Gedenken an die ermordete Patricia Wright. Fotos: DeVi

Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerten sich der Verein für Demokratie und Vielfalt und zahlreiche Bürger:innen an Patricia Wright: Die 23-Jährige aus Bergisch Gladbach war 1996 von einem Neonazi vergewaltigt und ermordet worden. Am Rande der Mahnwache kam es zu rechtsextremen Provokationen.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Vereins Bergisch Gladbach für Demokratie und Vielfalt

Trotz drückender Hitze setzten am Freitag zahlreiche Bürgerinnen und Bürger auf dem Konrad-Adenauer-Platz ein sichtbares Zeichen gegen rechtsextreme und frauenfeindliche Gewalt. Zur Mahnwache für Patricia Wright hatte der Verein für Demokratie und Vielfalt (DeVi) aufgerufen.

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Im Mittelpunkt stand das Gedenken an die 23-jährige Patricia Wright, die am 3. Februar 1996 in ihrer Wohnung im Stadtteil Hand von einem Neonazi vergewaltigt und ermordet wurde – ein Verbrechen, das bis heute nachwirkt. 

Bürgermeister Marcel Kreutz betonte in seiner Ansprache, das Erinnern müsse fester Bestandteil der Stadtkultur werden. Sarah Shakil forderte eindringlich entschlossenen Widerstand gegen jede Form rechtsextremer und frauenfeindlicher Gewalt.

Katharina Siebert (DeVi) stellte den Mord in den Kontext einer erschreckend langen Reihe rechtsextremer Morde und Attentate und stellte die Frage nach dem Warum: „Was macht es nur so attraktiv, ein Menschenfeind zu sein?“

Für einen der emotionalsten Momente sorgte Ingo Schütze, der Patricia noch persönlich gekannt hatte und mit ihrem Bruder befreundet war. Seine Erinnerungen mündeten in einen Satz, der die Mahnwache prägte: „Patricia hätte sich bei Euch bedankt.“

Zum Abschluss verlas Sarah Shakil die Namen von 55 Opfern, stellvertretend für alle Opfer rechter Mordtaten, während Teilnehmende deren Namen auf Plakaten sichtbar machten – ein stilles, eindringliches Zeichen gegen das Vergessen.

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„Kein Einzelfall – Kein Vergessen – Kein Wegschauen“

Mit einer Stele erinnert Bergisch Gladbach an Patricia Wright, die vor 27 Jahren von einem Rechtsradikalen in Hand in ihrer Wohnung vergewaltigt und ermordet wurde. Die Tat liege zwar lange zurück, doch rechtsextreme und frauenverachtende Einstellungen seien „nach wie vor absolut aktuell“, sagte Bürgermeister Frank Stein bei der Enthüllung der Stele. Das Gedenken geht auf die Initiative einer Gruppe junger Student:innen zurück.

Rechtsextreme Provokationen

Am Rande der Veranstaltung kam es zu drastischen Provokationen: Mehrere Jugendliche und ein etwa 30-jähriger Mann zeigten aus der Distanz Hitlergrüße und riefen rechtsextreme Parolen. Für die Veranstalter:innen ein trauriger Beleg dafür, dass rechtsextreme Einstellungen auch mitten unter den Menschen in Bergisch Gladbach existieren.

Kritischer Nachtrag:

Alle demokratischen Parteien waren zu der Veranstaltung eingeladen. Vertreter:innen von SPD, Grünen und Linken waren anwesend, leider aber nicht von der CDU. Unserem Verein stellt sich die Frage, ob die Auseinandersetzung mit rechtsextremer Gewalt in Bergisch Gladbach politisch einseitig wahrgenommen wird: Ist das Gedenken an ein Opfer eines Neonazis etwa ein „linkes Thema“? 

Wir sind uns sicher: Es muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe bleiben.

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  1. Beschämend, dass eine sich christlich nennende Partei die Einladung zu diesem öffentlichen Gedenken missachtet !

  2. Diese rassistischen Pöbeleien und Übergriffe mitten unter uns schockieren mich besonders durch ihre zunehmende ‘Gewöhnlichkeit’, ihre Schamlosigkeit! Im Namen aller demokratischen MitbürgerInnen möchte ich mich bei Betroffenen für diese Alltagstäter (Frauen sind es bisher so gut, wie nicht!) entschtschuldigen!

    Wenn es ‘nur’ Dummheit wäre, wäre es nicht so gefährlich…

    Wie wäre es, wenn wir ZeugInnen zukünftig in, bzw. unmittelbar.nach solchen Situationen einen kurzen spontanen symbolischen (Schutz-)Kreis um unsere betroffenen Mitmenschen bilden?

    Deren Furcht vor unserem Schweigen, unserer Bewegungslosigkeit ist im Grunde größer, als die vor den Seelengestörten, die es immer schon gegeben hat, deren frühere.’Wiener-Würstchen-Feigheit’ sich leider gesellschaftsbedingt aber gerade weichkocht?

    Ich würde eine solche Geste sehr begrüßen!