Freiwillige des Vereins bei der Eröffnung des kleinen Supermarktes vor Ort. Foto: Nir Oz e.V.

Der Verein Solidaritätspartnerschaft Bergisch Gladbach – Nir Oz hat mit Unterstützung der Bethe-Stiftung fast 78.000 Euro für den Bau eines Gästehauses in dem Kibbuz in Israel gesammelt. Immer wieder fahren Helfer:innen des Vereins in den Ort, der am 7. Oktober 2023 völlig zerstört worden war – und jetzt ein neues Leben beginnt.

Schon sehr bald nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel hatten Roman Salyutov, Petra Hemming und einige Mitstreiter:innen den Verein „Solidaritätspartnerschaft Bergisch Gladbach – Niz Or“ gegründet – um finanzielle Hilfen für den Kibbuz an der Grenze zu Gaza zu mobilisieren und den traumatisierten Bewohner:innen zur Seite zu stehen. Eine Aufgabe, die sie kontinuierlich vorantreiben, immer wieder mit Gruppen von Freiwilligen vor Ort beim Wiederaufbau helfen und gleichzeitig Spenden sammeln.

Jetzt wurde eine große Spendenaktion abgeschlossen, zu der Salyutov und Hemming mit Konzerten und Vorträgen in ganz Deutschland selbst maßgeblich beigetragen hatten. Dabei kamen knapp 70.000 Euro zusammen, die von der Bethe-Stiftung um 7.500 Euro aufgestockt wurden.

Klaus Orth, Petra Hemming, Roman Salyutov. Foto: Redaktion

Das Geld fließt in Nir Oz in den Bau eines Gästehauses. Es soll Volontären aus der ganzen Welt die Möglichkeit geben, durch ihr Engagement ihre Solidarität mit Nir Oz und Israel zum Ausdruck zu bringen und zum Wiederaufbau beitragen zu können. 

„Eine schlaue Idee“, sagte Klaus Orth als Vertreter der Bethe-Stiftung bei der Übergabe des Spendenschecks an Salyutov und Hemming. Denn mit dem Gästehaus würden Anreize für weitere Helferinnen und Helfer gesetzt, nach Nir Oz zu kommen.

Hintergrund: Der Kibbuz Nir Oz …

liegt direkt an der Grenze zu Gaza und wurde am 07. Oktober 2023 durch den Terrorangriff der Hamas fast vollständig zerstört. Von 386 Bewohnern wurden 69 Menschen ermordet und 47 nach Gaza erverschleppt. Unter den Opfern von Nir Oz ist auch die deutsche Studentin Carolin Bohl.

Mehr Informationen finden Sie in den Beiträgen unter diesem Artikel.

Das Gästehaus war ein Wunsch des Kibbuz selbst, betont Hemming. Der Verein höre sehr genau hin, welche Hilfe die Menschen vor Ort wirklich wünschten.

Dennoch gehe es mit dem Bau nicht so schnell voran, wie zunächst erhofft, die Prioritäten haben sich verändert. Denn es habe sich gezeigt, dass deutlich mehr Bewohner:innen als erwartet nach Nir Oz zurückkehren wollen. Zudem würden Familien aus Zentralisrael ganz bewusst in den Kibbuz ziehen – um ein Zeichen zu setzen, berichtet Hemming. Einige hätten dort auch als Freiwillige gearbeitet und sich entschlossen, dort zu bleiben, ergänzt Salyutov, der ebenfalls mehrfach mit Helfergruppen aus Deutschland vor Ort war.

80 Häuser werden in Nir Oz gerade gebaut. Foto: Nir Oz e.V.

Nun werden mit Hochdruck 80 Häuser gebaut und Dinge organisiert, die für den Alltag erforderlich seien. Nach der Eröffnung eines Supermarktes warte die Gemeinschaft jetzt auf einen Arzt, um eine kleine Klinik in Betrieb nehmen zu können.

Das hohe Spendenaufkommen hatte der Verein zwar in erster Linie selbst erarbeitet, dennoch richten Hemming und Salyutov einen besonderen Dank an die nachhaltige Unterstützung durch die Bethe-Stiftung.

Denn der Verein werde nicht nur die regelmäßigen Freiwilligen-Reisen organisieren, sondern habe schon einige Ideen, für weitere Projekte. Die liegen jetzt aber in Nir Oz, betont Hemming, denn die Hilfe richte sich ganz nach den Bedürfnissen vor Ort.

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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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