Als er den BürgerClub des Bürgerportals im Wahlkampf 2021 besuchte kündigte Christian Lindner an, Bundesfinanzminister zu werden. Wenig später war der Mann aus Wermelskirchen genau das. Das Amt hat er wieder verloren, jetzt kämpft der Bundesvorsitzende der FDP um den Verbleib der Liberalen im Bundestag, in Rhein-Berg tritt er als Direktkandidat an. Wir stellen Lindner mit Hilfe unseres Fragebogens persönlich vor.

Im Laufe der Jahre hat Christian Lindner, immerhin schon seit elf Jahren Bundesvorsitzender der FDP, den Fragebogen des Bürgerportals schon 2011 und 2017 ausgefüllt, jedes Mal anders. Im Bundestagswahlkampf 2025 gibt er einige Einblicke in seine persönliche Gedankenwelt, nennt Stärken und Schwächen – und legt sich politisch eindeutig fest.

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Die offizielle Biografie

Christian Lindner (*7. Januar 1979) war von 2021 bis 2024 Bundesminister der Finanzen und ist Mitglied des Deutschen Bundestages.

Christian Lindner gehört der FDP seit 1995 an. 2000 wurde er als Abgeordneter erstmals in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt. Von 2012 bis 2017 war er Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion NRW.

Im Dezember 2013 wurde Christian Lindner zum Bundesvorsitzenden der Freien Demokraten gewählt. Die Fraktion der Freien Demokraten im Bundestag führte er vier Jahre als Vorsitzender (2017-2021). Am 8. Dezember 2021 wurde Christian Lindner in der ersten Koalition aus drei Parteien Bundesminister der Finanzen.

Er studierte Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Von 1997 bis 2004 war Lindner Inhaber einer Werbeagentur sowie Mitgründer eines Internet-Unternehmens.

Lindner ist Major der Reserve bei der Luftwaffe und verheiratet.

Mit dem Ende der Ampelkoalition hat Lindner das Amt des Finanzministers wieder verloren, in den Umfragen liegt seine FDP zur Zeit unter der Fünf-Prozent-Marke. Das entmutigt den Mann, der in Wermelskirchen aufgewachsen ist und in Rhein-Berg unzählige Wahlkämpfe geführt hat, jedoch nicht, im Gegenteil. Aber lesen Sie selbst.

Die Spielregeln: Die Kandidat:innen bekommen 21 Fragen, von denen mindestens 17 möglichst knapp beantworten werden sollten. Zudem gibt es eine Bonusfrage. Los geht’s.

Christian Lindner bei einer Kundgebung 2021 auf dem Konrad-Adenauer-Platz. Foto: Thomas Merkenich

1. Wie starten Sie in den Tag?
Christian Lindner: Mit einem Kaffee und einen Blick auf mein Telefon, das nie stillsteht.

2. Was wollten Sie als Kind werden?
Bauer. 

3. Was sind Sie geworden?
Mit 18 habe ich mich noch als Schüler mit einer Werbeagentur selbständig gemacht, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Nach dem Abitur habe ich ein Studium abgeschlossen. Inzwischen bin ich aber schon länger Abgeordneter, um mein Lebensgefühl in der Politik zu vertreten. Respekt vor Eigenverantwortung, Freiheit, Leistungsbereitschaft und Weltoffenheit sind leider kein Mehrheitsprogramm. 

4. Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
Ich liebe die Natur und bin gerne im Wald unterwegs.

5. Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Zeit für Familie und Freunde, Sport und gutes Essen.

6. Was ist für Sie das größte Unglück?
Wenn Menschen unter schweren Krankheiten leiden, zeigt uns das: Ohne Gesundheit ist alles nichts.

7. Bitte ergänzen Sie: Der Rheinisch-Bergische Kreis ist …
Meine Heimat. Ins Bergische kommen heißt nach Hause kommen.

8. Was ist Rhein-Bergs größter Pluspunkt?
Ich liebe unsere Landschaft, die aber doch so nah den Metropolen liegt.

9. Was ist Rhein-Bergs größtes Problem?
Die wirtschaftliche Perspektive im Mittelstand: Wir brauchen eine Wirtschaftswende mit besten Rahmenbedingungen für unsere Betriebe, damit sie bei uns bestehen und wachsen können. Damit im Einklang müssen wir auch Mobilität und Bildung zukunftsfähig machen.

Einladung: Am Dienstag, 14. Januar um 12 Uhr stellt sich Christian Lindner in einer Video-Konferenz den Fragen unserer Leser:innen. Für die Teilnahme an diesem Mittagspausen-Format unter dem Motto „Politik & Pizza“ in der Redaktion sind noch einige wenige Plätze frei, Sie können sich aber auch digital zuschalten. Mehr Infos und Anmeldung

Bei der WahlArena des Bürgerportals am 24.1. in der RheinBerg Galerie hat sich Lindner entschuldigt; beim Wettkampf aller Kandidat:innen in Rhein-Berg wird er von Maria Westphal vertreten, der FDP-Kandidatin des Bezirks Köln.

10. Wenn Sie einen Wunsch für den Rheinisch-Bergischen Kreis frei hätten, würden Sie …
die digitale Infrastruktur an jeder Ecke des Kreises auf Niveau Weltklasse bringen.

11. Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie …

12. Was war Ihre größte Leistung?
In der Politik der Kurswechsel bei den Staatsfinanzen: Neuverschuldung und Steuerlast runter, Investitionen rauf. Das würde ich gerne fortsetzen und verstärken.

13. Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Herbst 2023 zu dem Buchungstrick von Olaf Scholz hätten wir den Koalitionsvertrag der Ampel neu verhandeln müssen. Darauf hätte ich dringen müssen.

14. Mein großes Ziel ist es, …
… für Deutschland eine echte Wirtschaftswende einzuleiten, um unseren Lebensstandard und den Wohlstand unserer Gesellschaft zu sichern. Dafür brauchen wir weniger Bürokratie und Steuern sowie eine Klima- und Energiepolitik ohne Ideologie.

15. Was ist Ihre Stärke?
Niemals den Humor zu verlieren.

16. Was ist Ihre Schwäche?
Der Schutzpanzer. Nach all den Jahren der politischen Auseinandersetzung wirkt man im Fernsehen dann oft unnahbar und kühl. 

17. Worüber können Sie sich aufregen?
Sinnfreier Bürokratismus. 

18. Wer ist Ihr Vorbild im Beruf?
Alle, die für Überzeugungen einstehen.

19. Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben?
Meine Großeltern, die sich alles selbst aufgebaut haben. 

20. Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben?

21. Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem Nachfolger/Ihren Kindern erteilen?
Ich versuche, mich bei Ratschlägen zurückzuhalten. Die Wege und Irrwege machen uns aus. Insofern: Mach Dein Ding, verliere keine Zeit, gib nie auf, auf mich kannst Du immer zählen.

Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten?
Ich würde gerne sagen, warum die Wahl am 23. Februar so wichtig ist. Mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit wird Friedrich Merz der nächste Bundeskanzler. Die entscheidende Frage ist aber: Mit wem regiert er?

Koalitionen wie Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot wären lediglich eine „Ampel light“ und würden die Politik der vergangenen Jahre verlängern. Wer für eine Wirtschaftswende, Kontrolle der Migration und Modernisierung der Infrastruktur ist, macht die FDP stark.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Frage 22:

    Bleiben Sie bei Ihrer Meinung, wir sollen mehr Musk wagen, also auch der Wahlempfehlung dieses Mannes folgen?

  2. ….jemandem dem zur Rentensituation nur einfällt, das die Leute einfach länger arbeiten sollen kann ich nicht ernst nehmen. Er könnte ja mit seiner Partei mal an einem gerechterem Rentensystem arbeiten. Ist ja wohl längst überfällig. Man geht 45 Jahre arbeiten und die Rente reicht bei „Normallöhnen“ nicht aus. Aber Hauptsache die Zahl unnötiger Staatssekretäre steigt und verschlingt Milliarden an Steuergeldern. Das gilt übrigens für alle anderen Parteien auch.

    Schönen Tag

    1. Hallo Rued Kraus, wer kommt denn noch auf 45 Arbeitsjahre (in Vollzeit)? Und warum reicht die Rente bei “Normallöhnen” nicht mehr. Vielleicht mal drüber nachdenken, dass wir einen immer höheren Lebensstandart wünschen/fordern. Zudem werden wir immer älter, somit steigen die Monate des Rentenbezugs. In meiner Altersgruppe (ü 55 Jahre) war es fast normal, mit 20 Jahren im Beruf zu stehen bei einer 41-Stundenwoche. Heute gehen sehr viele mit Anfang 30 Jahren in den Beruf und das bei einer angenehmen reduzierten Arbeitszeit mit etwas zwischen 30 und 35 Arbeitsstunden.

    2. „Man geht 45 Jahre arbeiten und die Rente reicht bei „Normallöhnen“ nicht aus.“ – Verstehe ich nicht. Wer 45 Jahre lang das Durchschnittsentgelt (derzeit 32.100 €/Jahr bzw. 2675 €/Monat) verdient (das würde ich unter „Normallohn“ verstehen), sammelt damit 45 Entgeltpunkte. Ein Entgeltpunkt entspricht derzeit einem Rententeil von 39,32 € pro Monat, also betrüge die Rentenhöhe damit 1769,40 €.

      1. Dann fragen sie mal die Normalverdiener, wieviel sie in ihren mindestens 45 Jahren Arbeit wirklich im Monat verdient haben .
        2675€ hat nicht jeder zur Verfügung.
        Nachdenken.

      2. Das haut schon hin was Drucker sagt.
        Vor ca. 50 Jahren habe ich auch nur ca. DM 1.500,oo => ca. EUR 770,00/Monat (eher weniger) verdient. Erst zum Ende meiner Berufstätigkeit, also bevor ich Rentnerin wurde, waren es dann ca. EUR 3.000,00.

      3. Das Duchschnittsentgeld für einen Rentenpunkt liegt z.Z. bei über 43000 €, also gut 30% über Ihrer “Annahme”. Das ergibt dann einen mtl. Lohn von fast 3600 €. Bei 48% Rentenniveau kommen dann ihre 1769 € raus.
        Sie sollten schon mit reellen Zahlen operieren!

      4. @ Realist: Tatsache, da bin ich wohl in die falsche Tabellenzeile gerutscht, die 32.100 € waren 2011. Das spielt aber für die Aussage keinerlei Rolle, denn es bleibt trotzdem dabei, dass sich bei 45 Jahren Durchschnittsentgelt oder „Normallohn“ eine Rente von 1796,40 € ergibt, denn für das Durchschnittsentgelt eines Jahres erhält man immer einen Rentenpunkt.

        @ Dieter Wieland: Rentenpunkte gibt es in jedem Jahr orientiert am Durchschnittsentgelt für das jeweilige Jahr. Wenn Sie im Jahr 1979 27.685 DM verdient haben, haben Sie dafür genauso einen Rentenpunkt bekommen wie wenn Sie im Jahr 2002 28.626 € verdient haben. Es gibt zwar Zeiten, in denen ganz sicher weniger verdient wurde, etwa während der Ausbildung, dafür gibt es eine Reihe von rentenerhöhenden Anrechnungszeiten. 45 Rentenpunkte bei 45 Jahren „Normallohn“ sind also eine durchaus realistische Annahme.

      5. @Drucker: Wenn ca 430 Hairstylisten Vollzeit zum Mindestlohn (ggf. etwas mehr) arbeiten und der CEO der Allianz 7,5 Mio bekommt (verdient spare ich mir hier mal) dann haben auch alle im “Durchschnitt” 3650.- € verdient.
        Den “Arbeitenden” hilft das bei der Rente wenig. Die werden alle weniger als 30 Rentenpunkte erreichen und damit eine Rente, die abzüglich Krankenkasse und ggf. Steuern unter 1000.- € liegen wird. Nach Ihrer Betrachtung haben die dann wohl nicht “normal” gearbeitet. Normallohn ist halt keineswegs Durchschnittslohn. Sie sollten Ihre Ansichten dazu vielleicht noch mal überdenken.

      6. @Realist
        Es gibt Millionen illegaler Beschäftigungsverhältnisse (u.a. privat beschäftigte Reinigungskräfte, Gärtner, Handwerker etc.) die auch dieses “Durchschnittsentgelt” falsch abbilden.
        Diese schwarz Beschäftigten tauchen in keiner Statistik auf, da deren Arbeitgeber weder Sozialabgaben noch Lohnsteuer für diese Arbeitnehmer abführen.
        Folge: Diese schwarz “Arbeitenden” haben am Ende natürlich auch nicht genügend Renten-Entgeltpunkte ansammeln können.
        Sie arbeiten ihr ganzes Leben lang (für schnelles Geld), sind täglich von einer Putzstelle u. a. zur nächsten gehastet, bedenken jedoch nicht, dass sie später keine bzw. eine zu geringe Rente bekommen und auf Unterstützung angewiesen sein werden.

      7. @Realist: Ihre Beispielrechnung ist zwar passgenau zu Ihrer Argumentation konstruiert, ist aber auch nicht mehr als eine für Sie zweckmäßige Annahme. Und wenn Sie dann noch den Mindestlohn zum normalen Lohn erklären, wird es vollends unseriös. Vielleicht sehen Sie mal von solchen Derailment-Versuchen ab.

      8. Drucker macht den Fehler der falschen Referenzgruppe. Die richtige Referenzgruppe ist nicht die Gruppe aller Lohnempfänger, sondern die Teilgruppe, welche auf 45 Beitragsjahre kommt. Im zweiten Schritt müsste man rauskriegen, was in dieser Gruppe der normale Lohn ist. Der Unterschied zwischen Durchschnittslohn und Medianlohn sei an dieser Stelle geschenkt. Klar ist, dass es in dieser Gruppe sehr wenige Akademiker geben wird. Der normale Lohn in dieser Gruppe könnte tatsächlich erschreckend nahe am Mindestlohn liegen, zumal es den Mindestlohn noch nicht solange gibt. Im dritten Schritt kann man sich daraus die Rentenhöhe überlegen. Dazu braucht man aber Daten, die vorgetragenen Werte erfassen nicht den Kern der Kommentare von Realist und Rued Kraus.

        Das ist aber nicht der springende Punkt und die Diskussion geht in die falsche Richtung. Es mag ja sogar so sein, dass man derzeit mit 45 Jahren Schwerstarbeit in der Pflege oder auf dem Bau mit der Rentenhöhe gut über die Runden kommen kann. Es ist aber klar, dass das in den nächsten 25 Jahren von Jahr zu Jahr immer weniger angenehm werden wird. Deswegen wären wichtige Fragen an Herrn Lindner gewesen, warum in der Reform der bislang leider gescheiterten staatlich geförderten Altersvorsorge das Versprochene nicht eingelöst wurde. Wozu möchte Herr Lindner wieder gewählt werden? Was wird nun versprochen. Wie kann sichergestellt werden, dass da diesmal etwas geliefert wird?

      9. Sie spekulieren allerdings auch recht munter und stützen sich in erster Linie auf (nicht immer plausible) Annahmen. Das bringt die Sache nicht gerade voran.

      10. “(nicht immer plausible) Annahmen” was nicht plausibel ist, wird nicht ausgefürt.

        “Das bringt die Sache nicht gerade voran.” Für den ein oder anderen hoffentlich doch. Der Hinweis auf die falsche Referenzgruppe bringt meiner Meinung nach die Diskussion sehr wohl voran.

      11. Dass es die falsche Referenzgruppe sei oder sich die Gruppe vom Durchschnitt unterscheide, bleibt allerdings nach wie vor nicht mehr als eine Behauptung.

        Unplausibel ist die Annahme, in der Gruppe der besonders langjährigen Beschäftigten sei der Niedriglohnsektor überrepräsentiert. Dort sind unter anderem all die Leute zu finden, die nach der mittleren Reife oder dem Hauptschulabschluss eine handwerkliche oder kaufmännische Lehre begonnen haben und somit sehr früh ins Berufsleben gestartet sind. Das war vor 45 Jahren keine Seltenheit und die damit erreichten Berufe sind zwar teils schlecht bezahlt (z.B. Friseurhandwerk), teils aber auch sehr gut.

        Das ist übrigens auch heute noch so. In meinem Familienumfeld gibt es Auszubildende, die (selbst Abiturienten) in der Berufsschulklasse auch mit 16-Jährigen zusammen lernen – und das in Berufen, die lukrative Verdienstmöglichkeiten bieten. Diese 16-Jährigen werden ihre reguläre Rente voraussichtlich erst nach mehr als 50 Jahren im Berufsleben beantragen können.

        Auch Handwerker, die die Meisterprüfung ablegen, zählen dazu. Da der Meisterbrief im Europäischen Qualifikationsrahmen auf derselben Stufe steht wie ein Bachelor oder ein FH-Diplom, relativiert sich auch Ihre Annahme, in der Gruppe gebe es sehr wenige Akademiker. Es gibt heute auch Modelle, bei denen in bestimmten Berufsgruppen mit dem Meisterbrief automatisch ein B. Eng. verliehen wird.

        Insgesamt sehe ich keinen zwingenden Grund für die Annahme, dass sich das Durchschnittsentgelt der besonders langjährigen Versicherten von dem der anderen unterscheidet.

        Noch eine Anekdote: Nach der Jahrtausendwende sah ich im Frühjahr immer wieder Durchschnittsautos mit dem Schriftzug „Abi 2003“ (oder dem jeweiligen Jahr) im Heckfenster. Eines Tages sichtete ich dann auf dem Rückweg von der Arbeit in Holweide einen knallgelben Lamborghini – bei dem stand an dieser Stelle „Hauptschule 1958“.

    3. Und im Normalfall, wenn der Ehepartner/Lebenspartner oder die Ehepartnerin/Lebenspartnerin zusätzlich auch noch eine (evtl. geringere) Rente bekommt, kann man damit wunderbar zusammen wirtschaften und sogar noch etwas sparen, wenn man es klug anstellt.
      Wenn irgendwann eine(r) von beiden verstirbt, erhält man immerhin noch eine Witwen- oder Witwerrente.

    4. Da die Menschen um vieles älter werden, ist es unumgänglich, das sie länger arbeiten müssen. Die Alternative wären weitaus höhere Rentenbeiträge. Früher wurden Menschen um 70 Jahre alt, heute viele sogar um die 100 wo soll also das Geld her kommen. Ich kenne einige, die schon um die 30 Jahre Rente beziehen ich beziehe auch schon um 20 Jahre Rente und bin nicht zu früh ausgeschieden. Was damals 10-15 Jahre ausgezahlt wurde, kann ja jetzt nicht für 25-30 Jahre reichen. Das ist doch die Logik, das Geld fällt ja nicht vom Himmel. Als Menschen ohne Probleme mit 55-60 Jahre ausscheiden konnten, waren es viel mehr Einzahlende als heute. Heute ist es nicht mehr weit entfernt, dass nur noch 1-2 Arbeitnehmer, also Einzahler auf einen Rentner gehen. Um das Ganze zu verstehen, hilft wirklich nur nachdenken und nicht nur drauf los plappern. Es gibt nur 2 Möglichkeiten höhere Beiträge oder länger arbeiten. Noch mal das Geld fällt nicht vom Himmel.

    5. @U. Schinkel: So einleuchtend es klingen mag, ist es doch komplett falsch.
      Was Sie (wie viele Andere) vergessen, ist die extreme Zunahme der Produktivität der letzten Jahrzehnte. Die Gesellschaft kann heute einen weitaus größeren Anteil an Rentner:innen versorgen als früher, weil in den allermeisten Bereichen (Ausnahmen: Gesundheit, Pflege, Bildung) wesentlich weniger Arbeitskräfte “pro output” benötigt werden.

      Das monetäre Problem entsteht dadurch, dass ein immer geringerer Teil der Einkommen zur Finanzierung der Renten beiträgt. Insbesondere zahlen Spitzenverdiener:innen nicht in die Rentenversicherung ein – und deren Anteil am Gesamteinkommen wächst kontinuierlich. Daher ist es wenig überraschend, dass der Beitragssatz für “normale” Lohn- und Gehaltsempfänger steigt. Würden sämtliche Einkommen herangezogen, könnte der Satz auf 15% oder weniger sinken.
      (Dass Beamte ebenfalls nicht einzahlen, ist zwar richtig – allerdings müssten deren Bruttobezüge deutlich steigen, wenn sie es täten. Ob der Staat höhere Gehälter zahlt oder später Pensionen, ist unterm Strich egal.)

      1. Hinzu kommt, dass ein guter Teil der Mehrgewinne aus der Produktivitätssteigerung den Shareholdern zufließt. Würden sie anteilig an die Rentenkasse gehen, gäbe es kein Problem. Habeck hat das angeregt und aus Wirtschaftskreisen postwendend einen gewaltigen Shitstorm auf sich gezogen.

      2. Also mehr Umverteilung. Ich persönlich glaube nicht, dass höhere Abgabenlast die richtige Antwort ist.

      3. Das wäre eher Zurückverteilung zugunsten derjenigen, die die Gewinne erwirtschaften. Es hat schließlich nicht den geringsten gesellschaftlichen Wert, wenn bei einem kleinen Teil der Bevölkerung das Geld gestapelt wird und auf Dauer vollständig dem Gemeinwohl entzogen ist.

      4. @Jens T. – Es geht um eine gerechte Verteilung der Abgabenlast, nicht um “mehr”. Es gab mal den Satz “Starke Schultern können mehr tragen” – tatsächlich zahlen Spitzenverdiener:innen heute viel niedrigere Beitragssätze als “Normalos”. Das liegt auch an Steuervermeidung/ -hinterziehung und Abgeltungssteuer, vor allem aber daran, dass sie keine Sozialabgaben zahlen.

        @Drucker – Produktivitätssteigerung bedeutet nicht automatisch Mehrgewinne, da sie zu Preissenkungen führen sollte. Zumindest nach Lehrbuch – manchmal(!) passiert das auch in der Praxis (häufig jedoch nicht wg. Mono- oder Oligopolen).
        Entscheidend sind Lohnquote und Einkommensverteilung (Gini o.ä. Messung).
        Habeck meinte wohl das Richtige, hat aber sehr ungeschickt formuliert. Wenn die Beitragsbemessungsgrenze bleibt, belastet sein Vorschlag (nur) Kleinaktionäre/-anleger, deren Lohn/Gehalt unter dieser Grenze liegt. Die Masse der Kapitalerträge fällt jedoch “oben” an und bliebe unangetastet.
        Das zeigt m.E. vor allem eines: Ökonomisch ist die Lösung des Problems trivial – es geht um Interessen und letztlich um Machtverhältnisse. Bei den heutigen politischen Mehrheiten haben die Interessen der Superreichen immer Vorrang.

      5. Die Beitragsbemessungsgrenze dürfte man vermutlich getrost erhöhen, wenn das Spektrum der Einkünfte, auf deren Basis Beiträge erhoben werden, breiter wird. Dann könnte man sie wohl auch problemlos bis zur Versicherungspflichtgrenze oder darüber hinaus anheben und die Beitragssätze trotzdem senken.

        Alternativ oder in einer Mischform könnte man natürlich auch auf das Schweizer Modell umstellen, bei dem alle sich in der Schweiz aufhaltenden Personen in der Regel in die obligatorische Versicherung fallen. Das gestaltet sich in der Praxis zwar weitaus komplexer, als es sich zunächst anhört, würde aber die Einnahmenbasis auch deutlich verbreitern.

  3. Garnicht neu, die schwierige Situation der FDP. Schon Augustus sagte:“ proditionem amo, sed proditores non laudo, ich liebe den Verrat, aber den Verräter lobe ich nicht“. Und Plutarch ergänzt dazu: „Nun steht aber offenbar Caesar Augustus nicht allein mit seinem Wort, sondern dies ist die allgemeine Stimmung gegen die Lumpen bei denen, die sie brauchen, wie man das Gift und die Galle mancher Tiere braucht. Solange man Nutzen aus ihnen zieht, hat man sie gern, hasst aber ihre Gemeinheit, wenn man sein Ziel erreicht hat.“ Die überwiegende Mehrheit der Bürger sehnte ein Ende der Ampel-Regierung herbei. Die FDP hat das ermöglicht, aber den überwiegend linksgrün-orientierten Medien ist es gelungen, das Handeln von Lindner und der FDP zu skandalisieren und die allgemeine Stimmung gegen die FDP zu lenken. Ich hoffe auf ein Wiedererstarken der FDP weil unser Land dringendst wirtschaftsliberale Kräfte braucht.

    1. Namen können wir keine nennen, aber einige scheint es doch zu geben. Unser BürgerClub mit Christian Lindner ist fast ausgebucht.

    2. Ich möchte ihn auch lieber nicht im Bundestag haben. Der jetzigen FDP gönne ich genau 4.99 %. Das ist nicht mehr die FDP, die Menschen wie Baum. Hamm-Brücher. Scheel und viele andere in ihren Reihen hatten und auf die war Verlass.

  4. Die wichtigste Eigenschaft, die einen Politiker auszeichnen sollte, nein muss ist Glaubwürdigkeit. Christian Lindner hat sie spätestens durch sein durchsichtiges und unglaubwürdiges Jonglieren mit dem auf einer sog. “Arbeitsebene” entstandenen D-Day-Papier verloren (wie nach meiner Meinung schon lange ebenfalls Herr Scholz wegen seines gravierenden Gedächtnisschwundes im Fall Steuergeldgeschenk von 47 Millionen € an die Warburg-Bank). Das Ergebnis sind die aktuellen Wahlprognosen, die die FDP zwischen 3,5 und 4% sehen. Das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag wäre aus meiner Sicht eine erfreuliche Konsequenz aus dem Verhalten Herrn Lindners. Doch der durch ihn angerichtete Schaden ist viel größer. Er erfüllt alle Klischees, die einem von Politikverdrossenen genannt werden und treibt Wählerinnen und Wähler vermutlich in Scharen zu den linken und rechten Extremen und zur Wahlabstinenz.
    Ich bedaure, dass Herrn Lindner keine Fragen zum Ausstieg aus der Ampel gestellt wurden.

    1. Unser ehemaliger Justizminister Baum sieht Herrn Lindner sehr kritisch und der ist mit seinen 91 Jahren geistig noch voll auf der Höhe.