Nach dem Urteil der CDU-Fraktion war der Beschluss zum Haushalt der Stadt Bergisch Gladbach am Dienstag ein wichtiger Schritt für unsere Stadt – und zugleich ein bitterer Moment für die politische Kultur im Stadtrat. Entschieden weist die CDU den Vorwurf zurück, „gemeinsame Sache“ mit der AfD zu machen.
Wir veröffentlichen eine Mitteilung der CDU-Fraktion. Zudem dokumentieren wir ganz unten die inzwischen aufgelaufenen Mitteilungen der anderen Parteien.
Über Wochen hinweg haben wir gemeinsam mit SPD und Grünen intensiv gerungen. In unzähligen Stunden, in konstruktiven Gesprächen und mit dem klaren Ziel vor Augen, das Beste für unsere Stadt zu erreichen. Herausgekommen ist ein starkes Maßnahmenpaket, das Verantwortung zeigt, Prioritäten setzt und den Weg für eine stabile Zukunft ebnet.
Detaillierte Informationen dazu finden Sie in der Haushaltsrede unseres Fraktionsvorsitzenden Dr. Michael Metten sowie in den gestern in den Rat eingebrachten und beschlossenen Anträgen der CDU-Fraktion.
Michael Metten (CDU): „Finanzielle Herausforderung verantwortungsvoll bewältigen“
Für die CDU begründet Fraktionschef Michael Metten in seiner Haushaltsrede, warum seine Fraktion eine grundsätzliche Straffung des Haushaltsentwurfs fordert. Für eine Begrenzung der Ausgaben sei ein verbindlicher Personalkostendeckel erforderlich. Eine deutliche Steuererhöhung sei aber nicht vertretbar.
Umso unverständlicher ist es, dass dieser gemeinsame Weg im Wesentlichen an einer einzigen Frage gescheitert ist: dem Personalkostendeckel. Die CDU-Fraktion war bereit, einen von SPD und Grünen selbst formulierten Kompromiss mitzutragen – unter einer klaren, sachlich begründeten Nebenbedingung. Diese wurde jedoch abgelehnt.
Wohlwissend, dass damit eine tragfähige Mehrheit in der politischen Mitte des Rates aufs Spiel gesetzt wird. Und nur wenige Minuten später erleben wir den Versuch, genau daraus politischen Profit zu schlagen: Es wird der Eindruck erweckt, wir würden „gemeinsame Sache“ mit der AfD machen. Dieser Vorwurf wird in einer Pressemitteilung erhoben, die bereits 10 Minuten nach dem Ende der Gespräche der Presse vorliegt.
Gespräche von CDU mit SPD und Grünen über Haushalt geplatzt
Die Gespräche von CDU sowie SPD und Grünen wurden am Montagabend erfolglos beendet. Kern des Dissens ist die Forderung der CDU, die Personalkosten in der Stadtverwaltung einzufrieren. Das würde nach Ansicht von Rot-Grün die Funktionsfähigkeit der Stadt gefährdet. Die CDU hält dagegen. Beide Lager stellen am Dienstag einen ganzen Satz von Anträgen im Stadtrat zur Abstimmung – über eine eigene Mehrheit verfügt aber keiner. Die Steuererhöhung scheint vom Tisch zu sein.
Das weisen wir entschieden zurück.
Ein sachlich richtiger Antrag wird nicht falsch, nur weil die falschen ihm zustimmen. Wer beginnt, politische Inhalte danach zu bewerten, wer ihnen zustimmt, verlässt den Boden der sachlichen Auseinandersetzung. Mehr noch: Wir riskieren unsere demokratische Kultur, wenn wir uns von möglichen Abstimmungsverhältnissen einschüchtern lassen.
Nach der aktuellen Mehrheitslage gilt: Jede Entscheidung gegen SPD und Grüne kann künftig unter diesen Vorwurf gestellt werden. Das ist keine verantwortungsvolle Politik – das ist der Versuch, eine Drohkulisse aufzubauen. Durch ein solches Szenario wird zugleich der AfD eine Bedeutung eingeräumt, die dieser nicht gerecht wird.
Demokratie lebt von wechselnden Mehrheit
Zugleich stellt sich die Frage, woher Rot/Grün den Anspruch ableiten, dass ohne ihre Zustimmung künftig keine Entscheidungen mehr getroffen werden dürften. Sie verfügen im Rat seit der Kommunalwahl mit 10% Verlust über keine gemeinsame eigene Mehrheit mehr. Demokratische Entscheidungsprozesse leben von wechselnden Mehrheiten und nicht von einem faktischen Vetorecht einzelner Fraktionen.
Auch Rot/Grün nahmen mit ihrem fast gleichlautenden Antrag eine Mehrheit mit der AfD offenbar bewusst in Kauf – während gleichzeitig mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Diese Doppelmoral irritiert.
Gleichzeitig werden bereits Szenarien verbreitet, wonach durch den beschlossenen Personalkostendeckel die Handlungsfähigkeit der Stadt gefährdet sei, freiwillige Leistungen gestrichen werden müssten und „nichts mehr funktionieren“ werde.
Kein Kahlschlaginstrument
Auch das entspricht nicht den Fakten. Denn gerade diese Lähmung durch eine pflichtige Haushaltssicherung wird durch unsere Maßnahmen ausdrücklich verhindert. In unseren Kernthemen Schule, Mobilität und Sicherheit haben wir Kürzungen verhindert und stellen mit beschlossenen zusätzlichen Stellen sicher, dass mehr Tempo kommt!
Der Personalkostendeckel ist kein Kahlschlaginstrument – er ist ein notwendiges Steuerungsinstrument angesichts der wirtschaftlichen Lage in unserem Land und unserer Stadt. Ein vergleichbarer Personalkostendeckel wurde bereits in den Jahren 2010 bis 2013 praktiziert.
Grundlage für ein dringend notwendiges Umdenken
Auch damals stellte sich die Verwaltung dieser Herausforderung erfolgreich. Er stellt sicher, dass die Verwaltungsspitze künftig nicht weiter ungebremst Personal aufbaut, sondern gezielt Prioritäten setzt und einen echten Sparwillen entwickelt. Genau dieser Wille war in den vergangenen Jahren nicht ausreichend erkennbar – obwohl die Möglichkeiten dazu bestanden. Nicht zuletzt der Einsatz von KI und die zunehmende Digitalisierung von Verwaltungsprozessen bilden die zentrale Basis für Effizienzgewinne in der Verwaltung.
Gemeinsam mit den weiteren Punkten des Haushaltsbegleitbeschlusses – die im Übrigen auch von SPD und Grünen mitgetragen worden wären, wie im gleichlautenden Antrag erkennbar – schafft dieser Haushalt die Grundlage für ein dringend notwendiges Umdenken.
Wir als CDU-Fraktion stehen zu unserer Verantwortung. Wir stehen zu unseren Entscheidungen. Und wir werden auch weiterhin mit Nachdruck für eine solide, generationengerechte und ehrliche Haushaltspolitik kämpfen.
Dokumentation:
SPD und Bündnis 90/Die Grünen in Bergisch Gladbach kritisieren die heutige Beschlussfassung zum Haushalt 2026 mit aller Deutlichkeit. CDU, AfD und Bürgerpartei stimmen in der Schlussabstimmung dem Haushalt zu – darunter auch dem umstrittenen Personalkostendeckel.
Damit hat die CDU bewusst eine politische Mehrheit jenseits der demokratischen Mitte im Kauf genommen, obwohl eine tragfähige und beschlussfähige Alternative aus der Mitte des Rates vorlag. SPD und Grüne hatten auf Grundlage der Verhandlungen einen eigenen Änderungsantrag eingebracht, der den erreichten Kompromissstand abbildete und einen konsolidierenden, zugleich aber praktikablen Haushalt ermöglicht hätte. Als deutlich wurde, dass die CDU diesen Weg nicht bereit war mitzugehen, zogen SPD und Grüne ihre Anträge zurück.
Die CDU hat sich heute nicht für die tragfähigere Lösung entschieden, sondern für die härtere Schlagzeile. Dass zentrale Haushaltsentscheidungen am Ende nur mit Stimmen von Bürgerpartei und AfD durchgesetzt werden konnten, ist ein schwerer politischer Fehler.
Besonders problematisch ist aus Sicht beider Fraktionen der beschlossene Personalkostendeckel. SPD und Grüne hatten in den Verhandlungen immer wieder darauf hingewiesen, dass ein solches Instrument die Leistungsfähigkeit der Verwaltung gefährdet und bereits in der Vergangenheit in Bergisch Gladbach zu Überlastung, unbesetzten Stellen und Funktionsproblemen geführt hat. Trotzdem hat die CDU genau dieses Modell zur zentralen Bedingung gemacht – und nun unter anderem mit Hilfe der AfD beschlossen. Und das gegen den ausdrücklichen Rat von Bürgermeister, Personalrat und Personalverwaltung die eindrücklich vor diesem Instrument in der Sitzung gewarnt haben.
Wer aus den bekannten Erfahrungen nicht lernt, wiederholt bewusst einen Fehler auf Kosten der Stadt und der Beschäftigten der Verwaltung. Eine funktionierende Verwaltung ist kein Selbstzweck. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Schulen gebaut, Straßen saniert, soziale Hilfen organisiert, die Feuerwehr handlungsfähig und Zukunftsprojekte umgesetzt werden können.
Für SPD und Grüne ist klar: Diese Entscheidung ist nicht Ausdruck besonderer Verantwortung, sondern eines politischen Kurses, der Härte demonstrieren will und dabei die tatsächlichen Folgen für die Stadt ausblendet. Dass CDU, AfD und Bürgerpartei dabei gemeinsam abgestimmt haben, markiert eine politische Zäsur in Bergisch Gladbach.
In der vergangenen Ratssitzung ist es nicht gelungen, eine tragfähige Mehrheit für eine konstruktive Zusammenarbeit in der demokratischen Mitte zu bilden. Grund dafür ist die Verweigerung der CDU, sich gemeinsam mit demokratischen Parteien auf eine kompromissfähige Einigung zu verständigen. Statt sich dem Vertagungsantrag der Fraktion Volt/FWG anzuschließen und unter allen demokratischen Fraktionen eine Einigung zu erreichen, entschied sich die CDU-Fraktion, gemeinsam mit der AfD-Fraktion und Ratsgruppe Bürgerpartei ihre eigenen Anträge zu beschließen.
Für die Stadt Bergisch Gladbach ist der radikale Personal-Sparansatz der CDU aus Sicht von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN höchst problematisch und wird die Verwaltung in ihrer Handlungsfähigkeit massiv beschädigen.
Noch deutlich bedenklicher aber ist die neue Mehrheitsbildung im Stadtrat. Wenn obskure und rechtsextreme Parteien über die Kernfunktion der Verwaltung entscheidend mitbestimmen, ist das ein Angriff auf die demokratischen Grundfesten unserer Kommune.
“Wir sprechen nicht mit der AfD und verhandeln mit ihnen nicht”, das nehmen wir der CDU ehrlich ab! Leider reicht das nicht. Sobald der CDU-Fraktion klar ist, dass sie aufgrund ihrer Position auf eine Zustimmung der AfD setzen können, brauchen sie ja gar nicht mehr mit den Rechtsextremen verhandeln, sondern können auch ohne Gespräche mit einer gemeinsamen Mehrheit planen.
Für uns steht fest: Künftige Mehrheiten, die nur mithilfe von Zustimmung der AfD zustande kommen, sind keine demokratischen Mehrheiten. Sie setzen das Verwaltungshandeln in unserer Stadt auf ein von Rechtsextremen unterstütztes Fundament.
“CDU, AfD und Bürgerpartei haben heute gelernt: Sie können gemeinsam ohne Absprache abstimmen, sobald der Antrag nur rechts oder destruktiv genug ist. Das verhindert demokratische Mehrheitsfindung”, so Joshua Vossebrecker, Co-Sprecher der GRÜNEN Bergisch Gladbach.
Co-Sprecherin Elisabeth Watzlawek ergänzt: “Die Ratssitzung stellt einen eklatanten Bruch der CDU mit jeder Politik der demokratischen Mitte dar. Wir fordern jedes Mitglied der CDU auf, diese Blockbildung mit Rechtsextremen zu verlassen.”
Haushalt beschlossen – zwischen Gestaltungswillen und politischem Kalkül
Der gestrige Beschluss zum Haushalt der Stadt Bergisch Gladbach war ein wichtiger Schritt für unsere Stadt – und zugleich ein bitterer Moment für die politische Kultur in unserem Rat.
Über Wochen hinweg haben wir gemeinsam mit SPD und Grünen intensiv gerungen. In unzähligen Stunden, in konstruktiven Gesprächen und mit dem klaren Ziel vor Augen, das Beste für unsere Stadt zu erreichen. Herausgekommen ist ein starkes Maßnahmenpaket, das Verantwortung zeigt, Prioritäten setzt und den Weg für eine stabile Zukunft ebnet. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in der Haushaltsrede unseres Fraktionsvorsitzenden Dr. Michael Metten sowie in den gestern in den Rat eingebrachten und beschlossenen Anträgen der CDU-Fraktion.
Umso unverständlicher ist es, dass dieser gemeinsame Weg im Wesentlichen an einer einzigen Frage gescheitert ist: dem Personalkostendeckel. Die CDU-Fraktion war bereit, einen von SPD und Grünen selbst formulierten Kompromiss mitzutragen – unter einer klaren, sachlich begründeten Nebenbedingung. Diese wurde jedoch abgelehnt. Wohlwissend, dass damit eine tragfähige Mehrheit in der politischen Mitte des Rates aufs Spiel gesetzt wird. Und nur wenige Minuten später erleben wir den Versuch, genau daraus politischen Profit zu schlagen: Es wird der Eindruck erweckt, wir würden „gemeinsame Sache“ mit der AfD machen. Dieser Vorwurf wird in einer Pressemitteilung erhoben, die bereits 10 Minuten nach dem Ende der Gespräche der Presse vorliegt.
Das weisen wir entschieden zurück.
Ein sachlich richtiger Antrag wird nicht falsch, nur weil die falschen ihm zustimmen. Wer beginnt, politische Inhalte danach zu bewerten, wer ihnen zustimmt, verlässt den Boden der sachlichen Auseinandersetzung. Mehr noch: Wir riskieren unsere demokratische Kultur, wenn wir uns von möglichen Abstimmungsverhältnissen einschüchtern lassen.
Nach der aktuellen Mehrheitslage gilt: Jede Entscheidung gegen SPD und Grüne kann künftig unter diesen Vorwurf gestellt werden. Das ist keine verantwortungsvolle Politik – das ist der Versuch, eine Drohkulisse aufzubauen. Durch ein solches Szenario wird zugleich der AfD eine Bedeutung eingeräumt, die dieser nicht gerecht wird.
Zugleich stellt sich die Frage, woher Rot/Grün den Anspruch ableiten, dass ohne ihre Zustimmung künftig keine Entscheidungen mehr getroffen werden dürften. Sie verfügen im Rat seit der Kommunalwahl mit 10% Verlust über keine gemeinsame eigene Mehrheit mehr. Demokratische Entscheidungsprozesse leben von wechselnden Mehrheiten und nicht von einem faktischen Vetorecht einzelner Fraktionen.
Auch Rot/Grün nahmen mit ihrem fast gleichlautenden Antrag eine Mehrheit mit der AfD offenbar bewusst in Kauf – während gleichzeitig mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Diese Doppelmoral irritiert.
Gleichzeitig werden bereits Szenarien verbreitet, wonach durch den beschlossenen Personalkostendeckel die Handlungsfähigkeit der Stadt gefährdet sei, freiwillige Leistungen gestrichen werden müssten und „nichts mehr funktionieren“ werde. Auch das entspricht nicht den Fakten. Denn gerade diese Lähmung durch eine pflichtige Haushaltssicherung wird durch unsere Maßnahmen ausdrücklich verhindert. In unseren Kernthemen Schule, Mobilität und Sicherheit haben wir Kürzungen verhindert und stellen mit beschlossenen zusätzlichen Stellen sicher, dass mehr Tempo kommt!
Der Personalkostendeckel ist kein Kahlschlaginstrument – er ist ein notwendiges Steuerungsinstrument angesichts der wirtschaftlichen Lage in unserem Land und unserer Stadt. Ein vergleichbarer Personalkostendeckel wurde bereits in den Jahren 2010 bis 2013 praktiziert. Auch damals stellte sich die Verwaltung dieser Herausforderung erfolgreich. Er stellt sicher, dass die Verwaltungsspitze künftig nicht weiter ungebremst Personal aufbaut, sondern gezielt Prioritäten setzt und einen echten Sparwillen entwickelt. Genau dieser Wille war in den vergangenen Jahren nicht ausreichend erkennbar – obwohl die Möglichkeiten dazu bestanden. Nicht zuletzt der Einsatz von KI und die zunehmende Digitalisierung von Verwaltungsprozessen bilden die zentrale Basis für Effizienzgewinne in der Verwaltung.
Gemeinsam mit den weiteren Punkten des Haushaltsbegleitbeschlusses – die im Übrigen auch von SPD und Grünen mitgetragen worden wären, wie im gleichlautenden Antrag erkennbar – schafft dieser Haushalt die Grundlage für ein dringend notwendiges Umdenken.
Wir als CDU-Fraktion stehen zu unserer Verantwortung. Wir stehen zu unseren Entscheidungen. Und wir werden auch weiterhin mit Nachdruck für eine solide, generationengerechte und ehrliche Haushaltspolitik kämpfen.
CDU regiert mit AfD – Sozialer Kahlschlag und Demokratieabbau in Bergisch Gladbach
Bergisch Gladbach, 25. März 2026
Die Linke Bergisch Gladbach prangert das skandalöse Vorgehen der CDU im Stadtrat an: Statt mit demokratischen Kräften nach Lösungen zu suchen, macht sich die CDU von der AfD abhängig – und opfert damit nicht nur die Handlungsfähigkeit der Verwaltung, sondern auch die sozialen Errungenschaften der Stadt durch ihre neoliberaler Sparwut.
Demokratie in Gefahr: CDU öffnet der AfD Tür und Tor
Die CDU hat sich bewusst gegen eine Zusammenarbeit mit den demokratisch linken Parteien entschieden. Stattdessen wurden zentrale Haushaltsbeschlüsse nun mit den Stimmen der AfD und der Bürgerpartei durchgepeitscht. „Wer als demokratische Partei keine Kompromisse mit der demokratischen Mitte sucht, sondern mit den Rechten paktiert, verliert jede Glaubwürdigkeit“, erklärt Iwona Winterscheid, Sprecherin der Linken im Rheinisch-Bergischen Kreis und sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Soziales, Wohnungswesen, Demographie und Gleichstellung für Mann und Frau in Bergisch Gladbach. „Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von politischer Verantwortungslosigkeit – und ein gefährliches Spiel mit der Demokratie.“
Die CDU/FDP-Fraktion blockiert jede progressive Politik, die ihren Sparplänen widerspricht. Gleichzeitig diffamiert sie die Linke als „extremistisch“ – während sie selbst mit der in Teilen gesichert rechtsextremen AfD gemeinsame Sache macht. „Die CDU nimmt Zugeständnisse der demokratischen Mitte gerne mit, doch wenn es eng wird, lässt sie sich von Rechtsaußen dulden. Das ist eine bewusste Entscheidung – mit verheerenden Folgen für unsere Gesellschaft“, so Winterscheid. „Wer heute mit der AfD regiert, ebnet morgen rechtsextremen Positionen den Weg in die Mitte.“
CDU bricht eigene Versprechen – auf Kosten der Stadt
Das Kommunalwahlprogramm der CDU von 2025 ist wertlos. Statt in Bildung, Wirtschaft und Sicherheit zu investieren, setzt die CDU auf:
„Die CDU redet von ‚soliden Finanzen‘, doch in Wahrheit sabotiert sie die Zukunft Bergisch Gladbachs“, kritisiert Mara Häuser, Mitglieder der Gruppe Die Linke im Stadtrat Bergisch Gladbach. „Das ist kein Sparen, das ist sozialer Raubbau!“
Verwaltung wird systematisch ausgeblutet
Trotz Warnungen des Personalrats und des Bürgermeisters treibt die CDU den Personalabbau voran. „Die CDU diffamiert die Verwaltung als unfähig – doch wer hier wirklich versagt, ist die CDU selbst, die Fachkräfte abzieht und die Stadt lahmlegt“, so Häuser. Die Folgen: längere Wartezeiten, steigende Krankenstände und eine überlastete Verwaltung – „die Bürger:innen zahlen den Preis, nicht die Verantwortlichen in der CDU.“
Schon früher führte ein Personalkostendeckel zu Chaos in der Verwaltung. „Mit den aktuellen Kürzungen wird alles noch schlimmer. Die CDU opfert die Handlungsfähigkeit der Stadt für ihre ideologische Sparpolitik“, warnt Häuser.
Sozialer Kahlschlag: Jugend, Kultur und Infrastruktur werden geopfert
Die CDU spricht von „Familienfreundlichkeit“ – doch im Haushalt werden genau die Angebote gestrichen, die Familien und junge Menschen brauchen. „Die Jugendarbeit wird an den Rand gedrängt, das Q1-Gebäude auf dem Quirlsberg soll aufgegeben werden. Das ist kein Sparen, das ist eine Bankrotterklärung!“, empört sich Lea Vollmer, ebenfalls Mitglieder der Gruppe die Linke. „Wenn wir junge Menschen ignorieren, werden sie unsere Stadt verlassen – und die demografische Krise verschärft sich.“
Gemeinsam gegen die Unterfinanzierung – statt gegeneinander!
Statt sich gegenseitig zu blockieren, müssen alle demokratischen Kräfte gemeinsam gegen die strukturelle Unterfinanzierung durch Bund und Land kämpfen. „Wir brauchen eine gerechte Finanzierung der Kommunen – nicht Kürzungen auf dem Rücken der Bürger:innen!“, fordern die beiden Stadtratsfrauen Häuser und Vollmer.
„Die Haushaltsnot ist kein Naturgesetz, sondern Ergebnis eines Systems, das Profite über Menschen stellt. Deshalb reicht es nicht, innerhalb dieses Systems zu verwalten – wir müssen es politisch herausfordern!“
Das bedeutet:
„Lasst uns nicht weiter um die Krümel streiten, die uns übriggelassen werden. Lasst uns gemeinsam für das kämpfen, was Bergisch Gladbach wirklich braucht: Eine Stadt, die in ihre Menschen investiert – nicht in Sparprogramme!“
Ein Tag der Schande für Bergisch Gladbach – und ein Auftrag für einen Neuanfang
Was sich am 24. März 2026 im Stadtrat von Bergisch Gladbach abgespielt hat, war mehr als eine hitzige Haushaltsdebatte – es war ein politischer Tiefpunkt und ein Schlag ins Gesicht der Demokratie und gegen Vielfalt.
CDU, AfD und Bürgerpartei GL haben sich offen formiert und schamlos eine rechte Mehrheit organisiert. Mit 37 zu 30/31 Stimmen setzten sie zentrale Einschnitte durch: ein Personalkostendeckel per geheimer Abstimmung, die Streichung von 19 Stellen – gegen die eindringlichen Warnungen der Verwaltung – und das Abmildern notwendiger Steuererhöhungen zugunsten wohlhabender Interessen und der Immobilienlobby. Das ist nicht nur sozialpolitisch falsch, sondern gefährdet konkret die Handlungsfähigkeit der Stadt.
Das Kalkül der CDU ist aufgegangen. Bürgermeister Marcel Kreutz wurde politisch vorgeführt und sichtbar beschädigt, die fachlichen Einschätzungen der Verwaltung ignoriert. Am Ende stand ein Haushalt, dem der Bürgermeister selbst nicht zustimmen konnte oder mochte – ein Haushalt, diktiert von einer rechten Mehrheit CDU, AfD und Bürgerpartei GL. Wer hier noch von „politischer Mitte“ spricht, verkennt die Realität dieses harten Rechtsrucks.
Doch so klar die Verantwortung der CDU ist: Das Versagen von SPD und Grünen darf nicht ausgeblendet werden. Wochenlang haben sie auf Hinterzimmergespräche gesetzt, statt offen zu verhandeln und tragfähige Mehrheiten zu organisieren. Transparenz, Beteiligung, demokratische Aushandlung – all das blieb auf der Strecke. Statt frühzeitig das Gespräch mit demokratischen Kräften zu suchen (Die Linke, VOLT/FWG) wurden diese kalt ignoriert.
Das Ergebnis war ein politisches Vakuum, das die Rechten konsequent genutzt haben.
Demokratische Verfahren wurden ausgehöhlt: Haushaltsfragen wurden nicht ordentlich in Fachausschüssen vorbereitet, Anträge kurzfristig eingebracht, Debatten vertagt und unterdrückt mit dem Verweis, alles soll „woanders“ ausgekungelt und entschieden werden. Das ist kein Versehen – das ist ein antidemokratisches Politikverständnis.
Und es ist gescheitert.
SPD und GRÜNE wachten erst spät am Abend auf den harten Oppositionsbänken auf und mussten ihre Anträge frustriert zurückziehen, politisch gedemütigt und ohne Mehrheit. Dieses heftige Debakel ist das Ergebnis einer Politik, die auf Intransparenz und Machtarithmetik setzt, statt auf Inhalte und Zusammenarbeit.
Aus linker Perspektive ist klar: Die Situation ist ernst. Eine rechte Mehrheit, die bereit ist, mit der AfD gemeinsame Sache zu machen, ist Realität geworden. Dem begegnet man nicht mit Taktik, sondern nur mit Haltung, klare Kante gegen rechts und mit einem Neuanfang.
Ein politischer Neuanfang ist möglich.
Er beginnt damit, dass SPD und Grüne ihre Fehler erkennen und korrigieren: raus aus den Hinterzimmern, rein in die öffentliche Debatte. Wer ernsthaft eine soziale und demokratische Stadtpolitik will, muss bereit sein, mit allen demokratischen Kräften und den Bürger:innen, der Stadtgesellschaft offen zu sprechen – auf Augenhöhe und transparent.
Veränderung beginnt bei uns.
Für Die Linke heißt das raus aus der Bedeutungslosigkeit: endlich die Kräfte bündeln und eine gemeinsame, handlungsfähige Fraktion im Stadtrat Bergisch Gladbach bilden. Gerade jetzt braucht es eine starke linke Stimme im Stadtrat – sichtbar, klar, verlässlich und solidarisch.
Perspektive Oppositionsbündnis
Ziel kann der Aufbau eines neuen Oppositionsbündnisses im Stadtrat sein – mit SPD, Grünen, Die Linke und weiteren demokratischen Kräften. Nicht als intransparenter Deal, sondern als offenes, inhaltlich getragenes Projekt. Die Gemeinsamkeiten sind da:
Das sind keine Nebenschauplätze, sondern der Kern einer solidarischen Stadtpolitik.
Ein solches Bündnis muss ihre klaren, bekannten und berechtigte Unterschiede auch nicht verstecken, sondern offen damit umgehen und klar benennen. Es geht nicht um politische Gleichschaltung, sondern um Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit – transparent, demokratisch und nah an den Menschen in dieser Stadt dran.
Die nächsten Jahre dürfen nicht verschwendet werden und von Machtspielen geprägt sein, sondern vom Versuch, den sozialen Zusammenhalt und Kooperation zu stärken und die Lebensbedingungen konkret zu verbessern – in den Stadtteilen, bei der Arbeit, bei Mobilität, beim Wohnen und in der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Dabei muss auch klar sein: Die Verwaltung und Bürgermeister sind keine Gegner, sondern Partner des Stadtrats. Wer – wie die rechte Mehrheit im Rat – die Verwaltung schwächt, schwächt die Stadtgesellschaft. Was wir brauchen, sind bessere Rahmenbedingungen, mehr Handlungsspielräume und eine Politik, die Stillstand überwindet, statt ihn nur zu verwalten.
Der 25. März 2026 ist eine Zäsur. Aber er muss nicht das letzte Wort sein.
Opposition heißt nicht Ohnmacht. Opposition ist der Ausgangspunkt für Veränderung – wenn man bereit ist, sie gemeinsam, solidarisch und demokratisch zu gestalten.
Im Wortlaut: Die Erklärung der Fraktionen von SPD und Grünen
Im Wortlaut: Die Reaktion des Ortsverbands der Grünen
Im Wortlaut: Die Erklärung der Fraktion der CDU
Im Wortlaut: Die Erklärung der Gruppe der Linken
Im Wortlauf: Die Erklärung von Einzelratsmitglied Tomás Santillán (Linke)

Die Zustimmung für den Antrag der CDU kam zustande mit den Stimmen der AFD und es wird empört reagiert. Gäbe es die gleiche Empörung, wenn der Antrag von SPD/Grünen mit den Stimmen der AFD angenommen worden wäre?
Wenn das passiert, empöre ich mich (mit ihnen zusammen?). Bis dahin würde ich vorschlagen, diskutieren wir über das, was tatsächlich und vorhersehbar passiert ist, und nicht darüber, was passiert, wenn die Strunde im Juli zufriert.
Die jüngsten Ereignisse rund um den Haushalt der Stadt Bergisch Gladbach zeigen deutlich, wie festgefahren und zersplittert die politische Lage inzwischen ist. Seit über einem Jahrzehnt erleben wir Bürger eine Entwicklung, in der keine Partei eine klare Linie vorgibt und stattdessen wechselnde Mehrheiten, gegenseitige Vorwürfe und taktische Manöver den Stadtrat prägen.
Der Streit um den Personalkostendeckel ist nur ein weiteres Beispiel dafür. CDU, SPD und Grüne haben lange verhandelt, am Ende aber keine gemeinsame Lösung gefunden. Die CDU setzte ihre Anträge mit Stimmen der AfD durch, was wiederum zu scharfer Kritik führte. Doch anstatt sich auf die Frage zu konzentrieren, wie die Stadt strukturell wieder handlungsfähig wird, wird der politische Schlagabtausch weiter verschärft.
Was in der öffentlichen Diskussion kaum vorkommt: Die Stadt hat seit Jahren ein strukturelles Haushaltsproblem. Die Verwaltung ist überlastet, die Digitalisierung kommt zu langsam voran, und Investitionen wurden immer wieder verschoben. Diese Entwicklungen sind nicht das Ergebnis eines einzelnen Jahres oder einer einzelnen Partei, sondern einer langen Phase unzureichender strategischer Steuerung.
Viele Bürger haben das Vertrauen verloren – nicht wegen eines einzelnen Beschlusses, sondern wegen der Art und Weise, wie Politik in Bergisch Gladbach seit Jahren betrieben wird. Es wäre an der Zeit, dass alle Fraktionen offen kommunizieren, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einer langfristigen Lösung arbeiten.
Wenn ein Antrag nur die Mehrheit durch Populisten findet, dann ist er vielleicht einfach populistisch?!
Der Kaiser ist nackt! Jeder kann es sehen, nur die CDU unter Herrn Metten tut noch so, als sei alles normal. Die fadenscheinigen Argumente, die hier vorgetragen werden, wurden alle bereits im Januar Herrn Merz um die Ohren gehauen, als er im Bundestag die Brandmauer schliff.
Ich mache mir deshalb nicht die Mühe, sie einzeln zu widerlegen. Jeder, der sich mit Politik beschäftigt, weiß, dass es sich nur um den bemühten Versuch der Verschleierung der Wahrheit handelt, der aber niemandes Sicht mehr trübt:
Die CDU nimmt ihre Duldung durch Rechtsextreme und Spesenritter sehenden Auges in Kauf. Die “Brandmauer” ist in Bergisch Gladbach weg, und Herr Metten ist derjenige, der sie geschliffen hat.
Diese ganzen Diskussionen über “Schuld, wer mit wem und warum”…
Es ist doch, wir an den letzten 2 Landtagswahlen gesehen haben, KOSTENLOSE Wahlkampfhilfe für die “ach so verxxxxx AFD”!
WER mit WEM und .. genau: Die zentrale Frage die sich stellt, was ist das Ergebnis!! und zwar für die Bürgerinnen und Bürger in BGL! Kümmert euch endlich um die Bewohner und nicht um das Wer mit wem und warum!!! (Brandmauer?!; Unvereinbarkeitsbeschluß?!; Persönliches?!)
Sondern WER ist wichtig? Nicht ihr!, die Parteien, sondern die Bürger! Also bringt gemeinsam Bergisch Gladbach in die Spur und zeigt uns Bürgerinnen und Bürgern warum wir euch gewählt haben! Info!: für uns.
Das ist mE in der laufenden Debatte wichtig: Was ist gut und richtig — also das Beste — für unsere Stadt und ihre Bürger.
Wer einen Antrag (gleich welcher Partei) nicht sachlich entsprechend diskutiert und dann entscheidet, handelt sich den objektiv berechtigten Vorwurf ein, die eigenen Partei-Interessen den Bürger-Interessen vorzuziehen.
Ich zitiere:
1.: Inhaltsgerecht “wir weisen den Vorwurf zurück, wir würden gemeinsame Sache mit der AfD machen.”
2.: “durch ein solches Szenario [erzeugt durch SPD/Grüne] wird zugleich der AfD eine Bedeutung eingeräumt, die dieser nicht gerecht wird.”
3.: “Auch Rot/Grün nahmen mit ihrem fast gleichlautenden Antrag eine Mehrheit mit der AfD offenbar bewusst in Kauf – während gleichzeitig mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Diese Doppelmoral irritiert. ”
Interessant. Für mich ergibt sich auf Basis der Informationen, die ich habe, ein deutlich anderes Bild: Faktisch wäre der CDU-Antrag nie ohne Stimmen der AfD durchgekommen. Damit ist Zitat 1 in der Sache widerlegt. Ich weiß echt nicht, warum man so offenkundig die Unwahrheit verbreitet. Auch Aussage 2 erscheint dadurch in einem anderen Licht. Man zeigt am liebsten auf den Anderen, der der AfD zu Bedeutung verhelfen würde und man wirft ihm sogar nach Zitat 3 vor, dieser würde dasselbe tun, nachdem man faktisch genau das getan hat.
Ist das noch Projektion oder schon Gaslighting?
Außerdem wird davon gesprochen, es sei inhaltlich richtig und daher legitim, es umzusetzen (scheinbar mit diversen Mitteln). Da mag man sich drüber streiten, das ist ein CDU-eigenes Urteil, zu dem andere offenkundig so nicht kommen, weshalb ja erst die Stimmen der AfD notwendig geworden sind. Auch führt das implizit zu der Situation, dass man den eben anderen vorwirft, nicht das Richtige für die Stadt zu tun, sollten diese Dissenz äußern. In einem offenkundig noch nicht abgeschlossenem Diskurs so etwas durchzuziehen ist schon ziemlich arrogant.
Anstelle dann aber den Wünschen einer Vertagung und eventuell einer neuen Verhandlung nachzukommen stimmt man lieber schnell ab. Mit meinen geringen Einsichten kann ich schlecht beurteilen, ob die Notwendigkeit so ausgeprägt war, dass man es nicht noch um eine Zeit zu verschieben, um vielleicht doch eine demokratische Mehrheit zu bekommen.
Aber warum auch? Es ist mittlerweile klar, dass die AfD für die CDU eine störende Rolle spielt, der man zu entgegnen versucht, indem man in Aktionismus und in Rechtspopulismus verfällt (siehe Dobrinds Migrationspolitik, die stellvertretend für die CDU-Meinung steht, siehe diverse Aussagen von Friedrich Merz und Söder). Aber mittlerweile muss man ja auch nicht mehr so weit kommen, weil mittlerweile streuen die Kamaraden der CDU auch in Gladbach den Faschisten (ja, so nenne ich Menschen, die in einer Partei mit Bernd Höcke organisiert sind und die rege Beziehungen zu Rechtsextremen pflegt) fleißig Rosen auf den Weg.
Sorry, aber durch stetes Wiederholen wird es nicht besser.
Nähmen wir an, die AfD hätte sich komplett enthalten. Dann wäre bei der gestrigen Anwesenheit der CDU-Antrag auch durchgegangen. Und jetzt bitte mal Nachdenken statt eines blinden Bürgerpartei-Bashings…
Dieses imagimäre “CDU-Rechtsruck-Framing” lenkt doch bloss von der Antwort ab, was passiert wäre, wenn die AfD mit Rot/Grün gestimmt hätte (siehe 3).
Und bitte: Hier ist niemand in einer Kameradschaft von Rosenkavalieren. Die rote Rose wollen wir der Sozialdemokratie nicht wegnehmen.
Es ist gut, dass Sie sehr deutlich machen, wo Sie politisch stehen.
Bemerkenswert ist demgegenüber, dass Sie sich überhaupt nicht mit der Sachlage: Steuererhöhung, Schulden, unabdingbare Investitionen etc., etc. beschäftigen.
Was sind also Ihre Vorstellung der Budget-Prioritäten unter Beachtung von Schulden- und Steuererhöhungen?
Neues “Rats-Bündnis “aus CDU, AfD und Bürgerpartei GL fügt der Stadt schweren Schaden zu!
Die Darstellung der CDU ist doch sehr einseitig und das Bürgerportal ist vergleichsweise zurückhaltend bei der Einschätzung der Vorgänge in der Sitzung des Stadrats vom 24.03.2026.
Die Fakten liegen auf dem Tisch: Die CDU hat gemeinsam mit der AfD und der echten Bürgerpartei GL eine Mehrheit gebildet ihre Positionen im Haushalt gegen den Entwurf von Bürgermeister Kreutz und Stadtkämmerer Eggert, SPD und GRÜNE durchgesetzt.
Tatsächlich handelt es sich aus Sicht von Bürgermeister Marcel Kreutz sowie von SPD und Grünen um eine deutliche Niederlage – auch wenn diese das öffentlich wohl kaum einräumen werden. Das Ergebnis ist als empfindlicher Misserfolg und politischer Rückschlag zu werten: Der von ihnen vorgelegte Haushaltsentwurf fand keine Mehrheit und wurde kompromisslos abgelehnt.
Nach Einschätzung von Beobachter:innen entsprach dies dem erklärten Ziel von CDU, AfD und der Bürgerpartei GL. Ihnen sei es vorrangig darum gegangen, den Bürgermeister persönlich zu treffen, die Verwaltung politisch zu schwächen und das rot-grüne Lager zu beschädigen. Während ein derart skrupelloses Vorgehen von AfD und der rechten Bürgerpartei GL erwartbar war, hatten SPD und Grüne dies von der CDU in dieser Form nicht für möglich gehalten. Das sollte allen Beteiligten zu denken geben.
Es stellt sich zudem die Frage: Wann hat es zuletzt in Bergisch Gladbach einen Haushaltsbeschluss gegeben, dem der Bürgermeister nicht zugestimmt hat? Die Antwort lautet klar und deutlich: noch nie.
Am Ende haben SPD und Grüne nicht nur die Abstimmung verloren – sie haben sich durch taktische Manöver und eine Strategie, die an politische Hinterzimmerdeals erinnert, auch erhebliche Glaubwürdigkeit gekostet. Auf diese Weise haben sie selbst zu ihrer empfindlichen Niederlage beigetragen. Eine schonungslose Analyse und eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln wären daher dringend geboten.
—
Tomas M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke
Natürlich hat die CDU-Fraktion das Recht und sogar die Pflicht, eigene Anträge einzubringen. Aber das passt nicht in ihr Weltbild, Herr Santillan. Was offenbar für Sie stimmig ist, dass Rot/Grün/BM weiterhin die Richtung bestimmen sollen. Wer da nicht mitmacht, wird in eine rechte Ecke gedrückt. Aber das zieht nicht.
Mit Brandmauer-Preisgabe hat das Vorgehen der CDU jedenfalls mitnichten was zu tun. Wer mit stimmt oder auch nicht, bestimmen alle Fraktionen autark.
Die Haushaltslage dieser Stadt ist mehr als klamm, oder? Dieses Faktum sollten Linke, Grüne, SPD und der BM im Blick haben, ideologische Klischees zu bedienen, macht den städtischen Etat jedenfalls nicht gesund.
Gruß Jo Schlösser