Foto: Klimafreunde Rhein-Berg e.V.

Die Stadt plant, eine defekte Ölheizung in einem städtischen Gebäude durch eine neue Gasheizung zu ersetzen. Der Verein Klimafreunde Rhein-Berg e.V. kritisiert dieses Vorhaben und plädiert für den Einbau einer Wärmepumpe. Denn diese sei wirtschaftlicher, effektiver und hätte im Gegensatz zu einer Gastherme rechtlich eine sichere Grundlage.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Klimafreunde Rhein-Berg

Die Stadt Bergisch Gladbach plant, die defekte Ölheizung in der städtischen Unterkunft an der Buchenallee 20 durch eine neue Gas-Brennwertheizung zu ersetzen. Diese Entscheidung stößt auf erhebliche Kritik.

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Während die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger zum Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen ermutigt und sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt hat, soll bei einem eigenen Gebäude erneut in eine fossile Heizungsanlage investiert werden. Das sendet ein widersprüchliches Signal und untergräbt die Glaubwürdigkeit sowie die Ziele der kommunalen Klimapolitik.

Auch wirtschaftlich erscheint die Entscheidung fragwürdig. Fachinstitutionen gehen übereinstimmend davon aus, dass die Kosten für Erdgas durch steigende CO₂-Preise und höhere Netzentgelte weiter zunehmen werden. Wärmepumpen gelten dagegen als die langfristig wirtschaftlichere Lösung. 

Das vorgebrachte Argument, aufgrund der vorhandenen Einrohr-Heizungsanlage könne keine Wärmepumpe installiert werden, hält einer fachlichen Überprüfung nicht stand. Wärmepumpen können grundsätzlich auch mit Einrohr-Heizungsanlagen betrieben werden.

Ob im konkreten Gebäude Anpassungen oder Optimierungen erforderlich sind, kann nur im Rahmen einer unabhängigen Machbarkeitsuntersuchung beurteilt werden. Die vorhandene Heizungsverteilung stellt daher keinen ausreichenden Grund dar, eine Wärmepumpenlösung von vornherein auszuschließen

Hinzu kommt die unsichere Rechtslage. Mit der Kommunalen Wärmeplanung gelten in Bergisch Gladbach grundsätzlich die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), wonach neu eingebaute Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen. Reine Gasheizungen erfüllen diese Anforderung grundsätzlich nicht.

Ob diese Regelung durch das vom Bundeskabinett angekündigte, vom Bundestag jedoch noch nicht verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) geändert wird, ist derzeit offen. Vor diesem Hintergrund erscheint eine langfristige Investition in eine neue Gasheizung weder rechtlich noch wirtschaftlich ausreichend abgesichert.

Eine Wärmepumpe hätte zudem einen weiteren Vorteil: Sie könnte das Gebäude im Sommer temperieren und damit einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten – ein Aspekt, der angesichts zunehmender Hitzewellen immer wichtiger wird.

Vor diesem Hintergrund wird der Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften aufgefordert, die Entscheidung noch einmal zu überdenken und zunächst eine unabhängige Wirtschaftlichkeits- und Machbarkeitsuntersuchung durchführen zu lassen.

Öffentliche Investitionen sollten nicht in eine Technologie fließen, deren Ausstieg politisch beschlossen ist und deren Betrieb voraussichtlich immer teurer wird. Die Stadt sollte bei ihren eigenen Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Klimaschutzziele konsequent umsetzen.

Die „Klimafreunde Rhein-Berg“, 2019 als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, sind seit 2021 ein gemeinnütziger Verein. Gemäß dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ wollen die Mitglieder vor Ort möglichst viele Menschen für das drängende Thema Klimaschutz sensibilisieren und fürs...

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  1. Der Artikel der Klimafreunde bringt es auf den Punkt. Der Einbau einer fossilen Gasheizung widerspricht den Zielen des Integrierten Klimaschutz-Konzeptes (IKSK) und der kommunalen Wärmeplanung. Hat auf dem Weg zu diesem Beschluss eine interne Verwaltungs-Abstimmung mit dem Klimaschutz-Management (KSM) stattgefunden? Die Entscheidung ist kontraproduktiv zu dem Ziel einer fossil-freien Wärmeversorgung in der ganzen Stadt. Der Beschluss ist ein fatales Zeichen für die Zivilgesellschaft. Wieso soll ich mich als Bürger anstrengen, meinen Beitrag zu Energiewende zu leisten? Die Stadt verspielt ihren motivierenden Vorbild-Charakter.

    Ein weiterer Aspekt ist die notwendige elektrotechnische Ertüchtigung des Gebäudes. Dazu gehört selbstverständlich die deutliche Erhöhung des Netz-Hausanschlusses, um das Gebäude zukunftsfest zu machen. Ist eigentlich geprüft worden, ob eine PV-Anlage auf dem Dach zur Unterstützung eines erhöhten Strombedarfs, z.B. Wärmepumpe, aufgebaut werden kann?

    In der Beschlussvorlage werden an Kosten ca. 739.000 Euro genannt, ohne eine genaue Aufschlüsselung. Das muss nachgereicht werden, ebenso wie eine alternative Berechnung mit einer fossil-freien Lösung (Wärmepumpe). Eine solche, kurzfristig denkende Entscheidung muss modifiziert werden. So wird das nichts mit Klimaneutralität.

  2. Unsere Wärmepumpe läuft seit sechs Jahren mit einer Einrohr-Heizungsanlage, so pauschal wie hier wiedergegeben ist die Aussage nicht zu halten. Es wäre sehr zu begrüßen, den Konzepten auch mal Taten folgen zu lassen!

    1. Und selbst wenn die Heizanlage punktuell angepasst werden müsste (einzelne Heizkörper gegen größere tauschen, hydraulischer Abgleich etc.), stehen die Chancen gut, dass sich das langfristig rechnet. Die Brennstoffkosten schwanken zwar, gehen dabei auch mal nach unten, aber langfristig steigen sie immer weiter – die Umstellung wäre also auch dann sinnvoll, wenn man den Umweltaspekt außen vor lässt.

  3. Diese Entscheidung stößt auf erhebliche Kritik.

    Während die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger zum Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen ermutigt und sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt hat, soll bei einem eigenen Gebäude erneut in eine fossile Heizungsanlage investiert werden.

    Das sendet ein widersprüchliches Signal und untergräbt die Glaubwürdigkeit sowie die Ziele der kommunalen Klimapolitik.

    Danke!! Im Artikel ist alles gesagt.
    Wofür fällt es so schwer -als Stadt, selber mit gutem Beispiel voran zu gehen?

    machen!! nicht nur reden und von anderen, uns BürgerInnen, das Gute erwarten tatsächlich umzusetzten

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