Der Spielplatz am Quirlsberg soll verschwinden. Foto: Redaktion

Mit deutlicher Verzögerung hat die Stadt Bergisch Gladbach am Dienstag ihre Pläne zum Spielplatz „Quirlsberg“ am Zanders-Bad offengelegt. Der bisherige Kinderspielplatz soll in eine „naturnah gestaltete Bewegungs- und Freizeitsportfläche“ umgewandelt werden, heißt es in der Pressemitteilung. Die zum Teil baufälligen Spielgeräte sollen rasch abgebaut, die Sandfläche ein Magerrasen werden.  

Als Gründe für den Abbau der Spielgeräte am Fuß des Quirlsbergs nennt die Stadt Sicherheitsaspekte. Zum einen hätten bereits marode Spielgeräte abgesperrt werden müssen. Zum anderen führt die Stadt wenig konkret „soziale Faktoren“ an, die sich auf die Sicherheit auswirken: Trotz „verstärktem Einsatz von aufsuchender Sozialarbeit, Ordnungsamt und Polizei“ sei es zu Vandalismus und Ordnungswidrigkeiten gekommen. 

Hoher Personaleinsatz

Weitere Details nennt sie nicht, sondern verweist nur auf die „dadurch regelmäßig entstehenden Gefahren für im Sand spielenden Kinder“, die „trotz massiv erhöhtem Personalaufwand“ nicht ausreichend beseitigt werden können. Seit Mai habe die Stadt „intensiv daran gearbeitet, sowohl die Ursachen besser in den Griff zu bekommen, als auch die Gefahrenquellen möglichst auszuschließen“.

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„Wachsende Gefährdung für Kinder“: Spielplatz soll verschwinden

Marode Spielgeräte, Vermüllung, Drogenutensilien: Die Stadt Bergisch Gladbach sieht sich offenbar nicht mehr in der Lage, die Sicherheit auf dem öffentlichen Spielplatz neben dem Zanders-Bad zu gewährleisten. Daher sollen die verbliebenen Spielgeräte abgebaut werden, heißt es. Zu den Details schweigt die Stadt. Es bleiben offene Fragen.

Um welche konkreten Gefahren es dabei geht, hatte das Bürgerportal bereits im Juni nachgefragt. In ihrer Antwort nannte die Verwaltung unter anderem „Rückstände, die mutmaßlich im Zusammenhang mit dem Konsum von Betäubungsmitteln stehen“. Drogenutensilien also.  In der aktuellen Pressemitteilung stellt die Stadt keinen direkten Bezug zur Drogenszene oder damit verbundenen Problemen her.

Nun hat sich die Verwaltung also dazu entschieden, den Spielplatz aufzugeben beziehungsweise umzuwandeln. Schaukeln, Klettergerüste und alle weiteren Spielgeräte werden abgebaut. Grünflächen und Sitzmöglichkeiten sollen erhalten bleiben. Auf den vorhandenen Sandflächen soll Sandmagerrasen wachsen, um ein „innerstädtisches Biotop zu entwickeln“, heißt es weiter. 

„Für Groß und Klein bleibt der Bolzplatz erhalten und auf der Wiese soll ein alternatives Spiel- und Bewegungsangebot aufgestellt werden“, sagt der Beigeordnete Stephan Dekker laut Mitteilung. Denkbar sei eine „kleine Disc-Golf-Anlage“: Das ist ein Korb aus Metallketten, auf den mit Frisbees und Bällen geworfen wird. „Vom kleinen Kind bis zum Senior“ können „alle Generationen aktiv sein und ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen oder ausbauen“, so Dekker.

Als Alternative für den bisherigen Spielplatz verweist die Stadt auf das „vielfältige Kinderspiel- und Freizeitsportangebot“ im Gleispark auf dem Zanders-Areal sowie auf eine neue „Spielgerätekombination“ auf dem nahegelegenen Spielplatz in der Paul-Ehrlich-Straße. „Somit stehen auch weiterhin zahlreiche Outdoor-Spielangebote für Alt und Jung in der Stadtmitte zur Verfügung.“

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Lieber @Janis Reinhold

    Sicherheit entsteht nicht durch Verdrängung – Bergisch Gladbach braucht soziale Lösungen

    Ein „Alternativangebot“ für die sogenannte Szene kann nicht einfach bedeuten, Menschen an einen anderen Ort zu verweisen. Diese Gruppen sind sehr heterogen und lassen sich nicht wie Objekte verschieben. Sie suchen ihre Aufenthaltsorte selbst, und jeder neue Standort würde neue Konflikte auslösen. Eine Verdrängung würde dazu führen dass es woanders wieder aufpopt..

    Man muss auch die politischen Realitäten in Bergisch Gladbach sehen. Der Wille, solche sozialen Angebote zu schaffen, war bisher begrenzt. Angesichts der aktuellen rechte Mehrheiten aus CDU, AfD und Bürgerpartei GL ist es bereits ein Fortschritt, wenn die Stadtverwaltung von reiner repressiven Strategie endlich abrückt. Die hat ja offensichtlich nicht funktioniert, denn das wurde lange versucht. Der Verwaltungsvorschlag ist ein Zeichen dafür, dass erkannt wird: Ordnungspolitische Repression allein ist keine Lösung.

    Der Standort am Quirlsberg bietet dabei eine Chance, wenn er tatsächlich akzeptiert wird und weniger Konflikte verursacht als andere Orte. Sie ist sogar verhältnismäßig sicher für die Bürger:innen. Trotzdem darf die Debatte nicht dort enden.

    Langfristig braucht Bergisch Gladbach einen zentralen, niedrigschwelligen Ort, an dem vulnerable Menschen sicher Hilfe bekommen können – mit Sozialarbeit, Beratung und Unterstützung. Andere Städte zeigen, dass solche Konzepte funktionieren. Leider fehlt das!

    Dabei dürfen die Interessen anderer Einwohner:innen nicht vergessen werden. Eine soziale Stadtpolitik für Alle muss gleichzeitig sichere und attraktive öffentliche Räume für Familien, Kinder und Jugendliche schaffen.

    Die richtige Antwort ist deshalb nicht Verdrängung und Repression, sondern eine Kombination aus sozialer Verantwortung und guter Stadtentwicklung. Der aktuelle Vorschlag ist kein perfektes Endergebnis, aber ein wichtiger Schritt weg von einer reinen Ordnungspolitik hin zu einer nachhaltigen Lösung. Eine Stadt für Alle!

    Tomás M. Santillán – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke

    1. Hallo Tomás,

      wie schon vorher gesagt stimme ich dir da zu und habe nie anderweitig behauptet dass es eine Option sei, die “Szene” an einen anderen Ort zu verdrängen

      Wie vorher schon gesagt geht es mir nur darum, dass man am bestehenden Ort sowohl das neue als auch das alte Konzept was die Spielgeräte angeht fahren sollte

      Ich habe in meinen Aussagen nie etwas zu dem anderen Thema angedeutet sondern mich hier auf die Kinder und Jugendlichen konzentriert

      1. @Janis Reinhold

        Alles gut! Dennoch braucht es einen Plan zum Standort Spielplatz, denn die jetzige Situation ist für niemanden wirklich gut und ein “Nebeneinander” am gleichen Platz würde von Eltern nicht angenommen werden. Der Vorschlag der Verwaltung geht in die richtige Richtung und damit löst sich auch die Frage Vandalismus fast auf.

        Allerdings darf dieses Vorgehen nicht damit verbunden sein, dass bei Kindern und Jugend wieder gekürzt und gespart wird. Wir brauchen genau das Gegenteil.

        Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke

  2. Das ist ein Trauerspiel. Sobald eine Reaparatur kostet, wird demontiert.
    Also nun ibtte alle Sandkästen in der Stadt zurückbauen, weil hier ein Giftgefahr ausgeht…als wenn das in bewohntem Gebiet anders wäre.
    Natürlich kostet die Grünpflege etwas. Aber der Stadt gehen wohl die Mitarbeiter aus. Ich wsar übrigens sehr erstaunt, das die Relax-Inseln in der Fußgängerzone nur geliehen sind. Und wie sehen die nach der Leihzeit aus? Da ist das Leasing wohl in der Pflege güsntiger als das Kaufen…

  3. Das klingt nach einem vernünftigen und realistischen Plan. Für Kinder gibt es Spielplätze im Forumpark, im Buchmühlenpark, im neuen Zanders-Park und (mir nicht bekannt) in der Paul-Ehrlich-Straße. Ein “Spielplatz für Große” wie z.B. an der Saaler Mühle ist hier sinnvoller. Es ist ein schöner Ort, um in der Abendsonne zu chillen und ein bisschen Sport zu treiben!

    1. Die Überlegung, an der Saaler Mühle einen Platz für die Szene zu schaffen, ist gut gemeint. Ich halte sie aber für nicht praktikabel und nicht unsetzbar. Solche Orte funktionieren nur, wenn sie von der Zielgruppe selbst angenommen werden. Man kann Menschen nicht einfach aus der Innenstadt an den Rand der Stadt in ein Naherholungsgebiet verlagern und erwarten, dass sich das Problem dadurch erledigt. Das löst die Situation im Zentrum praktisch überhaupt nicht. Verkehren funktioniert eben nicht.

      Hinzu kommt ein weiterer Widerspruch: Frag doch einmal die Anwohner und ihren Anwalt. Dort gibt es bereits Widerstand gegen einen Skaterpark. Wie realistisch ist es dann, dass ausgerechnet ein Treffpunkt für die Szene an dieser Stelle akzeptiert würde?

      Die Idee mag gut gemeint sein, sie wird die Probleme aber voraussichtlich nicht lösen. Dafür braucht es Konzepte, die sowohl von den betroffenen Menschen angenommen werden als auch die Interessen der Anwohner berücksichtigen.

  4. Ein Disc-Golf Angebot klingt super!

    Nun stellt sich aber die Frage warum nicht, ich weiß revolutionär der Vorschlag, man nicht sowohl neue Gerätschaften für kleinere Kinder schafft als auch eine solche Anlage baut.
    Damit wäre endlich mal etwas echtes für die Kinder und Jugendlichen geschaffen und nicht bloß durch etwas ersetzt worden.

    Wie der aktuelle Plan mit dem Thema Vandalismus etc. klarkommen soll, wird überhaupt nicht genannt

    1. @Janis,

      Tatsächlich würde sich ein “Nebeneinander” wohl nur mit massiver Repression der Ordnungskräfte absichern. Ein solches Konzept und Vorgehen wäre in der Durchsetzungsperspektive eher schwierig bis unwahrscheinlich und sehr teuer.

      Dann scheint es besser zu sein, dass Geld und die Kraft woanders zu investieren und damit mehr Erfolge zu eereichen.
      – Ausbau des Spielplatzangebots an anderer Stelle. Sparen wäre hier falsch.
      – Besser Prävention und Betreuung der sogenannten “Szene”, die auch zur unserer Stadt gehört
      – Sicherung der anderen sozialen Angebote, die oberhalb und hinter dem Wäldchen und daneben bestehen sollen und bleiben.
      Wer eine Stadt für ALLE möchte, muss auch an alle denken und dazu gehören auch die Menschen der vulnerablen “Szene”.

      Tomás M. Santillán – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke

      1. Thomás, ich teile deine Einschätzung dass Repressionen nicht helfen! Ebenso ein “Vertreiben” nicht.

        Aber jetzt mal ehrlich, warum sollten die bei einem Alternativangebot hier nicht mehr passieren?

  5. Dieser Vorschlag der Verwaltung ist richtig. Die Alternative wäre vor allem ein weiteres repressives Vorgehen durch Ordnungsamt und Polizei – und das ist weder nachhaltig noch eine echte Lösung und auch ist fraglich, ob mit Repression und Verdrängung nicht die gleichen Probleme nur an andere Stellen verschoben würden. Die dafür notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen sind an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt.

    Statt einer aussichtslosen Verdrängungskampagne will die Stadt versuchen, die sozialen Fragen vor Ort mit geeigneten und verhältnismäßigen Mitteln anzugehen. Mit diesem Vorgehen kann die Situation und Sicherheit für alle Beteiligten verbessert werden und sie eröffnet neue Optionen. Der Vorschlag löst zwar nicht alle Probleme am Quirlsberg, eröffnet aber neue Handlungsmöglichkeiten. Statt auf Repression und „mit dem Kopf durch die Wand“ zu setzen, werden die vorhandenen Mittel sinnvoller eingesetzt und die Interessen und Lebenslage aller Menschen vor Ort stärker berücksichtigt. Gleichzeitig darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass am Standort Quirlsberg weiterhin gehandelt werden muss. Dieser Kurswechsel schafft jedoch zunächst klare Verhältnisse, Perpektiven und setzt auf einen menschlichen und respektvollen Umgang – und genau das sollte immer im Mittelpunkt kommunalen Handelns stehen.

    Die Mittel, die in die Wiederherstellung der maroden Spielgeräte investiert werden müssten, sind langfristig im nahegelegenen Gleispark besser angelegt, wo sie tatsächlich der Zielgruppe der Kinder zugutekommen.

    “Eine Stadt für ALLE!” muss an dieser Stelle wörtlich genommen. werden.

    Tomás M. Santillán – Mitglied im Stadtrat Bergisch Gladbach Die Linke