Die Bücher-Scheune an der Ecke Altenberger-Dom-Straße – Leverkusener Straße in Schildgen. Fotos: Laura Geyer

Die Buchhandlung in Schildgens Zentrum sucht ein neues Ladenlokal. Das Gebäude soll abgerissen werden, bis April muss das Geschäft raus. Wir haben mit Inhaberin Charlotte Bärenz über die Details und ihre Nachfolgerin gesprochen – und dabei einiges über die Geschichte der Bücher-Scheune erfahren.

„Ladenlokal gesucht – damit die Bücher-Scheune bleibt“, steht auf einem handgeschriebenen Plakat im Schaufenster des Geschäfts an der Ecke Altenberger-Dom-Straße – Leverkusener Straße. Seit einem Vierteljahrhundert gehört die Buchhandlung zu Schildgen. Dass es künftig keine mehr geben könnte, ist für viele Menschen vor Ort unvorstellbar.

„Ich weiß noch, wie ich vor 26 Jahren die Straße rauf und runter gelaufen bin und überall gefragt habe, ob was frei ist“, erzählt Charlotte Bärenz, Inhaberin der „Bücher-Scheune“. Das erste Ladenlokal fand sie im alten Pferdestall der Post (heute „Irish Pub Zur Post“) – daher der Name „Bücher-Scheune“.

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Nach einigen Jahren hatten die Inhaber Eigenbedarf an dem kleinen, inzwischen abgerissenen Fachwerkhaus angemeldet. Bärenz und ihre Kollegin hatten erneut gesucht. Und waren am heutigen Standort fündig geworden. „Und jetzt rennen wir wieder“, sagt Charlotte Bärenz und lacht.

Vor ungefähr fünf Wochen hat sie erfahren, dass das Gebäude, in dem sich die Buchhandlung befindet, abgerissen und auf dem Grundstück neu gebaut werden soll. Seitdem sucht sie, suchen ihre Kund:innen, sucht ihre Nachfolgerin nach einem neuen Geschäft.

Haben Sie oder wissen Sie von einem Ladenlokal mit 80 bis 100 Quadratmetern? Dann melden Sie sich bitte bei Charlotte Bärenz, Telefon 02202 – 238612, E-Mail baerenz@buecher-scheune.de.

Die nächste Generation steht schon bereit

Denn Charlotte Bärenz hatte bereits begonnen, sich langsam auf die Rente vorzubereiten. Sie hatte Glück, fand eine junge Buchhändlerin, die die Bücherscheune übernehmen wollte: Clara Busse aus Schildgen.

„Es tut weh, aufzuhören“, sagt Bärenz. „Ich bin sehr gerne in Schildgen.“ Sie erzählt von der Solidarität der Kund:innen in der Corona-Zeit, die Bücher bei ihr bestellten, Werbung für sie machten, sogar anboten, bei der Auslieferung im Ort zu helfen. Bärenz lacht. „Seit der Zeit kennen wir wirklich jeden kleinsten Weg in Schildgen.“

Die Konkurrenz durch den Online-Handel hat sie in all den Jahren übrigens kaum zu spüren bekommen. In der „Vorort-Buchhandlung“ gehe es eben nicht nur darum, Bücher zu kaufen, sondern auch darum, Nachbarn zu treffen, zu quatschen. Und persönliche Empfehlungen zu bekommen: „Wenn jemand über Jahre kommt, weiß ich, was ihm gefallen könnte.“

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Viele Kund:innen sind älter, aber auch junge Menschen sind dabei. Manche, die früher als Kinder in die Bücher-Scheune kamen, kaufen nun mit ihrem eigenen Nachwuchs hier ein – das freut Charlotte Bärenz besonders.

Diese Treue bekommt sie auch jetzt wieder zu spüren: Eine Kundin kommt herein, Charlotte Bärenz begrüßt sie mit Vornamen. Die Kundin fragt, ob es schon etwas Neues gibt. Fragt, ob nicht dieses oder jenes Geschäft in Frage komme. Als ich draußen Fotos vom Laden mache, läuft eine Bekannte an mir vorbei, zeigt auf das Plakat und sagt betrübt, „das ist so schrecklich“.

„Die Schildgener kümmern sich“, sagt Bärenz. Sie selbst ist optimistisch: Erst im April muss sie raus. Bis März lässt sie sich noch Zeit, erst dann will sie anfangen zu packen und Verlage anzufragen, ob sie ihre Bücher zurücknehmen. „Ich denke mir, es hat zweimal geklappt, dann klappt es auch noch ein drittes Mal.“

ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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