Der Wald rund um Schloss Lerbach ist war durch Vernachlässigung, Schädlinge und Sturm schwer beschädigt. Foto (2023): Stefan Krill. Panomedia360

Rund um Schloss Lerbach sind seit Monaten Forstarbeiter am Werk, die Zahl der gefällten Bäume hat viele Menschen in der Nachbarschaft entsetzt. Nun erläutert Eigentümer Heribert Landskron-Reißdorf, dass es darum gehe, den viele Jahre vernachlässigten Wald wieder sicher zu machen und eine Basis für eine Verjüngung zu schaffen. Danach werde der Park wieder für die Allgemeinheit geöffnet, einen konkreten Termin gibt es noch nicht.

Immer wieder hatten sich Menschen aus Heidkamp in der Redaktion des Bürgerportals gemeldet, auf massive Forstarbeiten im Park und Wald von Schloss Lerbach hingewiesen und sich entsetzt über die Fällungen gezeigt, die einem Kahlschlag gleich kämen. Nachfragen des Bürgerportals beantwortet Eigentümer Heribert Landskron-Reißdorf jetzt in einer Pressemitteilung – und weist die Befürchtungen zurück.

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Über Jahre hinweg habe es auf dem brachliegenden Areal keine fachgerechte Waldpflege gegeben. Trockenheit, Stürme und Schädlingsbefall hätten ihre Spuren hinterlassen und viele Bäume geschwächt. Da das Betreten des Waldes daher nicht mehr sicher war habe die neue Schloss Lerbach GmbH & Co. KG das Areal vor einigen Monaten für die Öffentlichkeit gesperrt, um Personenschäden durch herabfallende Äste oder umstürzende Bäume sicher zu verhindern.

Mit den Arbeiten sei das Holzkontor Rhein-Berg-Siegerland beauftragt worden, dass eine ausführliche Bestandsaufnahme vorgenommen hat. „Wir kennen jetzt den genauen Zustand der Bäume und haben mit Verantwortung und Weitblick die nun laufenden forstwirtschaftlichen Maßnahmen beschlossen“, sagt Landskron-Reißdorf. Jetzt seien die Forstarbeiter dabei, alle gefährdeten Gehölze zu entfernen und die Pflanzung neuer Bäume vorzubereiten.

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Den Park von Schloss Lerbach wieder entdecken

Unter den neuen Eigentümern soll auch der Park von Schloss Lerbach aufblühen und geöffnet werden. In einer Serie beschäftigt sich unsere Autorin Annette Voigt mit diesem Park, der in der Erinnerung vieler Bergisch Gladbacher:innen so wichtig ist. Diese Erinnerungen spielen in der Serie eine Rolle, die Geschichte des Parks und sein Potential. Wir starten mit einer Entdeckungstour durch den geschlossenen Park, so wie er sich heute präsentiert. Mit Spuren der Verwilderung und dennoch ein brillantes Kunstwerk mit vielen stimmungsvollen…

Dabei sei keine klassische Wiederaufforstung geplant, sondern ein „nachhaltiger und behutsamer Waldumbau“. Wo nicht bereits durch natürliche Verjüngung neuer Bestand heranwachse würden Bäume nachgepflanzt.

Dabei setzten die Fachleute auf einen Mix standortgerechter Baumarten, die langfristig besser mit den veränderten klimatischen Bedingungen umgehen können. Geplant seien unter anderem Stieleiche, Traubeneiche, Hainbuche, Winterlinde, Elsbeere, Ulme, Edelkastanie, Baumhasel und Walnuss. An den Waldrändern sollen niedriger wachsende Baumarten eingesetzt werden.

Heribert Landskron-Reißdorf hatte Schloss Lerbach gekauft; nach Sanierung und Ausbau soll das Hotel 2027 eröffnet werden, der Park aber so bald wieder zugänglich sein.

Im westlichen Bereich des Schlossgeländes sei bereits jetzt gut zu sehen, wie sich durch natürliche Prozesse auf den lichten Flächen eine nächste Baumgeneration, etwa aus Buchen, Eichen und Ahorn, etabliere.

Auf die oft gestellte Frage, wann der Park wieder für die Allgemeinheit geöffnet werde, gibt Landskron-Reißdorf im Moment noch keine exakte Antwort. Zuletzt hatte das Winterwetter die Arbeiten verzögert. Aber das Versprechen, den Park so rasch wie möglich zugänglich zu machen steht: „Der Park soll, sobald es sicher ist, wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden“, betont Landskron-Reißdorf. Das sei „voraussichtlich in wenigen Monaten“ der Fall.

Erkunden Sie mit unserer Panoramatour Schloss Lerbach von innen und außen. Ein Doppelklick öffnet und schließt die volle Ansicht, mit der besten Wirkung auf einem größeren Bildschirm, auf dem Handy im Querformat. Sie können über die blauen Punkte und die Navigation oben verschiedene Perspektiven ansteuern. Sie können die Ansicht drehen, Details heranzoomen. Hinter den roten Symbolen finden Sie Texte, historische und aktuelle Fotos. Manche Infos sind ein wenig versteckt. Die Aufnahmen wurden im Frühjahr 2023 gemacht.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Mitnichten waren die alten Bäume alle krank oder umsturzgefährdet. Wer glaubt die Mär? Bergisch Gladbach wird immer hässlicher. So geht es natürlich auch, alles verkommen lassen und dann roden. Schloß Lerbach und der Park war immer ein Kleinod, so schön und so wichtig, unbedingt erhaltenswert. Eine Hotelkette braucht hier niemand.

    1. Sie sind Botanikerin oder Forstwirtschaftlerin? Auf welcher Faktenbasis oder aus welcher Sachkenntnis zweifeln Sie die Entscheidung der Kreisverwaltung zu den Fällungen an? Und glauben Sie tatsächlich, dass jemand ein Hotel eröffnet und umfangreich darin investiert, wenn es nicht gebraucht wird und damit von vornherein unwirtschaftlich wäre?

      1. Es wurde behauptet, dass nur selektiv die kranken, ohnehin sturzgefährdeten Bäume gefällt würden. Tatsächlich fand jedoch zur Ommerbornstraße hin ein Kahlschlag statt. Ich finde es gar nicht verkehrt, den (im Laufe der Jahrzehnte zugewachsenen) Park etwas offener zu gestalten, für Sichtachsen zu sorgen etc. – aber warum wurde das nicht klar und ehrlich kommuniziert?

        Was die künftige Nutzung angeht: Natürlich wäre es schöner, wenn Haus Lerbach wieder zu einem offenen (Kultur-)Ort würde. Aber für welche Art der öffentlichen Nutzung ist so ein Schlösschen geeignet – und wer zahlt die (erheblichen) Kosten der Instandhaltung?

      2. Ja, offene Kommunikation ist immer besser, wenn es um allgemein interessierende Themen geht. Aber ohne gute Gründe hätte die Kreisverwaltung dennoch der Fällung nicht zugestimmt. Und man kann natürlich wie „Anna“ wünschen, dass alles wieder so wird, wie es niemals war, aber deshalb alles zu verdammen, was kommen wird (auch wenn man beim besten Willen nicht voraussagen kann, wie genau es kommen wird), ist schlicht realitätsfern und lässt einen für alle Zeiten auf der Stelle treten.

  2. Dialog statt Vorwürfen, Drohungen und Wut: vielleicht tragen ff. Fragen dazu bei.
    Was wäre bei weiterem Leerstand aus dem gesamten Areal Haus Lerbach geworden?
    Was haben alle gemeinsam, die hier ihren Kommentar abgegeben haben, das Interesse an Haus Lerbach und dessen Erhalt oder?
    Wie soll ein Wald und ein historischer Park der Zukunft aussehen?
    Der Naturschutz schützt die Natur und die Gartendenkmalpflege die gestaltete Natur: was haben beide Akteure gemeinsam, z. B. Pflanzwerk und Wälder vor den Negativauswirkungen des Klimas schützen bzw.klimaresistente Flora erforschen? Beide leiden unter den Spätfolgen Jahrelang versäumter Intensivpflege.
    Gibt es seitens der Bürger:innen einen konstruktiven Beitrag zum Erhalt von Haus Lerbach und wie könnte dieser gestaltet sein?

  3. Sehr schön. Ich freue mich auf meinen Spaziergang im Park von Schloss Lerbach, der einzigartige Baumexemplare zu bieten hat. Der Park steht zu recht unter Denkmalschutz. Neben dem Rosengarten ist der Park Lerbach das einzige Gartendenkmal in Bergisch Gladbach und ich freue mich, wenn er wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

  4. Man hätte auch einfach warten können, bis die Bäume tatsächlich sterben oder umfallen, da in Deutschland aber jeder wegen jedem klagen kann, will man vermutlich einfach sicher gehen und bevor sich der Investor mit Kläger rumschlagen muss, die an dunklen Tagen bei regem Wind da spazieren wollen, wird der Baum einfach gefällt, kann unsere Stadt im übrigen auch ziemlich gut.

    1. der Park steht unter Denkmalschutz und dies bedeutet per Gesetz für jeden Eigentümer eines historischen Gartengeländes eine intensive Pflege und dazu gehört auch kranke oder tote Bäume zu entfernen und durch Neupflanzungen zu ersetzen. Man darf also nicht warten bis die Bäume von alleine umfallen, zumal der Park bald wieder geöffnet werden soll.

  5. Ja endlich beginnt mal einer behutsam mit der Pflege des vernachlässigten Waldes! Liebevoll hat Landskron-Reißdorf aus dem Schlossgeräteschuppen seine 2 Harvester rausgefahren und zupft hier und da eine kleine 100 jährige Buche heraus. Die letzten verbliebenen Exemplare sind auf der Brachfläche nun sicherlich viel besser geschützt vor anstehendem Sturm und Trockenheit. Vielleicht würde ja ein Golfplatz rundherum noch zur Baumpflege beitragen?!

  6. Kommentar zu Rodungen im Park von Haus Lerbach

    Da staunt der Laie.Die Bäume sollen alle geschädigt und geschwächt sein?.Zunächst hatte man alle Sträucher zwischen dem Bäumen zur Ommerbornstrasse hin beseitigt.Deckung für Wild und Nistplatzmöglichkeiten wurden konsequent beseitigt.
    Und dann der Kahlschlag.Die Bäume sollen alle geschädigt sein? Das ist doch ein Witz.Vielmehr scheint hier ein Investor
    Tabularasa zu machen.Wo bleibt der Protest vom BUND?
    Man protestiert doch sonst bei jeder Baumfällung.Oder will man den Investor nicht verprellen,der eine überschaubare Anzahl von Arbeitsplätzen schaffen will.Wo bleibt der Protest der unteren Denkmalbehörde?
    Ein solch kapititaler Fall von Umweltzerstörung ist mir in meinem schon langen Leben noch nicht untergekommen.

    1. ist es sinnvoll den Investor/Eigentümer zu attackieren. Wir wissen zu wenig über die Hintergünde und die Auflagen seitens des LVRs/Abt. Gartendenkmalpflege. Es ist gut möglich, dass ein Großteil dieser über 100 Jahre alten Bäume wirklich krank und geschwächt waren und vieles über die Jahre zugewuchert ist. Was wäre, wenn Haus Lerbach noch länger leergestanden hätte?

  7. Am besten bringen wir selbst neue Bäume mit…
    Ich lese hier nur gefällige Aussagen zum Park und “Wald”, kein Interview mit kritischen Stimmen oder Experten. Traurig.
    Es bleibt ein hässlicher und nicht naturgerechter Kahlschlag.

  8. Ich fahre jeden Tag an dem Gelände vorbei auf dem Weg zur Arbeit und zurück. Der Anblick mittlerweile ist nur noch traurig. Es steht kein Baum mehr. Es wird Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis am Schloss wieder so etwas wie ein Wald stehen wird, der den Namen auch verdient. Zu meinen Lebzeiten mit Sicherheit nicht mehr. Sehr schade für Bergisch Gladbach, das einfach immer hässlicher wird.

  9. Von Sand kommend ist es wirklich ein trauriger Anblick: Der gesamte Hang zur Ommerbornstraße hin (im Foto hinten rechts) ist kahl, da steht kein einziger Baum mehr. Es fällt mir schwer zu glauben, dass sämtliche Bäume dort “geschwächt und umsturzgefährdet” waren. Wenn der Schlosspark (in diesem Bereich) komplett umgestaltet wird, sollte das zumindest offen kommuniziert werden!
    Und…wie kann es sein, dass “Winterwetter die Arbeiten verzögert hat”? Welches Winterwetter?

  10. Auch Bäume haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Der Park ist bekannt für seinen alten Baumbestand. Ist davon noch etwas vorhanden wie z. B. der große Ginkobaum, den Albert Brodersen 1900 pflanzte? Wann sind die nachgepflanzten Bäume so groß, dass sie die Lücke ihrer gefällten Vorgänger wieder schliessen werden? Respektvolle und sorgsame Pflege und naturliebende Besucher, das ist es, was der Park braucht.