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Per Dringlichkeitsantrag setzt sich die CDU dafür ein, die für viele Menschen unpassierbaren Fußwege entlang der Baustelle in der Schlossstraße doch noch nutzbar zu machen. Die Stadtverwaltung hat schon vieles ausprobiert – macht aber wenig Hoffnung auf eine durchschlagende Verbesserung.

Wer seit Jahresbeginn auf der Schlossstraße unterwegs war, kennt das Bild. Wer gut zu Fuß ist, kann die (sich fortbewegende) Baustelle auf provisorisch angelegten Gängen immer passieren und alle Geschäfte erreichen – für Menschen mit Kinderwagen, auf Krücken oder mit Rollator wird dieser Versuch jedoch zu einem gefährlichen Abenteuer, für Menschen im Rollstühlen geht kaum etwas.

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Zunächst hatte es die Stadt bzw. die Baufirma mit Schotterflächen versucht, dann mit grünen Teppichläufern. Seit einiger Zeit liegen schwere Gummimatten aus – die jedoch immer wieder verrutschen, Lücken lassen und selbst zu Stolperfallen werden. Von Barrierefreiheit also keine Spur.

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CDU fordert „tragfähige Lösung“ ein

Auch mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft hat die CDU-Fraktion jetzt das Thema aufgegriffen und fordert in einem Dringlichkeitsantrag für die Sitzung des Verkehrsausschusses am 12. November die Stadt zu einer Überprüfung der Situation auf – wie „die zurzeit auf den Gehwegen lückenhaft ausgelegten Gummimatten durch eine sicherere und im wahrsten Sinne des Wortes tragfähigere Lösung für Rollator-Nutzer und Kinderwagen ersetzt werden können.“

Die Stadtverwaltung räumt das Problem ein, widerspricht aber dem Eindruck, der Misere tatenlos zuzusehen. Sicherheit und Barrierefreiheit blieben „weiterhin oberste Priorität“, betont sie auf Anfrage des Bürgerportals. Jede Baustelle bringe Unannehmlichkeiten und „gewisse Einschränkungen“ mit sich, die vorübergehend nicht zu verhindern seien.

Zudem sorgt der ständige Fortschritt der Bauarbeiten dafür, dass sich die Anordnung der Baustelle ständig ändere, wodurch die Baufirma die Fußwege kontinuierlich anpassen müsse. Daher seien feste Holzstege nicht möglich, sondern nur die Gummimatten, die ständig neu justiert werden.

Das erfordere von allen Seiten Toleranz und Entgegenkommen, betont die Stadt: „Gäbe es eine Patent- oder Allgemeinlösung, hätte man diese bereits umgesetzt.“

Zum Teil werden die Fußgänger über die Fahrbahn geführt, die noch aushärten muss. Foto: Redaktion

Weitere Varianten werden geprüft

Nach wie vor seien die Verantwortlichen auf der Suche nach besseren Lösungen und stünden in einem kontinuierlichen Austausch mit der Baufirma und der Inklusionsbeauftragten Monika Hiller. Auch bei den Baubesprechungen sei die Barrierefreiheit immer wieder ein Thema.

Selbst im Ausland sei nach besseren Lösungen recherchiert worden, ohne Erfolg. Dennoch, so die Stadt, habe sie in dieser Sache nicht aufgegeben. Planungsbüro, Stadtverwaltung und die Inklusionsbeauftragte suchten „weiterhin intensiv nach Lösungen“.

Im Gespräch mit Spezialfirmen, die die barrierefreie Beläge anbieten, würden jetzt ergänzende Beläge auf Tauglichkeit geprüft. Die vage formulierte Hoffnung: „Es können künftig weitere Varianten in Betracht kommen, die Ergebnisse gilt es abzuwarten.“

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. …traurig genug, dass 2 Personen sehr schwer verletzt wurden (mit weitreichenden Folgen)…es ist schrecklichlich zu lesen, dass die Arbeiten unvollständig übernommen wurden… 2 schwer verletzte Bürger…Wer trägt die Verantwortung und die Folgekosten (pflegebedürftig!!!!!!) ???
    Das gleiche Bild findet sich nicht nur in der (neuen!) Schloßstr.. In der Fußgängerzone (“Hauptstr.”) finden sich ebenfalls Stolpenfallen, die nicht abgesichert sind, bzw. als Gefahrenstellen markiert sind.
    Wann reagiert die Stadt endlich zum Schutz der Fußgänger…? Viele Menschen müssen noch stolpern, sich verletzen (mit Folgeschäden)….
    Gibt es nicht eine Verpflichtung zur Verkehrssicherung durch die Stadt???

  2. Nachdem die ersten Pflastersteine in der Fußgängerzone in Bensberg verlegt waren, habe ich den Bürgermeister und die Stadt Bergisch Gladbach auf die mangelhafte Verlegung hingewiesen. Meine Frage war u.a. ob die für die Fußgänger freigegebenen Bereiche vor Freigabe nicht von der Stadt überprüft würden, zum einen um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten, aber auch um spätere Regressansprüche und langwierige Prozesse (siehe Innenstadt Bergisch Gladbach)zu vermeiden. Die Antwort des Bürgermeisters war sinngemäß, dass meine Anfrage polemisch wäre und ich bei der nächsten Wahl ja kandidieren könnte. Das Ergebnis haben wir nun. Eine ältere Dame ist gestürzt und pflegebedürftig. Ich hoffe, dass die alte Dame schnellstmöglich weitgehend gesund wird und die Stadt für alle Schäden inklusive Schmerzensgeld aufkommt/aufkommen muss.
    PS. Wer glaubt jetzt werde zügig an der Mängelbeseitigung oder an der Fertigstellung gearbeitet: Fehlanzeige – Freitag 13:00 Uhr bei bestem Wetter kein einziger Arbeiter an der Baustelle.

  3. Nachdem die ersten Pflastersteine in der Fußgängerzone in Bensberg verlegt waren, habe ich den Bürgermeister und die Stadt Bergisch Gladbach auf die mangelhafte Verlegung hingewiesen. Meine Frage war u.a. ob die für die Fußgänger freigegebenen Bereiche vor Freigabe nicht von der Stadt überprüft würden, zum einen um die Sicherheit der Fußgänger zu gewährleisten, aber auch um spätere Regressansprüche und langwierige Prozesse (siehe Innenstadt Bergisch Gladbach)zu vermeiden. Die Antwort des Bürgermeisters war sinngemäß, dass meine Anfrage polemisch wäre und ich bei der nächsten Wahl ja kandidieren könnte. Das Ergebnis haben wir nun. Eine ältere Dame ist gestürzt und pflegebedürftig. Ich hoffe, dass die alte Dame schnellstmöglich weitgehend gesund wird und die Stadt für alle Schäden inklusive Schmerzensgeld aufkommt/aufkommen muss.

  4. Wie lange dauert das mit der Baustelle kann man nicht schreiben wie weit man fahren kann mit dem Rollstuhl wo schon mal freigegeben ist das wäre sehr nützlich für die rollschuhe Fahrer danke ich habe das Gefühl dass nach dem Motto (aber kriegen ist nicht schwer aber Arbeit zu behalten sehr)

  5. Die Wege sind tatsächlich eine Zumutung für ältere Herrschaften (zu denen ich mich noch nicht zähle). Ich bewundere täglich Herren mit Rollator oder Damen mit Stock, die unverdrossen über diese “Wanderwege” holpern – und fürchte um ihre Gesundheit. Besonders schlimm ist es im Bereich Schlosstreppe, wo die Engstelle um den Sushi-Pavillon bei starkem Gefälle sowohl in Laufrichtung als auch zur Seite gemeistert werden muss. Aber auch topografisch eigentlich unproblematische Pssagen, wie zB vor den öffentlichen Toiletten, sind zumeist in sehr schlechtem Zustand.
    Ich gehe davon aus, dass die Bauunternehmen – neben dem Verlegen des Pflasters – auch die Sicherung der Baustelle und die Anlage von Notwegen schulden. Diese Leistung erbringen sie ganz einfach nicht ordentlich. Natürlich gibt es beim Bauen unvermeidbare Unannehmlichkeiten – um die geht es hier aber nicht. Die Gummimatten könnten durchaus ordentlich ausgelegt und danach regelmäßig kontrolliert werden. Dafür fehlt vermutlich der Wille – denn während zwei Arbeiter die Matten wieder justieren, können sie nicht pflastern; man muss also ggf. mehr Personal stellen was die Sache für das Unternehmen teurer macht. Das ist aber ausschließlich das Problem der zuständigen Baufirma. Die Topografie der Schlossstraße muss bei Erstellung ihres Angebots bekannt gewesen und der Aufwand der Aufrechterhaltung des Verkehrs eingepreist sein. Wenn man sich da verkalkuliert hat, ändert das an den Pflichten nichts.
    Der Vorwurf an die Stadt ist “nur”, dass sie als Auftraggeber die ordnungsgemäße Leistungserbringung bisher offenbar nicht mit ausreichendem Nachdruck einfordert. Anstatt die Baufirmen zu verteidigen, sollte hier die nächste Eskalationsstufe (mindestens Klarstellung der Zuständigkeit und Fristsetzung, ggf. Androhung gerichtlicher Schritte – einstweilige Verfügung) gezündet werden.
    Schade wäre jedenfalls, wenn man die wackeren, aber nicht mehr topfiten Fußgänger nun auch noch zu Autofahrern machte – oder aus der Schloßstraße ganz vergrault.