Fotos: Redaktion

Jasmine Tronnier hat in Refrath ein Eltern-Kind-Café eröffnet. Kinder können in dem großen Lokal an der Dolmanstraße toben, klettern und spielen, während Eltern oder Großeltern Kaffee trinken, Kuchen essen und entspannen. Auch für größere Kinder soll es künftig Angebote geben.

Bevor die Gäste den großen Gastraum mit dem flauschigen Teppichboden betreten, müssen sie ihre Schuhe ausziehen und die Gittertür öffnen. Sie dienen der Sicherheit der kleinen Besucherinnen und Besucher. Es ist ein besonderes Café, das vor rund einem Monat in Refrath an der Dolmanstraße eröffnet wurde. 

Mit dem Café Wirbelwind hat sich die Inhaberin Jasmine Tronnier einen langgehegten Traum erfüllt. Die gelernte Gastronomin und zweifache Mutter hatte eine Vision: „Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Eltern und Großeltern entspannen und durchatmen können, während die Kinder ungestört spielen – und vor allem, ohne Andere zu stören.“ 

Nachholbedarf in Sachen Kinderfreundlichkeit

In Sachen Kinderfreundlichkeit könne sich Deutschland noch eine Scheibe abschneiden von anderen Ländern wie beispielsweise Holland. „Da gibt es eigentlich immer Kinder- und Spielbereiche“, sagt die 33-Jährige. Als ihre Kinder kleiner waren und sie noch im Düsseldorfer Raum gewohnt haben, haben sie häufig Eltern-Kind-Cafés besucht. 

Inzwischen wohnt die Familie in Bergisch Gladbach. „Wie cool es wäre, selbst ein Eltern-Kind-Café zu öffnen“, dachte Jasmine Tronnier und der Traum ploppte im letzten Jahr wieder auf. Warum nicht ihre beiden Rollen – Fachfrau für Systemgastronomie und Mutter – miteinander kombinieren, im weitesten Sinne? 

Suche nach passendem Standort

Sie begab sich auf die Suche nach geeigneten Immobilien und einem Stadtteil, das bisher noch kein Familiencafé oder Ähnliches hat. Fündig wurde Jasmine Tronnier in Refrath, in zentraler Lage an der Dolmanstraße.

In dem Ladenlokal befand sich vorher ein Matratzengeschäft, noch früher ein Autohaus. Dort, wo sich vor ein paar Monaten noch Matratzen stapelten, wo Kissen, Lattenroste und Ausstellungsbetten standen, wird nun gespielt und getobt. 

An diesem Nachmittag ist das Café Wirbelwind gut besucht. Ein Baby liegt bäuchlings auf dem Teppich, ein Kind schiebt einen Lauflernwagen quer durch den Raum. Zwei Mädchen mit bunten Tüllröcken setzen Figuren in ein riesiges Puppenhaus. Ein Junge klettert ein Holzgerüst hoch und rutscht jauchzend wieder runter. 

Es wuselig, aber trotzdem gemütlich und entspannt. An mehreren Tischen sitzen Mütter, trinken Kaffee, essen Kuchen, unterhalten sich. „Es war mir wichtig, einen großen offenen Bereich zu haben. So können die Eltern im Café-Bereich sitzen und haben ihre Kinder im Blick, die überall sicher spielen können“, sagt die Inhaberin. 

Innen vor der Eingangstür bietet das Gitter Sicherheit, dass kein Wirbelwind auf die Straße flitzt. Der Bereich zwischen Eingangstür und Gitter dient als Parkfläche für Kinderwagen und Straßenschuhe. 

Der vordere Bereich des Cafés ist eine riesige Spielelandschaft mit Rutsche, Klettermöglichkeiten, Schaukeltieren, Spielküche, Kaufladen, Kissen, Büchern, Autos, Verkleidungen, Zelt und jeder Menge Holzspielzeug. 

Das Café mit der großen Fensterfront ist modern und hell eingerichtet. Von den Decken hängen Pflanzen in Makramee-Aufhängern. Die Wände hat eine Künstlerin mit bunten Blumen-Motiven bemalt. Auf den runden Holztischen stehen Trockenpflanzen und elektrische Kerzen. Die Stühle sind mit weichem Stoff bezogen, außerdem gibt es jede Menge Hochstühle. Die barrierefreie und geräumige Toilette ist mit „Pipi Kaka Land“ ausgeschildert, im hinteren Bereich gibt es zusätzlich einen Wickeltisch. 

Jasmine Tronnier empfiehlt ihren Gästen, vorab zu reservieren oder kurz anzurufen, um nachzufragen, ob noch Plätze frei sind. „Ich musste leider schon Leute wegschicken, weil es zu voll war“, sagt sie. „Ich möchte, dass hier alle eine entspannte Zeit haben.“ Daher sollten nicht zu viele Kinder gleichzeitig zum Spielen da sein. Außerdem könne es auch vorkommen, dass das Café durch einen Kindergeburtstag oder eine Feier belegt ist. 

Café Wirbelwind
Dolmanstraße 55
51427 Bergisch Gladbach (Refrath)
0172 / 244 06 29
info@cafewirbelwind.de
Internetseite

Öffnungszeiten: Täglich von 10 bis 18 Uhr
Mittwoch ist Ruhetag
Reservierung wird empfohlen
Eintritt 7,50 Euro pro Kind (ab Krabbelalter)

Ab dem Krabbelalter zahlt jedes Kind 7,50 Euro Eintritt – beziehungsweise „jedes Kind, das den Spielbereich nutzt“, sagt die Inhaberin. Eltern zahlen keinen Eintritt. Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder zwischen 0 und 6 Jahren. Allerdings plant Jasmine Tronnier, Gesellschaftsspiele und Bastelmaterial für ältere Kinder anzuschaffen.

Neben verschiedenen Kalt- und Heißgetränken bietet das Café Wirbelwind Kuchen, Waffeln (auch als zuckerfreie Varianten), Obst, Porridge, Eis und unterschiedlich belegte Panini-Varianten an. 

Ein weiterer Raum mit Sesseln, Teppichen und Sitzkissen bietet Müttern mit Babys eine Rückzugsmöglichkeit, etwa zum Stillen. „Aber das Angebot wird bisher kaum genutzt“, berichtet die Inhaberin. Sie überlegt, den Raum anderweitig zu nutzen – vielleicht als Raum für größere Geschwisterkinder, zum Lesen oder Spielen. Oder als Kleidertauschbörse. „Mal sehen.“ Ideen hat Jasmine Tronnier noch viele.


Weitere Eltern-Kind-Cafés in GL

Café Bambini
Hauptstraße 293
51465 Bergisch Gladbach (Innenstadt)
Instagram

Öffnungszeiten:
Mo – Fr. 10 – 17 Uhr
(Mo und Do finden von 10 bis 11.30 Uhr feste Krabbelgruppen statt)
Sa 11.30 – 15 Uhr
So geschlossen
Kosten: Eltern zahlen pro Kind 5 Euro für 1,5 Stunden

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Anfang März hat Shermine Randhawa in der Bergisch Gladbacher Innenstadt ein Eltern-Kind-Café eröffnet. Im großen Spielbereich können kleine Kinder bauen, klettern und laut sein – ohne Sorge, jemanden zu stören. Das Café bietet auch Krabbelkurse an und will ein Ort sein, an dem Mütter und Väter sich untereinander vernetzen.

Feli’s Sonnencafé
Helene-Stöcker-Straße 4
51429 Bergisch Gladbach (Lückerath)
Internetseite
0152 / 31824397

Öffnungszeiten:
Di – Fr 9 – 18 Uhr 
Sa 11 – 18 Uhr
Kosten: kein Eintritt, pro Rechnung werden 2,50 Euro als Spielzeuggebühr fällig

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Schade, leider sehr teurer Eintritt. Für uns und viele andere leider nicht machbar. Warum geht das in Holland soviel günstiger als hier?

  2. Ein Ort der in Refrath noch gefehlt hat ! Schöne Räumlichkeiten, die Kids haben tolles Spielzeug mit dem Sie Parcours bauen oder in eine andere Rolle schlüpfen können. Essen und Trinken bisher auch alles lecker… Danke für die Eröffnung dieses wunderschönen Ortes.

  3. Ich war nach dem Erscheinen des Artikels mit meinen beiden Kindern (Kita Alter) zu Besuch in dem Café.

    Super cooler Kurzausflug aus dem Alltag.
    Die Kids haben sich die Waffeln schmecken lassen und konnten die gewonnene Energie direkt ausleben.

    Immer wieder gerne, hat echt Spaß gemacht!

  4. Die Idee ist doch gut…
    Klar, das Angebot ist sicher auch an die Eltern und Großeltern gerichtet, aber es ist doch eine sinnvolle Ergänzung anderer Angebote. Für die „Babysitter“ eine Verschnaufpause, für die Kleinen eine Abwechslung.
    Man darf sich das sicher mal gönnen…
    Vielleicht auch einfach mal eine Auszeit, wenn ein Urlaub zu teuer ist….
    … und man knüpft wahrscheinlich noch ein paar Kontakte, die es sonst nicht gegeben hätte…
    Im übrigen: man wird ja sehen, ob‘s funktioniert. Jedenfalls viel Glück – und viel Spaß!

  5. @Drucker: Sie haben den zweiten Satz nicht beachtet. Was nützt mir in Profi in der Küche, der mit Convenience-Produkten arbeitet und diese Speisen dann zu einem Preis anbietet, der einem vermeintlichen benennbaren Gegegwert, wie sie ihn sich vorstellen, entspricht.
    Es ist eine unternehmerische Entscheidung wie man Preise kalkuliert, um über die Runden zu kommen. Ob die Planung in dem Cafe oder anderen Betrieben aufgeht, wird die Zeit zeigen. In Ralfs Frittenbud hat es mit der Kalkulation, Zielgruppe, Speisenangebot etc. letztlich nicht funktioniert.

    1. Ihren zweite Satz habe ich durchaus zur Kenntnis genommen. Er enthielt allerdings keine belastbare Aussage, sondern eine spekulative Schlusssfolgerung. Dass Sie ihn jetzt umdeuten und auch dabei wieder spekulieren, macht ihn nicht relevanter.

      Dass die Preiskalkulation eine unternehmerische Entscheidung ist, ist eine Binsenweisheit. Daran hat hier auch niemand gezweifelt.

  6. Zitat aus dem Bericht: „Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Eltern und Großeltern entspannen und durchatmen können, während die Kinder ungestört spielen – und vor allem, ohne Andere zu stören.“ Diesen Ort findet man sicherlich auch, wenn man nicht in ein Cafe geht und für dieses auch noch Eintritt zahlen muss.
    Aber mir erschließt sich auch nicht, wie junge Familien immer über die hohen Lebenshaltungskosten klagen aber dennoch soviel Geld für Freizeitveranstaltungen ausgeben können.

    1. Soso, Freizeitveranstaltungen? Sie haben sich sicher noch nie um Kleinkinder, 2 bis 3 Jahre lang 7 Tage die Woche, gekümmert. Die wollen und brauchen IMMER Beschäftigung, nonstop.
      Davon braucht man als Erwachsene auch manchmal dringend eine Verschnaufpause z.B. bei schlechtem Wetter, wenn einem gerade nichts mehr einfällt, was man seinem kleinen Wirbelwind noch an Unterhaltung bieten kann.

      Sie auf diese Art spontan in Gesellschaft anderer Kinder bringen zu können finde ich eine Gute Idee. Auch wenn’s Geld kostet.

      Und bei gutem Wetter geht man vielleicht eher auf den nächsten Spielplatz und macht dort ein schönes (preiswertes) Picknick.

      1. Hallo Ulla, ohne nun die Zahl meiner eigenen Kinder kundzutun, so kann ich doch aus meiner Familie berichten, dass die Kinder nicht immer Beschäftigung (so wie sie diese dann verstehen) brauchen. Wenn sie aus der Kita kommen sind sie erstmal erschöpft und suchen die Ruhe. Ob das nun ein Bilderbuch was sie sich anschauen, das Spielen mit dem Auto oder mit der Puppe, …
        Bei den Cafes geht es nach meiner Erfahrung nicht um die Kinder, sondern um die Eltern.

      2. “ein Bilderbuch was sie sich anschauen, das Spielen mit dem Auto oder mit der Puppe”
        Sicher machen Kinder ab Krabbelalter das auch eine Weile, aber wie es immer so ist, schnell ist die Luft raus.
        Sie lesen ja auch nicht Wochenlan die gleiche Zeitung.

        “Bei den Cafes geht es nach meiner Erfahrung nicht um die Kinder, sondern um die Eltern”
        Ich denke, es profitieren Eltern UND Kinder, wozu sonst sollte man diese Cafes mit Spielsachen etc. ausstatten.
        Klar, die Spielsachen dort können sich Eltern natürlich für viel Geld selbst kaufen und ihre Kinder zuhause damit bespielen.
        Aber ich persönlich habe auch immer gemeint, Kinder sollten viel mehr mit anderen Kindern spielen und nicht, wie es heutzutage so häufig der Fall ist, fast nur noch Umgang mit Erwachsenen haben.

      3. Kinder haben heute so viel Kontakt zu anderen Kindern, mehr als es noch vor 10-15 Jahren der Fall war. Heute kommen viele Kinder bereits mit einem Jahr in die Kita, spätestens mit zwei Jahren sind die meisten jedoch in der Kita. Und haben am Vormittag bis über Mittag, teils bis in den Nachmittag hinein 25 Kinder um sich.
        Und benötigen dann nach dieser für sie anstrengenden Zeit (das geht an einem Kind nicht spurlos vorbei) durchaus die Ruhe und können sich recht lange mit einem Buch, einem Auto oder der Puppe beschäftigen. Man muss ihnen nur die Zeit dazu lassen.

  7. Guten Morgen, mich irritiert, dass Familien so viel Geld zur Verfügung haben überhaupt eine “Eintrittsgebühr” für ein Cafe zu zahlen. Warum treffen sich die Familien nicht im Privatbereich, da kann man sich einen Kaffee gönnen und die Kinder können auch spielen. Oder auf einem Spielplatz und nimmt die Getränke mit von zu Hause.
    Für mich persönlich wird die Welt immer verrückter. Es wird über die hohen Mieten, Spritpreise, Müllgebühren, Lebensmittelkosten, … gejammert. Aber für Freizeitvergnügen scheint immer noch mehr als genug Geld zur Verfügung zu stehen.

    1. Warum gehen Menschen in ein Restaurant? Essen und Trinken kann man auch in den eigenen vier Wänden.
      Nach ihrer Argumentation können dann alle Gastronomien die Türen schließen.
      Falls Rauchende unter den Kritikern der Preise sind, mal darüber nachdenken.

      1. Da gibt es aber schon noch einen kleinen Unterschied. Im Restaurant gibt es einen klar benennbaren Gegenwert fürs Geld: Vom Profi zubereitetes Essen, frisch vom Fass gezapftes Bier etc., wobei sich der Preis idealerweise nach der Qualität des Gebotenen richtet. – Was aber ist der Gegenwert für den Eintritt ins Café und wonach bemisst er sich?

      2. Vom Profi zubereitetes Essen? In vielen Gastronomien wäre ich da skeptisch, zumindest wenn es um die Frage “Hausgemacht” geht. In dem Cafe dürfen die Kinder toben und auch mal laut sein, ohne das sich andere Gäste oder der Betreiber aufregen. Das ist für die Eltern wahrscheinlich schon viel wert und sicherlich angenehmer wie mit Vorwürfen in Sachen falscher Erziehung angegangen zu werden, weil das Kind gerade mal was lauter ist.Jeder hat die Freiheit zu entscheiden ob und wohin er geht. Wenn es einem 7,50 Euro wert ist, ist es so. Wenn nicht, geht man nicht hin. So einfach kann es sein.

      3. Meinen Sie, in Restaurantküchen kochen Amateure? Oder wie soll man das verstehen?

        Aber was soll’s, wer das ausgeben will, der soll es tun. Einen reellen Gegenwert sehe ich trotzdem nicht.

  8. Scheint ein bisschen den Zeitgeist wiederzuspiegeln. Ist jetzt das dritte Elter Kind Café in GL – Bensberg, Refrath, City. Räumlich alle mit unterschiedlichen Zielgruppen.

    Ich empfinde ebenfalls 7,50 Euro als zu viel Eintritt. Geht man mit zwei Kindern, alle essen und trinken was – reden wir schnell von 70 Euro.
    In den Niederlanden kenne ich einen Freizeithof (mit riesigen Außengelände, Tieren, Trampolinen und Indoor-Möglichkeiten). 4 Euro pro Kind… Um mal die Relation zu zeigen.

  9. Also sollte.sie Überschrift lauten: ein neuer Ort ür die reichen in Refrath.

    Ich finde, die Redaktion könnte die Eintrittspreise von Eltern Cafés kritischer beleuchten. Ich wünsche mir eine differenziertere Berichterstattung.

    1. Na ja, reich muss man nicht gerade sein, um sich das leisten zu können. Die Frage ist eher, ob es für den Eintritt einen angemessenen Gegenwert gibt – da bin ich skeptisch.

      1. Leider viel zu teuer. Schade, das würden wir uns vielleicht mal für einen wirklich besonderen Anlass gönnen, aber nicht alle 1-2 Wochen, wie wir es bei der wesentlich günstigeren Konkurrenz machen. Bin mal gespannt, wie lange die sich halten…

  10. Sieht schön aus, aber der Eintritt ist meines Erachtens zu hoch und achließt sehr viele Personen aus. Es ist ein Café für die wohlhabenden in Refrath..
    Es gibt andere Möglichkeiten,.2,50€ in anderen Cafés als Spielzueggebühr finde ich machbar. Oder wie wäre es mit einem Mindestverzehr. Wir werden es leider nicht besuchen, mit 2 Kindern sind es schon 15€ Eintritt, da treffe ich mich lieber mit einem Cafe To Go auf dem Spielplatz.