Der Ausschuss tagte im Rathaus Bensberg. Foto: Thomas Merkenich

Es ist ein erster Schritt hin zu mehr Anerkennung: Die IG Kindertagespflege wird künftig im Jugendhilfeausschuss mit einem beratenden Sitz vertreten sein. Die Interessengemeinschaft hatte dafür bereits länger gekämpft. Beim Thema Kita-Ausbauprogramm standen mal wieder die Pläne für die Lenawiese im Mittelpunkt.

Erleichterung und Einstimmigkeit – so lässt sich die Sitzung des Jugendhilfeausschuss zusammenfassen. Erleichterung herrschte bei der Interessengemeinschaft (IG) Kindertagespflege, dass ihr Wunsch, als weiteres, beratendes Mitglied in den Jugendhilfeausschuss aufgenommen zu werden, künftig erfüllt wird. 

Die IG ist ein Zusammenschluss von Tagespflegepersonen in Bergisch Gladbach. Einstimmig votierte der Ausschuss für den gemeinsamen Antrag von CDU und FDP, der in der letzten Sitzung Ende November verschoben worden war. 

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Kampf der Kindertagespflege um mehr Anerkennung geht weiter

Die Kindertagespflege in Bergisch Gladbach fühlt sich von der Verwaltung und der Politik zu wenig gesehen und bei Entscheidungen nicht mit berücksichtigt. Dabei herrscht im Jugendhilfeausschuss Einigkeit über die unverzichtbare Arbeit der Tagesmütter und -väter. Der Kampf um einen Sitz in dem Gremium geht dennoch weiter. Wir fassen zusammen, was sonst noch debattiert und beschlossen wurde.

Auf den Tag genau zwei Monate nach der letzten Sitzung, in der lange über die Bedeutung der Tagespflege für die Kinderbetreuung in Bergisch Gladbach und den Umgang mit der IG Kindertagespflege debattiert worden war, kam es in dieser Sitzung sehr schnell zu einer Einigung.

Kampf um mehr Anerkennung

Im Vorfeld waren viele Gespräche geführt worden – zwischen der IG und Verwaltung einerseits sowie der IG und der AG Jugendhilfe andererseits. Dabei herausgekommen ist eine Art Kompromiss: Die AG Jugendhilfe erhält einen weiteren beratenden Sitz im Jugendhilfeausschuss, den diese sozusagen an die IG Tagespflege abgibt. Die Sprecherin der IG Kindertagespflege, Sarah Heller, wird künftig in der AG Jugendhilfe mitarbeiten.

Heller äußerte sich nach der Ausschusssitzung erleichtert darüber, dass die IG Kindertagespflege künftig damit auch ein Rederecht im Ausschuss erhalte. Es ist ein erster Etappensieg im Kampf um mehr Anerkennung und Wertschätzung, um die die Vertreter:innen der Kindertagespflege seit geraumer Zeit ringen. 

Noch Klärungsbedarf bei neuer Satzung

Dazu gehört auch, dass man mit der IG überhaupt spricht: Im Vorfeld der letzten Ausschusssitzung hatte es Unmut und Empörung darüber gegeben, dass die Verwaltung eine Satzung für die Kindertagespflege erarbeitet und vorgelegt hatte, ohne dazu vorab die IG anzuhören.

Die Satzung soll die rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen der bisher geltenden Richtlinien ersetzen. Die Entscheidung darüber war dann ebenfalls vertagt worden. Sie soll in der kommenden Ausschusssitzung im März getroffen werden. 

Im Gespräch mit dem Bürgerportal berichtete die IG-Vorsitzende Sarah Heller, dass es ein ausführliches Gespräch zwischen der IG und der Verwaltung gegeben habe. „Viele Missverständnisse konnten hierbei aus dem Weg geräumt werden, eine finale Einigung bei den wichtigsten Themen jedoch noch nicht erzielt werden.“ Dazu zählt für die IG unter anderem die Anzahl der Urlaubstage sowie eine stundengenaue Abrechnung. Diesbezüglich gebe es noch „Klärungsbedarf“. 

Die Bedeutung der Kindertagespflege für die Betreuungslandschaft wurde in einem Vortrag zum System der Kindertagesbetreuung von der Verwaltung betont. Kita und Kindertagespflege seien zwei Teilbereiche „eines gemeinsamen Systems“, sagte Petra Liebmann-Buhleier, Leiterin der Abteilung Kinder-, Jugend- und Familienförderung: „Wir brauchen Kindertagespflegepersonen. Wunsch- und Wahlrecht der Eltern müssen wir unbedingt aufrecht erhalten.“

Im aktuellen Kindergartenjahr betreuen in Bergisch Gladbach 84 Tagespflegepersonen 332 Kinder, die überwiegende Mehrheit sind Kinder unter drei Jahren. 

Kita-Ausbauprogramm

Auf der Tagesordnung stand auch der Sachstand zum Kita-Ausbauprogramm, über den das Bürgerportal bereits ausführlich berichtet hatte.

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Trägersuche und Anwohner-Sorgen: So steht es um die Kita-Neubaupläne

Fünf neue Kitas sollten in Bergisch Gladbach im aktuellen Kindergartenjahr eröffnen und 333 Plätze entstehen. Die Neubauprojekte kommen langsamer voran als geplant, aus unterschiedlichen Gründen. Aber es gibt auch einige Fortschritte zu vermelden. Die Zukunft einer der geplanten Einrichtungen ist allerdings völlig ungewiss.

In diesem Zusammenhang wurde – wieder einmal – intensiv über die geplante Kita Am Fürstenbrünnchen in Lückerath diskutiert. 

Die Bebauung der Grünfläche, die als „Lenawiese“ bekannte Bienen- und Blumenwiese, ist ökologisch umstritten. Sie dient als Kaltluftschneise. Anwohner hatten Klagen angekündigt. Seitdem stagniert das Vorhaben. Die Zukunft des Neubauvorhabens ist laut Verwaltung völlig ungewiss.

„Seit 2020 gibt es einen Beschluss für diese Kita. Fünf Jahre sind seitdem vergangen“, beklagte Brigitta Opiela (CDU). Sie habe Verständnis für die Klagen der Anwohner (von denen einige während der Ausschusssitzung auf der Besuchertribüne saßen), aber es könnten auch viele Eltern klagen, die keinen Kita-Platz bekommen. Vor allem in den Bezirken 5 und 6 (dazu gehören unter anderem Lückerath, Bensberg und Refrath) fehlen besonders viele Kita-Plätze. 

Ungewisse Zukunft für die Lenawiese

Die Entscheidung für die Kita an dieser Stelle ist nach den Worten von Tino Symanzik (Grüne) eine „Sackgasse und wird eine Sackgasse bleiben“. Es sollten schnell Plätze geschaffen werden, „aber wir haben hier keinen einzigen Platz geschaffen“, stattdessen seien Zeit, Geld und Personal gebunden worden. 

In dem Zusammenhang fragte Symanzik nach dem aktuellen Stand der Pläne für eine Kita auf dem Carpark-Gelände, dem ehemaligen Areal der belgischen Armee an der Bensberger Straße in Lückerath.

Dort werde gerade ein Bebauungsplan aufgestellt, sagte Claudia Werker, Fachbereichsleiterin Jugend und Soziales. „Es ist nicht damit zu rechnen, dass vor 2026 Baurecht besteht.“ Schnell würden dort also auch keine Kita-Plätze entstehen. 

Zur Kita Am Fürstenbrünnchen stimme die Verwaltung sich noch über das weitere Vorgehen ab, so Werker. Man gehe davon aus, dass gegen einen Bauantrag Klagen eingereicht werden. 

Die Siedlergemeinschaft Lückerath fordert unterdessen den sofortigen Stopp der Planung einer Kita auf der Lenawiese  und stattdessen „die kostbaren Planungskapazitäten und knappen städtischen Haushaltsmittel für erfolgversprechende Bauprojekte zu verwenden – etwa die Fortsetzung der von uns unterstützten Planung einer Kita auf dem Carpark-Gelände.“

Dokumentation

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Ich kann das Wehklagen der Anwohner der “Bienenwiese” nicht mehr hören. Reicht zu gegebener Zeit Eure Klageschriften ein und freut Euch, wenn nebenan auf dem ehemaligen “Carpark-Gelände” (an einer der meist befahrenen Straßen im Kreisgebiet) in 2027 eine KiTa entsteht. Dort gibt es übrigens auch ein Problem mit der Kaltluftschneise..

  2. Wo ist denn der an dieser Stelle angekündigte Beitrag über die Kita in Lückertah?