Taschengeld ist für Kinder der erste Schritt in die finanzielle Selbstbestimmtheit. Welche Betragshöhe je Alter empfohlen wird und was rund ums Taschengeld sonst noch zu beachten ist, erläutert Sabrina Küpper von der Kreissparkasse Köln in Bergisch Gladbach.

Bücher und Comics, Sammelkarten oder die Kugel Eis – Kinder entdecken früh, dass alles seinen Preis hat. Für Eltern stellen sich dann Fragen: Ab welchem Alter ist Taschengeld sinnvoll? Wie viel sollten wir zahlen? Worauf ist sonst noch zu achten? 

Im Vorschulalter entwickeln viele Kindern zunächst ein allgemeines Verständnis dafür, dass Geld gegen Ware getauscht wird. Den konkreten Wert von Geld können sie aber zumeist noch nicht fassen. In der frühen Grundschulzeit lernen Kinder dann, Preise zu vergleichen und können den Wert verschiedener Münzen verstehen.

Meine Tochter etwa hat sich, als sie in die 1. Klasse kam, gern und viel mit den Münzen in meinem Portemonnaie beschäftigt. Dies hat sie dazu motiviert, die Zahlen kennenzulernen und sie auch zum ersten Rechnen hingeführt.

Taschengeld „ab der Schultüte“

Dieser Erfahrung entsprechend empfiehlt das Deutsche Jugendinstitut (DJI), ab der Einschulung regelmäßiges Taschengeld auszuzahlen. In der späteren Grundschulzeit entwickeln Kinder dann typischerweise auch einen abstrakteren Begriff von Geld. Von diesem Zeitpunkt an kann Geld nicht nur als Bargeld, sondern auch auf einem Konto nachvollzogen werden. 

Mit Taschengeld können Kinder den verantwortungsvollen Umgang mit Geld lernen. Indem sie regelmäßig einen festen Betrag erhalten, üben sie, ihre Ausgaben zu planen, Prioritäten zu setzen und auch einmal auf etwas zu verzichten, um sich später einen größeren Wunsch zu erfüllen.

Gleichzeitig erfahren sie die Konsequenzen eigener Entscheidungen: Ist das Geld ausgegeben, müssen sie bis zum nächsten Termin warten. Diese Erfahrung fördert Selbstständigkeit, Geduld und langfristiges Denken und Handeln.

Eine Handreichung fürs „Wieviel?“

Wer sich hinsichtlich der Taschengeldhöhe eine Orientierung wünscht, findet diese in der Taschengeldtabelle des Deutsches Jugendinstituts (DJI): 

Dabei wird je nach Alter des Kindes ein unterschiedlicher Auszahlungsrhythmus empfohlen: für jüngere Kinder wöchentlich, ab etwa 10 Jahren dann monatlich. Letztlich bleibt die Höhe des Taschengeldes aber eine individuelle Entscheidung einer jeden Familie. 

Taschengeld nach Klassenstufe

Mich hat in diesem Zusammenhang interessiert, wie viel Taschengeld Kinder bei uns in Bergisch Gladbach erhalten, daher habe ich eine kleine Umfrage im Bekannten- und Kundenkreis vorgenommen. Das Ergebnis: Viele Eltern leiten das wöchentliche Taschengeld aus der besuchten Klassenstufe ab, zahlen dem Kind also 1 Euro in der 1. Klasse, 2 Euro in der 2. Klasse und so weiter. 

Allgemein gilt: Kinder sollten ihr Taschengeld regelmäßig, pünktlich und unaufgefordert erhalten. Erst dies ermöglicht dem Nachwuchs eine erste Finanzplanung. Soweit Kinder altersgerechte Dinge kaufen, sollten sie frei über den Einsatz ihres Taschengeldes verfügen (und auch mal einen Fehlkauf tätigen) dürfen.

Und: Geben Sie Ihrem Kind nicht vorzeitig oder zusätzlich Geld, wenn das Taschengeld aufgebraucht ist. Das würde den Lerneffekt untergraben.

Zum Schluss die „Gretchenfrage“: Sollte das Taschengeld in bar oder auf ein Konto gezahlt werden? Bei jüngeren Kindern ist sicherlich eine Barauszahlung sinnvoll, ins Sparschwein oder den Geldbeutel.

Sobald das Kind das Prinzip von Geld auf einem Konto versteht, können Sie das Taschengeld auch auf ein separates Kinderkonto einzahlen, etwa per Dauerauftrag. Dadurch lernt der Nachwuchs auch alltagspraktische Dinge wie die Nutzung einer Karte oder eines Geldautomaten kennen.

Bei der Kreissparkasse Köln ist das Girokonto für Kinder und Jugendliche übrigens traditionell kostenfrei. Aktuell läuft eine Aktion bis zum 5. September, während der jedes Kind bei der Eröffnung eines Jugendkontos eine Überraschung erhält und automatisch an der Verlosung von 55×2 Gutscheinboxen für das JUMP House Köln teilnimmt.

Fazit: Taschengeld ist ein sinnvoller erster Schritt in die finanzielle Selbstbestimmtheit von Kindern. Weitere Informationen dazu und Broschüren, etwa einen Taschengeldplaner oder die Finanzchecker-App, stellen die Sparkassen auf ihrem Ratgeberdienst Geld und Haushalt vor. Es lohnt sich, einmal auf dieser Webseite zu stöbern. Und wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an. 

Ihre Sabrina Küpper

Zur Person: Sabrina Küpper ist Vermögensberaterin der Kreissparkasse Köln in Bergisch Gladbach. Die ausgebildete Bankkauffrau und studierte Betriebswirtin (B. A.) ist bereits seit 2005 für das Geldinstitut tätig, darunter seit 2017 in der Regional-Filiale Bergisch Gladbach. Frühere Stationen waren unter anderem die Filialen in Bensberg und Kürten.

Kontakt

Regional-Filiale Bergisch Gladbach
Hauptstr. 208-210
51465 Bergisch Gladbach

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Website: ksk-koeln.de

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