Seit fast fünf Jahren steht die RheinBerg Passage am S-Bahnhof leer, nun brennt wieder Licht im Erdgeschoss des riesigen Kastens: Die neuen Eigentümer arbeiten an der Vermietung der Flächen und können bereits benennen, welche Art von Geschäften einziehen sollen. Bis zur Wiedereröffnung wird es aber noch dauern – denn zunächst stehen einige Umbauten an.

Der Neustart der RheinBerg Passage beginnt mit einer Schließung: Ab dem 1. April wird das Parkhaus komplett gesperrt, Dauermieter müssen in die RheinBerg Galerie ausweichen. Der Vandalismus habe weiter zugenommen, erläutert Lulzim Memeti, Sprecher der Investorengruppe. Die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung des Einkaufszentrums seien aber bereits angelaufen.

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Hintergrund: Die neuen Eigentümer

Zuletzt hatte eine intransparente Ansammlung von Investitionsfonds und Projektgesellschaften das Sagen in der RheinBerg Passage, bis die Eigentümer-Gesellschaft in Luxemburg Insolvenz anmeldete.

Neuer Eigentümer ist die D.I.F GmbH & Co KG mit Sitz in Bretten in Baden-Württemberg. Dahinter stehe ein Gruppe von Investoren, die jedoch nicht genannt werden wollen, sagt ihr Sprecher Lulzim Memeti, der das Projekt in Bergisch Gladbach operativ leitet.

Sein eigenes Unternehmen, die Memeti Verwaltungs GmbH, hat ihren Sitz in Duisburg. Seien eigenen Angaben zufolge hat es bereits große Liegenschaften entwickelt, im Wohnungsbau und im Einzelhandel. Dazu gehöre ein ehemaliges Karstadt-Gebäude und ein Shoppingcenter in Dormagen.

Bevor die notwendigen Sanierungs- und Umbauarbeiten starten müssten jedoch noch einige Planungen entwickelt, Baugenehmigungen eingeholt und Nutzungsänderungen beantragt werden. Parallel dazu laufe die Vermietung der Flächen, sagt Memeti: „Die Verhandlungen sind gut, wir sind auf dem Weg zur Vollvermietung.“

Discounter, Supermarket und Gastro unten, Fitness oben

Namen nennt der Investor natürlich keine, verrät aber die künftige Struktur. Das riesige Erdgeschoss, das bis zur Schließung im Juni 2021 von einem Marktkauf eingenommen worden war, sollen sich künftig ein Discounter und ein Supermarkt teilen. Dazu kommen die Filialen einer Drogeriemarkt-Kette und einer Bäckerei.

Ins Obergeschoss soll ein Fitness-Center einziehen, dann blieben noch zwei kleinere Einzelhandelsflächen übrig.

Neue Terrasse, neue Rampe

Eine größere Umbauarbeit steht im Erdgeschoss an. Zum einen soll es im Eingangsbereich einen ansprechende Gastronomie geben, berichtet Memeti. Ergänzt durch eine Terrasse, die die Glasfront aufbricht und über die Treppen hinweg erstreckt, die bislang den Eingangsbereich dominieren.

Gleichzeitig soll eine Rampe gebaut werden, damit auch Menschen mit Behinderung oder Eltern mit Kinderwagen das Einkaufszentrum bequem erreichen können. „An den Treppen ist die alte RheinBerg Passage eingegangen“, ist Memeti überzeugt, „die Leute wollen mit ihren schweren Taschen keine Treppen bewältigen“.

In einem weitere Schritt soll die Fassade umfassend überarbeitet werden, Photovoltaik aufs Dach und das gesamte Gebäude innen wie außen optisch auf Vordermann gebracht werden. Einen deutlichen zweistelligen Millionenbetrag an Investitionen werde das erfordern.

Das Bürgerportal verfolgt die Entwicklung der großen Bauprojekte in der Innenstadt von 2019 bis 2024 in Form einer 360-Grad-Panoramatour. Die Fortschritte lassen sich mit Hilfe eines Zeitstrahls nachvollziehen. Mit einem Doppelklick öffnet sich die Tour in einer großen Ansicht. Guten Flug!


Gesamteröffnung in gut einem Jahr geplant

Notwendig ist zudem, vor allem für den Eingangsbereich, eine neue Baugenehmigung und für das Obergeschoss eine Nutzungsänderung. Er stehe aber in einem guten Kontakt mit der Stadtverwaltung und gehe davon aus, dass die Bearbeitung einigermaßen schnell über die Bühne geht.

Dennoch werden sich die Bürger:innen noch eine ganze Zeit gedulden müssen. Die Komplett-Eröffnung strebe er für das 3. oder 4. Quartal 2027 an, sagte Memeti.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Googelt doch mal die Personalie Lulzim Memeti. Na ja. Bis jetzt haben ja alle Investoren das als Verlust abgeschrieben, zuletzt war es doch die Quilmes-Brauerei aus Argentinien, oder? Ich hoffe das es diesmal klappt mit einer Wiederbelebung.

  2. Alles ist besser als dauerhafter Leerstand, insofern hoffe ich auf den Erfolg der “Investorengruppe”.

    Das ändert nichts an meiner Skepsis. Die Zeit der Einkaufszentren ist vorbei, und das Konzept ist +/- dasselbe wie das alte. Warum sollte es diesmal funktionieren? Der Standort ist “mittelgut”, das Gebäude furchtbar. Weshalb sich auch andere angedachte Nutzungen zerschlagen haben: Der fensterlose Klotz ist weder als Stadthaus noch für Wohnungen zu gebrauchen. Vielleicht ließe sich mit einigen Umbauten ein Kino dort unterbringen – das braucht zumindest keine Fenster?

    Zum Thema “Einkaufen in der Innenstadt”: Weder in Köln noch irgendeiner anderen mir bekannten Großstadt findet man im Zentrum “große, gut sortierte Supermärkte”. Diese befinden sich entweder am Stadtrand oder in den Wohnvierteln.

    Nichtsdestotrotz wünsche ich viel Erfolg – ernsthaft, nicht sarkastisch.

  3. Erstmal vielen Dank an das Team vom Bürgerportal, welches freilich nur faktenbasiert, aber zwischen den Zeilen doch interessant zu berichten weiß.

    “Dahinter stehe ein Gruppe von Investoren, die jedoch nicht genannt werden wollen, sagt ihr Sprecher Lulzim Memeti,” ja warum wollen die denn nicht genannt werden? Ach so, die Firma von Herrn Memeti regelt das Ganze dann für diese Leute, ok, habe ich übersehen.

    Und leider muß ich wieder den Spaßbremser machen: Noch einen “Konsumtempel” mit der Aufforderung ” kauf du Arsch”(Brand eins) brauche ich wirklich nicht. Ich liebe den kleinen REWE , mit seiner Diebstahl-Problematik, also die machen hier echt einen guten Job, und es gibt Aldi, den Arkadash, Müller, DM, “Wollwert”, nicht zu vergessen all die anderen in der grünen und der alten Ladenstraße; reicht das nicht ??

    Wie wär’s denn mit ein bisschen Kultur, Bühne, Konzerthalle , Ateliers, Proberäume, oder Sport, jaa alles ausser Konsum hätte dort Zukunft.

    Wenn die Herr-schaften da erstmal einen 2-stelligen Millionenbetrag versenken wollen, dann darf ich doch auch die Frage(n) stellen: Wer profitiert hier wirklich von dem toten Pferd ? Was seid ihr für Typen ? Wie lange geht das gut, wenn es überhaupt gut wird ? und @ Steffi, kann ich verstehen , das mit den Träumen in der Jugend, aber das hier is ne andere Nummer ;-)

    keep on trucki’n, Lutz Voß

    1. @Lutz Voß

      Sie sprechen mit aus der Seele.

      Investoren Gruppe, ich weiß es, darf aber nichts sagen,
      nenenene, Kindergarten.

      Bei den zu erwartenden Energie und Rohstoff Preisen bin ich gespannt wie schnell wem da die Luft ausgehen wird.

    2. Eine Großstadt sollte doch im Zentrum einen großen, gut sortierten Supermarkt haben. Muss ja nicht so überdimensioniert sein, wie der Marktkauf seienrzeit, aber der Bedarf ist sicherlich da. Der REWE in der Hauptstraße ist ja nicht ernst zu nehmen von der Größe her – für eine Großstadt wohlgemerkt.

      Sport (Fitness) soll doch auch kommen. Gute Nutzungsmöglichkeit.

      Kultur ist immer gut, aber dafür ist dieses Gebäude nicht gemacht. Ein Kino in GL auf dem Zandersgelände wäre ja noch ein Traum…

      Zum Rossmann. Gibt in ganz Gladbach und Bensberg keinen. Die suchen doch schon lange nach geeigneten Immobilien.

  4. Träume…
    Als ich noch jung war, hatte ich auch Träume, was die Zukunft angeht. Die Realität sieht leider anders aus!
    Lassen wir uns als Bürger überzeugen!! Meine Hochachtung und eine große Bewunderung, wenn es so um gesetzt wird!!!
    Ich freue mich drauf!! Los geht’s!!

  5. Das wird doch wieder nur ein Schuss in den Ofen ich glaube nicht das sich
    das Center lange halten wird.

    1. Bitte mal begründen.

      Es fehlt in der gesamten Innenstadt an einem gut sortierten Supermarkt. Ein großer REWE o.ä. mit ansprechender Frischetheke. Durch die Wohnbebauung um die Ecke ist da sicherlich auch ein Bedarf.
      Ein Rossmann fehlt ebenfalls. Der DM ist sehr oft überfüllt.
      Discounter sind immer beliebt.

      Alles in allem ist das ein Projekt, das richtig gut funktionieren kann. Wäre uns allen zu wünschen, dass es klappt.

  6. Guter Plan!
    Bei der Sanierung wird offensichtlich nicht nur geklettert, sondern geklotzt.
    Wenn bei der Auswahl der Mieter die richtige Wahl getroffen wird, sehe ich dem Ganzen positiv entgegen.

  7. Guten Morgen, es wäre wirklich schön, wenn dieses Objekt wieder mit Geschäften belebt werden würde. Ein Rossmann und ein Netto wären toll. Mal sehen, wie und was wann kommt. Gutes Gelingen !

  8. Endlich kommt Bewegung in die Sache! Ich gebe eine Wette ab: Lidl kommt rein (da Aldi auch in der Innenstadt ist und so Strundepark, Innenstadt und Duckterath abgedeckt ist), dann wahrscheinlich Rossmann, weil zukünftig mehr Absatz gemacht werden kann als in Refrath, und der REWE weil der aktuelle Standort zu klein ist für das Angebot was möglich wäre.

    1. Bei den Tipps gehe ich mit.

      Könnte mir auch einen Penny und Rossmann (wie früher) vorstellen. War immer gerne da.

      Die Attraktivität der Bahnhofsnähe wird damit endlich mal was angekurbelt. Man denke mal ans zweite Gleis in 10 Jahren – und die Neubebauung. Deutliche Aufwertung wäre das.

      1. Bei der aktuellen Situation der Straßen kommt man in 10 Jahren auch nur noch über die Gleise zum Einkaufen.
        Ich glaube nicht das in den nächsten Jahren die Straßensanierung gestemmt wird.