich dem Schutz unserer Vögel (und unseres Klimas) verpflichtet, hätte bzw. würde sie die überwiegend gesunden Bäume der Schloßstraße stehen lassen anstatt den Baumbestand fast komplett wegzunehmen.

    Zum „Tausch“ der 50 neuen Bäumen gegen die 30 bestehenden möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen:
    Neu gepflanzte, kleine Bäume benötigen Jahrzehnte, um an die Klimaleistung (d.h. CO²-Bindung, Sauerstoffproduktion, Feuchtigkeitsspeicher, Luftkühlung, Staubbindung, Heimat für Vogelarten) bestehender, ausgewachsenen Bäume heranzukommen. Außerdem benötigt die Anpflanzung neuer Bäume viel Wasser und Aufwand. Ganz abgesehen vom Risiko, dass neuen Bäume nicht durchhalten.

    Der derzeit stattfindende „Tausch“ bedeutet also auf absehbare Zeit eine Schädigung unseres Klimas. Und einen großen Nachteil für unsere Vögel – und für uns Menschen.

    Diese Schädigung bzw. diese Nachteile wachsen mit jedem gefällten gesunden Baum.

    PS: Demnächst sollen auch die 18 Bäume auf dem Deutschen Platz gefällt werden. Im Rahmen des InHK Bensberg.

  2. Bin ich im falschen Film? Was hat die Schlossstraße mit Schildgen zu tun?

    Der Umgang mit teils alten, Schaten spendenden Bäumen in der Schlossstraße ist nie fürsorglich gewesen, weder für dei Bäume noch ie Passanten. Es hat deswegen etliche Diskussionen gegeben, die alle abgeschmettert wurden. Besonders dämlich erscheint mir, schattenspenden Bäume, die in unseren auch in Zukunft zu erwartenden Sommern hilfreich gewesen waären, abzuholzen und gegenüber, wo kein Baum Schatten spenden kann, weil die Sonne gar nicht hinkommt, neue, junge Bäume anzupflanzen.

    1. Nun, hier wird jedem vorgeführt, dass Rot/Grün und die Klimaschützer aus der Verwaltung nur ein geringes Interessean dem Erhalt ökologisch und Mikroklimatechnisch wichtigen Bäumen haben. In Schildgen stehen alle Bäume noch. Und das soll auch so bleiben!

  3. Da dürfen wir in Schildgen froh sein, dass Herr Migenda uns eine Zusicherung des Erhaltes des Baumes vor dem Pub gegeben hat.

    1. Wenn ich mir die Pläne so ansehe, fürchte ich, dass die Zusicherung bei Umsetzung der Pläne eventuell nur ein Lippenbekenntnis gewesen sein könnte. Und im Übrigen würde ich den Schildgenern und Ihnen Herr Lehner dazu raten, sich die Pläne nochmals genau anzusehen. Denn wenn ich das richtig überblicke, ist der Baum am Pub nicht der einzige im Ortszentrum der im Plan nicht mehr als Bestandsbaum angegeben wird.

      1. Dank Google Earth würde ich mal sagen, es sind zwei riesige Platanen nicht mehr im Bestand, sollen also gefällt werden. Der vierte Baum der erhalten wird, ist eine kümmerliche Birke. Allerdings bin ich dabei nicht ganz sicher. Ich war jetzt nicht vor Ort und weiß nicht, ob Google Earth noch den Ist-Zustand abbildet.

      2. Ich habe das eben mal sehen können. Wenn ich richtig zähle, gibt es “in echt” derzeit 8 Bäume entlang der Altenberger-Dom-Straße. Einer vor dem Pub, einer vor EDEKA und sechs vor der Kirche. In den von der Stadt auf ihrer Homepage veröffentlichten Plänen finde ich 5 grüne Kreise, die laut Legende für Bäume im Bestand stehen. In den Plänen sind also 3 Bäume weniger eingezeichnet bzw. durch grüne Kreise als Bestand markiert, als tatsächlich im Bestand vorhanden sind. Da kann man dann schon mal den Überblick verlieren…