Foto: Stadt GL

Der ruhige Abschnitt des Schlodderdicher Wegs in Gronau wird zur Tempo-30-Zone. Dabei stützt sich die Stadt Bergisch Gladbach nicht auf den Lärmschutz, sondern auf Vorschriften zur Verbesserung der Sicherheit und Lebensqualität in Wohngebieten. Im nördlichen Abschnitt bleibt zunächst alles beim Alten – dennoch sieht die lokale Tempo-30-Initiative den Schritt positiv.

Im Schlodderdicher Weg wird der Abschnitt von der Straße „Am Dännekamp“ bis hinab zur Gierather Straße als Tempo 30-Zone ausgewiesen. Eine entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung habe die Straßenverkehrsbehörde erlassen, teilte die Stadt mit. Damit setze sie „einen weiteren Baustein zur Verbesserung der Sicherheit und Lebensqualität in Wohngebieten um“. Eine Entwicklung, die nicht nur in Gronau zu beobachten ist.

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Bereits zuvor hatte die Stadt – und anderem an der Mülheimer Straße – Tempo-30-Zonen eingerichtet. In der Regel jedoch im unmittelbaren Umfeld von Kitas, Schulen oder Pflegeeinrichtungen oder aufgrund des Lärmschutzaktionsplan.

Im Fall Schlodderdicher Weg geht es jedoch um eine Verkehrsberuhigung, die nach einer Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) nun ebenfalls als Basis für eine Temporeduzierung herangezogen werden kann.

Verkehrsinseln bremsen Verkehr

Der untere Teil des Schlodderdicher Wegs, an dem unter anderem die Gemeinnützigen Werkstätten und die Zufahrt zur Psychosomatischen Klink liegt, weise typische Merkmale einer Straße durch Wohngebiete auf, so die Stadt. Dort sollen zudem auf Höhe der Hausnummern 10 bis 12 Verschwenkinseln eingebaut werden, um den Verkehr weiter zu bremsen.

Dagegen darf man auf dem nördlichen und stärker befahrenen Teil des Schlodderdicher Wegs von der Mülheimer Straße bis zur Ecke Am Dännekamp weiterhin bis zu 50 km/h schnell fahren. Dieser Abschnitt wird als Hauptverkehrsstraße eingeordnet.

Der Abschnitt des Schlodderdicher Wegs unten links wird zur Tempo-30-Zone. Foto: Screenshot Open Street Map

„Mit der Einführung der Tempo 30-Zone stärken wir die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden – insbesondere für Kinder, Personen mit geistigen oder physischen Einschränkungen, ältere Menschen und Radfahrende – und sorgen zugleich für ein ruhigeres Wohnumfeld“, betont Ragnar Migenda, Erster Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach. Der Schlodderdicher Weg sein „ein gutes Beispiel dafür, wie durch gezielte Maßnahmen eine Nebenstraße nachhaltig verkehrsberuhigt werden kann.“

Weitere Prüfungen in Gronau laufen

Ein Beispiel, dass offenbar Schule machen soll. Die Verwaltung sei dabei, weitere entsprechende Bereiche im Stadtgebiet zu identifizieren, diese müssten jedoch einzeln geprüft und angeordnet werden, teilt sie auf Nachfrage mit.

Bei der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Gierath-Schlodderdich hatte Migenda weitere Prüfungen angekündigt und eine Karte präsentiert, die diesen Prozess deutlich macht. Demnach steht auch im weiteren Verlauf des Schlodderdicher Wegs bis zur Einmündung der Schluchter Heider zur Prüfung an; bis zur Mülheimer Straße bleibt dann aber immer noch ein Teilstück. Laut Migenda läuft auch die Prüfung für die Gierather Straße noch.

Die Bürgerinitiative „Gronau 30“ – die sich vor allem Tempo-30 auf den Hauptverkehrsachsen im Stadtteil auf die Fahnen geschrieben hat, regiert positiv auf den aktuellen Schritt. „Wir begrüßen die Maßnahme auf dem Schlodderdicher Weg und arbeiten weiter mit der Stadtverwaltung an der Realisierung von Tempo 30 für die Hauptstraßen in Gronau“, sagt Andreas Steffen, einer der Sprecher der Initiative.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Ich kann als Anwohner sehr wohl einschätzen, dass ein LKW, der mit 50 oder mehr durch ein Schlagloch fährt einen enormen Krach und zusätzlich eine Vibration verursacht. Genauso ist es mit Bussen und auch allen anderen PKWs, die versuchen, auf dem vermeintlich breiten Schlodderdicher Weg noch die grüne Ampel zu bekommen und dann gerne auch mal 60 bis 70 fahren. Hier gibt es nämlich vor der Ampel noch eine Senke, wie eine Kuhle.

    Diese verstärkt die Lautstärke und Vibrationen bei höherem Tempo enorm. Das bedeutet sehr wohl eine Einschränkung der Lebensqualität. Es ist sehr laut, gefährdet die dort Ein- und Ausparken wollenden Anwohner und beschädigt die dort stehenden Gebäude. Das gleiche gilt auch für die andere Fahrtrichtung.

    Im Übrigen fährt fast niemand auf dieser 50er-Straße, sowie vielen anderen 50er-Straßen 50, sondern deutlich darüber. Naiv gedacht, bedeutet Tempo 30, dass wenigstens keiner über 45 fährt. Das nur mal so am Rande.

    Auf dem jetzt beschriebenen 30er Stück des Schlodderdicher Wegs kann man aufgrund von Parkbarrieren auch jetzt bereits nur 30 fahren. Daher ist die zusätzliche ausdrückliche Beschränkung schön, aber bestätigt nur die Ist-Situation. Die zu reglementierenden Straßen sind eben genau die breiteren Stücke. Hilfreich wären auch dort mehr Bepflanzung und mehr Barrieren.

    Ich setzte mich daher ausdrücklich für Tempo 30 auf dem gesamten Schlodderdicher Weg und auch im gesamten Stadtgebiet ein.

    Auf der Mülheimer Str./Bergisch Gladbacher Str. auf Kölner Stadtgebiet funktioniert es ja auch. Und Sie müssten mal mitbekommen, wie die Fahrer ab der Stadtgrenze aufs Gas drücken und direkt auf 70 hoch beschleunigen, weil man dort plötzlich wieder 50 fahren darf. Das ist eigentlich das Belastende.

    Und bitte nach den Kommentaren keine CDU wählen.

  2. Hört sich doch alles vernünftig an.
    Als eingefleischter Autofahrer habe/ und hatte ich nie ein Problem mit Tempo 30 in den Innenstädten.
    Gab es schon vor vielen Jahren in großen Bereichen von Freiburg wo ich im Schwarzwald meine zweite Heimat hatte.

    Das Fahren in der Stadt war sehr entspannt und man kam trotzdem pünktlich an.
    Es gab aber auch in der Stadt sehr viele Automaten mit Knipsapparaten die den Verkehr überwachten.
    Da müsste Bergisch Gladbach noch tüchtig aufrüsten.
    Freiburg war damals eine Stadt, in der sogar- meine Frau und ich – mit dem Fahrrad unterwegs waren.
    War ein unkompliziertes sicheres Miteinander.

    Der grüne Oberbürgermeister war jahrelang Dieter Salomon. Ein sehr beliebter Politiker.

  3. Wenn ich schon lese , das Tempo 30 besser für eine Unterhaltung auf der Straße ist..kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

    1. Die einschlägige Literatur zur Geschwindigkeitsbegrenzung in Städten bei Gefahrenstellen zeigen den Rückgang der Unfälle um 50%!
      Diese Daten zeigen, dass in unserer Stadt hier viel mehr zu tun ist.
      Warum sind z B. nicht sämtliche Kindergärten mit Smileys ausgestattet?!

      Nicht vergessen werden darf die Wohlstands-Weisheit der Schaffung unseres guten Lebens: “Zeit ist Geld”!
      Wie einige wenige Kommentare zeigen, sind dort vielleicht das Wissen hinsichtlich der Wohlstands Voraussetzung verloren gegangen.

      Solche Kommentare lassen erkennen, dass der Glaube an ein “Weiterso” hinsichtlich unserer Wohlstandssicherung schon irgendwie tragen würde und/oder “Zeit ist Geld” nicht mehr gälte.

      Dass schon die Altforderen die ‘Zeit” ggf. intuitiv mit der modernen Physik und Volkswirtschaft verknüpften, brachte Wohlstand hervor.

      Dazu habe ich eine kleine Studie erstellt, die Herr Watzlawek vielleicht hier veröffentlicht.

      Wenn es um die volkswirtschaftliche Bewertung von Mobilität und Wohlstand geht, dann wird einem Autofahrer durchschnittlich (!) ein Wert pro Stunde unterstellt. D.h., wenn der Autofahrer länger unterwegs ist, ist der volkswirtschaftliche Nutzen der Mobilität (im Schnitt) geringer.
      Wenn also Tempo 30 grundlos von der Stadt angeordnet wird:

      o keine Gefahrenquellen
      o keine relevante Lärmminderung

      resultiert das in unnötigen Kosten die auch als Steuer-Mindereinnahmen in der Stadt ankommen.

      Nur soweit hier zum Lärm: Die Berechnungsvorschriften und zugehörige gesetzliche Einhaltung der Lärm-Grenzwerte dürften KEINESFALLS zur Begründung Tempo 30 führen.

      Die Priorität sollte aber in der Debatte die Einhaltung des Pariser Klimabkommens haben!
      In einer Ausschusssitzung 2024 hatte ich das Begehren der Grünen mehr Tempo 30 in der Stadt mit dem Kommentar bedacht, dass dies dem Klima-Ziel zuwider läuft. Darüber konnte der Grünen Sprecher nur lachen…

      Fakt ist aber, dass mehr CO2 deshalb emittiert wird, weil der Fahrer, der einen bedeutenden CO2 Fußabdruck/Zeit hat, länger für die Strecke braucht.
      Zudem steigt der CO2 Fußabdruck des Motors, weil der Betrieb im ungünstigeren Kennfeldpunkt betrieben wird.
      Tempo 30 ist daher Klima-schädlich.

      Das sind alles keine Peanuts Effekte, denn wenn es um wesentliche Verkehrsachsen geht, sind scheinbar kleine Effekte mit Zehntausenden Verkehrsteilnehmern zu multiplizieren.

      Nochmals:
      o Zur Vermeidung von Gefährdungen wenigstens (!) Tempo 30 ein unbedingtes JA!
      o Zur sinnvollen Lärmminderung, ein unbedingtes JA!

      Folgt der Rest einem Plan? Leider JA!
      Dieser ist unter der “Degrowth”-Ideologie aufzufinden.
      Der Plan ist im “Energieeffizienzgesetz” zu finden. Mit der Begründung das Klima zu retten soll den Bürgern bis 2045 fast 50 Prozent der Energie genommen werden. Wer das nicht einsparen kann, zahlt massive Strafsteuern!
      Die Mobilität ist mit 12 % des BIPs ein klarer Angriffspunkt.

      Die Kommunale Wärmeplanung aber deutlich wirkungsvoller!

      Darf ich um sachliche Kommentare bitten, aus denen ich lernen kann.

      1. „Zudem steigt der CO2 Fußabdruck des Motors, weil der Betrieb im ungünstigeren Kennfeldpunkt betrieben wird.“ – Das hängt ganz davon ab, in welchem Gang welches Tempo gefahren wird, da die Emissionen weitgehend der Motordrehzahl folgen. Bei einem Schaltwagen werden z.B. bei Tempo 50 im vierten Gang mehr Emissionen entstehen als bei Tempo 30 im dritten.

        Es bleibt die längere Verweilzeit auf der Strecke, und dieser Effekt ist angesichts der tatsächlich gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeiten gering. Hinzu kommt die Verkürzung der besonders emisssionsintensiven Beschleunigungsvorgänge bei geringerer Endgeschwindigkeit.

        Das Thema ist deutlich komplexer, als dass man es allein mit einem Blick auf den angenommenen Lastbereich erfassen könnte (wobei auch der noch vom Fahrer beeinflusst wird).

      2. “Tempo 30 ist daher Klima-schädlich.” – diese Behauptung bleibt falsch, egal wie oft sie wiederholt wird. Der Energieverbrauch ist innerstädtisch vor allem davon abhängig, wie oft beschleunigt und wieder abgebremst wird. Bei T.30 läuft der Verkehr flüssiger; dieser Effekt überwiegt bei Weitem den etwas geringeren Wirkungsgrad des Motors. Offenbar verstehen die Grünen deutlich mehr von Physik als Sie.

        “Warum sind z B. nicht sämtliche Kindergärten mit Smileys ausgestattet?!”
        Weil ein Gewöhnungseffekt eintritt und Smileys wirkungslos werden, wenn alle 500 m eines steht.

        “…soll den Bürgern bis 2045 fast 50 Prozent der Energie genommen werden” – eine interessante, aber auch sehr exotische Behauptung. Wie kommen Sie darauf??

      3. Die “Wohlstandsweisheit Zeit ist Geld” ist falsch. Deswegen sind alle daraus gezogenen Schlussfolgerungen auch falsch.

        Beispiel: angenommen, Wolfgang Maus hätte die für die Verfassung seines Kommentars benötigte Zeit im Stau gestanden.

      4. „Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.“
        Ich kenne Ihre Studie leider nicht und habe mich überhaupt nicht so intensiv mit dem Thema beschäftigt, aber ein Gedanke dazu:
        Wenn Tempo 30 dazu führt, das einige Verkehrsteilnehmer auf das Fahrrad umsteigen und dadurch mehr Bewegung bekommen und dadurch seltener krank werden, wäre das ja auch ein Wohlstandsgewinn.
        Ich habe nicht das Gefühl, das Geschwindigkeit im physikalischen Sinn unseren Wohlstand auf den aktuellen Niveau so sehr beeinflusst. Bis hin zu der Frage, was ist eigentlich Wohlstand? Soviel Geld zu haben, dass ich endlich ins Grüne ziehen kann, damit ich dem Autolärm entkomme? Oder vielleicht den Autolärm so zu reduzieren, dass auch Stadtbewohner besser leben können? Ich gebe zu, alles nicht zuende gedacht und auf gar keinen Fall bewiesen, aber „Zeit ist Geld“ und Geld = Wohlstand = Glück greift für mich viel zu kurz.

      5. Mein ” sachlicher” Kommentar @Herrn Maus.
        U.a. dieser und auch ihre anderen Beiträge sind zusätzlich auch unter Berücksichtigung Vater/Tochter Bosbach ein weiters Argument für mich doch nach etlichen Jahren einmal eine andere Partei zu wählen.

        Nein, bei der Afd würde meine Kulimine kollabieren.

      6. Vorweg: Der ursprüngliche Kommentar gesteht selbst ein, dass Tempo 30 bei Lärm und Sicherheit Vorteile bringt – da sind wir uns einig (weniger Krach, weniger Unfälle). Die Kritikpunkte betreffen vor allem Wirtschaft und Klima. Hier die Fakten dazu, knapp zusammengefasst:

        *Wirtschaftliche Auswirkungen*: „Zeit ist Geld“ – aber der Zeitverlust durch Tempo 30 ist winzig. Messungen in Zürich zeigen 1–3 Sekunden mehr Fahrzeit pro 100 m. Auf der ganzen Stadtfahrt sind das vielleicht ein, zwei Minuten. Gleichzeitig spart Tempo 30 Kosten: weniger Unfälle bedeuten weniger Verletzte und Sachschäden. Das entlastet Rettungsdienste und Versicherungen – gut für die Volkswirtschaft. Von „Steuerausfällen“ kann keine Rede sein; im Gegenteil, Städte sparen mit jedem verhinderten Unfall Geld (z.B. Reparaturen an Infrastruktur, Folgekosten im Gesundheitssystem). Städte weltweit berichten keine negativen Effekte auf den Geschäftsverkehr. Kurz: „Zeit ist Geld“ zählt hier kaum, Sicherheit spart mehr Geld ein. Unnötige Kosten entstehen durch Tempo 30 also nicht – die Nutzen überwiegen.

        *Klimatische/ökologische Auswirkungen*: Die Behauptung, Tempo 30 sei klimaschädlich, greift zu kurz. Studien der EU-Umweltagentur zeigen, dass gleichmäßiges Fahren mit 30 km/h den Kraftstoffverbrauch senken kann, weil weniger Stop-&-Go nötig ist. In London führten neue 30er-Zonen (20 mph) zu 12 % weniger NO₂-Abgasen. Barcelona meldet bessere Luftqualität seit flächendeckend Tempo 30 gilt. Unterm Strich ändern Tempolimits den CO₂-Ausstoß eines einzelnen Autos kaum – es ist weder ein Klimakiller noch ein Wundermittel. Aber sicher ist: Tempo 30 verhindert unsere Klimaziele nicht. Es fördert sogar einen ruhigeren Verkehr und animiert mehr Leute, aufs Fahrrad umzusteigen, was langfristig CO₂ spart.

        *Klimapolitischer Rahmen (Pariser Abkommen)*: Tempo 30 steht nicht im Widerspruch zu Klimazielen. Die Einhaltung des Pariser Abkommens erfordert große CO₂-Einsparungen, im Verkehrssektor vor allem durch saubere Fahrzeuge und weniger fossile Energie. Ob innerorts 30 oder 50 gefahren wird, hat im Vergleich dazu einen geringen Einfluss. Wichtig: Tempo 30 verhindert keine Klimaschutz-Maßnahme – Elektroautos, Ökostrom und Wärmewende bleiben entscheidend. Städte wie Paris oder Madrid haben Tempo 30 und ambitionierte Klimapläne. Sie zeigen: Man kann sicherer und leiser fahren, ohne das Klimaziel zu gefährden. Tempo 30 ist dabei ein kleiner Baustein einer nachhaltigeren, klimagerechte Mobilität, aber keinesfalls ein Hindernis.

        *Degrowth-Ideologie*: Hinter Tempo 30 steckt kein versteckter Wohlstandsabbau. Tempolimits in Städten werden weltweit von Städten unterschiedlicher politischer Ausrichtung eingeführt – aus praktischen Gründen, nicht aus Ideologie. Es geht um Verkehrssicherheit und Lebensqualität, nicht darum, den Bürgern etwas „wegzunehmen“. Die 50 %-Energieeinspar-Ziele bis 2045 (Stichwort Energieeffizienzgesetz) sind real, aber sie setzen vor allem auf Effizienztechnologien – niemand plant, uns durch Tempo 30 in die Steinzeit zu schicken. Degrowth (Postwachstum) mag fordern, dass wir insgesamt langsamer leben, aber konkret bei Tempo 30 argumentieren Verkehrsplaner mit Unfallstatistiken, nicht mit Philosophien. Kurz: Tempo 30 ist Verkehrspolitik, keine Ideologie.

        *Fazit*: Tempo 30 in Städten bietet viele Vorteile, ohne gravierende Nachteile. Weder Wirtschaft noch Klimaschutz werden dadurch ernsthaft beeinträchtigt. Im Gegenteil: Die Städte werden ruhiger, sicherer und lebenswerter, und das ist am Ende gut für uns alle.

        Quellen:
        Resultate der Wirkungsanalyse zu Tempo 30 liegen vor (https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2020/07/resultate-der-wirkungsanalyse-zu-tempo-30–liegen-vor.html)
        Tempo 30: Studien bestätigen, dass Städte sicherer werden (https://www.businessinsider.de/gruenderszene/automotive-mobility/tempo-30-studien-bestaetigen-dass-staedte-sicherer-werden-nhr/)
        Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen wirkt
        (https://www.umweltbundesamt.de/themen/tempo-30-an-hauptverkehrsstrassen-wirkt)

  4. Vielleicht wissen sie es nicht. Aber ein Land kann nur wirtschaftlich aufsteigen wenn es genug Straßen ,Autobahnen , Flughäfen und Schienverkehr gibt. Tempo 30 ist umweltschädlich und wirtschtsvernichtend..das was sie fordern ist Deutschland feindlich und unsozial. Selam

    1. Wie kommen Sie denn auf dieses schmale Brett? Warum soll Tempo 30 „wirtschtsvernichtend“ (was auch immer das heißen mag) oder gar umweltschädlich sein?

      1. Das, was ich geschrieben habe sind physikalisch/volkswirtschaftliche Fakten.
        Auch wenn das außerhalb der beruflichen oder privaten Bildungs- und Wissenshorizonte sein sollte, kann man die meisten Ergebnisse des Tempo 30 mit dem 3-Satz nachvollziehen.
        Deutlich schwieriger ist die Beurteilung des Kraftstoffverbrauch im Zusammenhang mit der Geschwindigkeit, sehr geehrter Herr Drucker:

        Dazu sollten Sie sich, bevor ein Kommentar erfolgt mit dem “Muscheldiagramm” beschäftigen! Sie wissen, was das ist und haben meine Aussage geprüft?
        Noch ein Hinweis: Um die ggf. für den Motor zu niedrige und Lebensdauer kostende Drehzahl zu vermeiden, sollte man in den nächst kleineren Gang schalten.
        Das bedeutet aber, dass man zwar im Muscheldiagramm einen fühlbar besseren Betriebspunkt einnimmt, jedoch die Reibungsverluste ansteigen, was zu ein höheren CO2 Ausstoß führt.

        Der Wahrheit wegen muss noch das bemerkenswerte Verhalten der Grünen und SPD angemerkt werden:
        HVO100 mit 90% CO2 Minderung hat man 4 (vier) Jahre verhindert.

        Die Nutzung von 100% CO2-neutralem Benzin behindert die vorstehenden Parteien ebenfalls,
        Was die Ernsthaftigkeit der Klima-Sorge nur bei Unterstellung der Inkompetenz in Frage stellt.

        Erneut meine freundliche Bitte um konstruktive faktischen Kritik.

      2. Es ist schon ärgerlich, dass Wolfgang Maus offenbar andere Leute bezüglich des „privaten oder beruflichen Bildungshorizontes“ abqualifizieren will.

        Dabei ist es doch genau umgekehrt. Wolfgang Maus verfügt offenbar über einen ingenieurwissenschaftlichen Hintergrund. Deswegen sind seine hier beharrlich wiederholten Falschaussagen umso seltsamer.

      3. “Das, was ich geschrieben habe sind physikalisch/volkswirtschaftliche Fakten.” Da fehlt “alternative” vor den “Fakten”.

        Überall wo Tempo 30 eingeführt wurde, bestätigt sich, dass durch Tempo 30:

        1. Die Zahl Unfälle sinkt
        2. Der Lärm sich vermindert
        3. Die Emissionen sinken
        4. Der Zeitverlust minimal ist

        Das sind überprüfbare Fakten. Da können sie soviel mit ihrer Muschel spielen wie sie wollen!

        Auf HVO100 gehe ich nicht ein, da sind sie aus Gründen lernresistent.

      4. „außerhalb der beruflichen oder privaten Bildungs- und Wissenshorizonte“ – Oh, oh, Herr Maus, wenn das der Versuch sein soll, auf dezente Weise beleidigend zu werden, ist er misslungen.

        „die ggf. für den Motor zu niedrige und Lebensdauer kostende Drehzahl“ – Niemand plädiert für untertouriges Fahren. Sie müssen also nicht fahrerisches Fehlverhalten herbeireden, um Ihre in erster Linie aus Behauptungen bestehende Argumentation zu rechtfertigen.

  5. Warum ? Gibt es dort ein erhöhtes Unfallrisiko? Gibt es dort überdurchschnittlich mehr Unfälle als woanders ? Wievile Menschen sind gestorben oder verletzt worden auf dem schlodserdicherweg?
    Das hat bisher gut funktioniert…

    1. Dann gehen Sie doch mal auf einem Bürgersteig auf der Hauptstraße mit ca. 1 Meter Breite spazieren an dem die Autos mit mindestens 50 kmh an Ihnen vorbeifahren.

  6. Hallo liebes Redaktionsteam ,
    ich freue mich zu lesen, dass die Verkehrsberuhigung und die Wohnwerterhöhung durch die Reduzierung der Geschwindigkeitsbeschränkung weiter Fahrt aufnimmt.
    Sehr freuen würde ich mich als direkte Anwohnerin der Leverkusener Straße, wenn sich hier was tun würde, da es nun ja möglich ist, auch eine Beschränkung von 30 km/h aus Landstraßen zu ermöglichen.
    Aufgrund der 30er Zone auf der Altenberger-Dom-Straße ist nun die Rennstrecke nach Leverkusen eröffnet. Bergab und jedes Verkehrszeichen missachtend wird in hohem Tempo und teilweise überholen die Straße zu einer hohen Gefahrenzone für Schulkinder und auch Erwachsene. Die Spiegel der Busse zwischen nur Zentimeter neben dem Kopf entlang.
    Ein Plausch mit dem Nachbarn auf dem Bürgersteig… unmöglich, da es einfach zu laut ist.
    Es wäre sooooo schön, wenn dies aufhören könnte.
    Viele Grüße Carina Piertz

    1. Gute Idee! Die Leverkusener Straße soll nächstes Jahr komplett saniert werden. Laut Straßenbauprogramm sind “Deckensanierung, Barrierefreier Ausbau ÖPNV und
      Querungen, Gehwegsanierung” geplant. Leider führt ein glatter, neuer Straßenbelag erfahrungsgemäß dazu, dass schneller gefahren wird – was die mögliche Senkung des Lärmpegels gleicht wieder zunichtemacht.

      Tempo 30 ist daher dringend geboten, sowohl aus Lärmschutzgründen als auch für die Sicherheit des Fuß- und Radverkehrs. Denn der begrenzte Platz lässt weder eine Verbreiterung der Bürgersteige noch die Anlage von Schutz- oder Radfahrstreifen zu. Ein Jahr vor der Sanierung, 4 Monate vor der Kommunalwahl – jetzt könnte ein guter Zeitpunkt für eine Anwohner:innen-Initiative für T30 sein!

  7. Warum dieses Stückwerk. Warum nicht in der ganzen Stadt 30. Dann fahren die Fahradfahrer auch nicht mehr auf dem Bürgersteig aus Angst vor der Straße.

    1. Dem Vorschlag kann ich mich nur anschließen!

      In GL braucht es immer noch Bürger:inneninitiativen, um der Stadt Beine zu machen…

    2. Vielleicht wissen sie es nicht. Aber ein Land kann nur wirtschaftlich aufsteigen wenn es genug Straßen ,Autobahnen , Flughäfen und Schienverkehr gibt. Tempo 30 ist umweltschädlich und wirtschtsvernichtend..das was sie fordern ist Deutschland feindlich und unsozial. Selam

      1. Wie wäre es mit einem kompletten Autofahrverbot in den Städten. Dann könnten die Radfahrer mitten auf den Straßen fahren und die Fußgänger sowie Anwohner hätten ihre Ruhe. Geschäfte oder Ärzte werden dann alle schließen können – Hauptsache man hat seinen Willen bekommen. Ich fahre jeden Tag durch Bergisch Gladbach mit angemessenen Tempo, wenn ich mir vorstelle, dass ich dort nur noch 30 Fahren darf, nein danke, da sich mein Weg zur Arbeit zeitmäßig fast verdoppelt, da ich schon eine Strecke von 7 km auf der Bergisch Gladbacher Str. hinter mich bringen muss. Um dies allzu umgehen müsste ich den weiteren Weg über die Autobahn nehmen, weiß nicht was Wirtschaftlicher oder Umweltschonender daran sein soll. Und zu sagen, dass man bei Tempo 30 die grüne Welle hat, kann ich mit Gewissheit sagen, das dies nicht stimmt. Was die Lärmbelästigung angeht finde ich persönlich lächerlich. Wenn ein LKW mit 30 durch ein Schlagloch fährt macht es genauso Lärm als wenn er mit 50 Km durchfährt. Außerdem ist dieser ganze Wirbel mit Zone 30 überwiegend in Deutschland/Zonen wo Kitas und Schulen sind ausgenommen. Ich sage dazu nur – wir werden verarscht von vorne bis hinten – Deutschland rettet die Welt – siehe Müll der von anderen Ländern gekauft wird und anschließend ins Meer gekippt wird.