Foto: Klimafreunde Rhein-Berg e.V.

Die Klimafreunde Rhein-Berg e.V. kritisieren in einer erweiterten Stellungnahme den geplanten Einbau einer Gasheizung in der städtischen Liegenschaft Buchenallee 20 in Frankenforst. Der Einbau fossiler Heizungsanlagen sei angesichts der fortschreitenden Klimakrise grundsätzlich nicht vertretbar.  

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Klimafreunde Rhein-Berg

Der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften (AFBL) hat beschlossen, die technisch defekte Ölheizung in der Buchenallee durch eine Gas-Brennwertheizung zu ersetzen. Die Klimafreunde haben diese Entscheidung bereits Anfang Juli in einer veröffentlichten Stellungnahme fachlich begründet kritisiert und stattdessen eine Prüfung und den Einbau einer Wärmepumpe empfohlen.

Die vorgebrachten Argumente fanden im AFBL jedoch keine Berücksichtigung. Daraufhin richteten die Klimafreunde sieben zentrale Fragen zur fachlichen und wirtschaftlichen Grundlage der Entscheidung an Bürgermeister und Verwaltung.  

Nach der Antwort der Verwaltung bleibt für die Klimafreunde die entscheidende Frage offen: Auf welcher belastbaren Grundlage basiert die zentrale Aussage der Verwaltung, die Gasheizung sei die „wirtschaftlichste und betriebssicherste Lösung“?

Die Verwaltung bestätigt, dass eine Wärmepumpe trotz des vorhandenen Einrohrsystems grundsätzlich möglich ist. Gleichzeitig liegen nach ihren Angaben 

  • keine aktuelle Heizlastberechnung, 
  • keine belastbare Untersuchung der erforderlichen Vorlauftemperaturen und
  • kein vollständiger Wirtschaftlichkeitsvergleich über die Nutzungsdauer

vor.

Damit fehlt aus Sicht der Klimafreunde die Grundlage für die zentrale Aussage der Verwaltung. 

Bei einer Investition aus öffentlichen Mitteln reicht es nicht aus, die kurzfristig einfachste Lösung zu wählen. Entscheidend sind die Gesamtkosten und Risiken über die gesamte Nutzungsdauer. Dazu gehören neben Investitions-, Energie- und Wartungskosten auch CO₂-Kosten, Fördermöglichkeiten, künftige Preisentwicklungen sowie technische und regulatorische Risiken. Auch die langfristige Entwicklung der Gasnetze müsse berücksichtigt werden. Der T-Online Bericht vom 11.07.26 bringt die Problematik zugespitzt auf den Punkt: “Wer jetzt auf Gas setzt, dem ist nicht zu helfen

Die Klimafreunde halten – wie die Klimaforschung insgesamt – den weiteren Einbau fossiler Heizungsanlagen angesichts der fortschreitenden Klimakrise grundsätzlich nicht für vertretbar.

Für den Verein geht es deshalb nicht nur um die Buchenallee 20, sondern darum, nach welchen Kriterien die Stadt künftig öffentliche Mittel für Investitionen in Heizungsanlagen einsetzt. 

Die Klimafreunde fordern, dass die Stadt bei solchen Investitionen künftig

  • Heizlast und Vorlauftemperaturen belastbar ermittelt,
  • Möglichkeiten zur Absenkung der Vorlauftemperatur prüft,
  • klimafreundliche Alternativen bewertet
  • die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer vergleicht und
  • das Klimaschutzmanagement einbezieht.

Nur eine solche transparente und umfassende Prüfung stellt sicher, dass Verwaltung und Politik bei Investitionen in ihre kommunalen Gebäude wirtschaftlich tragfähig, klimapolitisch verantwortungsvoll und langfristig zukunftsfähig handelt. Gerade bei der Entscheidung für eine Heizungsanlage mit jahrzehntelanger Nutzungsdauer muss der Klimaschutz ein verbindlicher Bestandteil der Entscheidungsgrundlage sein.

Die Klimafreunde Rhein-Berg dokumentieren den bisherigen Ablauf, den Beschluss der Verwaltung sowie die eigenen Stellungnahmen und die Antworten der Verwaltung auf ihrer Homepage. Hier können interessierte Bürgerinnen und Bürger die Entwicklung der Diskussion und die zugrunde liegenden Argumente vollständig nachvollziehen.

Die „Klimafreunde Rhein-Berg“, 2019 als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, sind seit 2021 ein gemeinnütziger Verein. Gemäß dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ wollen die Mitglieder vor Ort möglichst viele Menschen für das drängende Thema Klimaschutz sensibilisieren und fürs...

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  1. Seit Juni 2014 ist die Stadt Bergisch Gladbach an der BELKAW zu 49,9 Prozent beteiligt. Da sucht man doch bestimmt immer gemeinsam an der günstigsten Lösung für die Liegenschaft und für uns Steuerzahler generell? Oder?

  2. Eine breite Bewusstseinsbildung für Klima- und Umweltschutz hätte bereits vor mehr als 35 Jahren einsetzen müssen! Eindringliche Mahnung gab es bereits von nahezu allen Kontinenten, insbesondere von den direkt Betroffenen. “Nachzulesen” bei Youtube:

    https://www.youtube.com/watch?v=wcQmknubxcM

    Diese zwei Stunden Zusehen hätten reichen müssen für Erkenntnis und Nachdenken…

    Heute sind wir nicht nur an dem Punkt angekommen, vor dem damals gewarnt wurde. Denn vor Gletscherabrüchen in Nepal wurde nicht gewarnt. Was bedeutet, dass der Klimawandel bereits viel weiter fortgschritten ist, als damals angenommen.

    Was also können wir heute noch tun? Eigentlich nur das Wenige, was uns verbleibt, z.B. die Entscheidung für Wärmepumpen anstatt für Gasheizungen.
    Für diese Art Entscheidung muss man nicht unbedingt einer Grünenpartei angehören, obwohl Habeck – wie wir heute wissen – absolut Recht hatte …
    MfG Dieter Richter

  3. Es ist schon traurig, dass die Ewiggestrigen, die sofort Ideologie schreien, wenn es um Fortschritt und Verbesserung geht, nicht merken, dass sie selbst in einer Ideologie gefangen sind und nicht begreifen, dass es nicht nur um die Klimakrise sondern auch um bezahlbare Energie geht.

    Es steigen logischerweise immer mehr Menschen aus den bekannten Gründen auf eine Wärmepumpe um, sodass die Kosten für das Gasnetz für die weniger werden Gasabnehmer immer teurer und bald nicht mehr finanzierbar sein wird, ganz zu schweigen von den geopolitischen (Preis-)Risiken und der Tatsache, dass man lieber aus autokratischen Staaten Gas bezieht, obwohl Wind und Sonne kostenlos und ohne Transport Energie liefern.

    Spätestens wenn das erste Gasnetz abgeschaltet wird, wird bei denjenigen dann natürlich der Aufschrei am größten sein und die Politik oder noch besser die Grünen es wieder schuld sein…

  4. Seit ich von Gasheizung auf Wärmepumpe und erneuerbare Energie umgestellt habe, spare ich jährlich rund 800 Euro Energiekosten ein.
    Aber warum sich mit Sachargumenten auseinandersetzen, wenns auch mit persönlicher Diffamierung geht.

  5. Es ist immer wieder interessant zu lesen wie wichtig sich die sogenannten Wetterfuzzis nehmen. Solange es in Deutschland keine sichere und bezahlbare Energie gibt sollte es keine Rolle spielen mit was wer heizt.

    1. Der Klimawandel zeigt allen sehr deutlich, daß es nicht egal ist, womit man heizt. Das sollte langsam bei allen angekommen sein. Und unsere Energie ist sehr wohl sicher und bezahlbar.

      1. #G.Apicella. Mit Wissenschaft kommen Sie auch bei Menschen, welche immer noch glauben, der Strom kommt aus der Steckdose, nicht einen Millimeter weiter… Reine Zeit- und Kraftverschwenung. Trotzdem: Weiter so! Jeder der konstruktiv mitdenkt wird gebraucht und ist jedenfalls nicht auf den Kopf gefallen ;O) MfG Dieter Richter

      2. @Herr Richter”
        “Mit Wissenschaft kommen Sie …. nicht einen Millimeter weiter” sehe ich auch so.

        Wenn mehr als 99 % aller Klimawissenschaftler weltweit bestätigen, dass der Klimawandel real und menschengemacht ist, dann glaubt man es halt (normalerweise), außer Werner etc..
        Wenn 9 Mediziner erklären dass man krank ist, dann glaubt man denen eher, als dem einen, der sagt, das ich nicht krank bin (normalerweise), außer Werner etc.?

        Aber ja, Gläubige und Nicht-Gläubige, egal welches Thema, hat es immer schon gegeben.

        Aber unabhängig davon, wem oder woran Werner nun glaubt, zumindest machen wir keinen Fehler und fügen Werner auch keinen Schaden zu, wenn wir nur noch auf erneuerbare Energien setzen, unabhängig von fossilen Rohstoffen werden, die wir immer teuer im Ausland, wo auch immer das zukünftig sein wird, werden kaufen müssen.

        Saubere Luft macht Werner auch nicht kränker sondern nur gesünder.
        Und, nicht zuletzt, moderne Technologien bringen auch zukunftsfähige Arbeitsplätze.
        Werner, wir können also alle nur gewinnen, so oder so.

  6. Richtig!
    Heizen mit sauberem Strom aus Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken ist natürlich viel klimafreundlicher.

    1. Schon mal etwas von Strom aus erneuerbaren Energien gehört? Jeder Mensch kann seinen Stromanbieter wechseln. Selbst von der BELKAW o.a. kann alternativer Strom bezogen werden, und das schon seit Jahren.
      Idealerweise wäre ja eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach möglich. Ich bin sicher, die Klimafreunde unterstützen dabei gerne.

      1. Erneuerbare Energien können nur sehr kurz und bei weiten nicht ausreichend gespeichert werden. Bei “Dunkelflaute”, also nicht ausreichendem Wind oder Sonnenschein, muss die notwendige Leistung aus Kohle-, Atom- und Kernkraftwerken eingespeist werden. Je mehr wir also auf Strom umstellen und erneuerbare Energien nutzen, umso mehr konventionelle Stromerzeugung brauchen wir für eine unterbrechungsfreie Versorgungssicherheit.

      2. Sie sind ein paar Jahre hinterher. Derzeit sind zunehmend Batterie-Großspeicher in Betrieb, weitere werden im großen Stil projektiert, für etliche Standorte gibt es mehr Genehmigungsanträge, als Kapazitäten netzdienlich eingesetzt werden können. (Genauer: 2025 wurden 573,5 GW angefragt, 54,2 GW zugesagt.)

        Wir sind in Deutschland mit installierten und in Betrieb befindlichen 7,35 GWh (Speicherkapazität, die Anschlussleistung in GW ist geringer) noch nicht so weit wie beispielsweise in Kalifornien (17 GW installiert, bis zu 52 GW in den nächsten Jahren projektiert), aber die dortige Situation werden wir in ein paar Jahren hier auch haben. Die Dunkelflaute wird mehr und mehr zum Fremdwort.

        In dem Zusammenhang interessant zu lesen:
        https://www.n-tv.de/wirtschaft/Solarstrom-nach-Sonnenuntergang-Kaliforniens-Batteriespeicher-verdraengen-immer-mehr-Erdgas-id31233015.html
        https://battery-charts.de/de/battery-charts-de/
        https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/batteriegrossspeicher-im-fokus-was-geht-was-nicht/
        https://www.smard.de/

    2. Die Aussage zeigt, dass Sie sich leider nicht mit der Thematik befasst haben. Der entscheidende Unterschied liegt in der hohen Arbeitszahl – also dem Verhältnis eingesetzer Strom zu Wärme am Ausgang. Diese „Wundermaschine“ liefert ein Vielfaches an Wärme bezogen auf den Stromverbrauch.
      Zwar liegt der CO2 Ausstoß einer Gasheizung bei ca. 201g/kWh, der CO2 Ausstoß eines Gaskraftwerks liegt laut ENTSO-E bei 494g/kWh (Kohle bei 1130g) – alles Werte für Deutschland.
      Es mag auf den ersten Blick überraschend sein aber es macht mit Blick auf den CO2 Ausstoß mehr Sinn eine Wärmepumpe mit 100% Strom aus Erdgas zu betreiben, als eine Erdgasheizung zu betreiben.
      Dies ist begründet in der Tatsache, dass eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom zwischen 3 und 5 kWh Wärme erzeugt. Das sind realistische Werte, wir erreichen in unserem Haus Baujahr 1973 einen Wert von 3,8. Der CO2 Ausstoß der Stromerzeugung in Deutschland wird jeden Tag niedriger – durch den Zubau der Erneuerbaren – die Gasheizung bleibt leider für die gesamte Betriebszeit gleich schlecht.
      Daher „schrumpft“ der CO2 Ausstoß der WP mit Gasstrom auf rund die Hälfte einer Gasheizung.
      Die weiteren Argumente wurden schon genannt:
      – wir haben jetzt viel geringer Energiekosten für unser Zuhause.
      – die Kombination mit einer PV-Alage bietet weitere Vorteile.
      – geopolitische Verwerfungen spielen dann eine untergeordnete Rolle
      – der Abfluss von Kapital / Devisen aus der Volkswirtschaft wird verringert…