Zum ersten Mal hat KNIGGE.Immobilien auch für den Oberbergischen Kreis einen Marktbericht vorgelegt. Der Vergleich mit den Daten für den Rheinisch-Bergischen Kreis zeigt, warum sich die Wanderungsbewegung entlang der Achse Köln – Bergisch Gladbach – Kürten – Wipperfürth fortsetzt.

Von Andrea Gerhardus

Die KNIGGE.Immobilien Familie hat sich in diesem Jahr vergrößert und damit die Präsenz auch in den Oberbergischen Kreis ausgeweitet. Mit unserer neuen Maklerkollegin Dragica Gude verbinden wir unsere gewachsene Marktkenntnis aus Bergisch Gladbach mit persönlicher Nähe und Ortskenntnis im Oberbergischen Kreis. Demzufolge haben wir erstmals auch die Marktdaten des Gutachterausschusses für den Oberbergischen Kreis analysiert und in einem eigenen KNIGGE.Immobilien Marktbericht für den Oberbergischen Kreis zusammengefasst.

In diesem Beitrag analysieren wir für Sie die Zahlen und Entwicklungen des Rheinisch-Bergischen Kreises im Vergleich zu den Marktzahlen des Oberbergischen Kreises. 

Für Käufer aus Bergisch Gladbach stellt sich eine zunehmend relevante Frage: Lohnt sich der Blick über die Kreisgrenze? Entwickelt sich Oberberg zunehmend zur Ausweichregion für Familien und Pendler?

So viel vorweg: Bergisch Gladbach bleibt Spitzenreiter

Die höchsten Preise im Bergischen Land werden weiterhin in Bergisch Gladbach erzielt. Für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser werden in sehr guten Wohnlagen Kaufpreise von bis zu 6.000 Euro pro Quadratmeter erreicht. Auch bei Baugrundstücken bleibt Bergisch Gladbach mit Bodenrichtwerten von bis zu 970 Euro pro Quadratmeter die teuerste Kommune im Rheinisch-Bergischen Kreis. 

Demgegenüber liegen die Spitzenwerte im Oberbergischen Kreis deutlich niedriger. Dort reichen die Kaufpreise für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser von rund 1.222 Euro pro Quadratmeter in Reichshof bis etwa 2.630 Euro pro Quadratmeter in guten Wohnlagen von Lindlar. 

Anders formuliert: Für den Preis eines Einfamilienhauses in einer guten Lage von Bergisch Gladbach erhalten Käufer in Oberberg in der Regel deutlich mehr Wohnfläche und Grundstück.

Wird der Preisabstand größer oder kleiner?

Die aktuellen Daten sprechen eher für einen stabilen bis leicht wachsenden Preisabstand.

Während die Bodenrichtwerte im Rheinisch-Bergischen Kreis 2025 unverändert blieben und die Hauspreise nach zwei rückläufigen Jahren wieder leicht anzogen, verzeichnete der Oberbergische Kreis bei Ein- und Zweifamilienhäusern nahezu keine Preissteigerungen.  

Besonders interessant ist die Entwicklung bei Eigentumswohnungen. Im Oberbergischen Kreis stiegen die Preise für gebrauchte Wohnungen innerhalb eines Jahres um elf Prozent. Neubauwohnungen verteuerten sich dagegen nur moderat um zwei Prozent. 

Trotz dieser Entwicklung bleibt das Preisniveau deutlich unter dem des Rheinisch-Bergischen Kreises. Neubauwohnungen liegen in Bergisch Gladbach und Rösrath bei durchschnittlich rund 5.500 Euro pro Quadratmeter. Im Oberbergischen Kreis bewegen sich Neubauwohnungen je nach Standort überwiegend zwischen 3.500 und 4.500 Euro pro Quadratmeter. 

Lindlar, Engelskirchen und Wipperfürth profitieren besonders

Nicht alle Kommunen im Oberbergischen Kreis entwickeln sich gleich.

Besonders gefragt sind Orte mit guter Anbindung in Richtung Köln und Rheinisch-Bergischer Kreis. Lindlar nimmt dabei eine Sonderstellung ein. Die Gemeinde erreicht die höchsten Hauspreise im Oberbergischen Kreis und profitiert von ihrer Nähe zu Kürten, Overath und Bergisch Gladbach. 

Auch Engelskirchen gehört zu den Gewinnern dieser Entwicklung. Die Gemeinde liegt direkt an der Aggertal-Achse und bietet eine vergleichsweise schnelle Verbindung nach Köln. Bei Eigentumswohnungen erzielt Engelskirchen die höchsten Wiederverkaufspreise im Kreisgebiet. 

Wipperfürth, Hückeswagen und Wiehl profitieren ebenfalls von ihrer guten Erreichbarkeit und ihrem Angebot an Einfamilienhäusern für Familien, die im Kölner Umland nach Alternativen suchen.

Dagegen bleiben weiter entfernte Kommunen wie Reichshof, Morsbach oder Bergneustadt deutlich günstiger.

Wandern Käufer aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis nach Oberberg ab?

Die Zahlen liefern dafür deutliche Hinweise.

Im Oberbergischen Kreis stammen zwar rund 75 Prozent der privaten Käufer aus dem Kreis selbst. Gleichzeitig kommt aber mehr als jeder zehnte Käufer aus Köln, Bonn und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Hinzu kommen Interessenten aus weiteren benachbarten Regionen wie dem Rhein-Sieg-Kreis.

Der Marktbericht nennt dafür klare Gründe: das niedrigere Preisniveau, die hohe Wohn- und Lebensqualität sowie die gute Erreichbarkeit der Ballungsräume. Besonders Familien und Berufspendler suchen großzügigere Wohnverhältnisse und größere Grundstücke, als sie im unmittelbaren Kölner Umland noch finanzierbar sind. 

Im Rheinisch-Bergischen Kreis zeigt sich gleichzeitig ein stark regional geprägter Markt. Rund zwei Drittel aller Käufer stammen aus dem Kreis selbst, weitere 27 Prozent aus Bergisch Gladbach und 16 Prozent aus Köln.

Die Daten legen nahe, dass sich entlang der Achse Köln – Bergisch Gladbach – Kürten – Wipperfürth eine Wanderungsbewegung fortsetzt: Je höher die Preise in den zentralen Lagen, desto stärker rücken die angrenzenden Gemeinden des Oberbergischen Kreises in den Fokus.

Oberberg bleibt die günstigere Alternative

Der Immobilienmarkt im Bergischen Land entwickelt sich zweigeteilt. Bergisch Gladbach und die stadtnahen Kommunen des Rheinisch-Bergischen Kreises bleiben die teuersten Standorte der Region. Gleichzeitig bietet der Oberbergische Kreis weiterhin deutlich günstigere Einstiegspreise bei Häusern, Wohnungen und Grundstücken.

Fazit:  Wer im Oberbergischen Kreis kauft, zahlt oft nur die Hälfte dessen, was in guten Lagen von Bergisch Gladbach fällig wird. Gleichzeitig steigt die Nachfrage aus Köln und dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

Wer den aktuellen Wert seiner Immobilie wissen möchte oder über einen Verkauf nachdenkt, sollte die Entwicklung des regionalen Marktes genau im Blick behalten.

KNIGGE.Immobilien begleitet Eigentümer und Kaufinteressenten seit 20 Jahren im Rheinisch-Bergischen Kreis und ist inzwischen auch im Oberbergischen Kreis, in Köln sowie im Rhein-Erft-Kreis aktiv. Wir werden in einem der folgenden Beiträge auch die aktuellen Marktdaten für Köln und den Rhein-Erft-Kreis analysieren und zeigen, welche Entwicklungen sich dort für Eigentümer, Käufer und Investoren abzeichnen.

Die gesamten KNIGGE.Immobilien Marktberichte können Sie online jederzeit hier  einsehen.

Herzliche Grüße aus der Laurentiusstraße 98

Andrea Gerhardus

Hinweis: Im Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.


Knigge Immobilien hat sich mit dem Motto „einfach anders.” im Großraum Bergisch Gladbach als Makler und Hausverwalter etabliert, der die bekannten Maklerklischees widerlegt. Gemeinsam mit einem Expertennetzwerk bildet das Unternehmen am Standort Laurentiusstraße/Odenthaler Straße das ImmobilienZentrum Bergisch Gladbach. Mit 17 Mitarbeitern bietet Knigge den Service eines Großunternehmens, kombiniert mit der Persönlichkeit eines Familienbetriebs. Das eigene Immobilienportal immobilien.gl bietet Mehrwerte sowohl für Eigentümer als auch für Suchende.

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